Mehrjähriger Finanzrahmen der EU wird verhandelt

Mehreren Programmen wie InvestEU drohen massive Kürzungen. Das Handwerk hofft darauf, dass handwerksrelevante Förderprogramme fortgeführt werden.

Das EU-Parlament möchte nun mit dem Rat über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR 2021-2027) und das Wiederaufbauprogramm Next Generation EU zur Bewältigung der Krise verhandeln. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, lobt, dass das Europaparlament signalisiert, sich konstruktiv an der Ausgestaltung des künftigen EU-Haushalts zu beteiligen. „Noch nie war das Budget für den Siebenjahresplan so hoch, selten waren aber auch so viele Mitgliedstaaten so dringend darauf angewiesen.“ In den anstehenden Verhandlungen müssen die Mittel in Höhe von rund 1,8 Billionen Euro sorgfältig austariert und verteilt werden. Aus der Sicht des Handwerks sei es am wichtigsten, dass die Kontinuität der Programme innerhalb des neuen MFR gesichert ist. „Die Abgeordneten weisen zu Recht darauf hin, dass wichtigen Programmen wie InvestEU und Horizon Europe massive Kürzungen drohen. Hier muss auf jeden Fall nachverhandelt werden. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass die Abgeordneten EU-Eigenmittel als die für sie einzig akzeptable Möglichkeit bezeichnen, die aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen. Es kann nicht in erster Linie darum gehen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Vor allem muss der Grundsatz respektiert werden, dass die Erhebung von Steuern Aufgabe der Mitgliedstaaten ist.“ Schwannecke begrüßt, dass das Parlament auf den engen Zeitplan aufmerksam mache und eine Einigung bis Oktober anmahnt.

Online Architektur studieren

Universitäten sind ein Paradies für Viren und sonstige Krankheitserreger. Besonders in kreativen Studiengängen ist die Online-Lehre ein Problem.

In überfüllten Hörsälen hocken Studierende eng an eng auf dem Boden, weil wieder einmal zu viele für eine Veranstaltung zugelassen wurden, pünktlich um viertel vor strömen Tausende aus den Räumen in enge Flure, in Bibliotheken sitzt man teilweise stundenlang nebeneinander und viele Studierende pendeln aus ihrem Elternhaus, bringen Viren mit, sammeln und verteilen sie in Zug und Uni, und nehmen sie später wieder mit nach Hause. Als sich also herausstellte, dass Corona nicht nur eine exotische Krankheit irgendwo ganz weit weg ist, sondern zu einer weltweiten Pandemie wird, wurden die Unis geschlossen und auf Online-Lehre umgesattelt. Aber was bedeutet das für Lehrende und Lernende? Vor allem in kreativen und praktischen Studiengängen wie Architektur?

3D in der Telekonferenz?

Das Architekturstudium lebt vom Konzipieren, Skizzieren und Modellieren.  Lehrende und Studierende tauschen sich verbal, unter Zuhilfenahme von Text, anhand von Zeichnungen und Modellen über Entwürfe aus. Und spätestens bei den 3D-Modellen sind wir an den Grenzen der online-Lehre angelangt. Eine Befragung internationaler Lehrender zeigt, wie schwer es ist, über Telekonferenzen zu unterrichten. Aber erhöhter Zeitaufwand und Kopfschmerzen durch das stundenlange Starren auf Bildschirme sind nicht das einzige Problem. Viele Studierende haben keinen ausreichenden Zugang zum Internet, können deswegen ihre Kameras nicht anschalten oder werden mitten im Meeting rausgeworfen. Aber nicht nur der Austausch zwischen Lehrenden und Studierenden leidet und wird von einem situativ-räumlichen Gespräch zu einer formalen Mail, auch die Studierenden untereinander können sich nur noch erschwert austauschen. Und auch das außeruniversitäre Leben der Studenten ist ins Wanken geraten: Viele müssen nebenbei arbeiten, um sich ihr WG-Zimmer leisten zu können, aber die typischen Studentenjobs, wie Kellnern oder im Kino an der Kasse sitzen, werden im Moment nicht gebraucht.

Wie wertgeschätzt fühlen sich ältere Handwerker?

In einer neuen Umfrage der IKK classic wurde untersucht, ob ältere Kollegen im Handwerk genug wertgeschätzt und altersgerecht eingesetzt werden.

Angesichts des Fachkräftemangels versuchen Betriebe, ihre qualifizierten Mitarbeiter so lange wie möglich zu behalten. „Gesundheit, Arbeitszufriedenheit und Motivation der Älteren spielen für den Erfolg dieser Strategie eine zentrale Rolle“, sagt die IKK classic. Wie es allerdings wirklich um diese Faktoren steht, untersucht sie in einer repräsentativen Umfrage unter 500 Arbeitgebern und 524 Arbeitnehmern im Handwerk. Geht es um die Wertschätzung, sind sich die befragten Arbeitgeber einig. So würden ältere Kollegen laut ihnen genauso wertgeschätzt wie jüngere. Unter den Arbeitnehmern sehen das nur knapp zwei Drittel so, die restlichen 31 Prozent finden nicht, dass die Wertschätzung auf gleicher Ebene stattfindet. Hoch ist die gefühlte Anerkennung Älterer bei den Mitarbeitern im Ausbaugewerbe (78 Prozent) und im Lebensmittelgewerbe (72 Prozent), geringer bei deren Kollegen im Bauhauptgewerbe (62 Prozent).

Einsatz älterer Mitarbeiter

Interessant ist der Vergleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer bei den Umfrageergebnissen zur Frage, ob ältere Mitarbeiter im Betrieb altersgerecht eingesetzt werden. Die Frage berücksichtigt zum Beispiel körperliche Voraussetzungen im Handwerk, die die älteren Kollegen nicht mehr mit der Leichtigkeit verrichten können, wie die jüngeren. Seitens der Arbeitgeber gehen 62 Prozent davon aus, dass ein altersgerechter Einsatz stattfindet, nur 35 Prozent behaupten das Gegenteil. Bei den Arbeitnehmern findet nur knapp die Hälfte, dass ein altersgerechter Einsatz stattfinden, 42 Prozent meinen sogar, dass das nicht der Fall ist.

„Die Einschätzungslücke zwischen Unternehmern und Beschäftigten zeigt, dass die Betriebe bei diesem Thema ein Potenzial haben, das sie noch ausschöpfen können“, sagt Frank Hippler, Vorstandschef der IKK classic. Würde man dieses Potenzial ausnutzen, könne man Mitarbeiter besser integrieren und sie sogar bis zum Rentenalter im Betrieb behalten. Die Voraussetzung eines guten Arbeitsklimas ist laut Umfrageergebnissen immerhin gegeben: Alle befragten Arbeitgeber und immerhin 82 Prozent der Beschäftigten erklären, dass in ihrem Betrieb „meistens oder immer“ eine angenehme Arbeitsatmosphäre herrschen würde. Auf jeden Fall bereit, über das Renteneintrittsalter hinaus zu arbeiten, wären sechs Prozent der befragten Arbeitnehmer, weitere 22 Prozent wären dazu aus heutiger Sicht wahrscheinlich bereit.

Stahlindustrie bekommt Unterstützung

Dumpingspreise, Überkapazitäten auf dem Weltmarkt, Umsatzeinbrüche durch Corona und ein immer teurer Umbau der Produktion für den Klimaschutz.

Das kann die Stahlindustrie nicht alleine stemmen, denn eine nicht elektrifizierbare Branche CO2-neutral zu machen, ist eine Mammutaufgabe. Um diese Schlüsselindustrie und Arbeitsplätze für rund 86.000 Beschäftigte in Deutschland zu halten, hat das Bundeskabinett nun ein „Handlungskonzept Stahl“ beschlossen. Der Umbruch zu einer CO2-armen und letztlich CO2-freien Stahlindustrie soll durch den Einsatz von einem sogenannten grünen Wasserstoff, der mit Hilfe von Ökostrom gewonnen wird, gelingen – allerdings gibt es dazu bisher nur Pilotprojekte. Um die Entwicklung voranzubringen, hat die Regierung erst im Juni eine Nationale Wasserstoffstrategie verabschiedet und im Rahmen des Konjunkturpaketes sind Milliarden für die Entwicklung neuer Technologien eingeplant. Die Stahlindustrie ist zurzeit für 30 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen in der Industrie verantwortlich, bei einer langfristigen Umstellung werden Kosten von 30 Milliarden Euro erwartet. Altmaier sprach von einer „erheblichen finanziellen Herausforderung“. Er wolle sich bei künftigen Haushaltsverhandlungen für mehr Mittel einsetzen. Allerdings muss Brüssel das beihilferechtlich genehmigen.

Internationalität gefragt

Viele wichtige Faktoren müssen allerdings auf internationaler Ebene entschieden werden – besonders wenn es um die Chancengleichheit auf den Weltmärkten geht. Durch eine von China getriebene „Stahlschwemme“ geraten die Preise unter Druck. Zu dieser von Altmaier als aggressiv beschriebenen Marktpraktik kommen noch US-Schutzzölle, die den Export erschweren. Obwohl schon lange Gespräche zu eben diesen Themen geführt werden, können die Konflikte nicht gelöst werden. Innerhalb der EU möchte sich die Bunderegierung dafür einsetzten, die Abwanderung von Unternehmen mit hohem Treibhausausstoß zu verhindern.

Konkrete Maßnahmen des Konzepts

Das Konzept plant eine kostenfreie Zuteilung von eigentlich kostenpflichtigen Emissionsrechten und eine angemessene Kompensation von CO2-bedingten Strompreissteigerungen für die Industrie. Zudem soll ein „Grenzausgleich“ für CO2-intensive Produkte beim Import in die EU aus Regionen ohne vergleichbare Klimaschutz-Vorgaben gelten. Allerdings pocht Deutschland darauf, dass dieser Klimazoll mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO konform geht. Zudem möchte sich die Bundesregierung in der EU für einen besseren Schutz vor Billigimporten einsetzen.

Das Internet als Informationsquelle auf dem Bau

Im Zeitalter der Digitalisierung spielt das Internet als Informationsquelle auf dem Bau eine große Rolle. Eine neue Umfrage zeigt, wie groß diese Rolle ist.

Vor allem die Corona-Krise trieb die Konversationen auf dem digitalen Wege voran. BauInfoConsult hat im Rahmen der Studie „Kommunikationsmonitor 2020“ insgesamt 601 Architekten und Verarbeiter persönlich dazu befragt, woher sie ihre Informationen beziehen und welche Rolle das Internet dabei spielt. Die Top 5 der Informationsquellen unter den Befragten sind demnach mit Google die Internetrecherche (genutzt von 56 Prozent der Befragten), Internetseiten von Herstellern oder Händlern (44 Prozent), persönlicher Kontakt mit Händlern beziehungsweise Außendienst oder ähnlichem (15 Prozent), persönlicher Kontakt mit Kollegen (14 Prozent) und soziale Netzwerke wie zum Beispiel WhatsApp, Facebook oder Instagram mit 12 Prozent. Die Bauakteure erwarten, dass die digitalen Medien auch in Zukunft eine große Rolle als Informationsquelle spielen werden. Das größte Zukunftspotenzial bieten demnach Internetsuchen und die Informationen auf den Webseiten der Anbieter. Das liegt vor allem an den drei Hauptstärken des Internets – der ständigen Abrufbarkeit und schnellen Verfügbarkeit von genau den relevanten Informationen.

Zu späte Reklamation geht nicht mehr durch

Wenn ein Verkäufer mangelhafte oder falsche Ware liefert, muss der Käufer diese unverzüglich reklamieren, ansonsten muss er die Lieferung bezahlen.

Ein Garten- und Landschaftsbauer bestellte bei einem Metallbaubetrieb für Sichtschutzwände dunkle, beschichtete Eternitplatten, geliefert wurden ihm allerdings helle und unbeschichtete Platten. Knapp drei Wochen nach Erhalt reklamiert er, dass die Platten verschmutzt geliefert wurden, weitere zwei Wochen später beklagte er erst, dass die falschen Platten geliefert wurden. Der Anwalt des Unternehmens forderte die Beseitigung der Mängel, der Metallbauer lehnte dies mit der Begründung ab, dass die Fehler zu spät bemängelt wurden und forderte die Restsumme von 4.837,35 Euro. Das Gericht gab dem Metallbauer recht: Der Garten- und Landschaftsbauer könne keine Gewährleistungsrechte mehr geltend machen, da er die Lieferung zu spät reklamiert habe. Das Handelsgesetzbuch (HGB) sagt in §377, dass der Käufer die Ware unmittelbar nach der Lieferung prüfen muss. Entdeckt er Fehler, müssen diese dem Verkäufer unverzüglich mitgeteilt werden. Bei verdeckten Mängeln, die nicht sofort erkennbar sind, muss die Benachrichtigung des Verkäufers erfolgen, sobald diese aufgefallen sind. Geschieht dies nicht, gilt die Ware als genehmigt. Diese Regelung gilt nur, wenn beide Beteiligte Kaufleute sind.

„Wir wissen, was wir tun“

Unter diesem Leitsatz zeigen zehn junge Handwerker und Handwerkerinnen in der Imagekampagne des Handwerks, wie stolz sie auf das sind, was sie tun.

Stellvertretend für die 5,5 Millionen Handwerker in Deutschland übermittelt die jungen  Handwerkerinnen und Handwerker auf Plakaten, Bussen, in Einkaufszentren, bei YouTube und in TV-Spots, wie stolz sie auf das sind, was sie schaffen.

Die Gesichter der Kampagne

Zwei Gesichter der Kampagne gehören zu den Geschwistern Johanna und Lukas Kaiser (23 und 19 Jahre). Sie schätzen als Fahrzeuglackierer die Abwechslung in ihrem Beruf, denn von Foodtruck bis zum Klavier ist alles dabei. „Durch den Job bin ich offener und selbstbewusster geworden“, sagt Johanna, die mit nur 21 Jahren ihren Meisterbrief in der Tasche hatte. Eine weitere Powerfrau im Handwerk ist Jule Janson (20). Als Beton- und Stahlbauerin hat sie sich in einer Männerdomäne durchgesetzt und ihrer Konkurrenz beim Praktischen Leistungswettbewerb des Handwerks (PLW) überflügelt. Als beste Beton- und Stahlbauerin Deutschlands 2019 bildet sie sich jetzt noch im Studium des Bauingenieurwesens weiter. „Ich bin schon stolz, weil es einfach etwas Außergewöhnliches ist und ich den Männern gezeigt habe, was Frauen alles können und wie gut es funktioniert“. Auch Carina Harders (26) trotzt als Meisterin im Elektro-Handwerk den klassischen Rollenklischees. „Wenn man dann einfach das leuchtende Endergebnis sieht und die strahlenden Kundenaugen – das ist einfach das Schönste.“

„Wir suchen nicht nach einem Sinn im Leben – wir erschaffen ihn“

So heißt es im Werbespot und auch aus den Interviews mit den zehn Repräsentanten des Handwerks lässt sich ein allgemeiner Tenor heraushören: Alle schätzen sie es, dass sie am Ende des Tages sehen, was sie geschaffen haben und dass sie etwas schaffen, was bleibt und Nutzen hat.

Trotz Corona mehr Auszubildende im Baugewerbe

Obwohl Schulklassen momentan keine Baustellen besuchen können, haben erfreulich viele junge Menschen einen Ausbildungsvertrag im Baugewerbe unterschrieben.

Damit schwindet auch die Sorge um die Einflüsse der Corona-Pandemie auf die Ausbildungsverhältnisse. Noch vor der Krise konnten viele Schulklassen aktuelle Baustellen besuchen und so einen Eindruck von der Arbeit auf dem Bau erhalten. Für viele hat dieser Eindruck gereicht – so auch für Anes Lekovic, von dem der Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Igenieure Hessen Frankfurt (BDB-HESSENFRANKFURT) erzählt. „Anes Lekovic hat sich in den hessischen Sommerferien um ein Praktikum beworben. Mit jetzt 18 Jahren und dem Abschluss am Gymnasium will er die Ausbildung als Maurer beginnen. Unsere Initiative strahlt auch nach Offenbach, wir werden von den jungen Menschen in YouTube und auf Instagram wahrgenommen. Ich finde es großartig, dass man die Chancen und Perspektiven im Baugewerbe sieht und sich für einen Ausbildungsplatz in der Baubranche entscheidet. Wir werden ihn bei ALEA gerne nehmen“, freut sich BDB-Vorstand Thomas M. Reimann.

Praktika bieten ebenfalls eine gute Möglichkeit, in einen Betrieb hineinzuschnuppern und sich vielleicht sogar einen Ausbildungsplatz zu sichern. Das Bauunternehmen ALEA aus Frankfurt bietet solche Praktika und im Rahmen seines 150. Firmenjubiläums 15 neue Ausbildungsplätze an. Der erste Vorsitzende des BDB-HESSENFRANKFURT, Andreas Ostermann, freut sich darüber: „Es verdient meine größte Anerkennung, wenn sich ein Unternehmer in Coronazeiten jetzt zum neuen Ausbildungsjahr um den Nachwuchs kümmert und unser Projekt fortschreibt. Das hat Strahlkraft für eine ganze Branche.“ Erich Schleßmann, ehemaliger Schulamtsleiter und Koordinator der Initiative bemängelt indes das Kontakt- und Besucherverbot auf den Baustellen.

Solarwirtschaft erlebt Boom

Die zu Jahresbeginn verbesserten Förderkonditionen für Solarwärme-Anlagen im Rahmen des neu aufgelegten Marktanreizprogramms (MAP) zeigen Wirkung.

Im ersten Halbjahr 2020 wurden insgesamt 26.991 Anträge gestellt, das sind mehr als 200 Prozent im Vergleich zum gesamten Jahr 2019. Im ersten Halbjahr 2019 wurden lediglich 8.700 Anträge gestellt. „Statt einer Corona-Delle erleben wir eine Investitionswelle. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die im kommenden Jahr erwartete Einführung eines jährlich steigenden CO₂-Prei­ses auf fossile Brennstoffe zeigen Wirkung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Solarkollektor-Hersteller haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Umsatzwachstum von rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erlebt. Besonders positive Zahlen wurden im Monat Juni geschrieben, in dem 40 Prozent mehr umgesetzt wurde als im Juni 2019. Auch die Geschäftslage hellt sich merklich auf. Seit 2005 wird vierteljährlich der BSW-Geschäftsklimaindex erhoben. Dieser kletterte nun auf den höchsten Stand seit mehr als 10 Jahren.

Förderprogramm wurde aufgestockt

Einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft co2online zufolge beabsichtigen 43 Prozent der Befragten bei einer Gebäudeinvestition eine Heizungssanierung. Aus diesem Grund wird auch weiterhin mit einer guten Auslastung der Mitgliedsunternehmen gerechnet. Zudem hat sich der Bundesverband mit Erfolg dafür eingesetzt, dass die Haushaltsmittel für das MAP-Förderprogramm im Zuge des 2. Nachtragshaushalts um weitere 300 Millionen Euro aufgestockt wurden. 

Platz 1 unter Top-100 Baukonzernen kommt aus China

In einer Aufstellung der 100 Baukonzerne mit dem höchsten Einkommen in 2019 stammen die meisten Unternehmen aus China. Aus Deutschland kommt nur ein Unternehmen.

Um insgesamt fünf Prozent konnte die globale Bauwirtschaft ihren Umsatz im Jahr 2019 steigern. Den größten Beitrag dazu hat wohl China geleistet. So sind chinesische Unternehmen für rund 44 Prozent der globalen Erlöse verantwortlich. Und auch in den Top-100 der weltweiten Bauunternehmen belegen die Chinesen die ersten vier Plätze. Mit mehr als 200 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2019 belegt das chinesische Unternehmen China State Construction Engineering Corporation (CSCEC) den ersten Platz – und das mit großem Abstand zur Konkurrenz. Platz 2 und 3 belegten die China Railway Group Ltd. (CREC) und China Railway Construction Corp. Ltd (CRCC) mit jeweils etwas über 120 Milliarden US-Dollar. Das geht aus der aktuellen Untersuchung „Global Power of Construction“ der Deloitte Unternehmensberatung hervor.

Europäische Baukonzerne können kaum mithalten

Erst auf Platz 5 folgte in dem Ranking das erste europäische Unternehmen: Vinci aus Frankreich erwirtschaftete gut 53 Milliarden US-Dollar. Das ist immer noch weit vom vierten Platz entfernt, den das chinesische Unternehmen China Communications Group Ltd. mit 80 Milliarden US-Dollar Umsatz belegt. Nur einen der 100 Plätze belegt ein deutsches Unternehmen. Die oberbayerische Bauer AG liegt mit 1,65 Milliarden US-Dollar Umsatz dennoch weit hinter den Konkurrenten. Große deutsche Unternehmen wie Hochtief, Strabag und Ed. Züblin werden nicht aufgelistet, da es sich hierbei um Tochtergesellschaften von anderen europäischen Konzernen handelt. Die österreichische Strabag-Gruppe allerdings hat es im Ranking immerhin auf Platz 22 geschafft. Geht es um Umsatzanstiege, liegt aber ausnahmsweise nicht China vorn. So steigerten vor allem die hinteren Plätze des Rankings ihre Umsätze beträchtlich. Die US-amerikanische Infrastructure & Energy Alternatives Inc. steigerte ihren Umsatz vom Jahr 2018 auf das Jahr 2019 um 87 Prozent. Der griechische Baukonzern Ellaktor SA kam auf 35 Prozent und das türkische Bauunternehmen Enka Insaat Ve Sanayi AS auf 34 Prozent.