Umsatzwachstum von 8,7 Prozent im Baugewerbe erwartet

Der Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe erwartet derzeit für 2019 ein Umsatzwachstum auf 137,5 Milliarden Euro. Auch die Zahl der Beschäftigten soll steigen.

Die momentane Lage im Baugewerbe schätzt Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), als weiterhin positiv ein. Für 2019 erwartet er derzeit ein Umsatzwachstum von 8,7 Prozent auf 137,5 Milliarden Euro. Für 2020 wird ein Umsatzplus von 5 Prozent auf 145 Milliarden Euro erwartet. Außerdem soll die Zahl der Beschäftigten im Baugewerbe auf 855.000 steigen. Das wären 20 Prozent mehr als noch 2009. Zwar wurden bis zum Juni 2019 mit 142.400 Wohnungen etwa 4.500 Wohnungen weniger genehmigt als vor Jahresfrist, dennoch erwartet der größte Branchenverband der Bauwirtschaft für den Umsatz im Wohnungsbau ein Plus von neun Prozent auf 50,9 Mrd. Euro. „Wir gehen davon aus, dass das Baukindergeld in den folgenden Monaten auch im Neubau Wirkung zeigt. Die KfW berichtet zum 30. Juni 2019 über rund 112.000 gestellte und knapp 56.000 bewilligte Anträge zum Baukindergeld. Bisher wurde es allerdings vorrangig für den Erwerb von Bestandswohnungen genutzt“, erklärte Herr Quast. „Fehlendes Bauland und zu lange Planungs- und Genehmigungsprozesse verhindern einen höheren Output im Wohnungsbau. Trotzdem erwarten wir, dass in diesem Jahr 297.000 neue Wohnungen fertig gestellt werden.“

Auch der öffentliche Bau habe momentan viel Potenzial. „Die öffentliche Hand investiert wieder. Das merken unsere Firmen landauf landab. Daher gehen wir davon aus, dass der Umsatz im öffentlichen Bau um 10 Prozent auf 38 Milliarden Euro steigen wird. Getragen wird diese Entwicklung maßgeblich vom Tiefbau, dessen Umsatz wir bei 30,6 Milliarden Euro veranschlagen. Der Hochbau sollte die 7-Milliarden-Grenze überschreiten“, erläutert Quast die Daten des Statistischen Bundesamtes zum öffentlichen Bau. Im Wirtschaftsbau geht der Verband von einem Umsatzwachstum von 7,5 Prozent auf 48,6 Milliarden Euro aus. Die langanhaltende Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand habe zu einem immensen Investitionsstau geführt. Über die Festlegung langfristiger Investitionen im Bereich der Schiene zeigt sich Quast aber sehr erfreut: „Das ist ein richtiges Signal. Das benötigen wir für die Investitionen in die Bundesfern- und Wasserstraßen ebenfalls.“

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