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Sicher und gesund durch die kalte Jahreszeit

Im Hoch- und Tiefbau sind die Risiken krank zu werden oder einen Arbeitsunfall zu haben im Winter besonders hoch. Wie können Arbeitgeber ihre Angestellten schützen?

Auch wenn sich viele Menschen wünschen, dass der Winter bereits auf der Zielgeraden ist, kann es doch gerade nochmal kurz vorm Ende richtig kalt werden. Und gerade nasskaltes Wetter, Eis und Schnee sind nicht unbedingt die besten Bedingungen für Baustellen. Denn die Gefahr sich zu erkälten oder die eines Arbeitsunfalls ist hoch. „Deshalb müssen die Unternehmen und Beschäftigten für persönlichen Kälteschutz und ein sicheres Arbeitsumfeld sorgen“, bringt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) die Aufgaben auf den Punkt.

Hoher Krankenstand

Im Vergleich zu anderen Branchen liegt der Krankenstand im Hoch-und Tiefbau laut Fehlzeitenreport 2018 der AOK deutlich höher. Mit einer durchschnittlichen Arbeitsunfähigkeit von 15 Tagen sind es rund 3,3 Tage mehr. Verglichen mit den Angestellten von Versicherungen und Banken sind es sogar 5,7 Tage. Dabei seien vor allem für Klein- und Mittelbetriebe solche krankheitsbedingten Ausfälle ein erheblicher Kostenfaktor.

Einfach vorbeugen

„Wer körperlich schwer arbeitet, kommt ins Schwitzen und ohne Winterschutzkleidung ist eine Erkältung vorprogrammiert“, so Arenz. Und häufig sei falsche Bekleidung die Ursache für Erkältungen und chronische Atemwegserkrankungen. Daher rät der Präventionsleiter dazu, mehrere Lagen Kleidung übereinander zu tragen, inklusive Fleeceschicht – der klassische Zwiebellook. Aufgabe der äußeren Schicht ist es dabei, die Nässe vom Körper fernzuhalten und den Schweiß nach außen abzugeben. Arbeitgeber sind durch das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet per Gefährdungsbeurteilungen zu prüfen, welche persönlichen Schutzausrüstungen sinnvoll sind. Anschließend müssen sie dann für den entsprechenden Schutz ihrer Beschäftigten sorgen. „Sinnvoll ist die Bekleidung etwa nach den Normen DIN EN 20471 oder DIN EN 343, die den Wetterschutz mit der Warnfunktion kombiniert“, weiß Arenz. Darüber hinaus seien für den jeweiligen Arbeitsplatz geeignete Schutzhandschuhe und Sicherheitsschuhe der Kategorie S3 mit rutschfesten Sohlen sowie Industrieschutzhelme, zum Beispiel nach DIN EN 397, zu stellen. Auch Wintermützen zum Unterziehen seien nicht zu vergessen.

Eine weitere Möglichkeit Unfällen von vornerein vorzubeugen, ist die Beleuchtung. In den dunklen Monaten sollten Arbeitsplätze je nach Tätigkeit mit bis 500 Lux starken Leuchten ausgestattet sein. Auf Verkehrswegen ist blendfreies Licht mit mindestens 20 Lux sinnvoll.

Unfallpotential

Unfälle vorbeugen und damit unangenehme Überraschungen vermeiden können Unternehmen, wenn sie bei der Bauprojektplanung und der Ausschreibung die Jahreszeiten beachten und den Winterdienst bereits einplanen. Denn Streu- und Räumpflichten seien zu beachten, damit den Beschäftigten nichts passiert, mahnt Arenz. Auf deutschen Baustellen passieren in der Winterzeit viele Unfälle. Im Winter 2017/2018 waren es über 23.000 meldepflichtige Unfälle, meldete die BG Bau.

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