Handwerk kritisiert EU-Klimaziele

Das Handwerk befürchtet, dass eine Absenkung der CO2-Emission um 60 Prozent bis 2030 die Wirtschaft in der aktuellen Lage zu sehr belasten wird.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat den Bericht für das europäische Klimagesetz verabschiedet. Ziel ist, dass Europa bis 2050 klimaneutral ist und bis 2030 die CO2-Emission im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent gesunken ist. Dies beunruhigt den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): „Sollten Parlament und Rat in den bevorstehenden Trilogverhandlungen einen Kompromiss nahe diesem Wert vereinbaren, wäre das ein Belastungstest für die Handwerksbetriebe. Um einen 60-prozentigen Emissionsrückgang bis 2030 zu erreichen, müssten kleine und mittelständische Betriebe ihren CO2-Ausstoß unverhältnismäßig senken“, sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Besonders in Anbetracht der momentanen Belastung der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie fordert er eine ausgewogene Lösung, bei der sichergestellt ist, dass die Wirtschaft nicht weiteren Schaden nimmt. Er betont, dass gerade die Handwerksbetriebe einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften leisten. Aus diesem Grund sei es kontraproduktiv, ihre Leistungsfähigkeit durch zusätzliche Belastung zu gefährden. Deswegen sei es erforderlich, dass die Zielvorgaben auf einer belastbaren und wissenschaftlich fundierten Grundlage zustande kommen und eine Folgenabschätzung für den Mittelstand mit einbezogen wird.

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