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Wie sauber werden Solarmodule entsorgt?

Bald ist es so weit: die erste große Welle an Solarmodulen in Deutschland muss entsorgt werden. Einige enthalten allerdings hochgiftige Materialien. Was passiert damit?

Laut einer aktuellen Prognose soll ab 2020 zwischen 20.000 und 200.000 Tonnen Solarzellenabfall anfallen. Spätestens dann ist die geschätzte Lebensdauer von 25 Jahren der ersten in Deutschland installierten Welle an Photovoltaik-Anlagen erreicht. Nach 2020 sollen die geschätzten Zahlen kontinuierlich steigen und können bis 2035 schon mehrere Millionen betragen. Die Lebensdauer von 25 Jahren kommt deshalb zustande, weil die Module über die Jahre viele kleine Defekte entwickeln können. Dafür verantwortlich sind Schäden durch Wind und Wetter an Kabeln und Oberflächen der Anlagen. Bei solchen Schäden müssen allerdings nicht zwingend die ganzen Module ausgetauscht werden, oftmals sind es nur einzelne Bauteile.

Wohin mit dem Abfall?

Zuständig für die Entsorgung der ausgedienten Module sind grundsätzlich die sogenannten „Erstinverkehrbringer“, nämlich Hersteller und Importeure. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz sind sie dazu verpflichtet, die zurückgenommenen Elektroaltgeräte auf eigene Kosten ordnungsgemäß zu entsorgen. Für Privatpersonen und Installationsbetriebe, also nicht-Erstinverkehrbringer, ist die Entsorgung auf einem öffentlich-rechtlichen Wertstoffhof kostenlos. Dort werden die Module von anderen Geräten getrennt und von speziellen Entsorgungsunternehmen abgeholt.

Wie steht es um Recycling?

Seit mehr als 15 Jahren wird bereits an Recyclingverfahren für Solarmodule geforscht. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, freut sich über die Entwicklung: „Entsorgungsfachbetriebe sind heute in der Lage, Altmodule so zu recyceln, dass die Wertstoffe fast vollständig wieder einem Produktionsverfahren als Sekundärrohstoffe zugeführt werden können.“ Er sieht in den kommenden, zu recycelnden Modulen eine Chance für Deutschland, sich einen technologischen Fortschritt zu erarbeiten.

Auch das Umweltbundesamt kann die Erfolge beim Recycling der Photovoltaik-Anlagen bestätigen. So könne man momentan bereits 70 Prozent des verbauten Materials in Form von Metall und Glas wieder verwenden. „Aufgrund der Zusammensetzung eines PV-Moduls aus überwiegend Glas, Aluminium und Kunststoffen können nach unseren Informationen mehr als 90 Prozent des PV-Moduls recycelt beziehungsweise verwertet werden“, erklärt Axel Strobelt.

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