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Überstunden für Azubis: Was zulässig ist und was nicht

Minderjährige Azubis sind durch das Jugendarbeitsschutzgesetz besonders geschützt. Überstunden dürfen sie trotzdem leisten – wenn der gesetzliche Rahmen eingehalten wird.

Die gute Auftragslage zwingt viele Unternehmen immer häufiger dazu, Überstunden zu leisten. Natürlich bleiben auch die Auszubildenden hiervon vielerorts nicht verschont. Doch wann sind wie viele Überstunden für Azubis erlaubt und was gilt hier rechtlich?

Zunächst einmal hängt es davon ab, wie alt der oder die Auszubildende ist. Die Arbeitszeit von Auszubildenden unter 18 Jahren ist im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) geregelt, bei volljährigen Azubis greift das reguläre Arbeitszeitgesetz (ArbZG).

Ausnahme Überstunden

Egal ob voll- oder minderjährig: Grundsätzlich gilt, dass Überstunden in der Ausbildungszeit immer nur eine Ausnahme darstellen dürfen! Sie dürfen weder eingeplant noch vorgesehen sein. Zudem ist im Berufsbildungsgesetz (BBiG) festgelegt, dass Ausbildung und Lernen des Berufs ein sehr viel größeres Gewicht haben muss, als die tatsächlich geleistete Arbeit der Azubis.

Minderjährige Azubis dürfen nach den Vorgaben des Jugendarbeitsschutzgesetzes keine Überstunden leisten. Darüber hinaus ist ihre Arbeitszeit auf acht Stunden täglich und 40 Stunden in der Woche begrenzt. Hierbei kann die Wochenarbeitszeit allerdings unterschiedlich auf die einzelnen Tage verteilt werden, sodass an manchen Tagen beispielsweise 7,5 Stunden und an anderen Tagen 8,5 Stunden gearbeitet werden müssen. In absoluten Notfällen können zwar Überstunden geleistet werden, diese müssen aber innerhalb von drei Wochen durch äquivalente Freizeit wieder ausgeglichen werden.

Auch für volljährige Azubis gilt grundsätzlich zunächst der Acht-Stunden-Tag. Allerdings dürfen in Ausnahmen auch bis zu zehn Stunden am Tag gearbeitet werden, wenn sie damit innerhalb von sechs Kalendermonaten beziehungsweise 24 Wochen dennoch im Schnitt auf acht Stunden am Tag kommen. Zehn-Stunden-Tage bleiben somit also eher selten müssen durch Freizeit ausgeglichen werden. Auch Überstunden müssen innerhalb eines Jahres entweder durch Freizeit oder finanziell ausgeglichen werden. In Tarifverträgen kann ein abweichender Ausgleichszeitraum festgelegt werden, aber auch dann sind Überstunden auszugleichen.

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