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Falsche „Datenschutzauskunft-Zentrale“ bedroht Handwerk!

Die Handwerkskammer warnt aktuell vor einem unseriösen Angebot: Im Zuge der DSGVO versucht die sogenannte „Datenschutzauskunft-Zentrale“ Handwerker zu täuschen.

Bereits im Jahr 2010 und in den Folgejahren machte eine ominöse „Gewerbeauskunft-Zentrale“ von sich Reden. An nahezu jeden Gewerbetreibenden und Verein verschickte sie damals ein Formular zur Eintragung in ein kostenpflichtiges, aber nutzloses Verzeichnis. Das perfide daran: Die Betrüger weckten mit ihrer „Gewerbeauskunft-Zentrale“ den Eindruck, eine seriöse Behörde zu sein. In einem jahrelangen juristischen Kampf konnte sich der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität letztendlich durchsetzen und das unlautere Geschäftsmodell wurde vom Markt genommen.

Wie die Deutsche Handwerkszeitung berichtet, konnten die Betreiber mit diesem Geschäftsmodell, und mit Hilfe von neun Anwaltskanzleien und Inkassobüros, Umsätze in Millionenhöhe erwirtschaften.

Die Geschichte wiederholt sich

Ein ähnliches „Geschäftsmodell“ der sogenannten „Datenschutzauskunft-Zentrale“, mit einer Postadresse in Oranienburg, ist im Oktober 2018 aufgetaucht. Die Betreiber kontaktieren hierbei Betriebe mit einem Fax, das die Überschrift trägt: „Eilige FAX-Mitteilung – Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“.

Auch in diesem Fall wird auf den ersten Blick eine Rechtspflicht suggeriert, dass das beigefügte Formular auszufüllen und zurückzusenden sei. Als Grundlage wird hierbei die „gesetzliche Pflicht zur Umsetzung des Datenschutzes“ im Sinne der „Anforderungen der seit 25.05.2018 geltenden europäischen Datenschutzgrundverordnung“ (DSGVO) angeführt.

Wer Antwortet muss zahlen

In einer willkürlich aber meist sehr kurz gesetzten Frist wird der Empfänger dazu aufgefordert, einige Fragen zum Unternehmen zu ergänzen. Hierfür wird in Fettschrift eine „Rückantwort gebührenfrei per Fax“ versprochen. Da das Formular behördenähnlich gestaltet ist und einen amtlichen Eindruck macht, wirkt es auf den ersten Blick seriös und vertrauenserweckend. Der Teufel steckt allerdings mal wieder im Detail: So ist im Kleingedruckten zu lesen, dass es sich lediglich um ein privates Angebot für ein „Leistungspaket Datenschutz“ handelt. Hierfür geht man bei Beantwortung des Faxes einen Vertrag über drei Jahre Laufzeit ein, für den ein jährlicher „Basisdatenschutz-Beitrag“ in Höhe von netto 498 Euro zzgl. Umsatzsteuer fällig wird.

Die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald rät, das Fax zu ignorieren. Eine Pflicht zur Unterzeichnung des Formulars besteht nicht!

Handwerkskammer bietet Hilfe an

Wer das Fax versehentlich doch beantwortet und zurückgesandt hat, kann den vermeintlich zustande gekommenen Vertrag wegen arglistiger Täuschung anfechten. Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Mannheim können sich dazu an die Rechtsabteilung der Kammer wenden. Übrigens: Das „Leistungspaket Datenschutz“ bekommen Mitgliedsbetriebe kostenlos bei der Landesdatenschutzbehörde oder bei der Handwerkskammer.

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