Optimismus für Vakuum-Isolierglas vergangen

Als ein immer noch ungeregeltes und nicht harmonisiertes Bauprodukt scheiterte die breite Etablierung des Vakuum-Isolierglases. Das ift Rosenheim möchte das nun ändern.

Mangelnde Verfügbarkeit, kleine herstellbare Abmessungen und der fehlende Nachweis von Dauerhaftigkeit: hat man am Anfang der 2000er noch große Hoffnung in das neuartige Produkt gehabt, ist heute nicht mehr viel von der Euphorie übrig. Die Rede ist vom Vakuum-Isolierglas (VGI). Zwar gibt es bereits die ISO-Norm „Glas im Bauwesen- Vakuum­glas- Teil 1“, in dieser werden jedoch einseitige Klimalasten (also die Temperaturunterschiede der Außen- und Innenscheibe) und zusätzliche Überlagerungen durch Winddruck und Soglasten nicht berücksichtigt. Auch eine CE-Kennzeichnung gibt es nach wie vor nicht. Durch diesen fehlenden Nachweis bekommt der Bauherr kaum Informationen zur Dauerhaftigkeit des Produkts.

Neue Prüfverfahren und Produktionslasten

Das Institut für Fenstertechnik (ift) Rosenheim hat daher bereits vor Veröffentlichung und auf Basis der ISO-Norm an einem neuen Prüfverfahren zum praxisgerechten Nachweis der Dauerhaftigkeit von VIG gearbeitet. Bei den Tests in Rosenheim bogen sich nämlich viele Scheiben durch. Daher jetzt ein neues Prüfverfahren, welches im Praxistest viele zusätzliche Einwirkungen auf das Glas berücksichtigt. Dabei werden Werte wie der Wärmedurchgangskoeffizient, sowie klimatische und mechanische Belastungen ermittelt. Auch die Schalldämmung und die Dauerbelastung durch Feuchte und UV-Strahlung können in den Laboren optimal geprüft werden.

In Europa sind neue Produktionsstätten geplant, die das Vakuum-Isolierglas wesentlich schneller ausliefern und dem Produkt einen Aufwärtstrend bescheren können. Denn viele Vorteile hat das Glas ja nach wie vor: dank des niedrigen Gewichtes und der geringen Bautiefe können die Fenster im Bereich der Renovierung, bei Denkmalfenstern und bei großen Glasflächen punkten. In einigen Bauvorhaben in Europa wurden bereits VIG eingebaut, um es weiter zu etablieren, muss in Zukunft aber noch mehr passieren.

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