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Starkes Signal für Gleichwertigkeit beruflicher Bildung

Ein Ticket, das in ganz NRW gilt. Verkehrsminister Wüst stellte das Konzept nun vor, das Azubis, aber unter anderem auch FSJ’ler und Meisterschüler nutzen sollen.

Im Sommer soll kommen, was für Studenten schon längst zum Alltag gehört: Ein NRW-weites Azubiticket. Die vier Verkehrsverbünde in NRW haben sich geeinigt und können nun ein einheitliches Ticket anbieten. Nutzen können das Angebot aber nicht nur Auszubildende, sondern auch junge Menschen die einen Bundesfreiwilligendienst, ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr absolvieren sowie Meisterschüler und Beamtenanwärter des mittleren Dienstes.

Erworben werden kann das Ticket als Zuschlag auf die verbundweiten Tickets. Preislich kommt dann ein Aufschlag von 20 Euro im Monat auf die Verbundtickets. Azubis zahlen für ein NRW-weites Ticket dann monatlich maximal 82 Euro. Mit den Verkehrsverbünden einigte man sich außerdem darauf, dass sowohl die verbundweiten, als auch das landesweite Zuschlagticket bis Ende Juli 2023 nicht teurer werden dürfen.

Guter Einstieg

„Die jetzt gefundene Lösung ist ein guter Einstieg in attraktive Mobilitätsangebote für Auszubildende. Minister Hendrik Wüst und alle beteiligten Akteure setzen damit ein starkes Signal für die Gleichwertigkeit der beruflichen Bildung“, begrüßte Andreas Ehlert das Angebot. Der Präsident von Handwerk.NRW verdeutlichte außerdem die Bedeutung eines NRW-weit einheitlichen Tickets besonders für die Regionen, durch die Verbundgrenzen laufen. „Ausbildung darf nicht an Verbundgrenzen scheitern. Das landesweite Azubi-Ticket könnte es zum Beispiel Ausbildungssuchenden aus dem Ruhrgebiet erleichtern, einen Ausbildungsplatz in Westfalen anzunehmen.“

Hans Hund, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags, blieb etwas zurückhaltender: „Am Ende wird es darauf ankommen, wie die Konditionen wahrgenommen werden im Vergleich zu den bisherigen Verkehrsverbundtickets, zu Azubi-Tickets in anderen Bundesländern wie in Hessen, wo Auszubildende einen Euro pro Tag zahlen, oder zum Semester-Ticket in NRW.“

Wichtig im ländlichen Raum

Mit dem Ticket sorge man für gleiche Bedingungen bei dualen und akademischen Ausbildungen und folge damit der Handlungsempfehlung der Enquetekommission „Zukunft von Handwerk und Mittelstand in Nordrhein-Westfalen gestalten“, so der CDU- Landtagsabgeordnete Matthias Goeken, der um die Bedeutung eines solchen Tickets für den ländlichen Raum wisse. Der Bäckermeister zeigte sich außerdem erfreut über die Tatsache, dass das Azubi-Ticket ein freiwilliges Angebot bleibt und es so als Zusatzangebot zu bestehenden lokalen und verbundweiten Angeboten ausgestaltet wird.

Auszubildende unterstützen

Möchten Arbeitgeber ihre Auszubildenden mit einer Bezuschussung des Tickets unterstützen, können sie die Kosten als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen. Vorteile gibt es dabei für beide Seiten, denn wird der Preis für das Ticket geteilt, zahlen Azubis nur noch maximal 41 Euro im Monat für die landesweite und 31 Euro für die verbundweite Version.

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