Mein neuer Kollege – der Roboter

Auf das Handwerk kommen in Zukunft jede Menge Entwicklungen zu. Auch hier werden Künstliche Intelligenz, Roboter und Co-Working-Spaces den Arbeitsalltag verändern.

„Schon 2022 könnten Cobots in einigen Betrieben das Handwerk unterstützen“, sagt Trendforscher Peter Wippermann voraus. Er hat die relevantesten Zukunftsentwicklungen im Handwerk von 2022 bis 2025 untersucht. Unter anderem auch die sogenannten Cobots – kollaborierende Roboter. Vor allem monotone, sich wiederholende Aufgaben könnten Handwerker in Zukunft diesen Maschinen überlassen um mehr Zeit für die Dinge zu haben, die besonderes handwerkliches Geschick benötigen.

Wegweiser fürs Handwerk

Wipperman hat aus seinen Untersuchungen eine „Trendmap Handwerk“ erstellt. Dort hat er die wichtigsten Entwicklungen strukturiert zusammengebracht. Denn nicht jeder Trend ist für jeden Betrieb relevant. Sein Ziel daher: Handwerkern im Trenddschungel Orientierung zu bieten, damit sie ihre Unternehmensstrukturen frühzeitig anpassen können. „Ich wollte keinen U-Bahn-Fahrplan erstellen, in dem der Handwerker von einem auf den anderen Trend aufspringen kann. Die Trendmap Handwerk zeigt keine Modeerscheinungen, sondern langfristige und nachhaltige Entwicklungen“, sagte der Trendforscher gegenüber der Deutschen Handwerkszeitung. Dabei stellt er klar, dass nicht jeder der aufgeführten Trends für jeden Betrieb gleich interessant und wichtig sei. Die Entwicklungen unterscheiden sich teilweise von Branche zu Branche sehr stark.

Künstliche Intelligenz und Co

Die „Trendmap Handwerk“ konzentriert sich dabei auf die vier Hauptthemen Networking, Marketing, Automation und Engagement. In jedem Bereich hat Wippermann bis zu neun Trends aufgespürt und zugeordnet. Künstliche Intelligenz oder 3-D-Druck sind da nicht die einzigen, auch Dinge wie Zero Use Interface oder Smart Speaker könnten in der Zukunft für einige Betriebe interessant und vor allem auch relevant werden. Während beim klassischen Desktop-PC noch eine Maus und eine Tastatur zum Einsatz kommen, kann der Anwender mit Hilfe eines Zero Use Interfaces zum Beispiel nahtlos auf eine Information zugreifen. Die Barriere wird also kleiner. Ein Punkt, der bei der Weiterentwicklung dieser Technologie eine tragende Rolle spielt, ist die intelligente Sprachsteuerung. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das von Amazon angebotene Gerät Alexa. Anwender können über Spracheingabe direkt mit der Künstlichen Intelligenz kommunizieren und Informationen abrufen. SHK-Handwerker, die eine solche Technik in Wohn-und Geschäftshäusern installieren, müssen selbstverständlich das entsprechende Know-How besitzen, wie die Sprachsteuerung installiert und gewartet wird. Dabei kommen die Handwerker auch schnell mit den sogenannten Smart Speakern, internetbasierten Lautsprecher mit eingebautem Mikrofon, in Berührung.

Gewappnet für die Zukunft

Das Handwerk wird sich in der Zukunft also ziemlich verändern. Wippermann rät daher auch Handwerkern, die zurzeit keinen Bedarf sehen, ihre Prozesse zu hinterfragen und sich mit den Trends auseinanderzusetzen. In Zeiten des Fachkräftemangels sollten Betriebe dabei auch die Mitarbeiterzufriedenheit nicht aus den Augen verlieren. „Lehrlinge, Gesellen und Meister werden heute von vielen Seiten umworben, nicht nur vom Handwerk“, so der Experte. Die Balance zwischen Arbeit und Freizeit werde immer wichtiger und Mitarbeiter hätten genau Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Es sei an den Betrieben kreativ zu werden, passende Angebote zu machen und um jeden Mitarbeiter zu werben.

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