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Gibt es bald einen Azubi-Mindestlohn?

Bildungsministerin Anja Karliczek von der CDU hat Reformpläne: es soll einen Mindestlohn für Auszubildende geben. Außerdem ist sie für neue Abschlussbezeichnungen.

Für die Bildungsministerin muss es für die Auszubildenden eine ausgewogene Mindestvergütung geben, um ihnen eine Wertschätzung entgegenzubringen. Auch sollen damit leerbleibende Lehrstellen attraktiver werden. So lehnt sie sich mit ihrem Vorschlag einer Mindestvergütung von 504 Euro an das Schüler-Bafög an, das auswärts wohnende Fachschüler derzeit bekommen. Für die Folgejahre schlägt sie eine Erhöhung von jeweils fünf, zehn und 15 Prozent vor. Der Vorschlag könnte schon bald im Kabinett diskutiert werden.

Bedeutung für Handwerksbetriebe

Die Gefahr für die betroffenen Betriebe besteht vor allem im Handwerk darin, die Auszubildenden nicht mehr bezahlen zu können. Das könnte bedeuten, dass viele kleinere Betriebe keine Ausbildungsplätze mehr anbieten. Deshalb würde man es hier lieber weiter den Sozialpartnern überlassen, eine geeignete Vergütungshöhe festzulegen. Das hat aber langsam ein Ende, meint auch der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer: „Die Mindestausbildungsvergütung ist politisch beschlossen und wird kommen.“ Wichtig sei allerdings, dass diese nicht zu hoch ausfällt: „Mehr als die rund 500 Euro im ersten Lehrjahr dürfen es keinesfalls werden“, um zu verhindern, dass sich aufgrund der hohen Kosten kleinere Betriebe aus der Ausbildung zurückziehen.

Die Reformpläne haben eine große Diskussion ausgelöst. SPD und Gewerkschaften sehen in den knapp 500 Euro eine viel zu kleine Vergütung. „Die Mindestausbildungsvergütung ist eine Anerkennung für geleistete Arbeit. Sie sollte sich deswegen am Tarifgefüge orientieren und nicht an einer Sozialleistung wie dem Schüler-Bafög“, sagte die zuständige SPD-Berichterstatterin Yasmin Fahimi. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schlägt eine an die durchschnittlichen tariflichen Jahres-Ausbildungsvergütungen angelehnte Mindestvergütung vor. Diese liegt nach den Zahlen für 2017 bei 635 Euro brutto für das erste Lehrjahr.

Bald neue Abschlussbezeichnungen?

Auch stießen Pläne für neue Abschlussbezeichnungen von Karliczek auf Unverständnis im Handwerk. So plant diese Bezeichnungen wie „Berufsspezialist“, „Berufsbachelor“ (für den Meister) und „Berufsmaster“. Der ZDH unterstützt diese Vorschläge und setzt sich dafür ein, dass es Bezeichnungen gibt, die sich mehr an akademische Titel anlehnen. Dabei hat Wollseifer allerdings Begriffe wie „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“ im Sinn. Mit der Bildungsministerin sei bereits abgeklärt, dass diese Abschlussbezeichnungen die herkömmlichen auf dem Zeugnis nur ergänzen und nicht ersetzen werden. Das teilte Wollseifer der Augsburger Allgemeinen mit. Der Meistertitel werde so zukünftig mit „Bachelor Professional“ ergänzt. Der Titel des Betriebswirts werde durch „Master Professional“ und der des Gesellen durch „Professional Expert“ ergänzt.

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Die EU ist wichtig für das Handwerk

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) bekennt sich ganz klar zur Europäischen Union und macht deutlich, wie wichtig sie für Bürger und Unternehmen ist.

Sieben Seiten hat das Dokument, in dem der Verband herausstellt, dass die Union nicht nur für das Handwerk wichtig ist. „Europa – Wert und Mehrwert“ lautet der Titel des Papiers. „Die Europäische Union muss auch in der Zukunft Friedens-, Wohlstands- und Sicherheitsgarant bleiben“, heißt es in der Einleitung seitens des ZDH-Präsidenten Hans Peter Wollseifer. „Das Handwerk ist für ein Europa, das groß ist in den großen Fragen, und das sich klein macht bei den Fragen, die sich besser im kleineren nationalen Rahmen lösen lassen. Sicherheit, Migration, internationaler Wettbewerb, Klimawandel: Da brauchen wir mehr Europa – und nicht weniger. Gleichzeitig bleibt das Prinzip der Subsidiarität wichtig: Was die Mitgliedsstaaten besser regeln können als die EU, das sollen sie auch weiterhin selbst regeln können. Eingriffe etwa in die nationalen Kompetenzen zur Berufsregulierung lehnen wir ab“, sagte Wollseifer.

Herausforderung Brexit

Der Präsident warnt auch vor den Folgen des Brexits, vor allem vor denen eines „No-Deal-Brexits“. Da das Handwerk Zulieferer für die deutsche Industrie sei, würden die Betriebe die Folgen mittelbar zu spüren bekommen. „Ungeachtet der ohne Zweifel bestehenden Herausforderungen ist nicht die EU das Problem, wie es uns derzeit Viele einreden wollen, sondern im Gegenteil: Die EU ist die Lösung. Das Handwerk sagt Ja zu Europa“, so Wollseifer.

Insgesamt fordert der ZDH vor allem Verbesserungen für mittelständische Betriebe. Die EU müsse weiter auf den bisherigen Errungenschaften aufbauen und insgesamt noch „wettbewerbsfähiger, innovativer und mittelstandsfreundlicher werden“. Zu hohe bürokratische Auflagen würden insbesondere kleine mittelständische Unternehmen momentan sehr belasten. Von den europäischen Förderprogrammen aber würden kleinere und mittlere Unternehmen deutlich profitieren. So fließen laut Angaben des Verbands 20 Prozent der gesamten Mittel der Regionalförderung in Deutschland an mittelständische Betriebe.

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Solaranlagen auf dem Dach: ganz oder gar nicht!

Hausbesitzer, die ihr Dach mit Solarmodulen auskleiden wollen, sollten lieber gleich die ganze Fläche nutzen. Alles andere lohnt sich nicht, sagt eine neue Untersuchung.

Wenn schon, denn schon: wer das gesamte Dach für eine Photovoltaikanlage ausnutzt, der holt die höchste Rendite raus. Zu diesem Schluss kommt eine von der Verbraucherzentrale NRW beauftragte Untersuchung. Diese führte die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin am Beispiel von drei exemplarischen Haushalten durch.

Nach vielen Simulationen und Berechnungen können die Experten zusammenfassend sagen: nutzt man nicht die gesamte Fläche seines Dachs und richtet die Größe der installierten Fläche nur nach dem Stromverbrauch des Haushalts aus, gehen sowohl die potentiell hohe Wirtschaftlichkeit als auch der Aspekt des Klimaschutzes verloren.

Knackpunkt Batteriespeicher

Eine weitere Rolle spielen Batteriespeicher, die negative Auswirkungen auf die Rendite haben. Deshalb raten die Experten eher dazu, möglichst viele Module zu nutzen, anstatt einen Speicher anzuschaffen. Insgesamt 20 Vergütungsjahre hat die Photovoltaikanlage, nach etwa zehn bis 15 Jahren sei allerdings wahrscheinlich der Austausch des Speichers nötig. Damit kommt die Gesamtinvestition auf eine viel höhere Summe, als wenn man von vornherein mehr in eine größere Fläche investiert hätte. Ein angeschaffter Speicher holt diese Kosten in der gesamten Nutzung nicht raus. Hat man nur eine kleine Anlage, die noch nicht einmal zur Deckung des Haushaltsstrombedarfs ausreicht, können außerdem sogenannte Smart Meter unwirtschaftlich wirken. Die intelligenten Stromzähler, die in ein Kommunikationsnetz eingebunden sind, fallen oft mit hohen Anschaffungs- und Wartungskosten ins Gewicht. Für eine kleine, private Anlage lohnt sich die Anschaffung eines solchen Systems also nicht.

Mögliche Renditen

Dass die Anschaffung einer Photovoltaikanlage sich aber durchaus sehr lohnen kann, zeigen folgende Ergebnisse: neue Anlagen können unter aktuellen Bedingungen Renditen von 2,8 bis 4,7 Prozent erzielen. Und sogar bei größeren Anlagen, bei der eine EEG-Umlage nötig ist, können immer noch gute Renditen erzielt werden. Die gesamte Studie finden Interessierte auf der Website der Verbraucherzentrale NRW.

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Stadt und Land als Gefüge

Das Bündnis „Leben auf dem Land“ setzt sich für die Stärkung des Handwerks im ländlichen Raum ein. Viele Partner lehnen den Vorschlag zur Stärkung von Großstädten ab.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund sind Partner des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft im Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“. Diese Partner haben sich nun gegen einen Vorschlag des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung ausgesprochen, sich mit bestehenden Fördermitteln auf ostdeutsche Großstädte und Ballungsräume zu konzentrieren. Seitens der Partner wurde die Sorge geäußert, dass eine Schere zwischen städtischen und ländlichen Regionen entstehen könnte.

Ländliche Räume wichtig für das Handwerk

Das feste Ziel der Aktion „Leben auf dem Land“ liegt darin, vor allem die ländlichen Räume unter dem Motto „regional vernetzt, gemeinsam stark“ zu stärken und hier Entwicklungsimpulse zu setzen. Die örtlichen Wirtschaftsstrukturen müssten erhalten, weiterentwickelt und eine Nachfolge müsse abgesichert werden. Würde man dem Vorschlag des Instituts aus Halle folgen, würde man genau das Gegenteil bewirken und ländliche Regionen wieder außen vor lassen. Ländliche Räume seien aber wichtige Standorte für Handwerks-, Industrie-, Einzelhandels- und Dienstleistungsbetriebe. Die politischen Forderungen des Bündnisses bestehen zum Beispiel aus dem Ausbau des Glasfasernetzes sowie mehr regionale Mobilitätsangebote in diesem durchaus wirtschaftlich relevanten Raum.

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Brauchen Betriebe bald Toiletten für drittes Geschlecht?

Seit Januar 2019 gibt es neben männlich und weiblich das dritte Geschlecht divers. Unternehmen fragen sich nun, ob sie für eine neue getrennte Toilette sorgen müssen.

Bei Stellenanzeigen sind die Änderungen bereits wirksam. Hier wird immer nach (m/w/div.) gesucht. Das Geschlecht divers tragen intersexuelle Personen, die biologische Merkmale beider Geschlechter aufweisen. Die Anerkennung des dritten Geschlechts hat, wie in den Stellenanzeigen, auch Auswirkungen auf den Arbeitsalltag. So fragen sich Unternehmen zunehmend: Müssen wir jetzt eine neue getrennte Toilette einrichten? Doch nach der aktuellen Rechtsgrundlage ist das definitiv nicht nötig, das betonte zuletzt die Handwerkskammer zu Köln.

Kennzeichnung beachten

Für die Nutzung von WCs gibt es allerdings bestimmte Handlungsvorschläge. Hier gelten nach wie vor die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR)“. Nach diesen darf in einem Betrieb mit bis zu neun Beschäftigten auf eine nach Geschlechtern getrennte Toilette verzichtet werden, sofern eine zeitlich getrennte Nutzung der gemeinsamen Toilette möglich ist. Bei mehr als zehn Beschäftigten bedarf es allerdings getrennter Toiletten. Zwar gibt es noch keine bestimmten Regelungen dazu, wie man das dritte Geschlecht berücksichtigen kann, mit einfachen Änderungen umgeht man allerdings eine mögliche Diskriminierung. So sollte auf einer gemeinsam genutzten Toilette eine Kennzeichnung das dritte Geschlecht mithilfe einer Abkürzung (d. oder div.) oder einem passenden Symbol ausgeschildert werden. Auch bei getrennten Toiletten empfiehlt es sich, beide Türen mit einer ergänzenden Beschriftung zu versehen. In Handwerksbetrieben mit Kunden-WCs sollte man ebenfalls eine geeignete Kennzeichnung anbringen, um auf der sicheren Seite zu sein.

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Schalldämmung aus dem 3D-Drucker

Eine Reduzierung von Lärm um bis zu 94 Prozent: das schafft ein neues Metamaterial, das Forscher der Boston University entwickelt haben. Aber wie macht es das?

Mit einem 3D-Drucker schafften es die beiden Mathematiker Xin Zhang (Projektleiterin) und ihr Doktorand Reza Ghaffarivardavagh, ein kleines ringförmiges Bauteil herzustellen, das Geräusche und Lärm soweit reduzieren kann, dass sie für das menschliche Gehör nicht mehr wahrnehmbar sind. Der Grund für die Entwicklung des Schalldämmers liegt anscheinend in den bisher bestehenden und eher unpraktischen schalldämpfenden Möglichkeiten: laut Ghaffarivardavagh sind diese zum Beispiel aus dicken schweren Wänden und somit in vielen Fällen schlichtweg ungeeignet.

Wie funktioniert sowas?

Als Metamaterialien bezeichnet man künstlich hergestellte Werkstoffe, die in der Form nicht in der Natur auftreten. Der neuartige „Schallschlucker“ ist so geformt, dass er Schallwellen, die von außen eintreffen, zur Schallquelle zurückschickt. Im Inneren des ringförmigen Bauteils finden dann Überlagerungen von Schallwellen statt, die als Gegenschall schallvernichtend sind. So kommt zum Schluss also ein viel leiseres Geräusch heraus. Luft allerdings kann das Teil ungehindert durchströmen – das wird in Hinblick auf die zukünftig mögliche Einsetzbarkeit sehr wichtig. So können sich die Entwickler die Nutzung des Materials in schalldichten Wänden vorstellen. Auch Drohnen könnten so abgeschirmt werden, dass deren Motorgeräusche nicht bis zur Erde zu hören sind. „Wir wollen die Welt leiser machen“, so Zhang.

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Neues Zertifikat für Hersteller

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima hat auf der Messe ISH 2019 sein neues Qualitätssiegel „Qualifizierter Hersteller“ vorgestellt. Zehn Betriebe wurden schon ausgezeichnet.

Ein neues Qualitätssiegel des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) soll nun Kunden und Betrieben bei der Auswahl eines Unternehmens helfen. Am 12. März sind so auf der Weltleitmesse IHS in Frankfurt bereits zehn Unternehmen ausgezeichnet worden. Damit tragen sie nun den Titel als „Qualifizierter Hersteller“. Die zehn Unternehmen sind Geberit, Grundfos, Judo, KSB, Oventrop, Purmo, Reflex, Roth, Toto und WILO.

„Mit unserem neuen Qualitätszeichen bieten wir erstmals eine herstellerunabhängige, neutrale Unterstützung für Kaufentscheidungen im wachsenden SHK-Produktbereich. Dafür steht der ZVSHK ab heute mit seinem Logo“, erklärte der Präsident des ZVSHK, Michael Hilpert. Man zeichne mit der Zertifizierung eine hohe Qualität der Produkte, einen herausragenden Kundenservice und Investitionen in Forschung und Entwicklung aus.

Öffentlich und transparent

Die Zertifizierung erfolge in einem öffentlichen Verfahren und auf Grundlage transparenter Kriterien. Dabei werde regelmäßig überprüft, ob der Hersteller die Kriterien weiterhin erfüllt. Gemeinsam mit Vertretern der Hersteller, des Handwerks, sowie der Verbandsorganisation würden die Kriterien jährlich überprüft, modifiziert und erweitert. „Wir etablieren damit kein starres Bewertungssystem, sondern ein brancheninternes Qualitätssiegel, das automatisch an sich verändernde Marktgegebenheiten angepasst wird. Zudem schaffen wir mit dem öffentlichen Beteiligungsverfahren einen neuen Weg der Einbindung der von uns vertretenen Innungsbetriebe“, bekräftigte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Helmut Bramann. Interessierte Hersteller können beim ZVSHK einen Antrag auf eine Erstbewertung und somit auf eine künftige Zertifizierung stellen.

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Viele Baufirmen umgehen wichtige Verbraucherschutzrechte

Seit 2018 gilt das neue Bauvertragsrecht. Seitdem gibt es neue Verbraucherschutzrechte fürs Bauen. Viele Baufirmen sollen diese Rechte allerdings bewusst missachten.

Der Bauherren-Schutzbund e.V (BSB) unterstützt als gemeinnützige Verbraucherschutzorganisation Bauherren bei ihren Bauvorhaben und dem Immobilienerwerb. Im letzten Jahr überprüften 55 Anwälte des BSB über 2.000 Bauverträge auf Verbraucherschutz. Dabei fiel auf, dass besonders bei der Angabe zur Bauzeit und beim Zahlungsplan verbraucherfeindliche Klauseln benutzt wurden. „Die meisten Bauverträge treffen weiterhin keine konkreten Aussagen zum Fertigstellungzeitpunkt“, so Florian Becker, Geschäftsführer des Vereins. Dabei wurde das den Verbrauchern mit dem neuen Bauvertragsrecht zugesprochen, damit sie die Finanzierung des Vorhabens planen können und unter Kontrolle haben. Die Ergebnisse der Untersuchung allerdings zeigen, dass sich die Umstände für den Verbraucher kaum verbessert haben.

Verbraucherfeindliche und fehlende Angaben

Die neuen Gesetze haben ebenfalls festgelegt, dass Verbraucher bis zur erfolgreichen Abnahme eines Bauprojekts nur 90 Prozent des Gesamtpreises zahlen müssen. Dadurch haben private Bauherren ein Druckmittel, um mangelhafte Bauarbeiten schnell beseitigen zu lassen. Viele Verträge würden allerdings Zahlungspläne enthalten, die die letzte Rate nicht auf 10, sondern auf 5 Prozent oder sogar weniger festlegen. Das bietet dem Unternehmen den Vorteil, dass es auf diese letzten paar Prozent der Gesamtzahlung im Notfall verzichten könnte, ohne zu weiteren Bauarbeiten gezwungen zu sein. Außerdem sollen in den meisten Verträgen Angaben zum konkreten Baubeginn oder der Fertigstellung fehlen, obwohl das dem Verbraucher zusteht.

Was man dagegen tun sollte

Der Vorwurf des BSB liegt darin, dass unwissende Verbraucher von Unternehmen oft systematisch ausgenutzt werden. Daher geht der Verein gegen diese Art von verbraucherfeindlichen Verträgen bereits mit Unterlassungsklageaktivitäten vor. Bauherren sollten nach Empfehlung besonders kritisch auf die Verträge schauen und sich nicht darauf verlassen, dass die Unternehmen von sich aus alle Verbraucherschutzrechte einhalten. Wer sichergehen möchte, dass die eigenen Rechte eingehalten werden, sollte den Vertrag von einem unabhängigen Fachanwalt überprüfen lassen.

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Hightech-Toiletten im Durchbruch

Schon bald könnten die ersten Hightech-Klos in Deutschland verbaut werden. Intimbereich-Duschen, Sitzheizung und Geruchs-Absauger könnten dann der moderne Standard sein.

In Japan ist es längst der Standard: nach dem Toilettengang eine kurze Dusche im Intimbereich mit anschließendem angenehmen Trocken-Föhnen. Und das alles, ohne sich selbst darum kümmern zu müssen – denn das übernimmt die Toilette. Seit längerem schon versuchen die Hersteller, solche Dusch-WCs auch in Europa zu etablieren. Der Chefredakteur der Fachzeitschrift „SBZ Sanitär.Heizung.Klima“, Dennis Jäger, bestätigt den momentanen Erfolg: „Dusch-WCs werden gekauft wie verrückt.“ Zwar handelt es sich bei dieser Feststellung immer noch um eine sehr kleine Steigerung der Verkaufszahlen, die Anbieter seien aber alle zufrieden.

Der Grund für die vielen neuen Entwicklungen liegt vor allem bei der Hygiene: so ist laut dem CEO von Duravit, Frank Richter, die Säuberung mit Wasser nach dem Toilettengang viel hygienischer und effizienter als mit Papier. Doch die Innovationen reichen nicht nur bis zur Intimdusche: häufig lassen sich die verschiedenen Leistungen einer Hightech-Toilette bereits mit dem Smartphone steuern. Darüber hinaus gibt es Toiletten, die auf Knopfdruck unangenehme Gerüche absaugen können. Viele Modelle öffnen und schließen den Deckel von allein und berührungslos und zum Abspülen muss oft nicht mal mehr ein Knopf gedrückt werden.

Düngen dank Trenntoilette

Für die Lösung eines globalen Problems kann schon bald eine besondere Trenntoilette sorgen: die Firma Laufen präsentierte auf der Messe ISH den Ansatz, Urin gesondert vom Spülwasser abzufangen und weiter zu verwerten. So würden 90 Prozent des Wassers als Brauchwasser in den Kreislauf zurückgeführt und die restlichen aus Phosphor und Stickstoff bestehenden zehn Prozent zu Dünger verarbeitet. Viele Ideen gehen sogar noch weiter: die Branche arbeitet zum Beispiel an einer Technologie, die es erlaubt, eine Urin-Analyse durchzuführen und somit Rückschlüsse auf den gesundheitlichen Zustand des Nutzers zu ziehen. All diese Innovationen haben sich jedoch in Europa noch nicht wirklich durchgesetzt, in vielen Haushalten macht die klassische Toilette noch ihren Job.

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„Graue Energie“ soll ins GEG

Die Umweltbelastungen im Rahmen des Baus eines Gebäudes sollen im Gebäudeenergiegesetz berücksichtigt werden, um gewisse Potenziale zu nutzen –fordert jetzt ein Bündnis.

Das Bauwende-Bündnis ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Akteuren, die sich mit nachhaltigem und klimaschützendem Bauen befassen. Die sogenannte „graue Energie“ und die „grauen Emissionen“ stecken in Baustoffen und bezeichnen den Energieverbrauch und die Emissionen von Treibhausgasen, die bei Herstellung, Transport, Verarbeitung und Entsorgung dieser Baustoffe entstehen. Kurz gesagt geht es um die gesamte Umweltbelastung, die durch den Bau eines Gebäudes entsteht. Die Initiative Bauwende, die der Koordinator Dr. Uli Wischnath zusammen mit dem Umweltlabel natureplus gegründet hat, fordert, dass diese graue Energie ab sofort im Gebäudeenergiegesetz (GEG) berücksichtigt wird. Der aktuelle Referentenentwurf zum GEG regelt lediglich die Anforderungen an den Energiebedarf der Gebäude, während sie genutzt werden. Laut Dr. Wischnath müsse der Aufwand für die Herstellung allerdings genauso mit aufgenommen werden – und das am besten bis zum 1. Januar 2021.

Der Hochbau ist momentan für sechs Prozent des globalen Energieverbrauchs und für ganze elf Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um diese Zahlen transparenter zu machen und langfristig zu dokumentieren und zu reduzieren, sollte man die Gelegenheit nutzen und sie in das GEG aufnehmen. „Das Gebäudeenergiegesetz als zentrales Instrument zur Regelung des Energieverbrauchs und der Klimawirkungen von Gebäuden sollte neben der Nutzungsphase auch die Herstellungsphase adressieren. Andernfalls droht ein schlecht koordiniertes Nebeneinander verschiedener Regelungen ähnlich dem Zustand, der durch die geplante Zusammenlegung mehrerer Gesetze im GEG eigentlich behoben werden soll“, meint Dr. Wischnath.

Jetzt oder nie

In den nächsten fünf Jahren sollen in Deutschland etwa 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden. Für das Bündnis ist das eine günstige Gelegenheit, einen relevanten Schritt zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft zu machen. Es sollte der komplette Lebenszyklus des Gebäudes in Form einer Ökobilanz dokumentiert werden.