Neues Gebäudeenergiegesetz ist Verband Dorn im Auge

Bis zum 28. Juni konnte Stellung zum neuen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) genommen werden. Der Energieberaterverband GIH sieht viele Probleme ungelöst.

Der GIH, eine Interessenvertretung für Energieberatung Rhein-Ruhr, begrüßt die Zusammenfassung vieler energiepolitischer Gesetze in einem Entwurf. Die damit verbundenen Vereinfachungen würden mehr Planungssicherheit für Gebäudeeigentümer und Energieberater bedeuten. Auch bewertet der Verband es positiv, „dass auch nun die Handwerksmeister unter den Energieberatern mit entsprechender Weiterbildung Energieausweise für Nichtwohngebäude ausstellen dürfen. [Dies] hebt eine Diskriminierung auf und stellt die Beratung auf ein breiteres Fundament“, lobt Jürgen Leppig, Bundesvorsitzender der GIH. Leppig zeigt sich außerdem erleichtert darüber, dass sich einige Aufweichungen hinsichtlich des geforderten energetischen Standards nicht mehr im aktuellen Entwurf wiederfinden, obwohl in der Vorversion noch die Rede davon war.

Der Entwurf ist noch nicht genug

„Mit Blick auf die Anforderungen vonseiten der EU geht uns der Entwurf aber dennoch nicht weit genug”, bemängelt Leppig. Denn die derzeitigen Effizienzanforderungen aus der Energiesparverordnung (EnEV) sollen unverändert als Niedrigst-Energiestandard für Neubauten ins neue GEG übernommen werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die EU, deren Erwartung an ein Niedrigenergiegebäude bei keinem oder einem nur sehr geringen Energiebedarf liegt, mit einer Lösung abspeisen lässt, die in etwa dem KfW-Standard 70 gleichkommt”, meint der GIH-Bundesvorsitzende. Für ihn ist es daher unmöglich, die EU-Klimaschutzziele 2030 und 2050 zu erreichen und auch die Energiewende ließe sich so nicht stemmen.

Auch sieht es der Verband als großes Problem, dass die Zahl der Energieausweise sich momentan nicht positiv entwickelt. „Hausbesitzer werden ihrer Nachweispflicht nach wie vor durch minderwertige Verbrauchsausweise ohne Aussagekraft über Billigangebote aus dem Internet nachkommen können.“ Der Entwurf verfehle mit seinen aktuellen Bestimmungen somit seinen Zweck, meint Leppig. „Angebracht wäre es, jetzt verbindlich auf Bedarfsausweise umzuschwenken und diese perspektivisch zu ganzheitlichen Sanierungsfahrplänen weiter zu entwickeln.” Ein Schritt in die richtige Richtung wäre ein Berechnungsverfahren mit einer sinnvollen Übergangszeit, wenn ein Bedarfsausweis ausgestellt werden soll.

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