Vereinheitlichung der Bauvorlageberechtigung

Wer bauvorlageberechtigt ist, entscheidet das Bundesland. Der ZDH fordert eine Vereinheitlichung, insbesondere von der kleinen Bauvorlageberechtigung.

In manchen Bundesländern haben Handwerksmeister eine Bauvorlageberechtigung, in anderen wiederum nicht. Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) fordert, dass sich das ändert. „Es ist nicht einzusehen, dass etwa in Schleswig-Holstein ein Zimmermeister, der ein Holzgebäude plant, konzipiert, berechnet und die Statik erstellt, vorlageberechtigt ist und ein paar Kilometer weiter in Mecklenburg-Vorpommern ist er das nicht mehr“, erklärt Hans Peter Wollseifer, ZDH-Präsident. Gemeinsam mit den Handwerkskammern pocht der ZDH schon länger auf eine Vereinheitlichung der Vorschriften. Im Juni 2019, bei einer Anhörung des Bundestags-Ausschusses, wurde insbesondere eine einheitliche Regelung in Hinblick auf die sogenannte „kleine Bauvorlageberechtigung“ gefordert, die derzeit nur in acht Bundesländern erteilt wird. Das bedeutet, dass bei kleineren gewerblichen Bauten, sowie Ein- und Zweifamilienhäusern, auch bestimmte Handwerksmeister bauvorlageberechtigt sind.

Widerspruch aus den Architekten- und Ingenieurkammern

Allerdings leisten die Architekten- und Ingenieurkammern Widerstand. Sie sind der Meinung, dass nur ihre Mitglieder in der Lage sind, „die Potentiale der begrenzt zur Verfügung stehenden Bebauungsflächen für vermehrten Wohnungsbau mit hohem gestalterischem Anspruch“ und „gleichzeitig die in ihrer Arbeitsfähigkeit stark durch die Pandemie betroffenen Bauverwaltungen zu unterstützen“, erklärt die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann den Funke-Zeitungen.

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