Top-Einbauelemente kommen nach Deutschland

Die Nummer eins im europäischen Markt für Einbauelemente für Dreh- und Schiebetüren kommt nach Deutschland und will den deutschen Markt erobern.

Rund 400.000 produzierte Elemente im Jahr und die besten Absatzzahlen auf dem gesamten europäischen Markt in ihrem Gebiet: Damit lässt sich die Scrigno GmbH in einem Satz zusammenfassen. Mit David Rodrigues Duarte als Geschäftsführer haben sie nun auch einen Standort in Deutschland. Das Unternehmen besteht bereits seit über 30 Jahren und kommt aus der Nähe von Rimini in Italien. Duarte will das Geschäft mit dem neuen Sitz in Frankfurt am Main auch in Deutschland etablieren. Mit einer ganzen Fülle von Schiebetür-Systemen und allerlei Zubehör und Kits für die Einbauelemente, prägt das Unternehmen seit vielen Jahren das gesamte Marktsegment.

Vor rund zwei Jahren beauftragte die Firma eine Unternehmensberatung damit, gezielt nach Persönlichkeiten zu suchen, die der Geschäftsführung in Deutschland mit ausreichend Know-how gewachsen ist. Der Name David Rodrigues Duarte fiel bei der Recherche immer wieder und letztendlich fiel die Wahl auf ihn. Duarte gehört zu einem kleinen Kreis von Experten, die das Thema Einbauelemente für Schiebetüren in Deutschland stark beeinflusst haben. Als Geschäftsführer von Wingburg, einem weiteren Spezialisten für Schiebetüren, hat er sein Unternehmen schnell an den Start gebracht und in wenigen Jahren am Markt platziert. Auch als Vertriebsleiter bei Eclisse, das wie Scrigno auch seine Wurzeln in Italien hat, hat er noch vor seiner Zeit bei Wingburg fachspezifische Erfahrungen gesammelt und das Marktsegment weiter geprägt. Als geschäftsführender Gesellschafter der Scrigno Deutschland GmbH freut sich Herr Duarte „auf die spannendste Funktion, die dieses stark wachsende Marktsegment im Moment zu bieten hat.“

Neues Gebäudeenergiegesetz ist Verband Dorn im Auge

Bis zum 28. Juni konnte Stellung zum neuen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) genommen werden. Der Energieberaterverband GIH sieht viele Probleme ungelöst.

Der GIH, eine Interessenvertretung für Energieberatung Rhein-Ruhr, begrüßt die Zusammenfassung vieler energiepolitischer Gesetze in einem Entwurf. Die damit verbundenen Vereinfachungen würden mehr Planungssicherheit für Gebäudeeigentümer und Energieberater bedeuten. Auch bewertet der Verband es positiv, „dass auch nun die Handwerksmeister unter den Energieberatern mit entsprechender Weiterbildung Energieausweise für Nichtwohngebäude ausstellen dürfen. [Dies] hebt eine Diskriminierung auf und stellt die Beratung auf ein breiteres Fundament“, lobt Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender der GIH. Leppig zeigt sich außerdem erleichtert darüber, dass sich einige Aufweichungen hinsichtlich des geforderten energetischen Standards nicht mehr im aktuellen Entwurf wiederfinden, obwohl in der Vorversion noch die Rede davon war.

Der Entwurf ist noch nicht genug

„Mit Blick auf die Anforderungen vonseiten der EU geht uns der Entwurf aber dennoch nicht weit genug”, bemängelt Leppig. Denn die derzeitigen Effizienzanforderungen aus der Energiesparverordnung (EnEV) sollen unverändert als Niedrigst-Energiestandard für Neubauten ins neue GEG übernommen werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die EU, deren Erwartung an ein Niedrigenergiegebäude bei keinem oder einem nur sehr geringen Energiebedarf liegt, mit einer Lösung abspeisen lässt, die in etwa dem KfW-Standard 70 gleichkommt”, meint der GIH-Bundesvorsitzende. Für ihn ist es daher unmöglich, die EU-Klimaschutzziele 2030 und 2050 zu erreichen und auch die Energiewende ließe sich so nicht stemmen.

Auch sieht es der Verband als großes Problem, dass die Zahl der Energieausweise sich momentan nicht positiv entwickelt. „Hausbesitzer werden ihrer Nachweispflicht nach wie vor durch minderwertige Verbrauchsausweise ohne Aussagekraft über Billigangebote aus dem Internet nachkommen können.“ Der Entwurf verfehle mit seinen aktuellen Bestimmungen somit seinen Zweck, meint Leppig. „Angebracht wäre es, jetzt verbindlich auf Bedarfsausweise umzuschwenken und diese perspektivisch zu ganzheitlichen Sanierungsfahrplänen weiter zu entwickeln.” Ein Schritt in die richtige Richtung wäre ein Berechnungsverfahren mit einer sinnvollen Übergangszeit, wenn ein Bedarfsausweis ausgestellt werden soll.

Meisterpflicht findet nicht nur Befürworter

Nach vielen Überlegungen steht die Möglichkeit der Wiedereinführung der Meisterpflicht im Raum. Liberale Ökonomen sehen darin einen Eingriff in Markt und Wettbewerb.

„Für eine Rückkehr zur Meisterpflicht gibt es mit Blick auf die derzeit zulassungsfreien Gewerke keine Rechtfertigung“, teilte Achim Wambach, Vorsitzender der Monopolkommission, der Deutschen Handwerks Zeitung mit. Die Monopolkommission ist ein Beratergremium der Bundesregierung. Wambach ist ein Ökonom aus Mannheim und ist in jedem Fall gegen die Wiedereinführung der Meisterpflicht in Handwerksberufen. Zwar stimmt er zu, dass die teilweise Abschaffung der Pflicht vor 15 Jahren zu einem Rückgang der formalen Qualifikation der Betriebsinhaber geführt hat, „tatsächliche Qualitätsdefizite sind aber nicht belegt.“ Die Wiederausweitung der Meisterpflicht wurde vor allem unter Berücksichtigung vieler aktueller Probleme diskutiert. Darunter zählen beispielsweise lange Wartezeiten und hohe Preise für die Verbraucher, unfaire Konkurrenz durch Schwarzarbeit und auch die ungelöste Nachfolgeproblematik. Der Chef der Monopolkommission ist aber der Meinung, dass eine erneute Einführung der Pflicht keines der aktuell bestehenden Probleme beseitigen würde. Wambach spricht sich dafür aus, den Meisterbrief als freiwilliges Qualitätssiegel zu erhalten. Nach vielen Überlegungen steht die Möglichkeit der Wiedereinführung der Meisterpflicht im Raum. Liberale Ökonomen sehen darin einen Eingriff in Markt und Wettbewerb.

„Meisterzwang“ löst unsere Probleme nicht

Viele Ökonomen teilen die Ansicht der Monopolkommission. So bezeichnet der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung die Diskussion um die Wiedereinführung der Meisterpflicht eher als „Meisterzwang“ und verspricht sich von einem möglichst schrankenlosen Zugang zu vielen Handwerksberufen mehr Firmengründungen, niedrigere Preise für Verbraucher und neue Jobs. In einem Jahresgutachten schrieb der Sachverständigenrat zuletzt: „Eine Rückkehr zur Meisterpflicht, wie derzeit diskutiert, geht in die falsche Richtung.“

Der Wirtschaftswissenschaftler Jörg Michael Neubert sieht das ähnlich. In einem Aufsatz, der Anfang des Jahres in verschiedenen Politikblogs im Internet verbreitet wurde, schreibt er: „Insgesamt zeigt sich, dass die Hauptargumente für die Wiedereinführung des Meisterzwangs eher schwach sind. Es wäre vielmehr zu wünschen, dass weitere Berufe von diesem befreit werden. So kann für die Zukunft sichergestellt werden, dass es weiterhin genug Handwerker gibt und diese auch für ‚jedermann‘ bezahlbar bleiben.“ Der Ökonom plädiert ebenfalls für die Freiheit eines jeden Handwerkers, den Meisterbrief freiwillig zu erwerben und so die besondere Qualität seiner Leistungen zu betonen. „Er muss sich dann eben auch dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb stellen, um für seine zusätzliche Qualifikation den entsprechenden Preis zu erzielen.“

Mehr Verständnis für Selbstständige gefordert

Unter den Kritikern sind auch einzelne Vertreter des Handwerks. So wünscht sich zum Beispiel Jonas Kuckuk vom Berufsverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BUH) vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) aber auch vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) mehr Zurückhaltung in der Diskussion. „Der Meisterzwang liegt keineswegs im gesellschaftlichen Gesamtinteresse. Solo-Selbständigkeit ist nicht per se etwas Schlechtes, sie ist die Urzelle der Selbständigkeit“, sagt Kuckuk gegenüber der Deutschen Handwerks Zeitung. Der Reetdachdecker aus Bremen ist der Meinung, Solo-Selbstständige würden schlecht geredet und kritisiert den Vorwurf, dass kleine Unternehmen ohne Meisterbrief schlechte Arbeit leisten würden. Das Gespräch mit der Deutschen Handwerks Zeitung schließt er allerdings versöhnlich ab: „Sie werden von mir kein schlechtes Wort über den Meisterbrief hören.“

Mit Kampagnen zu mehr Gesundheit im Bad

Am 21. September 2019 geht der „Tag des Bades“ mit seiner 15-jährigen Geschichte in die nächste Runde. Zum ersten Mal wurden dafür zwei eigenständige Kampagnen entwickelt.

Die Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS) möchte am „Tag des Bades“ unterschiedliche Sachthemen aufgreifen und sowohl Marktimpulse für die mitwirkenden Betriebe geben, als auch die Nachfrage zum Profi lenken. Die Initiative bietet den mitwirkenden Betrieben die Möglichkeit zur freien Entscheidung.

„Alles fürs Wohlgefühl“

Mit der ersten der beiden Kampagnen will die VDS unter dem Motto „Alles fürs Wohlgefühl“ das Thema „Bad und Gesundheit“ weiter in den Mittelpunkt rücken. Der Vorsitzende der Vereinigung, Andreas Dornbracht, betont, dass bei der Wissensvermittlung vor allem zu gesundheitsfördernden Produkten und Anwendungen noch mehr vermittelt werden müsse. Das Thema gehöre sogar als „Priorität 1“ auf die Beratungsliste für den 21. September. Die VDS sieht ihre Aufgabe vor allem darin, nötige kommunikative Rahmenbedingungen für den Großhandel und das Fachwerk zu schaffen. Das schafft sie vor allem durch die umfangreichen Aktivitäten zum „Tag des Bades“.

„Bunte Mischung“ lautet der Titel der zweiten von der VDS initiierten Kampagne. Laut Geschäftsführer Jens J. Wischmann widmet sich der zweite Kampagnenvorschlag einem ebenfalls „sehr aktuellen Thema“. Es geht um die Farbigkeit im Bad, die bei der gesamten Endverbraucherpresse auf großes redaktionelles Interesse stoße. Um auf diese Aufmerksamkeit zu reagieren, habe man ein entsprechendes Event-Paket zusammengestellt und die Kampagne „Bunte Mischung“ ins Leben gerufen. Wischmann erhofft sich durch die erstmals entwickelten Kampagnen einen „Frischekick“ für den „Tag des Bades“ im September.

Gibt es bald eine Ablösesumme für Azubis?

Hans Peter Wollseifer schlägt eine Entschädigungszahlung für Unternehmen vor, wenn ihre Azubis nach der Ausbildung den Betrieb wechseln. Die Reaktionen sind gemischt.

Bis zu drei Jahre und viel Geld steckt ein Betrieb in die Ausbildung seiner Azubis. Wechseln diese danach in attraktivere Unternehmen, ist das sehr ärgerlich. Präsident der Handwerkskammer zu Köln, Hans Peter Wollseifer, schlägt deshalb eine Ablösesumme vor, die die ausbildenden Unternehmen bekommen sollen, wenn ihr frisch eingearbeiteter und geschulter Ausgebildete von anderen abgeworben wird. Zustimmung bekommt er dafür aus der Handwerkskammer Hannover: „Es schmerzt insbesondere kleinere Handwerksbetriebe, wenn der oder die Auszubildende den Betrieb verlässt, sobald die Ausbildung geschafft ist“, sagte der Präsident Karl-Wilhelm Steinmann der Hannoverschen Allgemeinen. Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, Matthias Steffen, fügt hinzu: „Wichtig ist vor allem, insbesondere die duale Ausbildung zu stärken. Jungen Menschen, die einen Beruf erlernen, muss die gleiche Wertschätzung entgegengebracht werden, wie denjenigen, die sich für eine akademische Ausbildung entscheiden.“

Rechtliche Bedenken und schwierige Umsetzbarkeit

Der Vorschlag des Handwerkspräsidenten traf aber auch auf viel Kritik. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann erläuterte in einem Interview mit dem Westfälischen Anzeiger: „Ich kann den Gedanken nachvollziehen, auch weil ich weiß, dass gezielt abgeworben wird. Aber ich glaube, dass er in der Praxis nicht umsetzbar sein wird. Der Azubi müsste verpflichtet werden, nach der Ausbildung im Betrieb zu bleiben. Auf der anderen Seite sagt das Handwerk, dass es mit dem Ausbildungsvertrag keine Übernahmegarantie geben will. Für eine Ablösesumme fehlt mir die Idee für eine gerechte und praktische Umsetzung.“

Laut dem Westfälischen Anzeiger freue sich der Minister allerdings über die angestoßene Diskussion über den Wert einer Ausbildung. Dahinter stecke das Problem des Fachkräftemangels. Laut Bayrischem Rundfunk (BR) sieht der Hauptgeschäftsführer des Bayrischen Handwerkstages, Frank Hüpers, außerdem auch rechtliche Probleme bei der Ablöse für Azubis: „Die Forderung nach einer Ablösesumme für Ausgebildete ist sicherlich eine interessante Idee, aber ich hätte da schon rechtliche Bedenken, weil sie mit der Freiheit der Berufswahl so nicht vereinbar ist“, sagte er dem BR. Laut Hüpers wäre es erfreulich, wenn alle Azubis des Handwerks auch in dieser Branche bleiben würden, da man so dem Fachkräftemangel entgegenwirken könne.

Selbst dafür sorgen, dass Azubis im Betrieb bleiben

„Ich finde, die Äußerung Wollseifers geht völlig am Thema vorbei. Nicht nur, weil es Gesetze bei uns gibt, die eine freie Berufswahl ermöglichen“, so Bauunternehmer Werner Luther im Gespräch mit der Augsburger Allgemeinen. „Anstatt auf den Schutz durch den Staat zu vertrauen, sollten wir Unternehmen aus dem Handwerk selbst dafür sorgen, dass die Leute gerne bei uns arbeiten. Wir müssen attraktiv für unsere Arbeitnehmer bleiben.“ Arbeitsmarktexperte Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sagte in einem Online-Bericht der Welt: „Unter den Unternehmen, die ausbilden, sind viele, die beim Kampf um Fachkräfte mit Weltkonzernen nicht mithalten können; und sei es nur, weil sie nicht so hohe Löhne zahlen können. Wenn die nach den Investitionen in die Ausbildung ihre Leute verlieren, ist das schwierig.“ Die vorgeschlagene Ablösesumme sieht der Arbeitsmarktexperte allerdings trotzdem skeptisch: „Auf dem Arbeitsmarkt soll jeder Arbeitnehmer möglichst frei die für ihn bestmögliche Position finden, die gut zu seinen Fähigkeiten und Interessen passt. Das ist die Kernfunktion des Arbeitsmarktes. Ablösesummen würden diese Funktion aber erheblich beschränken“, so Weber.

Wollseifer selbst begegnete der Diskussion gegenüber der Rhein-Neckar-Zeitung relativ gelassen. Die Idee sei lediglich ein erster Denkanstoß gewesen und „keineswegs mit konkreten Konzepten“ untermauert. „Das hohe Ausbildungsengagement des Handwerks und seiner Betriebe wird nach meinem Eindruck von vielen für selbstverständlich genommen“, so Wollseifer.

Ausbaugewerbe stellt Umsatzrekord auf

Im ersten Quartal 2019 kann das Ausbaugewerbe das höchste jemals gemessene Umsatzplus zum Jahresbeginn verzeichnen. Auch freut sich die Branche über mehr Beschäftigte.

Mit einem Plus von 7,8 Prozent im 1. Quartal 2019 verzeichnen die Ausbaugewerke im Handwerk eine beträchtliche Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahresquartal, das meldet das Statistische Bundesamt. Diese Zahl schreibt einen neuen Rekord: noch nie zuvor wurde zum Beginn eines neuen Jahres im Vergleich ein so großes Umsatzplus erreicht. Bereits seit dem 3. Quartal 2015 steigt der Umsatzzuwachs im Ausbaugewerbe kontinuierlich und schreibt zum 15. Mal in Folge schwarze Zahlen, wenn man die Zahlen mit den Vorjahreswerten vergleicht. Außerdem waren im 1. Quartal 2019 2,2 Prozent mehr Beschäftigte in diesem Branchenzweig tätig, als noch im 1. Quartal 2018.

Dabei kann sich jeder Wirtschaftszweig des Ausbaugewerbes über Umsatzzuwächse freuen. Das stärkste Wachstum erzielte der Bereich rund um Dämmung gegen Kälte, Wärme, Schall und Erschütterung mit 11,3 Prozent. Dicht dahinter folgt der Bereich der Elektroinstallation mit einem Plus von 9,3 Prozent und die Bauinstallation mit 8,4 Prozent. Im sonstigen Ausbau außerhalb der Bau- und Elektroinstallation nahm der Umsatz im Vergleich zum 1. Quartal 2018 um 6,6 Prozent zu. Innerhalb dieses Wirtschaftszweiges des sonstigen Ausbaus wurde in der Bautischlerei und -schlosserei mit 6,8 Prozent das größte Umsatzwachstum erzielt.

Städte fordern mehr Unterstützung beim Klimaschutz

Eine aktuelle Studie hat 15 europäische Städte zum Thema Klimaschutz befragt. Viele Städte wünschen sich vor allem mehr politische Unterstützung bei dem Klimaproblem.

„Bridging the Climate Gap“ („Überbrückung des Klimaspalts“) heißt die neue Studie, die untersucht, was europäische Städte daran hindert, wichtigen Nachhaltigkeitszielen nachzukommen. Die thinkstep AG und Drees & Sommer haben dazu insgesamt 15 europäische Städte untersucht, darunter beispielsweise Glasgow, Helsinki, München und die schwedische Stadt Växjö. Immerhin sind sich alle Städte einig: die Folgen der globalen Erwärmung sind relevant für alle von ihnen. Das zentrale Ergebnis lautet aber vor allem: Mehr als 60 Prozent der untersuchten Städte fehlt eine stärkere politische Unterstützung.

Im Fokus der Studie stehen Fragen wie „Welche Strategien und Maßnahmen verfolgen Städte und Kommunen für den Klimaschutz?“ oder „Reichen die aktuellen Maßnahmen aus, um unter dem empfohlenen Temperaturanstieg von 1,5 Grad zu bleiben und die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern?“ Die beiden Leiter der Studie, Martin Blumberg von der thinkstep AG und Gregor Grassl von Drees & Sommer führten viele Interviews und Umfragen mit den ausgewählten Städten durch.

Es fehlen Geld und Bildung

Längst nicht alle Städte fühlen sich dazu in der Lage, im Alleingang die notwendigen Maßnahmen durchzusetzen. So gaben mehr als 60 Prozent der Städte an, dass ihnen eine stärkere politische Unterstützung fehle, obwohl diese eigentlich notwendig wäre. „Wenn Sie Politiker fragen würden, würde niemand sagen, dass ihnen die CO2-Einsparung egal ist. Ich glaube jedoch, dass dies in der Praxis nicht die oberste Priorität hat“, so Martin Blumberg. 40 Prozent der befragten Städte sind gar der Ansicht, dass sie nicht über administrative Strukturen für multidisziplinäre Klimaschutzmaßnahmen verfügen. Die größte Gemeinsamkeit haben die Städte anscheinend im Bereich der Finanzierung: 70 Prozent der Städte antworten, dass ihnen die finanziellen Mittel fehlen, um ehrgeizigere Klimaschutzziele zu verfolgen. Außerdem geben zwei Drittel der untersuchten Städte einen Mangel an Personal mit technischem Know-How an. Und sogar noch mehr sehen den Mangel an Bildung, Beratung und Ausbildung als Hindernis. „Die Ergebnisse machen deutlich, dass wir mehr Mut und ganzheitliche Kompetenz zur Dekarbonisierung unserer Gesellschaft und Industrie brauchen. CO2-arme Technologien sind unsere Geschäftsmodelle von heute und schaffen den Wohlstand von morgen“, so Gregor Grassl.

Ein Lösungsweg

Dass es bereits möglich ist, mehr Nachhaltigkeit in Städten zu verfolgen, zeigt das Positivbeispiel Vaxjö. Hier sehen die beiden Studienautoren die Lösung in Einzelmaßnahmen wie der Entwicklung und Umsetzung zukunftsfähiger Mobilitätskonzepte, dem Bau kreislauffähiger Gebäude oder alternativer Finanzierungsmethoden. Vaxjö zeige, wie „die frühe und breite Einführung von Strategien und Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion zum wirtschaftlichen Wachstum und Wohlstand führen kann“.

Klinker werden immer beliebter

Sowohl Vormauer- als auch Pflasterklinker liegen schwer im Trend: bereits im dritten Jahr in Folge verzeichnet die deutsche Ziegelindustrie einen Produktionszuwachs.

Um ganze fünf Prozent stieg die Menge der Vormauerziegel im Jahr 2018 an, bei den Pflasterklinkern gab es sogar einen Anstieg von knapp 16 Prozent. Das entspricht für 2018 einer wertmäßigen Steigerung von 8,5 Prozent auf etwa 184 Millionen Euro im Bereich Vormauer und bei den Pflasterklinkern von knapp neun Prozent auf ungefähr 63 Millionen Euro.

„Die Kombination aus Wertbeständigkeit und der Möglichkeit mit Klinkern individuell zu gestalten überzeugt immer mehr Architekten, Bauherren und Investoren“, freut sich Dr. Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie (BVZI). „Klinker haben eine unbegrenzte Lebensdauer, sind dauerhaft farbecht, wartungsfrei und wertbeständig. Pflasterklinker sind darüber hinaus sehr robust, somit bestens für die täglichen Belastungen durch Verkehr und Fußgänger geeignet.“

Architekten von Bauvorhaben setzen bei der Gestaltung von Fassaden vor allem auf die Vielfalt an Formen, Farben und Oberflächen: „Wir stellen fest, dass Architekten beim Objekt- und Wohnungsbau verstärkt auf individuelle Fassadengestaltung mit Ziegeln setzen“, erläutert Frederichs. Laut dem Hauptgeschäftsführer haben sich die Hersteller von Vormauerziegeln besonders gut auf diese Anforderungen von Architekten und Bauherren eingestellt und sind in der Lage, auch Sonderanfertigungen in der gewünschten Qualität zu produzieren.

Handwerk und Bau fürchten um Qualitätsstandards

Die EU-Kommission strebt eine Vereinheitlichung aller europäischen Normen an, damit diese europaweit gelten. Bauverbände machen sich Sorgen um die zukünftige Bau-Qualität.

Die Maße eines DIN-A4 Blattes sind wohl die bekannteste Norm, die man als Europäer kennt. Durch diese Norm wird zum Beispiel gewährleistet, dass das Blatt Papier in jeden Drucker, Aktenordner oder auch Kopierer passt. Diese und viele weitere Normen werden durch das Deutsche Institut für Normung (DIN) aufgestellt. Das Institut schätzt den gesamtwirtschaftlichen Nutzen von Normen auf 17 Milliarden Euro pro Jahr. Neue Produkte auf dem Markt können sich schneller etablieren, wenn sich die Kunden auf das Einhalten von Normen verlassen können. Wenn die Stecker von Elektroautos beispielsweise nicht an jede Ladesäule passen, wirkt sich das negativ auf den Absatz von E-Autos auf.

Die EU will einheitliche Normen

Um sich widersprechende, nationale Normen aufzuheben, möchte die EU-Kommission nun eine Vereinheitlichung aller Normen in Europa durchsetzen. „In den vergangenen drei Jahrzehnten ist der Bestand schon von 150.000 auf 20.000 gesunken“, sagt Benjamin Kroupa, Referatsleiter Normung in der Abteilung Europapolitik des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks gegenüber der deutschen Handwerkszeitung. Diese geplante Harmonisierung finden allerdings längst nicht alle positiv. Vor allem Bauhandwerker beklagen, dass dadurch die hohen deutschen Qualitätsstandards verloren gingen.

Ein Urteil des Gerichts der Europäischen Union (EuG) bestärkte diese Befürchtungen: Anfang April wies es eine Klage der Bundesrepublik zurück, die die zwei Normen für Holz- und Sportböden durch zusätzliche nationale Vorschriften verschärfen wollte. Diese Verschärfungen betrafen Emissionen eines gesundheitsschädlichen Baustoffs. Insgesamt sechs Bauverbände, darunter der Zentralverband des deutschen Baugewerbes, finden es jetzt besonders wichtig, bei der bevorstehenden Reform der Bauprodukteverordnung sicherzustellen, dass nationale Regeln im Falle von Lücken in der europäischen Normung möglich werden.

Auch Handwerk hat Bedenken

Auch der Vertreter des Baugewerbeverbandes Westfalen, Oliver Hartmann, macht sich Sorgen um die Folgen der europaweiten Harmonisierung. Er befürchtet, dass durch den zunehmenden Einfluss der Industrie im Normungsprozess immer weniger Stimmen des Handwerks bei der Entwicklung neuer Produkte und Arbeitsweisen erhört werden. „Noch werden wir Handwerker gehört, aber es wird immer schwieriger, Leute für ein Ehrenamt in den Normungsgremien zu gewinnen“, sagt Hartmann. Vor allem im Falle von Putzmörtel beobachtet er zunehmend, dass immer mehr Werkputzmörtel auf den Markt kommen. Bei der Verarbeitung solcher Industrieprodukte sind umfangreiche Beschreibungen zu beachten. Hartmann befürchtet, dass durch immer knappere und konkretere Beschreibungen die Gefahr von Mängeln an den Produkten steigen könnte. Der Vertreter des westfälischen Verbandes hofft deshalb, dass sich ausreichend Praktiker finden, die sich trotz des hohen persönlichen Aufwandes in den Normungsprozess einbinden.

Rückenschmerzen vom Heben und Tragen

Auf dem Bau wird viel Gewicht gehoben und hin- und hergetragen. Das sorgt deutschlandweit für Rückenprobleme. Aber wie viel Gewicht dürfen Arbeitnehmer eigentlich tragen?

Nicht nur auf dem Bau, auch im Büro und an der Supermarktkasse klagen die Angestellten oft über Rückenschmerzen. Dabei sind Arbeitnehmer, die viel heben und tragen müssen, besonders anfällig für solche Schmerzen. 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung mindestens einmal jährlich an Rückenschmerzen. Laut der Deutschen Unfallversicherung klagen 40 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen über Schmerzen im unteren Rücken, die Beschwerden über Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich belaufen sich auf 45 Prozent bei den Männern und auf fast 58 Prozent bei den Frauen.

Arbeiter auf dem Bau sind besonders davon betroffen. „Anders als in Produktionsbetrieben, in denen sich Arbeitsabläufe oft wiederholen, ist es bei Arbeiten auf Baustellen manchmal schwierig, technische Hilfsmittel zur Entlastung einzusetzen“, sagt Dr. Falk Liebers gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. Er ist Facharzt für Arbeitsmedizin und arbeitet bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Wie viel dürfen Männer und Frauen tragen?

Da es keine gesetzlichen Richtwerte zur maximalen Traglast gibt, kann der Facharzt lediglich aufgrund von Risikofaktoren schätzen, ab wann es gefährlich wird. „Wir gehen davon aus, dass ab einem Gewicht von 25 Kilogramm bei Frauen und 40 Kilogramm bei Männern bereits beim einmaligen Heben eine Gefährdung der Gesundheit vorliegen kann“, antwortet Dr. Liebers der Deutschen Handwerkszeitung auf diese Frage. Dabei betont er allerdings, dass er damit noch nicht auf individuelle Faktoren wie die Häufigkeit des Hebens oder auch die Körperhaltung und Greifmöglichkeiten eingeht, die eine wichtige Rolle spielen. Die einzigen Grenzwerte, die in einer gesetzlichen Form festgelegt sind, gelten für werdende Mütter und Jugendliche. So dürfen Schwangere keine regelmäßigen Lasten über 5 Kilogramm und keine gelegentlichen Lasten von über 10 Kilogramm tragen. Für Jugendliche gilt eine Grenze von 8 Kilogramm für Frauen und 14 Kilogramm für Männer. Diese Lasten dürfen allerdings nur über eine kurze Strecke getragen werden.

Rückenkurse mit Mitwirkungspflicht

Gerade in körperlich schweren Berufen sollten Arbeitgeber präventive Maßnahmen gegen Rückenprobleme fördern und den Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Mittlerweile gibt es beispielsweise viele Rückenkurse, die von Betriebsärzten oder Berufsgenossenschaften durchgeführt werden. Bei Maßnahmen, die der Arbeitgeber beschlossen hat, haben die Arbeitnehmer zwar keine Teilnehmerpflicht, aber eine gewisse Mitwirkungspflicht. Hilfsmittel, die zur Verfügung stehen, sollten genutzt werden. Oft werden Fehler in der Körperhaltung oder in Arbeitsgewohnheiten aufgedeckt, die dann behoben werden können.