Handwerk fordert Steuerentlastungen

Für das kommende Jahr 2021 ist mit knapp 20 Milliarden Euro weniger in der Staatskasse zu rechnen. Dennoch fordert das Handwerk Steuerentlastungen.

Die Corona-Krise wird ein großes Loch in die Finanzen von Bund, Ländern und Kommunen reißen. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht darin allerdings keinen Grund, „in der Steuerpolitik weiter untätig zu bleiben“. Um der Wirtschaft nach der Krise den Neustart zu erleichtern und somit Beschäftigung und Steuereinnahmen zu sichern, fordert er eine zügige Reform der Unternehmensbesteuerung. „Die Steuerbelastung der in Deutschland tätigen Unternehmen und Betriebe muss wieder auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zurückgeführt werden. Zu einer zukunftsorientierten Steuerpolitik gehören daher vor allem auch Steuerentlastungen, da Deutschland mittlerweile unter den Industrieländern den Spitzenplatz bei der Steuer- und Abgabenlast einnimmt“, so Schwannecke.

Die Besteuerung muss mittelstandsgerechter werden

Der ZDH fordert ein „konkretes Ausstiegszenario“ aus dem Solidaritätszuschlag für alle Steuerpflichtigen. Zudem müsse die Besteuerung mittelstandsgerechter gestaltet werden. „Ein wichtiger Schritt wäre etwa, einbehaltene Gewinne von Personengesellschaften praxisgerecht zu besteuern und die Anrechnung der Gewerbesteuer zu verbessern. Auch die Benachteiligung bei der Besteuerung von Personengesellschaften gegenüber Kapitalgesellschaften muss beseitigt werden.“ Es wird gefordert, dass die beschlossenen steuerlichen Sofortmaßnahmen bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Ein Defizit der momentanen Instrumente zur Stabilisierung der Betriebe sieht Schwannecke darin, dass sie nur bestehende Strukturen enthalten. „Stattdessen sollten sie Impulse für unternehmerische Anpassungsstrategien an das veränderte Marktumfeld setzen, damit die Betriebe auch nachhaltig bestehen können.“

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