Neues Einwanderungsgesetz gegen Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel in Deutschland wird ein immer ernsteres Problem. Ein neues Gesetz soll noch bis Ende des Jahres verabschiedet werden und für eine Lockerung sorgen.

Obwohl die Zahl der Auszubildenden jährlich steigt, bleibt immer noch das große Problem des Fachkräftemangels. Viele Betriebe suchen ausgebildete und gute Arbeiter. In einer Zeit, in der viele Schulabgänger lieber studieren gehen als eine Ausbildung im Handwerk zu starten, müssen viele Handwerksbetriebe immer mehr Aufträge schlichtweg ablehnen, weil gerade einfach keine Fachkraft verfügbar ist. Auch der Generalsekretär des Verbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, ist der Meinung: „Mit Akademikern allein werden wir die Zukunft unseres Landes nicht bauen können.“

Aber es gibt auch erfreuliche Nachrichten: Ende März 2019 kann das Handwerk etwa 36.500 Ausbildungsverhältnisse verzeichnen. Das ist im Vergleich zum März 2018 ein Plus von 5,2 Prozent. „Inzwischen ist zum vierten Mal in Folge die Zahl neuer Ausbildungsverträge gestiegen – trotz sinkender Schulabgängerzahlen und des Trends zum Abitur“, freut sich Schwannecke. Insgesamt sei 2018 die Zahl aller Lehrlinge im Handwerk von 365.182 auf 368.033 gestiegen. Dabei blieben allerdings knapp 17.400 Lehrstellen unbesetzt. Das wiederum sind 2.100 mehr als im Vorjahr. Laut Bundesagentur für Arbeit sind rund 150.000 offene Stellen gemeldet. Der Handwerksverband spricht allerdings von 250.000 gemeldeten unbesetzten Stellen.

Handwerk fordert mehr Anstrengungen

Schwannecke fordert jetzt, dass nicht nur mehr Frauen und Ältere erwerbstätig werden und mehr Mädchen in MINT-Berufen arbeiten sollen, sondern auch, dass mehr Fachkräfte aus Drittländern gebraucht werden. Dazu gehören für den ZDH-Generalsekretär auch Flüchtlinge. Dadurch lasse sich die Fachkräftelücke allerdings nicht schließen, darüber hinaus sei eine gesteuerte Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus dem Ausland nötig. Auch Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer ist der Meinung: „Die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte ist unerlässlich, um dauerhaft Wachstum, Wohlstand und stabile Sozialsysteme in unserem Land zu sichern.“

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