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Kreislaufwirtschaft: Europäische Verwertungsziele übertroffen

Der in Berlin vorgestellte Monitoring-Bericht „Mineralische Bauabfälle“ schreibt die Erfolgsgeschichte der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau mit Spitzenwerten fort.

„Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig verwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Dadurch werden Deponien entlastet und Primärrohstoffe geschont. Über 12 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen werden inzwischen durch Recycling-Baustoffe gedeckt“, erklärte Michael Basten, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, bei der Vorstellung des jüngsten Monitoring-Berichts der Initiative Kreislaufwirtschaft Bau in Berlin. Dieser zeigt klar, dass die Unternehmen in Deutschland ihren Beitrag zum Ressourcenschutz beispielhaft leisten. Die europäischen Verwertungsziele werden deutlich übertroffen. „Von den rund 215 Millionen Tonnen mineralischen Bauabfällen, die 2016 anfielen, wurden etwa 193 Millionen Tonnen beziehungsweise rund 90 Prozent einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Die Verwertungsquote von insgesamt 95 Prozent bei den Fraktionen ohne Bodenaushub verdeutlicht, dass der Baustoffkreislauf fast vollständig geschlossen werden konnte“, führte Basten weiter aus.

Vorbildlicher Beitrag

Auch Dieter Babiel, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, hatte eine Erklärung für die Verwertungserfolge: „Unsere Unternehmen leisten unter anderem im Infrastrukturbereich einen vorbildlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Ressourcenschutz. Im Straßenbau wird das Aufbruchmaterial nahezu vollständig verwertet. Über 95 Prozent davon werden ortsnah recycelt und dann als Baumaterial wiederverwendet. Unsere Unternehmen haben mit großem Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert.“

Die Geschäftsführerin der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe, Christine Buddenbohm, erläuterte: „Dabei können wir im Ergebnis unserer langjährigen Erfahrung feststellen, dass güteüberwachte Recycling-Baustoffe und Böden, die einer umfangreichen Kontrolle zur Einhaltung der bautechnischen und umweltrechtlichen Anforderungen unterliegen, nicht nur Primärbaustoffe ersetzen können, sondern auch in keinem Fall zu einer schädlichen Veränderung von Boden oder Grundwasser geführt haben.“

Chance für bundeseinheitliche Verwertungsregeln

Die Verbände sehen die Mantelverordnung, die seit Mai 2017 als Regierungsentwurf vorliegt, als eine Chance, um bundeseinheitliche Verwertungsregeln zu schaffen – gegenüber einem zerstückelten Regelwerk auf Länderebene. Es sei wichtig, die bundeseinheitliche Verordnung jetzt auf den Weg zu bringen, denn die bisherigen technischen Regeln der LAGA hätten keinen rechtsverbindlichen Status und die bestehenden Bundesreglungen seien für den Vollzug zu allgemein gefasst, sagte Peter Kurth, geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

„Die Kabinettsfassung der Mantelverordnung beinhaltet allerdings auch einige kritische Punkte. Auch wenn inzwischen viele von der Wirtschaft aufgezeigte Probleme aufgegriffen und gelöst worden sind, bedarf es weiterer Änderungen“, rechnete Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, ab. „So muss auch diskutiert werden, ob sich der prognostizierte, deutlich steigende Anteil zu deponierender Bauabfälle nicht kontraproduktiv auswirkt“, forderte Andreas Pocha, Geschäftsführer des Deutschen Abbruchverbandes. „Hierzu bedarf es nicht nur überschneidungsfrei abgegrenzter Regelungen zum Produktrecht, sondern auch Öffnungsklauseln bei der Verfüllung von Abgrabungen“, ergänzte Michael Basten ihn.

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