Bauunternehmen müssen Kosten alleine tragen

Unzählige versehentliche Baggerunfälle verursachen Schäden in Milliardenhöhe. Genaue Pläne, wo welche Leitungen liegen, gibt es nicht.

Jährlich kommt es zu rund 100.000 Schadensmeldungen mit einer Schadenshöhe von 500 Millionen Euro – aber eigentlich ist der Schaden noch viel höher, denn dazu kommen noch die wirtschaftlichen Einbußen der von den Ausfällen betroffenen Unternehmen und die möglichen Kosten bei Baggerunfällen mit Personenschaden. Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, fordert zur Prävention eine detaillierte Information über alle Leitungen. Das Problem liege allerdings darin, dass viele Kommunen nicht über diese Informationen verfügen. „Leider gibt es bis heute keine zentrale Koordinierungsstelle für Leitungsauskünfte, die das gesamte Netzwerk in Baden-Württemberg abdeckt”, klagt Möller. „Unsere Betriebe müssen deshalb meist selbst im Vorfeld von Baumaßnahmen mühsam die wichtigsten Daten bei der zuständigen Kommune oder den einzelnen Versorgern einholen.“ Ein sicheres Arbeiten sei so nicht möglich.

Unklar ist auch, wer für die Leitungsschäden haftet.

Möller ist der Meinung, dass es nicht sein kann, dass alles zu Lasten der Bauunternehmen geht, wie es die Rechtsprechung zumeist entscheidet. Die Bauwirtschaft Baden-Württemberg fordert deswegen, dass sich Versorgungsunternehmen und Kommunen gleichermaßen an den Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Kabelschäden beteiligen müssten. Zudem ist es notwendig, eine gesetzliche Auskunftspflicht für Leitungsbetreiber gegenüber den Baufirmen über die Lage der Leitungen zu schaffen.

Heizungen in Deutschland sind zu alt

70 Prozent der Ölheizungen sind älter als 20 Jahre. Das und aktuelle Trends beim Heizen zeigt eine Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks.

2019 waren insgesamt fast 33 Millionen Feuerungsanlagen installiert. Dies zeigen Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks. Dies umfasst Heizungsanlagen, Warmwasser- und Raumheizer sowie Einzelraumfeuerstätten. Im Anlagenbestand von insgesamt 20,2 Millionen Heizungsanlagen (ohne Raumheizer und Warmwasserheizer) verfeuern 27 Prozent Heizöl, 68 Prozent Erdgas und fünf Prozent feste Brennstoffe – insbesondere Biomasse. Energieeffiziente Brennwerttechnik entwickelt sich immer mehr zum Standard, so arbeiten inzwischen 39 Prozent aller Öl- und Gasheizkessel auf Brennwertbasis und erreichen dadurch höhere Wirkungsgrade. Der Anteil der Gasbrennwertgeräte überwiegt deutlich, sodass fast die Hälfte aller Gasheizungen unter diese Anlagenkategorie fällt. Da von einer Fortsetzung des Trends auszugehen ist, werden in 2020 erstmals mehr Gasbrennwert- als Gasheizwertkessel in Betrieb sein. Von den Ölheizungen verfügen etwa 13 Prozent über Brennwerttechnik. Problematisch ist, dass 70 Prozent der Ölheizungen und 60 Prozent der Gasheizungen älter sind als 20 Jahre. Ab einem Alter von 15 Jahren gilt ein Heizkessel als energetisch ineffizient.

Förderung erneuerbarer Energien zeigt Wirkung

Die rund eine Millionen Heizkessel für feste Brennstoffe erzeugen Wärme hauptsächlich mit erneuerbaren Energien, dazu kommen noch etwa 11,1 Millionen Einzelraumfeuerstätten für feste Brennstoffe. Wegen der Erhöhung der Förderzuschüsse für erneuerbares und energieeffizientes Heizen am Jahresanfang sind bereits die ersten Zeichen einer Trendwende zu vermerken: Regional hat sich die Nachfrage nach Pelletheizkesseln deutlich erhöht. Wie viele Förderanträge tatsächlich eingegangen sind und welche erneuerbaren Energieträger verwendet werden, zeigt sich allerdings erst in ein paar Monaten.

Kommunaler Investitionsrückstand steigt

Die Bauindustrie warnt: Kommt den Kommunen keine Unterstützung zu, wird Deutschlands Zukunftsfähigkeit und die Bildung der nächsten Generation gefährdet.

Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie,  warnt anlässlich des von der KfW veröffentlichten Kommunalpanels 2020 vor Investitionszurückhaltungen der Kommunen: „Angesichts des um knapp 10 Milliarden Euro auf 147 Milliarden Euro angestiegenen Investitionsstaus (für das Jahr 2019) darf es keinesfalls Einschränkungen bei den kommunalen Investitionen geben. Gerade die jeweils um 3 Prozent gestiegenen Investitionsrückstände in der Bildungsinfrastruktur und im Straßenbereich auf 44,2 Milliarden Euro beziehungsweise 37,1 Milliarden Euro sind alarmierend und erfordern entschlossene Gegenmaßnahmen.“

Die Corona-Krise wird es weiter erschweren, diesen Rückstand aufzuholen. Im Herbst 2019 gaben 51 Prozent der Kommunen an, von einer Verringerung des Rückstands im Schulbereich auszugehen, diese Zahlen haben sich in Anbetracht der Entwicklungen der letzten Monate jedoch relativiert. 2020 erwarten 42 Prozent starke Einbrüche der Gesamteinnahmen wegen sinkender Steuereinnahmen und fast 90 Prozent gehen von niedrigeren Einnahmen für die Jahre ab 2021 aus. Es wird ein Anstieg bei fast allen wesentlichen Ausgabenkategorien erwartet, nur nicht bei den Investitionen.

Die Bildung der nächsten Generation darf nicht darunter leiden

Babiel warnt, dass Bund und Länder die Kommunen unterstützen müssen, um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands nicht zu gefährden. Das Konjunkturpaket biete zwar den Start für den erforderlichen konjunkturellen Aufschwung, reiche aber nicht, um die so dringend notwendige Modernisierung der Infrastruktur umzusetzen. Besonders im Bildungsbereich sind die Unterschiede finanziell starker und schwacher Kommunen spürbar, denn obwohl fast alle Handlungsbedarf sehen, haben finanzschwache Kommunen 2019 rund 25 Prozent weniger investiert. Zudem führt fehlendes Personal in den Bauverwaltungen zu geringeren tatsächlich verausgabten Investitionen als geplant. „Insbesondere zur Errichtung und Modernisierung von Bildungseinrichtungen bietet es sich daher für die Kommunen an, von dem Know-how unserer Unternehmen schon in der Planung zu profitieren. Wir stehen bereit, um mit seriellen und modularen Baumethoden und dem gesamten Angebotsspektrum unsere öffentlichen Partner, passgenau je nach Projektbedingungen, bei der effizienten Umsetzung von Bauvorhaben zu unterstützen“, so Babiel abschließend.

Ausbaugewerbe verbucht Umsatzwachstum

Im ersten Quartal 2020 zeigten sich im Ausbau weder bei den Umsätzen noch bei der Anzahl der Beschäftigen Auswirkungen der nahenden Corona-Krise.

Das Ausbaugewerbe konnte seinen Umsatz im ersten Quartal 2020 um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Wie die vorläufigen Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigen, hat sich auch die Zahl der Beschäftigten um 1,2 Prozent erhöht. Somit waren bis März noch keine Auswirkungen der Corona-Krise feststellbar. Alle Wirtschaftszweige des Ausbaugewerbes verbuchen Umsatzzuwächse, den stärksten Umsatzwachstum gab es bei den „sonstigen Bauinstallationen“ (darunter fallen zum Beispiel Dämmung gegen Kälte, Wärme, Schall und Erschütterung) mit 9,5 Prozent.

Konjunkturpaket wird gelobt

Das Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro wird vom ifo Institut, Bauindustrie und Bauwirtschaft mehrheitlich gelobt.

Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, lobt das Konjunkturpaket: „Die Bundesregierung setzt mit ihrem Konjunkturpaket wichtige Impulse zur Wiederbelebung und Stärkung des wirtschaftlichen Lebens. Wir begrüßen, dass zahlreiche Maßnahmen die von uns gemachten Vorschläge aufgreifen und so die mittelständische Bauwirtschaft als wichtiges Zugpferd der Binnenkonjunktur gestärkt wird.“ Als besonders lobenswert erachtet er die finanzielle Entlastung der Kommunen, die wichtige öffentliche Auftraggeber sind. Er sieht jetzt die Länder aufgefordert, ihrer Verantwortung nachzukommen, damit die Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand nachhaltig gesteigert werden kann. Auch erachtet er die Erhöhung der Investitionen in die Deutsche Bahn und zusätzliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung als positiv. Zudem sende die Deckelung der Sozialversicherungsbeiträge eine wichtige Botschaft an die mittelständischen Unternehmen, um eine weitere Steigerung der Lohnnebenkosten zu vermeiden. Skeptisch steht er jedoch der Umstellung der Mehrwertsteuersätze gegenüber und ob die konjunkturelle Wirkung die zusätzliche bürokratische Belastung rechtfertige. Dadurch, dass die Bauwirtschaft ihre Kapazitäten in den letzten Jahren beständig aufgebaut habe, stünde diese nun bereit, am Re-Start mitzubauen und so ihren Beitrag zur Belebung der Konjunktur zu leisten.

IFO: Die größte Überraschung ist die Steuersenkung

ifo-Präsident Clemens Fuest kommentierte: „Das Konjunkturpaket ist breit angelegt und größtenteils gut durchdacht. Es kombiniert Anreize zur kurzfristigen Belebung des Konsums mit Impulsen für öffentliche und private Investitionen sowie Unterstützung für kleine und mittlere Unternehmen.“ ifo-Klima-Expertin Karen Pittel ergänzte: „Es ist begrüßenswert, dass klimafreundliche Zukunftstechniken und Infrastrukturen ausdrücklich berücksichtigt werden.“

Fuest hob die geplanten Investitionen in die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und den Ausbau der digitalen Infrastruktur positiv hervor, kritisiert jedoch, dass es wünschenswert sei, mehr beim Verlustrücktrag für Unternehmen zu tun. Die Begrenzung auf 5 Millionen Euro betrachtet er als zu eng. Die seiner Meinung nach größte Überraschung sei die zeitweise Steuersenkung. Beispiele wie Großbritannien nach der Finanzkrise zeigen, dass dadurch die Konsumausgaben steigen würden, allerdings werden diese nach Auslauf der Steuersenkung Ende 2020 wieder sinken und es sei nicht zu erwarten, dass die Krise bis dahin vorbei ist. Er begrüßt zudem, dass auf eine allgemeine Autokaufprämie verzichtet wurde und betrachtet es als richtig, dass die kommunalen Schulden nicht angegangen werden. Dieses Problem sollte im Rahmen einer größeren Reform der Kommunalfinanzen angegangen werden, bei der die Gewerbesteuer abgeschafft würde. Auch Frau Pittel begrüßt den Verzicht auf eine Abwrackprämie. Des Weiteren lobt sie die Deckelung der EEG-Umlage aus klimapolitischer Sicht. Allerdings sei verpasst worden, die Vereinbarkeit mit den Klimazielen als Querschnittsthema zu etablieren.

Bauindustrie: Es darf nicht nur bei einer Prüfung bleiben

Dieter Babiel, Geschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) sieht das Paket als gelungenen Aufschlag, um alle Branchen bei der Überwindung der Folgen der Corona-Krise zu unterstützen. Er begrüßt, dass der Bund in allen Bereichen prüft, inwieweit geplante Aufträge und Investitionen vorgezogen werden können, ermahnt allerdings, dass es nicht bei einer Prüfung bleiben dürfe: „Gerade jetzt muss die Bundesregierung für eine schnelle Umsetzung von Infrastrukturprojekten sorgen.“ Er sieht alle Punkte, die der HDB in seinem Papier „Die Bauindustrie nach Corona – Eine stabile Baukonjunktur stärkt die deutsche Wirtschaft“ gefordert hatten, als umgesetzt. Ein weiterer wichtiger Punkt sei die Entbürokratisierung des Fördersystems und dessen Weiterentwicklung für den Glasfaser-Breitbandausbau.

ibau Xplorer: Das Ausschreibungsportal für Planer und Architekten

Um in der Baubranche erfolgreich zu sein, muss man stets auf dem aktuellen Stand bleiben. Der ibau Xplorer liefert alle Informationen zu Ausschreibungen und Baustadien – mobil und in Echtzeit.

Wann soll etwas, wie und wo gebaut werden? In welchem Baustadium befindet sich das Projekt und was wird alles benötigt? Wer entscheidet dies und wie ist dieser Entscheider zu erreichen? Wer sich heute im Baugewerbe nachhaltig behaupten möchte, braucht auf all diese Fragen schnelle und stets aktuelle Antworten. Als Deutschlands führender Bauinformationsdienst hat es sich die ibau GmbH zur Aufgabe gemacht, alle Informationen über privat und öffentlich ausgeschriebene Bauprojekte sowie die jeweils beteiligten Unternehmen und Projektverantwortlichen zu liefern – mobil und in Echtzeit.

Stetig wachsende Städte fordern stetig neuen Wohnraumbedarf. Auch die Nachfrage nach öffentlichen Bauprojekten reißt nicht ab. Täglich erscheint eine Vielzahl neuer Ausschreibungen, sodass es schwer fällt, hier den Überblick zu behalten. Auch zahlreiche für Architekten und Ingenieure relevante Projekte werden öffentlich ausgeschrieben. Um für alle Akteure der Baubranche eine übersichtliche Struktur zu schaffen, hat ibau den Xplorer entwickelt. Hier werden sämtliche Ausschreibungen und Projekte erfasst, Informationen bereitgestellt und Verbindungen zwischen Bauprofis aller Bereiche angezeigt. Zudem werden die Ausschreibungen inhaltlich so aufbereitet, dass für den Nutzer relevante Ausschreibungen noch schneller gefunden werden.

Alle Ausschreibungen und Informationen auf einen Blick

Der ibau Xplorer enthält alle relevanten öffentlichen Ausschreibungen sowie über eine Million Projekte deutschlandweit, die durch intelligente Technologien und ein 145-köpfiges Rechercheteam täglich erfasst und aktuell gehalten werden: Sind Fachplaner schon bekannt? Wer übernimmt den Rohbau? Ändern sich Ausführungstermine? Dies sind nur einige der vielen Parameter, die in einem Projekt entscheidend sein können und laufend aktualisiert werden.

Das Besondere am ibau Xplorer sind die individuellen Anpassungsmöglichkeiten für den jeweiligen Nutzer bzw. die jeweilige Nutzergruppe. Durch die Definition der gewünschten Kriterien können alle relevanten Ausschreibungen und Projekte gefunden und es kann sich zu jeder Zeit über das entsprechende Baustadium informiert werden. Suchkriterien sind zum Beispiel das Jahr der Fertigstellung, ob der Denkmalschutz eingehalten werden muss oder ein Umbau bei laufendem Betrieb erfolgen soll. Darüber hinaus helfen Favoritenlisten dabei, passende Ausschreibungen zu speichern und durch automatisierte Wiedervorlagen werden keine Fristen verpasst. Dabei kann der ibau Xplorer gemäß den Anforderungen des Kunden, im Team, alleine, unterwegs oder aber im Büro am PC genutzt werden – mit mehr als 60 Jahren Markterfahrung kennt ibau die Bedürfnisse der Nutzer.

Wichtige Kontakte werden geknüpft – überall

Ein weiterer essentieller und exklusiver Bestandteil des ibau Xplorers ist es, mit Entscheidern und deren Netzwerken in Kontakt treten zu können. Dadurch ermöglicht sich eine zielgerichtete Ansprache relevanter Kontakte, was zu einer erheblichen Zeitersparnis in der Akquise führt. Durch die ibau Xplorer App kann zu jeder Zeit problemlos und bequem auf die wichtigsten Projekte und Partner zugegriffen werden. Projektzuschläge, -änderungen und sämtliche Informationen sind direkt und in Echtzeit verfügbar.

Weitere Informationen zum ibau Xplorer finden Sie auf unserer Website.

Transparenzregister scheitert

Seine Aufgabe, die wahre Identität von Immobilienbesitzern preiszugeben, erfüllt es nicht. Im internationalen Vergleich schneidet es schlecht ab.

„Mehr Transparenz im deutschen Immobilienmarkt war ein zentrales Versprechen des Ende 2019 verabschiedeten Gesetzes gegen Geldwäsche. Trotzdem blieben von den 433 von uns untersuchten Immobiliengesellschaften 135 auch nach intensiver Recherche weiterhin anonym“, resümiert Christoph Trautvetter, Autor der Studie „Wem gehört die Stadt?“. In dem Projekt der Rosa-Luxemburg-Stiftung haben Christoph Trautvetter und Markus Henn untersucht, ob das Transparenzregister wie versprochen für mehr Transparenz am Berliner Immobilienmarkt sorgt. Dazu wurden Informationen zu mehr als 400 Immobilienbesitzern in den verfügbaren deutschen und weltweiten Registern bis zum Ende verfolgt.

Das Ergebnis erschreckt

Von 111 Immobiliengesellschaften, bei denen der tatsächliche Eigentümer nicht aus deutschen Registern erkennbar war, waren im Transparenzregister 83 gar nicht eingetragen und nur bei sieben fand sich der tatsächliche Eigentümer. Somit bleibt ein großer Teil der Berliner Immobilienbesitzer weiterhin anonym. Auf der Suche nach den Identitäten der Besitzern hat besonders das deutsche Transparenzregister immer wieder versagt, während aus den Registern in Dänemark, Luxemburg, Österreich und Malta teilweise wertvolle Informationen gewonnen werden konnten.

„Aus politischer Sicht bleibt Deutschland Paradies für Geldwäsche mit Betongold solange die Strafverfolgung Immobilienbesitz über Briefkastenfirmen nicht auf die tatsächlichen Eigentümer zurückführen kann“, warnt Fabio de Masi, stellvertretender Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Bundestag und Mitglied im Finanzausschuss.

Ausfallregelungen auf die Sommermonate ausgedehnt

Immer größere Hitze im Sommer macht das Arbeiten auf dem Dach oft unmöglich. Diese Meinung teilen die Tarifvertragsparteien des Dachdeckerhandwerks.

Im Dachdeckerhandwerk gibt es seit Längerem ein sogenanntes Ausfallgeld. Dieses schafft bei witterungsbedingten Ausfällen in den oft regenreichen Herbst- und Frühjahrsmonaten einen Ausgleich für die Zeit, in der nicht auf der Baustelle gearbeitet werden kann. Es besteht neben dem Saison-Kurzarbeitergeld, das für den gesamten Baubereich in den Wintermonaten gilt. Da es wegen des Klimawandels verstärkt zu besonders heißen Sommermonaten und heftigen Regenereignissen kommt, haben die Tarifvertragsparteien des Dachdeckerhandwerks die Ausfallregelungen nun auf die Sommermonate ausgedehnt. Um dies zu finanzieren, zahlen alle Dachdeckerbetriebe eine Umlage an die Sozialkasse des Dachdeckerhandwerks (SOKA-BAU). Daraus erhalten die Arbeitnehmer ein Ausfallgeld in Höhe von 75 Prozent ihres Stundenlohns. Dies gilt für maximal 53 Stunden im Kalenderjahr. Der Arbeitgeber erhält eine Pauschalerstattung für die von ihm zu tragenden Sozialleistungen. Zunächst ist die Neuregelung auf dieses Jahr begrenzt, um die Wirkung zu testen. Seit dem 01.06.2020 kann das „Sommer-Ausfallgeld“ bei der SOKA-DACH beantragt werden.

Stimmung am Bau getrübt

Die Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung wirken sich verstärkt negativ auf die Stimmung am Bau aus.

Dies zeigt die monatliche Unternehmensbefragung des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Insgesamt bewerten die Betriebe ihre Geschäftslage im Mai mit „Befriedigend“. Der Baustellenbetrieb wird unter Anstrengungen aufrechterhalten. Allerdings ist die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln mit Mehraufwand und Produktivitätsverlust verbunden. Die Bautätigkeit im Mai wird im Vergleich zum Vormonat als unverändert charakterisiert. Die Geräteauslastung bleibt im Hoch- und Tiefbau fünf Prozent unter Vorjahresniveau und verdeutlicht somit die Abkühlung der Konjunktur. Auch die Geschäftserwartungen für die kommenden Monate sind wenig vielversprechend. Eine abnehmende Orderdynamik wird erwartet. Im Hochbau wird derzeit ein Auftragsbestand für 3,7 Monate, im Tiefbau für 2,3 Monate verzeichnet. Auch, dass Bauunternehmen die Preise für Bauleistungen unter erheblichem Druck sehen, trübt die Geschäftserwartungen für 2020.

Das Baugewerbe zur Beratung des Gebäudeenergiegesetzes

Der ZDB fordert, dass die bisherige Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten einer verstärkten Förderung zu verzichten, beibehalten werden soll.

„Bereits jetzt weist etwa die Hälfte aller Neubauten einen besseren Effizienzstandard auf als gesetzlich gefordert. Mit den heutigen Anforderungen an Gebäude liegen wir jedoch an der Grenze des bezahlbaren Bauens und Wohnens. Bauherren, gerade jungen Baufamilien, ist durch die KfW-Förderung sowie das Baukindergeld Eigentumsbildung noch möglich. Daher lehnen wir eine weitere Verschärfung der Anforderungen an den Neubau zum jetzigen Zeitpunkt ab. Wir warten die Ergebnisse des späteren Monitorings ab“, erläutert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Beratungen über das Gebäudeenergiegesetz.

Im Gebäudebereich wurden 2018 im Vergleich zu 1990 bereits mehr als 40 Prozent Einsparungen erzielt, was das Ziel für 2020 war. Das zeigen sektorspezifische Zahlen des Umweltbundesamtes vom März 2020. Auch neueste Zahlen vomBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BUM) bestätigen diese Entwicklung. „Dennoch dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen“. Pakleppa schlussfolgert daraus, dass die bisher genutzte Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten der Förderung zu verzichten, gefruchtet habe, was nicht zuletzt auf die Förderinstrumente der KfW zurückzuführen sei.

Eine Anhebung der gesetzlichen Standards macht ein Eigenheim unbezahlbar

Eine gesetzliche Anhebung des Energieeffizienzstandard auf ein KfW-Effizienzhaus 55 würde zu Mehrkosten von 18.000 Euro bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche führen, bei einem Energie-Einsparpotential von 14 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die KfW fördert allerdings nur, wenn die gesetzlichen Standards übertroffen werden. Das würde zwangsläufig eine Erhöhung auf das KfW-Effizienzhaus 40 bedeuten. Dies würde Mehrkosten von 13.500 Euro bedeuten, bei einer Energieeinsparung von lediglich 4 Kwh/m2 und Jahr. „Diese Baukostensteigerung steht aber in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum energetischen Einsparpotenzial“, erläuterte Pakleppa, da davon ausgegangen wird, dass die energetischen Einsparziele auch weiter erreicht werden.

Seit Januar gehen bei der KfW immer mehr Anträge zu den Förderprogrammen ein. Dabei geht es verstärkt um die energetische Modernisierung des Gebäudebestands. Mit der steuerlichen Förderung energetischer Sanierungen ist ein weiteres Instrument dazu gekommen. „Im Gebäudebestand liegt das weitaus größere Einsparpotenzial als im Neubau. Hier gilt es neben den vorhandenen Investitionsanreizen vor allem die Beratung der Hausbesitzer und Investoren von Wohn- und auch von Nichtwohngebäuden über die Vorteile steigender Energieeffizienz auszubauen. Hier leistet unser Verband mit den Energieberatern im Handwerk schon seit längerer Zeit eine hervorragende Arbeit“, so Pakleppa abschließend.