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Neues Gesundheitssiegel soll für mehr Transparenz sorgen

Um emissionsarme Baustoffe noch leichter erkennen zu können, hat BayWa ein neues BauGesund-Siegel eingeführt. Doch wie unterscheidet es sich zum bisherigen CE-Zeichen?

Ein neues Siegel der BayWa macht es Planern, Architekten, Bauunternehmern und Bauherren in Zukunft leichter, emissionsarme Baustoffe zu erkennen. Es zeichnet Produkte aus, die einen strengen Kontroll- und Prüfungsprozess durchlaufen und sich dabei als baugesund, sprich emissionsarm, erwiesen haben. Emissionsarme Baustoffe sind deshalb relevant, da Gebäudehüllen immer dichter gebaut werden (Stichwort Energieeffizienz) und dadurch die Schadstoffkonzentration in Innenräumen steigt. Mit der Einführung des Siegels setzt sich BayWa Baustoffe aktiv für mehr Transparenz ein und ebnet den Weg für gesundes Bauen und Modernisieren.

Früher bot das Ü-Zeichen Orientierung. Nur Bauprodukte, die vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) auf Gesundheits- und Umweltverträglichkeit getestet wurden, erhielten diese Kennzeichnung. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Oktober 2016 wurde das Ü-Zeichen durch das europäische CE-Zeichen ersetzt. Die Vereinheitlichung stellt den freien Handel von Bauprodukten innerhalb des europäischen Binnenmarkts sicher. CE-gekennzeichnete Produkte erfüllen jedoch nicht zwangsläufig auch die Anforderungen des Ü-Zeichens im Hinblick auf Gesundheits- oder Umweltschutzaspekte.

BayWa Siegel für gesundes Bauen

Vor diesem Hintergrund hat BayWa Baustoffe eine Orientierungshilfe eingeführt – das BayWa BauGesund-Siegel. Dieses erhalten nachweislich nur emissionsarme Bauprodukte. Grundlage der Klassifizierung als emissionsarmer Baustoff ist ein Kontroll- und Prüfungsprozess auf Basis unabhängiger und anerkannter Gütesiegel. Herangezogen werden hierbei das eco-Institut-Label, das Emicode EC1 Plus Zeichen, das natureplus-Label, das Indoor Air Comfort von Eurofins und das Prüfzeichen des TÜV Rheinland. Auch Produkte ohne eines dieser unabhängigen Gütesiegel können das BauGesund-Siegel tragen. Maßgeblich hierfür sind die Ergebnisse aus der Prüfung der Emissionsprüfberichte und Produktdatenblätter nach dem AgBB-Prüfschema. In diesem erfolgt eine Beurteilung der chemischen Eigenschaften unter Berücksichtigung anerkannter Richtwerte. Relevant für die Einstufung sind nicht die Ausdünstungen während der Verarbeitung, sondern die Emissionen nach Einbau der Produkte.

Wohngesundheit ist ein Stück Lebensqualität, für das es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Bauprodukte mit Schadstoffen wie beispielsweise Formaldehyd, VOCs, Biozide oder Holzschutzmittel sollten vermieden werden, denn eine dauerhaft hohe Belastung mit diesen Stoffen kann zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Allergien führen. Um ein gesundes Innenraumklima zu schaffen, ist daher die Auswahl und Kombination von Baustoffen sowie deren fachgerechte Verarbeitung entscheidend. Innovative Gebäudelösungen mit emissionsgeprüften und somit wohngesunden Materialien leisten hier einen wichtigen Beitrag und lassen sich bei überlegter Planung durchaus kostenneutral umsetzen.

Mehr als 6.000 Produkte im Blick

Mit dem BauGesund-Siegel werden Kunden bei der Auswahl von schadstoffarmen Bauprodukten unterstützt, denn es dient als Orientierung bei einer Vielfalt an herstellereigenen Prüfsiegeln in Deutschland. Die Datenbank von BayWa Baustoffe gibt eine Übersicht über 6.000 auf Schadstoffe getestete Produkte unterschiedlichster Hersteller und Marken, die geeignet sind, die Schadstoffbelastung im Innenraum zu reduzieren. Grundlage für die Datenbank sind fest definierte und öffentlich zugängliche Kriterien. Diese entscheiden über die Vergabe des BauGesund-Siegels. So hilft das Siegel dabei, geeignete emissionsarme Produkte für den Wohnraum zu finden, und zwar über alle Produktfamilien hinweg.

Speziell ausgebildete Experten bieten zudem ihre kompetente Unterstützung an, wenn es darum geht, individuelle Konzepte zu erarbeiten. Denn bei der Suche nach der wirtschaftlichsten und emissionsärmsten Lösung ist spezielles Fachwissen erforderlich. So ist nicht nur die Auswahl wohngesunder Baustoffe maßgeblich, sondern auch das Zusammenspiel der verwendeten Materialien und deren fachgemäße Verarbeitung.

Neben der Produktdatenbank bietet BayWa Baustoffe zudem ein Dienstleistungsportfolio im Bereich des gesunden Bauens: von der Projektbegleitung, der Schadstoffermittlung in Bestandsgebäuden, der Erstellung von Baustofflisten, über Raumluftmessungen bis hin zur Zertifizierung.

Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.baywa-baugesund.de.

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