Betrug mit gefälschten Handwerker-Rechnungen

In einer neuen Betrugsmasche fischen Betrüger echte Handwerker-Rechnungen aus Briefkästen und ändern Kontonummern.

„Ich musste selbst dreimal hinschauen, um die Manipulation an unserer Rechnung zu erkennen“, sagte der Inhaber eines familiengeführten Baubetriebs in Düsseldorf gegenüber dem Handwerksblatt. Er ist einer Masche zum Opfer gefallen, die seit einiger Zeit im Umlauf ist. Die Abzocker fangen Original-Rechnungen von Handwerkern im Briefkasten ab, fertigen eine haargenaue Kopie mit abgeänderten Kontodaten an und kassieren so die Überweisung für die handwerklichen Leistungen. So lief es auch im Fall des Düsseldorfer Betriebes, als er eine offene Rechnung anmahnte: „Der Kunde sagte, dass er gezahlt habe und über 8.000 Euro längst auf unserem Konto eingegangen sein müssten. Also habe ich mir von ihm die besagte Rechnung zuschicken lassen. Und siehe da: Die sah exakt so aus wie unsere, nur rechts unten war die Kontonummer gegen eine andere ausgetauscht! Wahrscheinlich haben die Betrüger das Original eingescannt und dann die falschen Kontodaten eingefügt“, mutmaßt der Firmenchef.

Das Geld kommt so gut wie nie wieder zurück

„Besonders niederträchtig an der Masche ist, dass der Betrug erst Wochen später auffällt“, sagt Martin Klisch, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer Trier, im Interview mit dem Handwerksblatt. Als jemand, der schon vielen Mitgliedsbetrieben durch diesen Betrug geholfen hat, weiß er: Ist das Geld erstmal auf einem fremden Konto gelandet, so kann der Überweisende dies fast nie wieder zurückholen. Laut Verbraucherberatung Rheinland hat die Bank dann keinen Zugriff mehr auf den Betrag. Ein Rücküberweisungsantrag verspricht wenig Erfolg, denn meistens haben die Betrüger ihr Konto bereits leergeräumt. Und Banken sind auch meist machtlos: „Banken haben keine Verpflichtung mehr, Kontoinhaber und Überweisungsempfänger abzugleichen“, betont Klisch.

Meist geht es um sehr hohe Geldsummen. So wurde ein Tischler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich um 30.000 Euro betrogen, ein Maler aus dem Kreis Trier-Saarburg um 4.500 Euro. In Luxemburg ist sogar der staatliche Wohnungsbaufonds auf diese Abzocke hereingefallen, 800.000 Euro flossen auf ein falsches Konto in Polen, berichtet Klisch.

Tipps für Betriebe und Kunden

Da unklar ist, wann und wie die Täter an die Briefe herankommen, können Betriebe und Kunden mit folgenden Tipps das Risiko, selbst Opfer der Betrugsmasche zu werden, ein wenig eindämmen. So sollten Kontodaten bereits im Vertrag aufgenommen werden. Neutrale Briefumschläge des Betriebs können den Inhalt des Briefs verschleiern, gleichzeitig sollten Betriebe die Rechnungen auch als E-Mail verschicken. Auch können die Rechnungen beim Kunden telefonisch angekündigt werden. Kunden sollten die Kontodaten in jedem Fall abgleichen und den Betrieb auffordern, die Rechnungen auch per E-Mail zu versenden und anzukündigen. Der Briefumschlag sollte immer auf Beschädigungen überprüft werden, bei Auffälligkeiten sollten Kunden immer den Rechnungssteller kontaktieren.

Exoskelette für die Bauindustrie

Durch die Entwicklung von Exoskeletten, angepasst an die Bauindustrie, leisten Hilti und Ottobock einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz.

Arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen im Schulterbereich sind ein häufiger Grund für Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern in der Baubranche. Besonders das Arbeiten über Kopf ist besonders belastend. Durch das Tragen von Exoskeletten soll diese signifikant reduziert werden. Exoskelette, oder auch Außenskelette, sind mechanische Strukturen. Wegen ihres futuristischen Aussehens werden sie auch gerne als Roboteranzüge bezeichnet. Zur Entwicklung von Exoskeletten hat die Hilti Gruppe gemeinsam mit Ottobock SE & Co. KGaA eine Technologie-Partnerschaft gegründet. Auf diese Art wollen sie einen Beitrag zum Arbeits- beziehungsweise Gesundheitsschutz leisten.

Die Basis für die Entwicklung innovativer und kundenorientierter Systeme

Johannes Wilfried Huber, Leiter des Geschäftsbereichs Diamanttechnik bei Hilti, sieht in Exoskeletten eine wichtige zukunftsweisende Entwicklung: „Diese bringen eine Entlastung bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, wie sie auf Baustellen tagtäglich ausgeführt werden. Mit Ottobock haben wir den idealen Partner, um unser Wissen in Sachen Anwenderschutz und Ergonomie mit 100 Jahren Biomechanik-Expertise zu kombinieren. Unsere Technologie-Partnerschaft ist die Basis für die Entwicklung weiterer innovativer und kundenorientierter Systeme.“ Auch Dr. Sönke Rössing, Leiter von Ottobock Industrials, freut sich, zusammen mit Hilti ein neues Anwendungsgebiet erschließen zu können: „Dabei bauen wir auf unsere Erfahrungen aus über 500 erfolgreichen Exoskelett-Projekten, unter anderem in der Automobilindustrie und im Handwerk. Das Potenzial für Lösungen, die die körperliche Belastung der Mitarbeitenden reduzieren, ist in der Bauindustrie sehr hoch. Dieses Standbein wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam ausbauen.“ Der Unternehmensbereich Ottobock Industrials entwickelt seit 2012 industrielle Exoskelette der Paexo-Produktpalette.

Produkt entlastet die Schultern um bis zu 47 Prozent

Das erste gemeinsame Produkt wird Hilti bereits im Herbst 2020 auf den Markt bringen. Das EXO-O1 ist ein passives Modell, das ohne Energiezufuhr auskommt. Mit Hilfe mechanischer Seilzugtechnik wird das Gewicht, das auf den Armen und Schultern lastet, auf die Hüfte umgeleitet. So wird die Spitzen-Belastung der Muskulatur reduziert und die Schultern werden um bis zu 47 Prozent entlastet. So wird die Ermüdung bei körperlich schweren Arbeiten, besonders über Kopf, verringert, sodass diese über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden können, was die Produktivität steigert.

Jetzt klimafreundliche Handwerksfahrzeuge anschaffen

Das Bundesverkehrsministerium fördert die Anschaffung von Elektro-Nutzfahrzeugen und der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur mit 50 Millionen Euro.

Antragsberechtigt sind Handwerksunternehmen und handwerksähnliche Betriebe, die einen Eintrag in der Handwerksrolle oder im Gewerbeverzeichnis nachweisen können, sowie kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition. Die jeweilige Kommune muss bestätigen, dass die Fahrzeugbeschaffung als Teil der Maßnahmen zur Umsetzung eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes oder eines vergleichbaren Konzeptes ist. Gefedert werden straßengebundene Elektrofahrzeuge der europäischen Fahrzeugklassen N1, N2 und N3, in erster Linie Neufahrzeuge und die zur Betreibung notwendige Ladeinfrastruktur. Zuschüsse alleinig für die Ladesäulen werden nicht vergeben. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss. Sie berechnet sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrausgaben im Vergleich zu der Beschaffung eines konventionell betriebenen Fahrzeuges, die zur Erreichung des Umweltzieles des Fördervorhabens erforderlich sind. Sollte in einem Fahrzeugbereich kein Serienfahrzeug verfügbar sein oder die Umrüstung auf einen elektrischen Antriebsstrang wirtschaftlicher sein, kann die Fahrzeugumrüstung im Einzelfall gefördert werden. Die Förderquote ist auf 40 Prozent festgelegt. Nach Abgabe einer KMU-Erklärung kann kleinen und mittleren Unternehmen ein KMU-Bonus gewährt werden, kleine Betriebe erhalten 20 Prozent, mittlere zehn Prozent. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge der Auftragseingänge, bis diese aufgebraucht sind. Anträge zur Förderung müssen bis zum 14. September sowohl elektronisch als auch postalisch eingegangen sein. Nur diejenigen Anträge, die fristgerecht und vollständig eingereicht wurden, werden berücksichtigt. Der Förderaufruf setzt eine schnelle Umsetzung der Vorhaben voraus. Der Bewilligungszeitraum ist auf zwölf Monate begrenzt. Für Nutzfahrzeuge der Klassen N2 und N3 sind 24 Monate vorgesehen.

Der Traum vom schnellen Bauen

Gibt es eine Lösung, Wirtschafts- und Umweltinteressen im Gesetzesentwurf zu vereinen und das Bauen schneller zu ermöglichen?

Anfang März war man sich innerhalb der Bundesregierung einig: Deutschland sollte möglichst schnell erneuert werden, marode Straßen und Schienen saniert und eine angemessene Infrastruktur für das digitale Zeitalter gebaut werden. Auch jetzt fehlt es nicht an Geld, um dieses Vorhaben umzusetzen, doch ist an eine schnelle Verbauung nicht zu  denken, denn Genehmigungsverfahren bleiben entweder in der Verwaltung oder vor Gericht stecken. Nun möchte die Bundesregierung mit dem Investitionsbeschleunigungsgesetz die Voraussetzung für schnelleres Planen und Bauen überall in Deutschland schaffen. Um dies zu erreichen, ist unter anderem vorgesehen, Genehmigungsverfahren zu entschlacken und Klagewege durch die Instanzen zu verkürzen.

Der immerwährende Konflikt zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen

Eigentlich hatte der federführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor, den Gesetzentwurf bereits im Juli vom Kabinett verabschieden zu lassen, doch vor allem Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) gingen die Beschleunigungspläne zu weit. Durch eine geplante Verzahnung von Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren hätte man auf eine von bislang zwei Umweltverträglichkeitsprüfungen verzichten können. Geplant war auch, dass bei bestimmten Baumaßnahmen gänzlich auf die Rücksprache mit Naturschutzbehörden verzichtet werde. Diese beiden Punkte sind in dem Gesetzesentwurf, der an die Verbände zur Stellungnahme versendet wurde, nicht mehr enthalten. Allerdings wurde die Verkürzung des Klagewegs auf weitere Bauprojekte erweitert. Dazu gehören neben Bundesfernstraßen nun auch Landesstraßen, der Bau größerer Häfen und Windkraftanlagen. Statt wie bisher zunächst vor dem Verwaltungsgericht zu landen, sollen Streitigkeiten diesbezüglich direkt vor dem Oberverwaltungsgericht diskutiert werden. Bei Infrastrukturvorhaben von überregionaler Bedeutung kann für die Zulassung zudem der Sofortvollzug angeordnet werden.

Entwurf bleibt hinter den Erwartungen der Wirtschaft zurück

Die Wirtschaft sieht keinen ausreichenden Fortschritt: „Der Entwurf bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Industrie zurück. Statt den dringend notwendigen großen Wurf zu tun, bleibt die Bundesregierung mit dem Vorschlag sogar weit hinter ihren eigenen Zielsetzungen zurück“, kritisiert Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). Zentrale Forderungen der Wirtschaft würden vernachlässigt. Der BDI schlägt vor, auch jenseits von Schienenwegen Schwellenwerte für Umweltverträglichkeitsprüfungen einzuführen. Zudem möchte die Wirtschaft eine stärkere Standardisierung des Artenschutzes erreichen. Auch sollen, wenn sich während einer mehrjährigen Projektplanung die Vorschriften ändern, diese ab einem bestimmten Stichtag nicht mehr berücksichtigt werden müssen.

Umweltverbände werden als Sündenbock instrumentalisiert

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wirft der Politik Aktionismus vor. Seit fast 30 Jahren würden Einschränkungen von Beteiligungsrechten der Umweltverbände und der rechtsstaatlichen Kontrolle von Infrastrukturprojekten vorgenommen. Dabei wurden niemals die tatsächlichen Ursachen langer Planungs- und Umsetzungsdauern von Infrastrukturprojekten untersucht. „Die aktuelle große Koalition hat sich die Umweltverbände als Sündenböcke für die langen Planungszeiten auserkoren, um ihre Eigenverantwortung auszublenden“, kritisiert der BUND. An Stelle von Konfrontationen mit Umweltorganisationen vor Ort fordert der Verband klare Priorisierung bundesweiter Investitionsprojekte.

Der ursprüngliche Gesetzentwurf verstößt gegen EU-Recht

Währenddessen bemüht sich das Umweltministerium, die Wogen zu glätten: „Moderne Umweltpolitik ist an schnellen Verfahren interessiert, insbesondere für den Klimaschutz sind zügig erhebliche Veränderungen unserer Infrastruktur erforderlich“ Allerdings würde die von Scheuer vorgeschlagene Abschaffung keine tatsächliche Beschleunigung bringen, denn würde sie im Raumordnungsverfahren gestrichen, wäre der Prüfaufwand danach umso größer. Außerdem verstoße eine solche Streichung gegen EU-Recht.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) macht einen ganz anderen Beschleunigungsvorschlag: „Laut Gesetzentwurf soll bislang nur das Raumordnungsverfahren digital möglich sein. Besser wäre es, die Unterlagen aller Verfahren digital durchzuführen und auszutauschen“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Ein Vorschlag, dem wohl auch kein Umweltschützer etwas entgegen zu setzen hätte und der dennoch erfolgversprechend scheint.

ChangeLab! – Durch Zusammenarbeit etwas bewirken

Der Chemiekonzern Wacker unterstützt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen.

Das Förderprojekt „ChangeLab! Wacker/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainble Construction“ hat zum Ziel, Akteure der verschiedenen Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung zu vernetzen. Dazu richtet es sich neben Studenten der KIT auch an Architekten, Ingenieure und Bauexperten, die sich über neue Ideen und Denkansätze in den Bereichen Materialentwicklung und kreislaufgerechte Konstruktion informieren und austauschen möchten. Durch Veranstaltungen soll der Austausch zur Bioökonomie im Bauwesen vorangebracht werden. Als nächstes vorgesehen ist das Symposium „grow.build.repeat“ für den 3. und 4. Dezember 2020 an der KIT-Fakultät für Architektur. Im Mittelpunkt steht bei dieser Veranstaltung das Innovationspotential von regenerativen Baumaterialien und deren Konstruktionsprinzipien im Bauwesen.

Ein Zeichen setzen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien

„Auch in Coronazeiten hat das Thema Nachhaltigkeit für uns einen sehr hohen Stellenwert“, betont Peter Summo, Leiter des Geschäftsbereichs Wacker Polymers. „Wir wollen bewusst ein Zeichen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien im Bausektor setzen. Das Thema ist für uns von strategischer Bedeutung.“ Der Chemiekonzern beschäftigt sich bereits seit Jahren mit nachhaltigen Produkten, so nutzen sie beispielsweise biobasierte Essigsäure aus der Holzindustrie zur Herstellung von Bindemitteln für Innenwandfarbe. „Um solche nachhaltigen und innovativen Konzepte zu entwickeln, sind wir auch auf den Austausch mit den Fachleuten entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen“, betont Summo. „Die ChangeLab!-Plattform schafft für einen solchen Austausch zwischen allen Beteiligten ideale Bedingungen.”

Der Klimawandel muss ein zentrales Thema des alltäglichen Denkens werden

Projektpartner auf Seiten der KIT ist die Professur Nachhaltiges Bauen am Institut Entwerfen und Bautechnik der Architektur-Fakultät. Diese beschäftigt sich seit 2017 unter Leitung von Professor Dirk E. Hebel mit  nachhaltigen Materialressourcen und kreislaufbasierten Konstruktionsprinzipien in Forschung und Praxis. „Der Klimawandel und die Frage, wie wir in Zukunft mit immer knapper werdenden Ressourcen umgehen wollen, müssen zu zentralen Themen im alltäglichen Denken, Handeln und Bauen unserer Disziplin werden“, mahnt Prof. Hebel. „Dass wir Wacker für unsere ChangeLab!-Plattform gewinnen konnten, ist ein großer Gewinn für die Arbeit an unserer Fakultät und eine große Inspirationsquelle für alle, die sich mit der Zukunft des Bauens beschäftigen wollen“.

Deutscher Strom zur Hälfte aus erneuerbaren Energiequellen

Vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr ging in Deutschland um 16,7 Prozent zurück.

Somit wirkt sich die Corona-Krise auch auf den Strommarkt aus. Der Strombedarf im April ist im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Konventionelle Energieträger, wie zum Beispiel Kohle und Gas, verlieren dabei aber weiterhin an Bedeutung. So haben diese insgesamt 33,7 Prozent weniger zum Endergebnis beigetragen als im Vorjahr, während im gleichen Zeitraum 4,7 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingespeist wurde. Vor allem die Stromeinspeisung aus Kohle ging mit einem Minus von 53,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Der Anteil erneuerbarer Energien an der insgesamt eingespeisten Strommenge stieg im Vergleich von 44,2 im April 2019 auf 55,6 Prozent im April 2020. Die Windkraft hat mit einem Gesamtanteil von 24,2 Prozent somit die Nase vorn, Photovoltaik folgt mit 17,2 Prozent. Damit überholt letztere erstmals den Anteil von Kohlestrom, der im April 2020 nur einen Anteil von 16,9 Prozent erreichte.

Stopp im Straßenbau

Die geplante Verschmelzung der DEGES mit der Autobahn GmbH scheint verfassungsrechtlich kritisch. Nun droht ein kompletter Stillstand im Straßenbau.

Der Bundesrechnungshof hat beanstandet, dass durch die geplante Verschmelzung der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (DEGES) mit der Autobahn GmbH des Bundes die Trennung zwischen den Aufgaben von Bund und Ländern nicht mehr gewährleistet sei. Durch diese verfassungsrechtlichen Bedenken wurden bereits vergebene Ausschreibungen in Frage gestellt und was als gewinnbringende Reform geplant war, droht nun eine Katastrophe für die mittelständische Bauwirtschaft zu werden.  Am 06. August fand eine Beratung zu dem nun drohenden Stillstand im Straßenbau statt. „Es darf durch die geplante Verschmelzung der DEGES mit der Autobahn GmbH keine Einschränkungen bei den Vergabeverfahren im Straßenbau geben”, fordert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Es wäre fatal für unsere Infrastrukturpolitik, wenn mit dem Start der Autobahn GmbH die Auftragsverwaltung der Bundesstraßen zum Stillstand gebracht würde.” Pakleppa fordert, dass die Aufgaben klar verteilt werden, um die Bedenken des Bundesrechnungshofes zu berücksichtigen. Eine erneute Ausschreibung der Aufträge, die bereits durch die Länder an die DEGES vergeben wurden und auch der Aufbau landeseigener Auftragsverwaltungen sei genau das Gegenteil davon, was mit der Autobahnreform eigentlich beabsichtigt war.

Bei der Planung: Steckdosen nicht vergessen.

Wer zu wenige Steckdosen in seinem Eigenheim hat, hat keine andere Wahl, als die Wände aufzustemmen – und das ist aufwendig und kostenintensiv.

Gerne werden die Steckdosen bei der Hausplanung vergessen. Später, wenn man dann in seinem vermeintlichen Traumhaus lebt, regt man sich darüber auf, dass im Schlafzimmer nicht genügend Steckdosen sind, die Steckdosen in der Küche nicht bei der Küchenzeile angebracht wurden und auf der Terrasse gar nicht daran gedacht wurde, weshalb man nicht einmal eine Lampe anschließen kann. Deswegen empfiehlt es sich, anhand erster Ideen festzulegen, wie die Möbel arrangiert werden sollen. So lässt sich die Lage der Steckdosen bereits in den Plan einzeichnen. Grundsätzlich gilt: Lieber zu viele als zu wenige. Und wer einen Garten hat, sollte daran denken, dass der Rasenmäher auch Strom braucht. Um zu vermeiden, dass die Wand aufgestemmt werden muss, sobald man feststellt, dass es doch zu wenige Steckdosen sind, sollten Neubauten mit verschiedenen Leerrohren versehen werden. Sie können auch genutzt werden, wenn ein zusätzliches TV- oder Netzwerkkabel verlegt werden muss.

Wie die Digitalisierung die Baubranche retten kann

Nicht nur der Fachkräftemangel ist eine Herausforderung der Branche. Dabei gibt es viele digitale Lösungen, um diesen Problemen entgegenzuwirken.

Wie sich in den letzten Monaten gezeigt hat, ist die Baubranche weitgehend krisensicher, aber digitale Transformation und technologische Entwicklungen fordern die Branche heraus. Bauen 4.0 sorgt in großen Bereichen der Baubranche immer noch für Stirnrunzeln. Dabei gibt es vor allem fünf wesentliche Herausforderungen in der Baubranche, die durch digitale Technologien zumindest ein großes Stück weit entschärft werden können. Deswegen gilt: Große Baustoffkonzerne, Architekturbüros und Handwerker müssen digital auf Augenhöhe gebracht werden und in einem einheitlichen System vernetzt werden.

1. Sicherheit

Die Baubranche ist prädestiniert dafür, dass sich hier besonders viele, auch tödliche, Unfälle ereignen. Hier wird in schwindelerregenden Höhen und mit schweren Maschinen gearbeitet. Eine technische Möglichkeit zur Prävention ist die Vor-Ort-Bildgebung. Durch Geräte wie Drohnen oder CCTV-Kameras können Millionen von Bildern auf der Baustelle aufgenommen werden. Durch Künstliche Intelligenz werden diese analysiert und beispielsweise Orte, an denen die Absturzgefahr besonders hoch ist, identifiziert. Auch können so Personen identifiziert werden, die noch nicht ausreichend über Praktiken und Vorschriften zur Sicherheit am Arbeitsplatz aufgeklärt sind, um diese zu einer Schulung schicken zu können.

2. Ausrüstungsüberwachung

Mal weiß man nicht, wo ein Gerät ist und ein anderes mal springt es einfach nicht mehr an. Durch Sensoren können Geräte überwacht werden, um so zu ermitteln, wann es Zeit für eine Wartung oder Reparaturarbeit ist.

3. Produktivität

Die Produktivität hat sich in den letzten 20 Jahren branchenübergreifend um 25 Prozent verbessert. Da erschreckt es zu sehen, dass diese im Bausektor um lediglich fünf Prozent gestiegen ist. Dies liegt zum Beispiel daran, dass Fehler im Gebäudeentwurf zu erheblichen Verzögerungen führen oder es schwierig ist, den Zeitrahmen abzuschätzen, wie lange beispielsweise Beton zum Trocknen benötigt. Um Fehler in der Planung zu vermeiden, eignet sich das Building Information Modeling, kurz BIM. Mithilfe eines 3D-Modells, in das alle Beteiligten ihre Informationen einspeisen, können Planungsfehler vermieden und frühzeitig festgestellt werden, wenn die Arbeiten in Verzug geraten. Auch gibt es Programme, die durch Temperatursensoren feststellen können, wann der Beton ausgehärtet ist, sodass die Bauleiter ihre Aktivitäten zuverlässig planen und den Personaleinsatz optimieren können.

4. Nachhaltigkeit

Die Bauindustrie war 2018 für 39 Prozent der CO2-Emission verantwortlich. Auch die Corona-Konjunkturpakete zeigen wieder, wie wichtig die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind. Digitale Initiativen können der Branche helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern. So hilft zum Beispiel „Grünes Bauen“ dabei, den CO2-Ausstoß zu minimieren. Dazu gehört nicht nur die Verwendung nachhaltiger Materialien, auch beim Bewohnen des Gebäudes gibt es noch hohes Potenzial. So gibt es Lösungen, die ungenutzte Systeme automatisch abschalten.

5. Mangel an Kompetenz und Arbeitskräften

Die Arbeit am Bau hat leider einen schlechten Ruf, sodass der Fachkräftemangel immer bedrohlicher wird. Die Babyboomer gehen in den Ruhestand, die Millennials und Generation X wollen studieren, statt bei weniger attraktiven Arbeitsbedingungen körperlich schwer zu arbeiten. Aber durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und anderen Technologien kann das Image des gefährlichen und langweiligen Berufsfeldes revidiert werden. Auch können beispielsweise selbstfahrende Lastwagen und Bagger, wie sie zurzeit immer mehr getestet werden, Menschen ersetzen. 

Baustelle mit autonom fahrenden Baggern in Planung

Dieses Projekt der Technischen Universität (TU) Dresden und der Stadt Hoyerswerda soll die Digitalisierung am Bau entscheidend voranbringen.

Durch Ferngesteuerte und autonom agierende Baufahrzeuge wie Radlader und Raupenbagger soll in Hoyerswerda intelligentes Bauen simuliert werden. Die digitale und vernetzte Baustelle soll noch in diesem Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Das Vorhaben ist zunächst bis Ende des dritten Quartals 2022 geplant. Über Breitbandanbindungen soll das Erprobungsfeld mit der TU Dresden und deren Partnern gekoppelt werden, um Technik und Baufortschritt aus der Ferne zu steuern und zu dokumentieren. Als Teil des Forschungsfeldes Lausitz wird die digitale Baustelle vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.