DGNB zertifiziert bald nachhaltige Gebäude und Quartiere

In einer laufenden Kommentierungsphase testet die DGNB, wie gut ihre Änderungen zu Nachhaltigkeitsbestimmungen für ein Zertifikat bei allen Interessierten ankommen.

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) hat sowohl das System für Gebäude im Betrieb als auch die Kriterienkataloge für Quartiersnutzungen optimiert und letztere zu einem Dokument zusammengeführt. Bei den Änderungen handelt es sich um Optimierungen des Zertifizierungssystems. Zu beiden Weiterentwicklungen hat die DGNB eine Kommentierungsphase gestartet. Bis Ende August haben nun alle interessierten Bauherren, Planer und Auditoren die Möglichkeit, ihre Anmerkungen zu den Kriterien abzugeben. Die Kommentierung ist auf der Website der DGNB möglich. Auch ist eine Anmeldung von Pilotprojekten zur Anwendung der neuen Systemvarianten möglich. Die ersten Zertifikate sollen bereits im Oktober in München verliehen werden. „Bei Weiterentwicklungen geht es nicht allein um die Anpassung an aktuelle Normen und Regularien“, erklärt Johannes Kreißig, Geschäftsführer der DGNB. „Wir nehmen neue, relevante Themen mit auf, lassen aber auch Kriterien weg, bei denen sich die Umsetzung von Anforderungen bereits umfassend in der Praxis etabliert hat.“ Zudem wird mit jeder neuen Version auch die praktische Anwendbarkeit der Zertifizierungssysteme verbessert. Das Zertifikat stärkt die Investitionssicherheit, macht eine Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Gebäuden möglich und kann im Bereich des Portfoliomanagements eingesetzt werden.

Die Neuerungen

Das übergeordnete Ziel der Zertifizierung von Gebäuden im Betrieb ist es, diesen den Weg zur Klimaneutralität zu ebnen. Dafür wurde der gebäudeindividuelle Klimaschutzfahrplan erstellt. Außerdem ist das DGNB-System von nun an nutzungsabhängig bei allen Gebäudetypen anwendbar. Vorher gab es nur eigenständige Varianten für Büro- und Verwaltungsgebäude sowie für Shoppingcenter. Bei der Zertifizierung von Quartieren wurden die für Stadtquartiere, Businessquartiere, Event Areale, Gewerbegebiete und Industriestandorte gültigen Kriterienkataloge zusammengeführt. Je nach Nutzungstyp sind rund 30 Kriterien bei der Zertifizierung zu berücksichtigen. Außerdem gibt es nun eine andere Gewichtung der fünf Themenfelder in der Zertifizierung. Dabei fließen insbesondere die Kriterien der Prozessqualität künftig stärker in die Bewertung mit ein. „Damit wird nochmals mehr betont, dass das DGNB-System für Quartiere ein integrales Planungstool ist, mit dem die Nachhaltigkeitsqualität eines Projekts über den gesamten Lebenszyklus optimiert werden kann“, erklärt Herr Kreißig. Auch die Wichtigkeit des Themas Partizipation in der Projektentwicklung wird gestärkt.

An einem Pilotprojekt werden die Kriterien parallel zur Kommentierungsmöglichkeit getestet. Auch hier besteht für Interessierte die Möglichkeit, sich mit eigenen Projekten zu beteiligen. Erste Auszeichnungen wird die DGNB voraussichtlich bereits im Rahmen der Expo Real vom 7. bis 9.Oktober 2019 in München vergeben.

Ab wann ein Datenschutzbeauftragter Pflicht wird

Der Bundestag hat ein neues Gesetz zur Datenschutz-Anpassung verabschiedet. Das Handwerk begrüßt die Neuerungen. Was sich für kleine und mittlere Unternehmen nun ändert.

Beschäftigt ein Unternehmen oder ein Verein mehr als zehn Personen, die ständig mit automatisierter Verarbeitung von Personendaten zu tun haben, musste bisher ein Datenschutzbeauftragter bestellt werden. Dank der Neuerungen eines zweiten Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetzes liegt die Zahl der nötigen Personen für die Bestellung eines solchen Beauftragten nun bei 20 Personen. Diese Änderung wird etwa 90 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland entlasten.

Das Handwerk sieht in der Änderung einen Schritt in die richtige Richtung. Der Schritt packe allerdings nicht am richtigen Problem an. „Der Bundestag setzt mit den beschlossenen Erleichterungen beim Datenschutz ein wichtiges Signal. Die Verdoppelung der zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten relevanten Mitarbeitergrenze auf 20 Personen löst aber nicht das grundlegende Problem“, kommentiert Holger SchwanneckeGeneralsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH). Das grundlegende Problem sei weiterhin, dass für die Bundesländer verschiedene Bestimmungen gelten. „Es kann nicht sein, dass Handwerksbetriebe in Baden-Württemberg anders behandelt werden als vergleichbare Betriebe aus Bayern oder Brandenburg. Handwerksbetriebe brauchen Rechtssicherheit“, so Schwannecke. Für ihn sei die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) richtig und ausreichend. Weitergehende Regeln seien überflüssig und sollten seiner Meinung nach gestrichen werden.

Handwerk nicht mit Amazon und Co. vergleichbar

Dass für handwerkliche Betriebe die gleichen datenschutzrechtlichen Bestimmungen wie für große Internetkonzerne gelten, findet der Generalsekretär unfair: „Handwerksbetriebe stellen kein relevantes Risiko für den Datenschutz dar und sollten geringeren Anforderungen als Internetgiganten und Anbietern sozialer Medien unterstellt werden. Es macht einen Unterschied, ob ein globaler IT-Konzern oder ein regionaler Handwerksbetrieb die Daten seiner Kunden verarbeitet. Diese Unterschiede müssen in Gesetz und Praxis stärker zur Geltung kommen.“, teilt er mit. Die Bundesregierung müsse sich jetzt dafür einsetzen, den Datenschutz risikogerecht, praxisnah und für alle Betriebe umsetzbar zu gestalten. Vor allem seien hierzu Anpassungen der zahlreichen Informations- und Dokumentationspflichten nötig.

Intelligente Gebäudetechnik spart Energie für die Zukunft

In einem neuen Interview mit dem CEO von Siemens Smart Infrastructure wird klar, welche wichtige Rolle intelligente Gebäude schon bald bei uns spielen werden.

Wenn die eigenen vier Wände mit einem reden und eigenständig Wärme- und Lichtregulierung betreiben und somit den Energieverbrauch eines Gebäudes drastisch senken – so kann die Zukunft mit intelligenter Gebäudetechnik aussehen. Aber auch, wenn Gebäude intelligent sind und ihre Umgebung verstehen, kommunizieren und lernen, muss immer noch der Mensch im Mittelpunkt stehen. Diese Ansicht vertritt Cedric Neike, CEO von Siemens Smart Infrastructure in einem neuen Interview. Schon 2020 werden voraussichtlich 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein, 20 Prozent davon werden zur Gebäudetechnik gehören. Das bedeutet eine große Datenmenge, die für intelligente Gebäude aufbereitet und auch analysiert werden muss. Laut Neike werden aktuell rund 50 Prozent der Energie in einem Gebäude verschwendet. Nach einer aktuellen Studie sei es jedoch möglich, den Energieverbrauch und somit den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes durch Digitalisierung und Vernetzung um satte 80 Prozent zu senken. Längst gibt es für Gebäude nicht mehr nur die Möglichkeit, Energie zu verbrauchen, sondern auch, welche zu erzeugen. Neike bezeichnet diese Art von Gebäude als intelligente „Prosumenten“, die sich mit der Außenwelt austauschen.

Häuser als Energiebatterien nutzen

In Kanada erprobt Siemens aktuell bereits die Nutzung intelligenter Gebäudetechniken in Gebieten, in denen Elektroheizungen weit verbreitet sind. Dort wird überschüssige Wärmeenergie in Boilern direkt in den Häusern wie in einer Batterie gespeichert und kommt dann in Zeiten zum Einsatz, in denen die Gebäude weniger Strom erzeugen. Dabei werden mehrere Gebäude zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen und beziehen ihre Energie aus diesen Speichern. Laut Aussagen von Neike würde das den Bau von ein bis zwei Kohlekraftwerken überflüssig machen. Im Rahmen eines anderen Projekts hat Siemens gemeinsam mit dem amerikanischen Start-up LO3 ein Inselnetz in New York aufgebaut, in dem Gebäudeeigentümer überschüssige Solarkapazitäten an ihre Nachbarn verkaufen können. Neike freut sich über die so entstandene Gemeinschaft von Stromhändlern. Eines Tages, so die Hoffnung des Siemens-Managers, werden Gebäude „intelligent genug sein, um die Bedürfnisse der Nutzer vorauszusehen“. Sie wären damit ein Bestandteil von Lebensräumen, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt zu Gute kommen.

Digitalisierung im Straßenbau: BIM in der Bauindustrie

Building Information Modelling wird in der Bausparte immer wichtiger und ist ein hilfreiches Tool auf dem Bau. Ein „Allheilmittel“ ist es laut Bauindustrie allerdings nicht.

Der Bau von Verkehrswegen wird fast ausschließlich von öffentlichen Bauherren in Auftrag gegeben. Die Hälfte aller öffentlichen Bauaufträge entfiel auf den Bau von Straßen, die Tendenz ist steigend. Das entspricht etwa 13,7 Milliarden Euro, die in öffentlichen Bauaufträgen in den Bau von Straßen fließen. Seit Jahrzehnten staut sich hier ein Investitionsbedarf. In einem aktuellen Positionspapier bezieht die Bauindustrie Stellung zum Building Information Modelling (BIM) im Straßenbau. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe und dazu noch die knappe Personalsituation – das birgt viele Herausforderungen, die vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung und ihre Errungenschaften gemeistert werden können. „Wir leisten hier einen konstruktiven Beitrag zur Digitalisierung einer der wichtigsten Bausparten Deutschlands“, betont der Vorsitzende des Lenkungsausschusses Digitalisierung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Klaus Pacher. „Wir freuen uns auf den weiteren Dialog mit unseren Partnern im Straßenbau.“

Digitalisierung löst nicht alle Probleme

„Wir dürfen allerdings nicht dem Irrglauben verfallen, dass BIM oder Digitalisierung ein Allheilmittel sind, mit denen die vorgenannten Herausforderungen nun problemlos gelöst werden können!“, betont Dr. Walter Fleischer, Vorsitzender der HDB-Bundesfachabteilung Straßenbau. Es sei sicherlich ein sehr gutes Werkzeug, das Verbesserungen und Vorteile bringe. „Jedoch sind unverändert auch künftig Fachleute mit Ingenieurverstand sowie kaufmännischer und juristischer Erfahrung unverzichtbar“, so Dr. Fleischer weiter. Das Positionspapier zeigt auf, „wie digitale Daten im Straßenbau schon jetzt zum Vorteil aller Seiten eingesetzt werden können und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen“. Die Bauindustrie fordert alle am Straßenbau Beteiligten, also Bauausführende, Planer, Bauherren und Behörden, dazu auf, selbst Hand anzulegen und die Digitalisierung in der Bauindustrie fortschreiten zu lassen. Das Positionspapier „BIM im Straßenbau“ wurde durch ein Redaktionsteam von BIM-Experten der Straßenbauindustrie im Arbeitskreis Digitalisiertes Bauen (AKDB) des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie erstellt. Alle BIM-Broschüren stehen auf www.bauindustrie.de/publikationen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Weniger Baugenehmigungen 2019

Die Bauindustrie ist enttäuscht von der Halbjahresbilanz: Die Wohnungsbaugenehmigungen sind in den ersten sechs Monaten 2019 um etwa 2,3 Prozent zurückgegangen.

Wurden im ersten Halbjahr 2018 noch 86.110 Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern genehmigt, liegt diese Zahl im ersten Halbjahr 2019 bei enttäuschenden 83.400. Das entspricht einem Rückgang von 3,2 Prozent. Insgesamt sei der Neu- und Umbau von 164.640 Wohnungen genehmigt worden, also 3.850 Wohnungen beziehungsweise 2,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. „Wir sind von der Halbjahresbilanz ziemlich enttäuscht. Insbesondere der Rückgang im Mehrfamilienhausbau sollte – mit Blick auf die anhaltende Wohnungsknappheit in unseren Großstädten – für die Politik ein Warnruf sein. Die anhaltende Diskussion über Enteignung und Mietendeckel, könnte dazu führen, dass sich der Rückgang der Genehmigungen auch im zweiten Halbjahr fortsetzen wird. Denn damit kurbelt man den Wohnungsbau nicht an. Hiermit erreicht man nur, dass sich Investoren zurückziehen.“ Mit diesen Worten kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dieter Babiel, die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen.

Babiel kritisiert den Weg, den die Politik geht, um „an den Symptomen herumzudoktern“. Es müsste dagegen zusätzliches Bauland ausgewiesen, innerstädtische Gebäude aufgestockt und Planungskapazitäten in den Kommunalverwaltungen erhöht werden, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Auch der Wohnungsbau müsse schneller und effizienter gestaltet werden. Deshalb setzt der Verband auf einen Durchbruch beim seriellen und modularen Wohnungsbau – Stichwort Typengenehmigung und Partnerschaftsmodelle. „Damit verkürzt der serielle Wohnungsbau nicht nur die Planungs- und Bauzeit, sondern kann auch zur Kostensenkung beitragen und die Bauverwaltungen entlasten“, so Babiel.

Absturzsicherung wird oft nicht ernst genommen

Durch Absturzsicherheitssysteme können schwerwiegende Unfälle auf dem Bau vermieden werden. Aus Kostengründen missachten Betriebe aber häufig wichtige Vorgaben.

In der Statistik über Todesfälle auf Baustellen findet sich Deutschland auf einem der hinteren Plätze wieder. Dafür hat das Land aber die insgesamt fünfthöchste Verletzungsrate – trotz sehr guter Arbeitsschutzgesetze. Die Anwendung und Durchführung dieser Maßnahmen lässt allerdings noch zu wünschen übrig.

Wichtige Parameter bei der Arbeitssicherheit sind die Einhaltung vorgegebener Spezifikationen, die richtige Risikobewertung, die Qualität der Schutzausrüstung und die richtige Schulung zur Entwicklung der Nutzerkompetenz. Von den Unternehmen selbst wird die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften erwartet. Laut der HSA-Krankheits- und Todesfallstatistik für die Jahre 2016 und 2017 hat Deutschland mit 0,97 Todesfällen pro 100.000 Arbeitnehmer eine der niedrigsten Todesfallraten in der EU, allerdings erlitten 2.091 von 100.000 Arbeitnehmern mehr als vier Verletzungen in diesem Zeitraum. Das setzt Deutschland auf den fünften Platz in dieser Statistik. Und auch eine Umfrage bestätigt, dass Arbeitnehmer ihren Arbeitsschutz als nicht ernst genug genommen ansehen: Rund 18 Prozent gaben an, dass ihre Arbeit ihre Gesundheit und Sicherheit gefährden würde. Nur zwei Drittel berichten außerdem von regelmäßigen Sicherheits- und Gesundheitskontrollen.

Fehlende Maßstäbe und Kosteneinsparungen

Selbst, wenn sich Unternehmen von einem Planer bezüglich persönlicher Schutzausrüstung (PSA) beraten lassen, lassen sie oftmals vom Planer empfohlene Herstellerprodukte aus oder ändern diese, um Kosten zu sparen. Das erhöht das Gefahrenrisiko für die Arbeitnehmer. Hersteller werden nicht selten dazu aufgefordert, die Eignung von Befestigungen und Systemen zu klären. Diese Zusammenarbeit ist das A und O, wenn es um die Sicherung des Arbeitsplatzes geht, denn jede Fehlinformation kann schwerwiegende Folgen haben. Wenn diese Absturzsicherung fachkundig konzipiert, hochwertig und streng geprüft wird, bleiben die Sicherheitseinrichtungen für vier Jahre funktionstüchtig. Hat man ein Teil allerdings gegen ein anderes, günstigeres ausgetauscht, birgt das das Risiko von Verschleiß, Produktionsfehlern oder dem schlichten Versagen. Aber auch eine professionelle Montage ist unverzichtbar für die garantierte Sicherheit. Die Sicherheitsausrüstung kann nur dann Unfälle vermeiden, wenn sie auch richtig eingesetzt wird. Eine gründliche vorangegangene Schulung ist also genau so wichtig, wie die Ausrüstung selbst. Außerdem sollte immer ein Rettungsplan für den Fall der Fälle entwickelt werden.

So werden alle Gebäudehüllen luftdicht!

Luftdichtheit spielt sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung eine sehr wichtige Rolle. Eine neue kostenlose Broschüre frischt die Kenntnisse in allen Gewerken auf.

„FLiB – Luftdichtheitskonzept“ heißt die neue Broschüre des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen e.V. Der Verband möchte die Fragen beantworten, was es bei der Planung bis hin zur Umsetzung zu beachten gilt, wenn man ein Gebäude luftdicht machen will. Denn nicht nur im Neubau ist Luftdichtheit ein Standard-Kriterium, sondern auch bei der Sanierung von Bestandsbauten steht sie im Fokus. Auf 26 Seiten werden anhand der beispielhaften Sanierung eines Einfamilienhauses die Angebotsnachfrage, die Planung, Ausführung und die Überprüfung thematisiert, die auf dem Weg zu einer luftundurchlässigen Gebäudehülle wichtig sind. „Eine luftdichte Gebäudehülle verhindert, dass Feuchtigkeit in die Gebäudekonstruktion eindringen kann. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Feuchtigkeit von außen! Bei der normalen Nutzung einer Wohnung wird durch Kochen, Duschen, die Wäschetrocknung aber auch während des Schlafens Feuchtigkeit in die Raumluft eingetragen, die üblicherweise durch eine ausreichende Lüftung (zum Beispiel über manuelles Fensteröffnen) nach draußen abgeführt wird. Sind jedoch Fehlstellen (Leckagen) in der Luftdichtheitsebene vorhanden, kann die Feuchtigkeit dort eindringen“, heißt es auf der ersten Seite der Broschüre. Die Publikation richtet sich laut dem Fachverband an Handwerker, Energieberater, Architekten und Planer. Mithilfe vieler Abbildungen, Grafiken und Skizzen erläutern die Experten, wann Arbeiten wie Dachsanierung, Fenster- oder Haustüraustausch erfolgen und wie man sie aufeinander abstimmt. Erstmals vereint der Fachverband in der Broschüre sämtliche von ihm veröffentlichte Einzelpublikationen zum Thema seit Herbst 2017 und bringt diese gemeinsam auf einen neuen Stand. Das Dokument ist für jedermann frei zugänglich und auf der Website des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen herunterladbar.

Neues Handbuch hilft bei barrierefreier Planung

„Barrierefrei-Konzept“ heißt die neue Hilfe für Planer und Architekten, um ein Gebäude von vornherein für jedermann problemlos zugänglich und nutzbar zu gestalten.

Das Handbuch von Stephanie Hess, Thomas Kempen und Dr. Hans-Jürgen Krause soll Planern auf 192 Seiten den Einstieg in das komplexe Thema der Barrierefreiheit ermöglichen und liefert insgesamt 74 farbige Abbildungen und 29 Tabellen. Die vielen Seiten bieten das nötige Fachwissen, um die Barrierefreiheit frühzeitig zu berücksichtigen und sicher nachzuweisen. Das Buch verhindert mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen außerdem, dass später Mehrkosten, Nachbesserungen und Streitigkeiten um die barrierefreie Gestaltung anfallen. Je nach Gebäudeart, Nutzergruppe und Bundesland gibt das „Barrierefrei-Konzept“ immer die passenden Rechtsvorschriften an und geht somit auf alle Herausforderungen für Architekten, Planer und Baubehörden ein.

Von der Planung über Beispiele zur Ausführung

Im ersten Teil des Handbuchs lernen die Leser etwas über die Rahmenbedingungen und baurechtlichen Grundlagen der Barrierefreiheit. Der zweite Teil widmet sich bereits der Erstellung von detailreichen Barrierefrei-Konzepten: von Inhalt und Aufbau über Ablauf und den Beteiligten bis hin zur Baubegleitung und Abnahme. Dabei begleitet ein Musterkonzept die Ausführungen, das ausführlich zeigt, wie die Maßnahmen klar und eindeutig dargestellt und wie gleichzeitig Besonderheiten, Abweichungen und Kompensationsmaßnahmen klargestellt werden können. Beispiel-Konzepte helfen beim Aufstellen eigener Planungen und erleichtern das Prüfen und Bewerten von Konzepten anderer. Auch enthält das Buch alle wichtigen Symbole und Planzeichen des Fachgebiets, um Bauzeichnungen und Pläne optimal kennzeichnen zu können. Um diese direkt verwenden zu können, stehen die Symbole und Zeichen auch zum Download bereit. Der rechtliche Teil kommt im Buch nicht zu kurz: Übersichtliche Anforderungskataloge nach DIN 18040 und die Technischen Regeln für Arbeitsstätte (ASR) bündeln die Anforderungen an öffentlich zugängliche Gebäude, Wohnungen, den öffentlichen Verkehr und Freiraum sowie Arbeitsstätten. Zu kaufen gibt es das Handbuch sowohl gedruckt als auch als eBook unter anderem bei Weltbild und bei Amazon zu einem Einführungspreis von 69 Euro.

Mitarbeiterwohnungen nicht mehr steuerlich belastend

Das Baugewerbe freut sich über eine aktuelle Entscheidung des Bundeskabinetts: Die verbilligte Vermietung von Wohnungen durch Arbeitgeber wird steuerlich erleichtert.

Wohnen Mitarbeiter in einer Mietwohnung, die durch ihren Arbeitgeber als Mitarbeiterwohnung zur Verfügung gestellt wird, müssen diese einen geldwerten Vorteil versteuern. Der Wert dieses Vorteils wird nach dem ortsüblichen Mietwert bemessen. Wenn die verbilligte Miete allerdings mindestens zwei Drittel dieser ortsüblichen Miethöhe beträgt, dann sollen die Mieter diesen Vorteil ab sofort nicht mehr versteuern müssen. Ziel ist es, das Angebot an bezahlbaren Wohnungen zu vergrößern. Für den Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), Felix Pakleppa, schafft dieser Beschluss genau die richtigen Anreize: „Die Initiative der Bundesregierung, das Mitarbeiterwohnen zu erleichtern, ist richtig und wird mit dazu beitragen, die angespannte Lage am Wohnungsmarkt zu entlasten. Es sind genau solche Investitionsanreize, die wir in der derzeitigen Lage brauchen, um den Wohnungsbau wirksam voranzubringen.“ So habe es in den 70er Jahren noch etwa 450.000 solcher Werkswohnungen gegeben, heute habe sich die private Wirtschaft aus dem Feld fast vollständig zurückgezogen. „Dabei können Mitarbeiterwohnungen ein Modell sein, das gerade Menschen mit kleineren und mittleren Einkommen hilft, angemessenen Wohnraum zu finden.“ Außerdem biete das Angebot solcher Mitarbeiterwohnungen den weiteren Vorteil, dass Unternehmen diese auf betriebseigenen Grundstücken bauen lassen können, die nicht mehr für den Geschäftsbetrieb erforderlich sind. Das behebe das zentrale Problem des mangelnden Bauplatzes. „Neben der Möglichkeit, sich so als attraktiver Arbeitgeber auf dem hart umkämpften Markt um qualifizierte Fachkräfte zu positionieren, sind die Mitarbeiterwohnungen also einer von vielen wirksamen Hebeln, um der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt Herr zu werden.“

Bildung in Handwerk und Industrie wird modern

NRWs Handwerk, Industrie und die Landesregierung haben einen Pakt unterzeichnet. Eine Investitionsoffensive soll 40 Millionen Euro jährliche Förderung möglich machen.

Die führenden Köpfe des Handwerks und der Industrie Nordrhein-Westfalens haben den „Modernisierungspakt Berufliche Bildung“ unterzeichnet. Zu den entscheidenden Personen gehören Arbeitsminister Karl-Josef Laumann, Andreas Ehlert als Präsident von Handwerk.NRW, der Präsident des Unternehmerverbands Handwerk NRW Hans-Joachim Hering, Hans Hund als Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertages und Thomas Meyer von der IHK NRW. Mit dem Modernisierungspakt starten sie in eine Investitionsoffensive an den überbetrieblichen Bildungsstätten (UBS) von Handwerk und Industrie.

Fördermittel werden künftig verdoppelt

Den Kern des Modernisierungspaktes bildet die Verdoppelung der Fördermittel des Landes auf acht Millionen Euro. Ziel ist es, die 120 beruflichen Bildungszentren in den nächsten zehn Jahren zu modernisieren und fit für die Zukunft zu machen. Zusammen mit den Eigenmitteln von Handwerk und Industrie und auch der Bundesförderung können so jährlich etwa 40 Millionen Euro investiert werden. Der erste große Investitionsschub soll bis 2022 passieren. „Wenn wir von der Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung reden, muss diese Gleichwertigkeit auch in politischem Engagement und Investitionsbereitschaft sichtbar sein“, so Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). „Um junge Menschen für die duale Ausbildung zu begeistern und sie bestmöglich zu qualifizieren, brauchen wir moderne Bildungszentren und Ausstattung auf dem neuesten Stand der Technik.“ Gleichzeitig wurde bei der Vereinbarung beschlossen, das Förderverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen, wenn irgendwo zügig Geld gebraucht wird.

Attraktive Bildungszentren

„Mit der öffentlich verantworteten Bildungsinfrastruktur in Trägerschaft des Handwerks leistet unser Wirtschaftsbereich einen sehr wichtigen gesellschaftspolitischen Beitrag für Bildung und Qualifizierung im Land“, betont Hans Hund. „Der Modernisierungspakt ist ein Schlüsselanliegen von uns, um die Bildungszentren attraktiv zu halten und zukunftsfähig zu machen.“ Das ganze Vorhaben sei außerdem sehr eng an den Bedürfnissen der Betriebe organisiert. „Die vielfältige Bildungsinfrastruktur in Trägerschaft von Kammern, Innungen, Kreishandwerkerschaften und Verbänden spiegelt die Bereitschaft der Wirtschaft wider, eigene Angelegenheiten in eigener Verantwortung zu regeln“, so Andreas Ehlert. Die enge Orientierung an den Anforderungen der Betriebe und des Arbeitsmarktes können besser gewährleistet werden, wenn die Bildungseinrichtungen von der Wirtschaft selbst getragen werden, und nicht vom Staat. Es sei deshalb ein starkes Signal, dass die Landesregierung diese Strukturen durch die Erhöhung der Mittel unterstützt. „Mit dem Modernisierungspakt wird eine zentrale Empfehlung der Enquetekommission zur Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen umgesetzt.“