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Monopolkommission spricht sich gegen Meisterpflicht aus

In der Diskussion um die Wiedereinführung der Meisterpflicht hat sich die Monopolkommission nun deutlich positioniert. Das Baugewerbe kritisiert die Äußerungen scharf.

In einem zweiten „Policy Brief“ hat sich die Monopolkommission gegen eine Wiederausweitung des Meisterzwangs auf einige der 2004 zulassungsfrei gestellten Handwerksberufe ausgesprochen. In den Augen der Kommission sei eine Ausweitung des Meisterzwangs aus wettbewerbspolitischer Sicht abzulehnen, da sie zusätzliche Hürden für den Markt- und Berufszugang darstellen würde. Auch würden die Sicherung von Qualität und Stärkung der Ausbildung im Handwerk nicht zwingend einen Meisterzwang erfordern. Am schwersten wiege allerdings, dass ökonomische Erwägungen verfassungsrechtliche Bedenken gegenüber einem Eingriff in die Berufsfreiheit begründen würden.

Der ZDB sieht das anders

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), zeigte wenig Begeisterung für den „Policy Brief“: „Die Wettbewerbshüter irren sich in ihrer Einschätzung, dass es bei der Diskussion über die Wiedereinführung des Meistervorbehalts keinen Handlungsbedarf gebe. Seit der Handwerksnovelle gibt es in einigen Gewerken drastische Einbrüche bei den Zahlen der Meisterschüler, wie z.B. bei den Fliesenlegern um rund 80 Prozent. Damit ist in diesen Gewerken die duale Ausbildung in Gefahr, denn ohne Meisterschüler gibt es in absehbarer Zeit keine Meisterbetriebe. Von einer laut Monopolkommission so verbraucherfreundlichen Wahlfreiheit, bei der Verbraucher je nach gewünschter, Preis-Leistungs-Kombination‘ einen Meister- oder Nichtmeisterbetrieb wählen können, kann dann keine Rede mehr sein.“

Pakleppa bittet daher alle Beteiligten um eine differenziertere Betrachtungsweise: „Wir müssen genau hinschauen, in welchen Gewerken sich die Abschaffung des Meistervorbehalts bewährt hat und wo nicht. Bei den Fliesen-, Estrich- und Parkettlegern ist die Antwort eindeutig. Hier hat die Zulassungsfreiheit zu einer Explosion von Scheinselbständigkeit und Schwarzarbeit geführt und hat die Tore für die Illegalität auf unseren Baustellen weit geöffnet. Bei anderen Gewerken sieht es ähnlich aus. Es ist daher unbedingt notwendig, die Folgen der Handwerksnovelle für jedes Gewerk zu prüfen und dann im Einzelfall zu entscheiden, ob die Wiedereinführung des Meistervorbehalts sinnvoll ist oder nicht.“

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