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Thyssenkrupp setzt auf seillose Aufzüge mit Magnetschwebetechnik

Die Ära der Magnetschwebetechnik geht mit dem Aus des Transrapids nicht zu Ende: Thyssenkrupp plant seillose Aufzüge, bei denen diese Technik zum Tragen kommt.

Mit der Gründung eines Geschäftsbereichs für seillose Aufzüge setzt der Thyssenkrupp-Konzern auf eine Weiterentwicklung der Technik aus der gestoppten Magnetschwebebahn Transrapid. “Wir haben 120 Patente”, sagte der Chef des Geschäftsbereichs „Multi“, Michael Cesarz. Bei der neuen Technik, die speziell für den Einsatz in Gebäuden mit einer Höhe von mehr als 400 Metern geeignet sei, sehe sich der Essener Konzern in einer weltweiten Führungsrolle.

Die bereits in einem Testturm in Rottweil mit Sandsäcken erprobte Technologie werde voraussichtlich ab Ende 2021 in einem Gebäude in Berlin erstmals zum Einsatz kommen, sagte Cesarz. Ab dem Jahr 2022 rechne Thyssenkrupp dann mit dem Bau von fünf bis sechs seillosen Aufzügen pro Jahr. Das Interesse an der im Vergleich zu herkömmlichen Aufzügen noch etwa doppelt so teuren Technik sei bereits groß.

Mehr Arbeitsplätze

Nach dem Start Anfang Februar soll der neue Geschäftsbereich mit Sitz in Essen zunächst auf etwa 70 Mitarbeiter ausgebaut werden. „Es wird kein Massengeschäft”, sagte Cesarz. Langfristig gehe er jedoch von einem Ersatz der rund 160 Jahre alten seilgebundenen Aufzugstechnik aus. Mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro und mehr als 50.000 Beschäftigten zählt die Aufzugssparte zu den wichtigsten Geschäftsfeldern des Industriekonzerns.

Von der Magnetschwebebahn Transrapid hatte sich das Unternehmen vor Jahren verabschiedet. 2006 war es auf einer Teststrecke zu einem schweren Unfall gekommen, als ein Transrapid auf einen Werkstattwagen auffuhr. 23 Menschen kamen damals ums Leben. Cesarz betonte jedoch die Sicherheit des Systems bei einem Einsatz in Aufzügen. Ein Zusammenstoß von Kabinen sei ebenso wenig möglich wie eine Störung aufgrund eines Stromausfalls.

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