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Kamine und Holzöfen – wirklich so umweltfreundlich?

Etwa elf Millionen Brennholzöfen sind in Deutschlands Haushalten im Einsatz. Optisch ein Hingucker und vermeintlich gut für die Umwelt. Letzteres ist aber umstritten.

Wegen der fehlenden fossilen Energieträger beim Heizen mit dem Kamin oder Ofen behaupten viele Nutzer, es sei umweltfreundlicher und weniger schädlich für die Gesundheit. Das ZDF-Magazin Frontal 21 räumt mit diesem Fakt allerdings auf. Dabei werden die Brennholzöfen sogar als „unterschätzte Dreckschleudern“ bezeichnet. So erzeugt Holz beim Verbrennen deutlich mehr Feinstaub als die Alternativen Öl und Gas und auch mehr als der Straßenverkehr. Viele Schornsteinfeger sehen diese Einschätzung allerdings als falsch und finden, dass bei der Messung dahinter viele andere wichtige Faktoren an Ausstößen von Autos nicht beachtet wurden. Als Beispiel wurden als Experiment Luft-Messstationen an einer großen Hauptstraße in Berlin und an einem Berliner Stadtrand installiert. Die gemessenen Feinstaub-Werte lagen erschreckend nah beieinander, dafür verantwortlich sei der Feinstaub aus Holzöfen.

Feinstaub-Partikel und die Gesundheit

Die durch die Holzverbrennung freigesetzten Staubpartikel seien laut einem Forscher in dem Beitrag besonders gesundheitsschädlich für den Menschen: sie dringen bis tief in die Lunge ein und kommen im Holzrauch viel stärker vor als zum Beispiel in Dieselabgasen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits vor Jahren einen Grenzwert für das Auftreten von kleinen Feinstaub-Partikeln mit 2,5 Mikrometer Größe aufgestellt. Bei flächendeckenden Messungen in Deutschland lag der Messwert aber deutlich über diesem Grenzwert.

Zu wenige Vorgaben und Regeln für Öfen

Im Beitrag kam dadurch zunehmend die Frage auf, wieso niemand diese Werte und deren Ursprung kontrolliert. Bei Dieselfahrzeugen zum Beispiel gibt es einen Partikelfilter, bei Holzöfen sind sie aber keine Pflicht. Auch wird an Kaminen und Öfen vom Schornsteinfeger nichts direkt gemessen. Laut einem Schornsteinfeger, der für das Magazin im Einsatz war, gibt es keine immissionsschutzrechtlichen Messungen. Es wird stattdessen anhand von verschiedenen Parametern erfragt, was ein Ofen ausstößt. Diese Werte werden vom Hersteller erhoben und angegeben, vorher wurden sie von einer Prüfstelle bestätigt.

Doch auch hier folgt erneut eine Ernüchterung für die Zuschauer: Mitarbeiter des Deutschen Biomasseforschungszentrums haben herausgefunden, dass bei diesen Tests durch die Hersteller und Prüfstellen oftmals die Feinstaubemissionen die Grenzwerte überstiegen haben, obwohl die gemessenen Öfen diesen Wert eigentlich nicht übersteigen dürfen. Dass solche Öfen trotzdem zugelassen sind und sich in täglicher Benutzung befinden, wird im Beitrag folgendermaßen erläutert: So würden die Hersteller die Prüfungen selbst beauftragen und bezahlen und notfalls könne sie sogar wiederholt werden. Außerdem geben die Forscher in dem Beitrag an, dass die Prüfungen darauf abzielen würden, in einer Laborsituation möglichst optimale Bedingungen für die zu messenden Werte zu schaffen.

Der ganze Beitrag geht mit dem Ziel voraus, Fehleinschätzungen bezüglich der momentanen Debatte um saubere Luft aufzuklären und auch andere wichtige Verursacher aufzuzeigen. Kritisiert wird dabei, dass in dieser Debatte der Straßenverkehr und vor allem Dieselfahrzeuge in den Fokus rücken, dass dieser Fokus allerdings häufig zu engstirnig gesetzt wird.

Der Beitrag vom 5. März kann kostenlos in der ZDF Mediathek angeschaut werden. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/feinstaub-aus-brennholzoefen-100.html

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