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Fachkräfte sollen leichter einwandern können

Die Koalition hat sich in puncto Fachkräfteeinwanderung geeinigt. Wir klären, was im dazugehörigen Eckpunktpapier steht und wie das Handwerk darauf reagiert.

Ausländische Fachkräfte sollen bald schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden und hierfür einfacher eine Arbeit oder eine Ausbildung aufnehmen können. Anfang Oktober hat das Bundeskabinett hierzu seine Eckpunkte für die Fachkräfteeinwanderung vorgestellt.

In dem entsprechenden Eckpunktepapier sind insgesamt fünf Hauptpunkte vereinbart worden:

  1. Rechtlicher Rahmen: Fachkräfteeinwanderung muss bedarfsgerecht gesteuert und gestärkt werden.
  2. Qualität der Berufsausübung sichern durch schnelle und einfache Anerkennungsverfahren.
  3. Zur gezielten Gewinnung von Fachkräften sollen gemeinsam mit der Wirtschaft neue Strategien sowie ein verbessertes Marketingkonzept entwickelt werden.
  4. Stärkung des deutschen Spracherwerbs.
  5. Schnellere und effizientere Verfahren.

Die Bundesregierung reagierte damit auf viele Forderungen des Handwerks, die auch im Eckpunktepapier berücksichtigt wurden. „Es ist gut und wichtig, dass die Koalition sich auf Eckpunkte für ein Fachkräfteeinwanderungsgesetz geeinigt und damit endlich Handlungsfähigkeit in einem zukunftsträchtigen Politikfeld gezeigt hat“, kommentierte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), die Ergebnisse.

Alle Handwerksbranchen profitieren

„Besonders positiv aus Sicht des Handwerks ist, dass vor allem die Zuwanderung von beruflich qualifizierten Fachkräften, die im Handwerk besonders benötigt werden, erleichtert werden soll“, so Wollseifer. Dies gelte künftig für alle Branchen, nicht nur für jene, in denen die Bundesagentur für Arbeit einen Engpass festgestellt hat. Hierzu solle bei qualifizierten Fachkräften künftig auf die Vorrangsprüfung verzichtet werden können. Arbeitsmarktregionen mit überdurchschnittlich hoher Arbeitslosigkeit stehe diese Prüfung allerdings auch noch weiterhin zur Verfügung.

Als besonders positiv hob Wollseifer die geplante Bleiberechtsregelung für schon länger in Deutschland lebende, gut integrierte geflüchtete Menschen hervor. „Damit gibt es endlich Klarheit für die mit viel Engagement ausbildenden Handwerksbetriebe wie für die Geflüchteten, die dort in einer Ausbildung oder beschäftigt sind“, so Wollseifer.

Weitere Schritte

Im nächsten Schritt folgt das Gesetzgebungsverfahren. Hier will das Handwerk „darauf drängen, dass rechtliche Rahmenbedingungen für den Abschluss von Migrationsabkommen mit Staaten mit vergleichbaren Berufsbildungssystemen geschaffen werden.“ Ziel solcher Migrationsabkommen sei es, die Anerkennungsverfahren für Fachkräfte aus diesen Ländern zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Neben der Ausschöpfung aller inländischen Potenziale sei die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte ein wichtiges Instrument zur Fachkräftesicherung im Handwerk. „Der zunehmende Mangel an Fachkräften entwickelt sich immer mehr zur Wachstumsbremse Nr. 1 gerade auch im Handwerk. Es ist deswegen richtig, dass nun die Bundesregierung die Weichen für eine gesteuerte, strikt arbeitsmarktorientierte Zuwanderung ausländischer Fachkräfte stellt“, betont Wollseifer.

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