Projekt

Neubau Katharinenhospital, Haus F, Klinikum Stuttgart

Kriegsbergstraße - 70174 Stuttgart
Verknüpfen

Über Neubau Katharinenhospital, Haus F, Klinikum Stuttgart

Projektbeschreibung von PERI GmbH | Niederlassung Stuttgart 03.05.2018

Beim Neubau des Stuttgarter Katharinenhospitals sorgte eine PERI Plattformlösung für erheblichen Raumgewinn. Zur Realisierung der ab 18 m Höhe auskragenden Geschosse trugen horizontal eingesetzte Stützböcke die hohen Lasten in die vorhandene Bauwerksstruktur ab.

 

Mit einer Investitionssumme von über 900 Mio. Euro zählen die Maßnahmen auf dem Areal des 60 Jahre alten Katharinenhospitals zu den größten und wichtigsten Bauvorhaben der Landeshauptstadt.

 

Baumaßnahme bei laufendem Klinikbetrieb

 

Die Baumaßnahme stellte auch für das erfahrene Baustellenteam der BAM Deutschland AG eine große Herausforderung dar. Bei der Planung der Baustelleneinrichtung und -logistik musste berücksichtigt werden, dass der fortlaufende Klinikbetrieb der Nachbargebäude bei den Rohbauarbeiten weitestgehend ungestört blieb. Beispielsweise wurde die Krannutzung aufgrund des direkt angrenzenden Hubschrauberlandeplatzes zeitweise eingeschränkt. Hinzu kam die innerstädtische Lage des Baufelds für die Lückenbebauung, einhergehend mit äußerst beengten Platzverhältnissen.

 

Auskragend und einhäuptig

 

Ein nach außen sichtbares Beispiel für wertvollen Raumgewinn stellte die Unterstützungskonstruktion für die südlichen Gebäudeauskragungen dar. Anstelle einer 18 m hohen Traggerüstunterstützung entwickelten PERI Ingenieure zusammen mit den BAM Projektverantwortlichen eine projektspezifische Plattformlösung auf Basis horizontal eingesetzter Stützböcke. So entstanden großzügige Arbeitsebenen mit bis zu 5,50 m Breite, gleichzeitig leiteten die Stützböcke die Lasten der auskragenden Betonierabschnitte zuverlässig in die Bauwerksstruktur ab. Dies machte den Raum darunter nutzbar für Erdarbeiten, als Baustellenstraße sowie als Lager- und Montageplatz. Darüber hinaus wurde das PERI Stützbocksystem gleich mehrfach genutzt und Transportwege eingespart, denn es fand bereits beim einhäuptigen Schalungseinsatz zum Betonieren der Untergeschosswände gegen die Bohrpfahlwand Verwendung.

 

Projektspezifisch angepasst

 

Solche weit auskragenden Stützbockkonstruktionen finden häufig im Brückenbau bei der Herstellung von Pfeilerköpfen Verwendung, verbunden mit der Einleitung hoher Lasten ins Bauwerk. Für den Baustelleneinsatz beim Stuttgarter Klinikprojekt mussten Konsolabstände und Bühnenbreiten projektspezifisch an die Bauwerksgeometrie angepasst werden. Insbesondere bei der Verankerung über die Stützbock-Aufhängeschuhe am Deckenrand stimmten die Projektbeteiligten die Reaktionskräfte bereits in der Planungsphase mit dem Bauwerksplaner ab. Zur Lastverteilung im Druckbereich überbrückten Stahlträger die 2,50 m breiten Bauwerksöffnungen. Während der Betoniervorgänge dienten Druckmessdosen an der Tischeinheit zur Überprüfung der vorhandenen Vertikallasten.

 

In Einheiten montiert

 

Die Vormontage der einzelnen Bühnen erfolgte mit jeweils 1,50 m Konsol- bzw. Stützbockabstand an einer eigens errichteten Montagewand in Bodennähe. Die bis zu 2,80 m breiten Einheiten konnten anschließend mit dem Baustellenkran zum endgültigen Einbauort gehoben werden. Für den Rückbau wurde ein leichter Mobilkran eingesetzt, der die Bühneneinheiten mittels schräg gestelltem Ausleger unterhalb der auskragenden Geschosse ausheben konnte. Für Rückbau, Demontage und Abtransport wurde pro Gebäudehälfte nur ein halber Tag benötigt.

Projektbeschreibung von PERI GmbH 03.05.2018

Projektdaten

  • Sukzessive bauliche Modernisierung des Klinikums Stuttgart
  • Zehngeschossiger Neubau Haus F auf dem Gelände des Katharinenhospitals als künftiger, zentraler Haupteingang für den gesamten Standort Mitte
  • Die drei obersten Geschosse des Krankenhausneubaus kragen über 4 m nach Süden hin zur Kriegsbergstraße aus

 

Anforderungen

  • Innerstädtische Lückenbebauung, einhergehend mit äußerst beengten Platzverhältnissen
  • Ungestörte Aufrechterhaltung des fortlaufenden Klinikbetriebs in den unmittelbar angrenzenden Nachbargebäuden während der gesamten Bauphase
  • Eingeschränkte Krannutzung aufgrund direkt angrenzendem Hubschrauberlandeplatz auf benachbartem Klinikdach
  • Realisierung der oberhalb der Baustraße 4,10 m auskragenden Obergeschosse in 18 m Höhe

 

Kunde
Generalunternehmen

BAM Deutschland AG, Stuttgart

 

Kundennutzen

  • 5 m innerstädtischer Raumgewinn dank auskragender Stützbock-Bühnen
  • Nutzung des Raums unterhalb der Plattformlösung für die Baustellenlogistik sowie als Lager- und Montageplatz
  • Mehrfachnutzung des Stützbock-Systems: beim einhäuptigen Schalungseinsatz in den Untergeschossen sowie für die auskragende Arbeitsebene zum Herstellen der obersten drei Geschosse
  • Problemlose, schnelle Montage und Demontage der kranversetzbaren Bühneneinheiten
  • Reibungsloser Schalungseinsatz von Anfang an durch kompetent in die verwendeten Systeme eingewiesenes Baustellenpersonal

 

PERI Lösung

 

  • Projektspezifisch geplante, auskragende Plattformlösung auf Basis horizontal eingesetzter Stützböcke
  • Anpassung der Konsolabstände und Bühnenbreiten an die Bauwerksgeometrie
  • Abstimmung der Reaktionskräfte insbesondere bei der Verankerung am Deckenrand mit dem Bauwerksplaner bereits in der Planungsphase
  • Schulung des Baustellenteams samt Nachunternehmer im Weißenhorner Fortbildungszentrum noch vor Beginn der eigentlichen Baumaßnahme