Baustelle mit autonom fahrenden Baggern in Planung

Dieses Projekt der Technischen Universität (TU) Dresden und der Stadt Hoyerswerda soll die Digitalisierung am Bau entscheidend voranbringen.

Durch Ferngesteuerte und autonom agierende Baufahrzeuge wie Radlader und Raupenbagger soll in Hoyerswerda intelligentes Bauen simuliert werden. Die digitale und vernetzte Baustelle soll noch in diesem Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Das Vorhaben ist zunächst bis Ende des dritten Quartals 2022 geplant. Über Breitbandanbindungen soll das Erprobungsfeld mit der TU Dresden und deren Partnern gekoppelt werden, um Technik und Baufortschritt aus der Ferne zu steuern und zu dokumentieren. Als Teil des Forschungsfeldes Lausitz wird die digitale Baustelle vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Das Einkaufsverhalten mobiler Generalisten

Dieses unterscheidet sich signifikant von dem Einkaufsverhalten traditioneller Handwerksbetriebe, wie eine aktuelle Studie der RM Handelsmedien ergab.

Die Studie „Traditionelle Handwerksbetriebe und werkstattlose Mobile Generalisten“ des Unternehmens Rudolf Müller Handelsmedien versucht die immer wichtiger werdende Gruppe der mobilen Generalisten etwas verständlicher zu machen, denn über sie ist immer noch wenig bekannt. Dazu wurde vor allem ihr Kauf- und Zahlungsverhalten betrachtet. 82 Prozent der mobilen Generalisten achten bei der Materialbeschaffung auf die Nähe zum eigenen Standort, im traditionellen Handwerk sind es nur 57 Prozent. Auch der Service vor Ort, wie die Bereitstellung von Waren zur Abholung, ist mit 55 Prozent gegenüber 32 Prozent für mobile Generalisten bedeutend. Auch die Öffnungszeiten sind für 27 Prozent der mobilen Generalisten von Bedeutung, wo hingegen nur 13 Prozent der traditionellen Handwerker darauf achten. Diese Unterschiede im Einkaufsverhalten sehen die Studienautoren in den fehlenden Lagerkapazitäten mobiler Generalisten begründet, wodurch sie darauf angewiesen sind, sich flexibler an ihren aktuellen Bedarf anpassen zu können.

Mobile Generalisten kaufen häufiger im Baumarkt

Die Unterschiede im Einkaufsverhalten wurden bereits in mehreren Studien betrachtet. So zeigte die Studie „Potenziale von Handwerkern“ des IFH Köln 2019, dass mobile Generalisten den Baumarkt zur Materialbeschaffung stärker nutzen (ungefähr ein Drittel), als dies im traditionellen Handwerk der Fall ist (21 Prozent). Auch der hagebau Report 2015, der als eine der ersten Studien über mobile Generalisten gilt, ergibt, dass 15,3 Prozent der mobilen Generalisten ihren Materialbedarf über Baumärkte und DIY-Stores decken, 53,9 Prozent kaufen im Fach- beziehungsweise Holzgroßhandel. 28,6 Prozent nutzen den Baustoffhandel und nur 2,2 Prozent wählen den Direktvertrieb. Diese Studie ergab zudem, dass mobile Generalisten seltener auf Rechnung kaufen (72,5 Prozent) als traditionelle Handwerker (95,7 Prozent). Auch lassen sich 50,3 Prozent der traditionellen Handwerker das gekaufte Material häufiger anliefern als mobile Generalisten (24,4 Prozent).

Die entscheidenden Ergebnisse der Studie von RM Handelsmedien sind, dass mobile Generalisten deutlich mehr Wert auf lange Öffnungszeiten legen, Lage und Erreichbarkeit für sie von Bedeutung sind und sie die Möglichkeit schätzen, die Produkte in einer Ausstellung anfassen zu können. 

Auch nach 2025 ist der Einbau einer Ölheizung noch möglich

Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) hat die wichtigsten Bestimmungen des beschlossenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zusammengefasst.

Unter anderem enthält dieses neue Bestimmungen für Häuser mit Ölheizung. So dürfen bestehende Ölheizungen weiter betrieben und modernisiert werden. „Es gibt kein Ölheizungsverbot, lediglich eine Zusammenführung bestehender und neuer Auflagen, die Eigentümer zu berücksichtigen haben“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Bis 2025 können bestehende Heizkessel auch ohne weitere Maßnahmen gegen moderne Öl-Brennwertgeräte ausgetauscht werden. Für Hausbesitzer in Baden-Württemberg gelten andere Regeln, nämlich die Vorgaben des landesspezifischen „Erneuerbare Wärmegesetzes” (EWärmeG). In Hamburg ist die Gültigkeit landeseigener Regelungen noch unklar.

Der Einsatz erneuerbarer Energien wird weiterhin gefördert

Nach 2025 dürfen Ölheizungen weiterhin eingebaut werden, insofern sie erneuerbare Energien wie Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen mit einbinden. Wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können, ist der Einbau einer Ölheizung alleine erlaubt. Wenn das Gebäude bereits mit erneuerbaren Energien versorgt wird, kann der Eigentümer jederzeit einen Kesseltausch durchführen. Der Einbau einer Öl-Hybridanlage wird auch weiterhin staatlich gefördert. 30 Prozent der Investitionskosten werden übernommen, wenn eine erneuerbare Komponente eingebaut wird. Auch gibt es immer wieder nichtstaatliche Förderaktionen, beispielsweise von Heizgeräteherstellern. Wenn keine Heizungsmodernisierung notwendig ist, können auch unabhängig davon erneuerbare Energien integriert werden.

Anlagen müssen nach 30 Jahren Laufzeit ausgetauscht werden

In Bezug auf die maximalen Betriebszeiten älterer Öl- und Gasheizungsanlagen gelten weiterhin die Bestimmungen der Energieeinsparungsverordnung (EnEV), sprich eine maximale Laufzeit von 30 Jahren. Bei Wohngebäuden mit maximal zwei Wohnungen, von denen eine am 1. Februar 2002 durch den Eigentümer selbst bewohnt wurde, greifen die Austauschpflichten für 30 Jahre alte Heizkessel nur im Falle eines Eigentümerwechsels. Heizgeräte mit Niedrigtemperatur- oder Brennwerttechnik sind auch von der Pflicht ausgenommen. Allerdings sollten Eigentümer, deren Heizung in die Jahre gekommen ist, aus Kosten- und Umweltgründen dennoch über eine Modernisierung nachdenken. 

Corona-Disziplin am Bau schwindet

Arbeitnehmer und –geber am Bau geraten wegen der Einhaltung der Hygienemaßnahmen aneinander. Der Weg zum Bau ist wieder zentraler Konfliktpunkt.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fasst die Nachlässigkeit am Bau zusammen: „Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske. Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren“, teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. So würde der Weg zur Baustelle wieder als Sammeltransport im Bulli durchgeführt und die Pausen im engen Bauwagen verbracht. Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der in erster Linie mittelständische Unternehmen vertritt, widerspricht. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Hygienevorschriften sei anhaltend hoch. Zentraler Streitpunkt, auch in dieser Frage, ist wieder einmal der Weg zur Baustelle. „Zu den Baustellen darf mit dem privaten Pkw angefahren werden und diese Kosten werden erstattet“, so die Arbeitgeberseite. Dieser Konfliktpunkt war auch entscheidend dafür, dass die Tarifverhandlungen am Bau nach drei Runden ergebnislos abgebrochen wurden.

Leistungsfähiger mit BIM

Building Information Modeling ermöglicht effizienteres Bauen. DIN arbeitet nun an einer Normungsroadmap, um die breite Anwendung zu ermöglichen.

Durch Building Information Modeling (BIM) wird Bauen leistungsfähiger, effizienter und deutlich weniger anfällig für Fehler. Das System basiert darauf, dass die verschiedenen Phasen der Bauwerke komplett digitalisiert werden. Dazu sind allerdings klare Schnittstellen nötig. Diese werden nun durch eine Normungsroadmap hergestellt, die für eine höhere Verbreitung und Akzeptanz des digitalen Bauens sorgen soll. Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur bereits mit der Erarbeitung begonnen. Unterstützt wird es dabei von dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI), buildingSMART und Building Information Modeling. Mit Hilfe relevanter Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft, öffentlicher Hand und Gesellschaft soll eine strategische Ausrichtung der Standardisierung und Normen entwickelt werden, die die breite Anwendung von BIM in der Praxis ermöglichen. Die Einarbeitung der Roadmap-Inhalte findet im Fachbereich 13 des DIN-Normenausschuss Bauwesen (NABau) unter Bezugnahme weiterer Normenausschüsse statt. Danach sollen die Inhalte der Fachöffentlichkeit vorgelegt und eventuelle Kommentare eingearbeitet werden.

Von wem kann Schadensersatz verlangt werden?

Wer haftet, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Bau stürzt? Der Bauherr, die Bauleitung oder der Bauunternehmer? Vor dieser Frage steht das OLG Koblenz.

Grundsätzlich gilt: Der Unternehmer ist für die Sicherheit am Bau zuständig. Der Bauherr kann nicht in Haftung genommen werden, insbesondere dann nicht, wenn er eine Bauleitung beauftragt hat. Und auch diese haftet nur dann, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Bauunternehmer nicht ausreichend sachkundig und zuverlässig ist.                                                          

Der Fall:

Eine Gemeinde ließ die ehemalige Dorfschule zu einem Gemeindezentrum umbauen und übertrug dazu die Bauaufsicht auf einen Architekten. Den Innenausbau führte ein Bauunternehmen durch. Zwei Mitarbeiter, die auf einem Gerüst Gipsplatten an den Wänden beseitigten, stürzten durch die Holzabdeckung und verletzten sich bei dem fast vier Meter tiefen Sturz schwer. Einer der Bauarbeiter warf der Bauherrin und dem Architekten vor, ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt zu haben, da ein von der Gemeinde beauftragter „Rentenverein“ die Holzabdeckung unfachmännisch errichtet habe und der Architekt die Konstruktion nicht auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft habe. Der Mann verlangte von Gemeinde und Bauleiter Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von rund 65.000 Euro.

Die Entscheidung:

Der Bundesgerichtshof (BGH) sagt, die Klage richte sich gegen den falschen Gegner, denn grundsätzlich sei der Bauunternehmer für die Sicherheit auf einer Baustelle zuständig. Auch in der Baubranche richte sich die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaft alleine an die Arbeitgeberseite. Bauleiter oder Bauherr müssen nur dann etwas zur Gefahrenabwehr unternehmen, wenn sie Anlass dazu haben, davon auszugehen, dass ein Bauunternehmen oder eine Handwerksfirma nicht zuverlässig arbeite oder nicht ausreichend sachkundig sei, um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten. In diesem Fall sei nicht zu beweisen, dass die Gemeinde über die mangelhafte Holzabdeckung Bescheid wusste, da diese behauptete, die Abdeckung stamme von einem Rohbauunternehmen und nicht von Laien. Aber selbst, wenn die Bauherrin darüber Bescheid gewusst hätte, hatte sie ihre Pflicht im Wesentlichen schon damit erfüllt, einen erfahrenen Architekten mit Planung und Baukontrolle zu beauftragen. Dieser habe dann die Aufgabe übertragen bekommen, die Sicherheitsmaßnahmen der beteiligten Baufirmen zu prüfen und gegebenenfalls aktiv zu werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz muss nun erneut die Verantwortung der Beteiligten prüfen, insbesondere die des Bauunternehmens. 

Westbalkan-Regelung hilft kaum beim Fachkräftemangel

Mit der Nachricht, dass die Westbalkan-Regelung verlängert werden soll, hat die Bauwirtschaft erleichtert aufgeatmet. Doch es gibt einen Haken.

In der Regelung ist eine Obergrenze vorgesehen, die lediglich 25.000 Arbeitskräften pro Jahr die Einreise erlaubt. In Unionskreisen ist sogar von nur 15.000 die Rede. Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände Nordrhein-Westfalen (NRW) warnt im Gespräch mit der Rheinischen Post, dass der Wohnungsbau in Deutschland ins Stocken gerate, weil künftig zu wenig Arbeitskräfte in Südosteuropa angeworben werden können. „Es geht um Tätigkeiten, für die Sie bei uns niemanden finden – etwa Eisenflechter“, sagte der Verbandschef. Erschwerend komme noch hinzu, dass etwa 150.000 der insgesamt 850.000 Beschäftigten in der deutschen Bauwirtschaft in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. 

Ein natürlicher Hitzeschutz

Wenn die Temperaturen wieder in schwindelerregende Höhen klettern, freuen sich die Bewohner von Häusern mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade (VHF).

Denn diese können hohe Temperaturen im Innenraum vermeiden, da sie der dahinterliegenden Wandkonstruktion Schatten spenden. Über den Hinterlüftungsquerschnitt wird ein Großteil der Wärme effektiv abgeführt und das ohne, dass der Architekt in seiner gestalterischen Freiheit eingeschränkt ist. Zukunftsorientiertes Bauen fordert Umweltbewusstsein, Langlebigkeit und Innovation. Eine VHF weist zahlreiche Vorteile in diesen Bereichen auf. So ist sie etwa langlebig, recyclingfähig samt sortenreiner Trennbarkeit der Materialien, sie hat geringe Lebenszykluskosten und bietet einen schadenfreien Schutz vor Wärme und Feuchte. Aus diesen Gründen gilt diese Konstruktion bereits als die beste Möglichkeit, sich auf die immer deutlicher werdenden klimatischen Bedingungen vorzubereiten. Unter anderem der „Österreichische Fachverband für vorgehängte hinterlüftete Fassaden“ setzt sich dafür ein, ihre thermische Effizienz bekannter zu machen.

Straßenbau gerät ins Stocken

Ab 2021 wird die Autobahn GmbH die Verantwortung über die Autobahnen übernehmen. Dies wird zu erheblichen Verzögerungen in Planung und Bau führen.

Ab dem 1. Januar 2021 wird die Autobahn GmbH des Bundes die Verantwortung für die 13.000 Kilometer Autobahn übernehmen. Damit soll die Umwandlung der Auftragsverwaltung für die Autobahnen abgeschlossen sein. DEGES soll in die neue Autobahn GmbH integriert werden und die Großprojekte betreuen. Allerdings beanstandet der Bundesrechnungshof diese Fusion, da durch sie die Trennung der Aufgaben zwischen Bund und Ländern nicht mehr gewährleistet wäre. DEGES verantwortet seit 1991 wichtige Infrastrukturprojekte, setzt Planungsaufträge für die Arbeit an Bundesstraßen und Autobahnen um und ist zusätzlich an anderen Verkehrsprojekten beteiligt.

Bauwirtschaft sorgt sich um mittelständige Unternehmen

Anlässlich des Berichtes des Bundesrechnungshofes befürchtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), dass die Auftragsvergabe erheblich ins Stocken gerate, da alle Aufträge, die die Länder an DEGES vergeben haben, sowie sämtliche neue Projekte, neu ausgeschrieben werden müssten. Dies werde insbesondere in Anbetracht der bereits stockenden Vergabe auf Grund der Corona-Krise katastrophale Folgen für Unternehmen haben, die im Straßenbau tätig sind. Zudem werden durch die Übernahme der Auftragsverwaltung der Bundesstraßen aufwendige und langwierige Aufbau-, Koordinations- und Abstimmungsprozesse entstehen. Die erhebliche Verzögerung, die bei der Planung und beim Bau von Landes- und Bundesstraßen nun zu erwarten ist, bereitet den mittelständigen Straßen- und Brückenbauern große Sorgen. Daher wird an Bund und Länder appelliert, sich zeitnah um eine konstruktive Lösung bei der künftigen Aufgabenverteilung und Planungsverantwortung zu kümmern.

Erster Bagger mit Wasserstoffantrieb

Einen Bagger zu betreiben, ohne schädliche Stoffe wie CO2 freizusetzen – JCB hat es geschafft, den ersten funktionierenden Prototypen vorzustellen.

Laut eigenen Angaben ist JCB der erste Baumaschinenhersteller weltweit, der einen funktionierenden Prototyp eines Baggers mit Wasserstoffantrieb vorstellt. Der Strom für diesen wird in einer Brennstoffzelle aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt, das einzige Produkt ist Wasser.  JCB Chairman Lord Bamford berichtet: „Die Entwicklung des ersten wasserstoffbetriebenen Baggers ist unheimlich spannend, da wir eine CO2-freie Welt anstreben. In den kommenden Monaten wird JCB die Entwicklung und Feinabstimmung dieser Technologie mit weiteren Tests unserer Prototypmaschine fortsetzen. Wir werden weiterhin an der Spitze der Technologien stehen, die für den Aufbau einer CO2-freien Zukunft konzipiert sind“.