Zu späte Reklamation geht nicht mehr durch

Wenn ein Verkäufer mangelhafte oder falsche Ware liefert, muss der Käufer diese unverzüglich reklamieren, ansonsten muss er die Lieferung bezahlen.

Ein Garten- und Landschaftsbauer bestellte bei einem Metallbaubetrieb für Sichtschutzwände dunkle, beschichtete Eternitplatten, geliefert wurden ihm allerdings helle und unbeschichtete Platten. Knapp drei Wochen nach Erhalt reklamiert er, dass die Platten verschmutzt geliefert wurden, weitere zwei Wochen später beklagte er erst, dass die falschen Platten geliefert wurden. Der Anwalt des Unternehmens forderte die Beseitigung der Mängel, der Metallbauer lehnte dies mit der Begründung ab, dass die Fehler zu spät bemängelt wurden und forderte die Restsumme von 4.837,35 Euro. Das Gericht gab dem Metallbauer recht: Der Garten- und Landschaftsbauer könne keine Gewährleistungsrechte mehr geltend machen, da er die Lieferung zu spät reklamiert habe. Das Handelsgesetzbuch (HGB) sagt in §377, dass der Käufer die Ware unmittelbar nach der Lieferung prüfen muss. Entdeckt er Fehler, müssen diese dem Verkäufer unverzüglich mitgeteilt werden. Bei verdeckten Mängeln, die nicht sofort erkennbar sind, muss die Benachrichtigung des Verkäufers erfolgen, sobald diese aufgefallen sind. Geschieht dies nicht, gilt die Ware als genehmigt. Diese Regelung gilt nur, wenn beide Beteiligte Kaufleute sind.

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