Weniger Baugenehmigungen 2019

Die Bauindustrie ist enttäuscht von der Halbjahresbilanz: Die Wohnungsbaugenehmigungen sind in den ersten sechs Monaten 2019 um etwa 2,3 Prozent zurückgegangen.

Wurden im ersten Halbjahr 2018 noch 86.110 Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt, liegt diese Zahl im ersten Halbjahr 2019 bei enttäuschenden 83.400. Das entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent. Insgesamt sei der Neu- und Umbau von 164.640 Wohnungen genehmigt worden, also 3.850 Wohnungen beziehungsweise 2,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Wir sind von der Halbjahresbilanz ziemlich enttäuscht. Insbesondere der Rückgang im Mehrfamilienhausbau sollte – mit Blick auf die anhaltende Wohnungsknappheit in unseren Großstädten – für die Politik ein Warnruf sein. Die anhaltende Diskussion über Enteignung und Mietendeckel, könnte dazu führen, dass sich der Rückgang der Genehmigungen auch im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Denn damit kurbelt man den Wohnungsbau nicht an. Hiermit erreicht man nur, dass sich Investoren zurückziehen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen.

Babiel kritisiert den Weg, den die Politik geht, um „an den Symptomen herumzudoktern“. Es müsste dagegen zusätzliches Bauland ausgewiesen, innerstädtische Gebäude aufgestockt und Planungskapazitäten in den Kommunalverwaltungen erhöht werden, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Auch der Wohnungsbau müsse schneller und effizienter gestaltet werden. Deshalb setzt der Verband auf einen Durchbruch beim seriellen und modularen Wohnungsbau – Stichwort Typengenehmigung und Partnerschaftsmodelle. „Damit verkürzt der serielle Wohnungsbau nicht nur die Planungs- und Bauzeit, sondern kann auch zur Kostensenkung beitragen und die Bauverwaltungen entlasten“, so Babiel.

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