Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau

Der Bundesrat hat den Sonderabschreibungen bei Mietwohnungsneubau zugestimmt. Damit bieten sich privaten Investoren nun neue Planungssicherheiten.

„Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Es geht um die ab sofort möglichen Sonderabschreibungen, die es privaten Investoren im Mietwohnungsneubau erlauben, bis zu 28 Prozent steuerlich abzusetzen. Fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung können Investoren ab sofort bei der Steuer geltend machen, dazu kommt die bereits geltende lineare Abschreibung für Abnutzung über zwei Prozent. Diese Sonderabschreibung ist befristet auf vier Jahre. So können die Investoren in den ersten vier Jahren insgesamt 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten steuerlich abschreiben. Voraussetzung dafür ist, dass es sich nicht um eine Luxuswohnung handelt: Der Gesetzgeber gibt maximale Herstellungskosten von 3.000 Euro je Quadratmeter vor, die nicht überschritten werden dürfen. Das hat zum Ziel, dass der Bau bezahlbarer Mietwohnungen angeregt wird. Außerdem dürfen die neuen Wohnungen nicht als Ferienwohnungen vermietet werden, sie müssen also dauerhaft bewohnt sein.

Weitere langfristige Maßnahmen gefordert

„Die Sonderabschreibung ist überfällig gewesen“, kommentiert Pakleppa. In Teilen des Landes sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Daher begrüße man solche Investitionsanreize. „Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert.“ Der ZDB fordert aber, spätestens nach Ablauf der befristeten Sonderabschreibung die lineare Abschreibung für Abnutzung zu erhöhen. „Die baupolitischen Herausforderungen gehören zu den großen Aufgaben dieser Dekade und müssen über langfristige Maßnahmen gestützt werden“, meint Pakleppa.

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