Größtes Holzhochhaus der Welt in Wien

24 Stockwerke auf 84 Metern Höhe mitten in Wien. Der am meisten verwendete Baustoff? Holz. Nach fast drei Jahren Bauzeit können im Herbst die ersten Gewerbe einziehen.

Im Oktober 2016 begann der Bau am Rekordprojekt, im Herbst dieses Jahres ist es endlich soweit und das größte Holzhochaus der Welt, mit dem Namen HoHo, öffnet seine Tore. Mit neuem Platz für Büros, ein Fitnessstudio, Arztpraxen, Geschäfte, ein Restaurant und ein Hotel, bleiben keine Wünsche offen.

Der Holzbauanteil liegt ab dem Erdgeschoss bei ganzen 75 Prozent. Aber ist es im Hinblick auf die Abholzung überhaupt sinnvoll, so viel Holz in einem Gebäude zu verbauen? Dazu hat Caroline Palfy gegenüber dem Spiegel eine klare Haltung: „Ja, allerdings nur, wenn wir nachhaltige Forstwirtschaft betreiben.“ Das Holz müsse außerdem aus der Region kommen. Würde man Holz aus anderen Ländern importieren, hätte es ökologisch wenig Sinn. „Das Holz, das wir für das HoHo verbraucht haben, wächst in österreichischen Wäldern in einer Stunde und 17 Minuten nach.“Palfy ist eine Baumeisterin aus Wien und bekam den Auftrag, die freie Fläche im Wiener Stadtentwicklungsgebiet Seestadt-Aspern zu gestalten und zu bebauen. „Ich wollte etwas machen, das nachhaltig und umweltfreundlich ist“, erzählt sie dem Spiegel. Diese Nachhaltigkeit erfährt man im Gebäude vor allem mit seinem Geruchssinn, denn in den Räumen duftet es nach Wald. Das Holz solle „erlebbar“ bleiben, meint Palfy. Daher wurde bei der Ausstattung auf Verkleidungen wie Tapete und Lackierung verzichtet.

Holz, wo es Sinn macht

In der Mitte wird das Gebäude von einem Betonkern gestützt, die Wände drum herum sind aus Holz. „Wir haben Holz dort verwendet, wo es Sinn macht“, sagt Palfy. „In den Böden haben wir neben 16 Zentimeter Holz aber auch eine zwölf Zentimeter dicke Schicht Beton, wegen des Schallschutzes. Hätten wir nur Holz verwendet, wäre es sehr hellhörig geworden. Oder wir hätten die Böden viel dicker machen müssen, was sich nicht gerechnet hätte.“ Auch Treppen und Teile des Tragwerks sind aus Beton, um eine gewisse Stabilität zu sichern. Die Betonelemente sind dabei mit Absicht sichtbar, um den Materialmix zu betonen. 4.500 Kubikmeter Fichtenholz wurden insgesamt verwendet, dabei habe der Holzbau im Vergleich zum konventionellen Betonbau fast 3.000 Tonnen CO2 eingespart. Das Energiekonzept des Gebäudes umfasst unter anderem Aufzüge mit Energierückgewinnung, Photovoltaik-Anlagen, Luft-Wasser-Kollektoren für den Pool und ein dezentrales Lüftungssystem mit Konditionierung. Auch eine intelligente Gebäudetechnik verringert die Betriebskosten.

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