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Zwei Bauindustrieverbände im Osten fusionieren

Ende August 2018 haben sich die beiden Bauindustrieverbände Berlin-Brandenburg und Sachsen/Sachsen-Anhalt zum neuen Bauindustrieverband Ost e.V. zusammengeschlossen.

Umbruch in der Verbändelandschaft: Seit Ende August 2018 gibt es einen neuen Bauindustrieverband Ost e.V.. Das neue Gremium entstand am 23. August aus der Fusion der beiden Bauindustrieverbände Berlin-Brandenburg (BBB) und Sachsen/Sachsen-Anhalt (BISA) und vertritt nun Unternehmen und Mitarbeitern in vier Bundesländern.

Schon zuvor waren beide Verbände vom Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Momberg geführt worden. Der bisherige BISA-Präsident Wolfgang Finck wird auch beim neuen Verband Präsident sein, BBB-Präsident Marcus Becker erhält einen untergeordneten Präsidiumsplatz. Auch bei den Geschäftsstellen setzen die Verantwortlichen auf Konstanz: Der Hauptsitz des neuen Verbands wird in Potsdam sein, doch auch alle anderen bisherigen Geschäftsstellen in Berlin, Dresden, Leipzig und Magdeburg sollen weiter genutzt werden.

„Starke Stimme für die ostdeutsche Bauindustrie“

Nach Aussagen der neuen Verbandsführung war eine Fusion der Verbände notwendig, um die drängenden Themen der Branche mit Nachdruck an die Öffentlichkeit zu bringen. Dafür wolle man die Ressourcen bündeln, kündigte Wolfgang Finck an: „Die Megathemen Digitalisierung und Fachkräftegewinnung, aber auch die baupolitischen Herausforderungen unserer Zeit – Wohnungsnot, die Sanierung der Verkehrswege, der Ausbau der Infrastruktur – können nur erfolgreich im engen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik gelöst werden. Der Bauindustrieverband Ost wird dabei der ostdeutschen Bauindustrie eine starke Stimme verleihen.“

Darüber hinaus wollen sich Finck und seine Mitstreiter für einen Bürokratieabbau im Baugewerbe einsetzen. In einer Umfrage in den vier Bundesländern wurde deutlich, dass vier von fünf Unternehmen unter einer sehr hohen Bürokratiebelastung leiden, so der Verband. Außerdem habe man errechnet, dass den Unternehmen allein im vergangenen Jahr Kosten von rund einer halben Milliarde Euro nur durch die Bewältigung von bürokratischen Aufgaben entstanden seien. Darunter fallen zum Beispiel Dokumentations- und Nachweispflichten, aber auch langwierige Vergabeverfahren und Bearbeitungszeiten sowie Probleme durch abweichende Länderregelungen im Baurecht.

Der neue Verband möchte deshalb ein „Schwarzbuch Bauwirtschaft“ einbringen, in dem vereinheitlichte und vernetze Verwaltungspraktiken zusammengefasst sein sollen. Verschiedene Stufen der Verwaltung sollten sich besser vernetzen, um den bürokratischen Aufwand des Bauens zu minimieren. Dazu Finck: „Vereinheitlichte Formulare für das Beantragen von Genehmigungen sowie Vergabeverfahren würde den Bauunternehmen maßgeblich helfen, Zeit und unnötige Kosten zu sparen.“

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