Rückenschmerzen vom Heben und Tragen

Auf dem Bau wird viel Gewicht gehoben und hin- und hergetragen. Das sorgt deutschlandweit für Rückenprobleme. Aber wie viel Gewicht dürfen Arbeitnehmer eigentlich tragen?

Nicht nur auf dem Bau, auch im Büro und an der Supermarktkasse klagen die Angestellten oft über Rückenschmerzen. Dabei sind Arbeitnehmer, die viel heben und tragen müssen, besonders anfällig für solche Schmerzen. 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung mindestens einmal jährlich an Rückenschmerzen. Laut der Deutschen Unfallversicherung klagen 40 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen über Schmerzen im unteren Rücken, die Beschwerden über Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich belaufen sich auf 45 Prozent bei den Männern und auf fast 58 Prozent bei den Frauen.

Arbeiter auf dem Bau sind besonders davon betroffen. „Anders als in Produktionsbetrieben, in denen sich Arbeitsabläufe oft wiederholen, ist es bei Arbeiten auf Baustellen manchmal schwierig, technische Hilfsmittel zur Entlastung einzusetzen“, sagt Dr. Falk Liebers gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. Er ist Facharzt für Arbeitsmedizin und arbeitet bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA).

Wie viel dürfen Männer und Frauen tragen?

Da es keine gesetzlichen Richtwerte zur maximalen Traglast gibt, kann der Facharzt lediglich aufgrund von Risikofaktoren schätzen, ab wann es gefährlich wird. „Wir gehen davon aus, dass ab einem Gewicht von 25 Kilogramm bei Frauen und 40 Kilogramm bei Männern bereits beim einmaligen Heben eine Gefährdung der Gesundheit vorliegen kann“, antwortet Dr. Liebers der Deutschen Handwerkszeitung auf diese Frage. Dabei betont er allerdings, dass er damit noch nicht auf individuelle Faktoren wie die Häufigkeit des Hebens oder auch die Körperhaltung und Greifmöglichkeiten eingeht, die eine wichtige Rolle spielen. Die einzigen Grenzwerte, die in einer gesetzlichen Form festgelegt sind, gelten für werdende Mütter und Jugendliche. So dürfen Schwangere keine regelmäßigen Lasten über 5 Kilogramm und keine gelegentlichen Lasten von über 10 Kilogramm tragen. Für Jugendliche gilt eine Grenze von 8 Kilogramm für Frauen und 14 Kilogramm für Männer. Diese Lasten dürfen allerdings nur über eine kurze Strecke getragen werden.

Rückenkurse mit Mitwirkungspflicht

Gerade in körperlich schweren Berufen sollten Arbeitgeber präventive Maßnahmen gegen Rückenprobleme fördern und den Mitarbeitern zur Verfügung stellen. Mittlerweile gibt es beispielsweise viele Rückenkurse, die von Betriebsärzten oder Berufsgenossenschaften durchgeführt werden. Bei Maßnahmen, die der Arbeitgeber beschlossen hat, haben die Arbeitnehmer zwar keine Teilnehmerpflicht, aber eine gewisse Mitwirkungspflicht. Hilfsmittel, die zur Verfügung stehen, sollten genutzt werden. Oft werden Fehler in der Körperhaltung oder in Arbeitsgewohnheiten aufgedeckt, die dann behoben werden können.

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