Sakret Europa darf keine fremden Aufgaben mehr übernehmen

Das Bundeskartellamt hat der Sakret Trockenbaustoffe Europa GmbH & Co. KG (Sakret Europa) untersagt, weiterhin Aufgaben für ihre Gesellschafter zu übernehmen.

Bisher hat das Unternehmen für seine Gesellschafter und Unterlizenznehmer Vertriebsaufgaben beim Absatz von Trockenbaustoffen an Baumärkte und den Baustoffhandel übernommen. Das Bundeskartellamt untersagt die weitere Übernahme solcher Aufgaben. „Kleineren und mittleren Unternehmen eröffnet das deutsche Kartellrecht die Möglichkeit, im Rahmen eines Mittelstandskartells größenbedingte Nachteile gegenüber Großkonzernen auszugleichen. Im Falle von Sakret Europa erfolgte dies etwa durch einen gemeinsamen Markenauftritt und die Zentralisierung bestimmter Vertriebsfunktionen“, erläutert der Präsident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt, die Entscheidung. „Durch den Einstieg des Großkonzerns Knauf durch Übernahme mehrerer beteiligter Mittelständler hat der Verbund dann aber im Laufe der Zeit so hohe Marktanteile erreicht, dass eine weitere Duldung der bestehenden Strukturen durch das Bundeskartellamt nicht mehr möglich war.“ So sei eine kartellrechtskonforme Umgestaltung und Fortführung des deutschen Sakret Vertriebssystems laut Bundeskartellamt durchaus möglich und zu begrüßen, um kleine und mittlere Anbieter weiterhin zu stärken. Peter Aping, Geschäftsführer der Sakret Europa, reagierte schnell auf die Veröffentlichung des Bundeskartellamtes: „Um […] die Sakret-Gruppe in die Zukunft zu führen, wollen wir uns in den kommenden Wochen organisatorisch neu aufstellen.“ Es ist also eine Umstrukturierung im Unternehmen geplant.

Spürbare Wettbewerbsbeschränkung für Wettbewerber

Über 500 Produkte in mehr als 3.000 Produktvarianten umfasst das Sakret-Produktsortiment für die Anwendungsbereiche Mauerwerk, Fassade, Innenwand/Decke, Boden, Betonbau und noch viele mehr. Im Vertrieb an Baumärkte verhandelt die Sakret Europa zentral die Preise und Konditionen für ihre Gesellschafter. Im Verhältnis zum Baustofffachhandel verhandelt sie aber nur Rahmenkonditionen, während die Preise dezentral von den Unterlizenznehmern bestimmt werden. Somit vereinheitlicht Sakret Europa das Marktverhalten ihrer Gesellschafter und Unterlizenznehmer. Das Bundeskartellamt sieht darin eine spürbare Wettbewerbsbeschränkung auf den betroffenen Baustoffmärkten. Seit Einleitung des Verfahrens 2010 hatte das Kartellamt vorgeschlagen, die wettbewerbliche Problematik der Präsenz des Großunternehmens Knauf in der Kooperation einvernehmlich zu lösen. Das kann zum Beispiel durch eine Fortsetzung der Kooperation ohne Knauf passieren.

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