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Experten: Hybridheizungen bei Stromüberschuss nutzen

Immer mehr Häuser kombinieren zwei Heizsysteme, um Wärme zu produzieren. Da meistens eins von diesen elektrisch betrieben wird, können Stromüberschüsse wertvoll sein.

Mehrere Energieträger bei der Wärmeerzeugung zu verbinden ist derzeit bei deutschen Hausbesitzern recht beliebt: Gas- und Öl-Brennwertheizungen kombiniert man gern mit Solarthermie, Wärmepumpen oder Kaminöfen. Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen funktionieren im Zusammenspiel ebenfalls immer besser. Da derzeit in Deutschland immer wieder Stromüberschüsse registriert werden, könnten Kombinationen mit einer elektrischen Wärmepumpe bald noch wertvoller werden.

Abregelungen vermeiden

Der Hintergrund: Wind-, Sonnen- und Wasserkraft sind praktisch kostenlose Energie, doch werden sie nur schwankend produziert. Bei Überschussproduktion müssen die Anlagen aber abgeschaltet werden – dies nennt man Abregelung bzw. abgeregelten Strom. Der theoretisch produzierte Strom wird den Anlagenbetreibern aber nach EEG trotzdem bezahlt, dadurch entstanden den deutschen Verbrauchern allein 2017 Kosten in Höhe von 610 Millionen Euro.

Hier könnten Hybridheizungen einspringen, meint das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO), ein Verband zur Interessenvertretung der deutschen Heizungswirtschaft. Die Rechnung dahinter ist einfach: Heizungen, die aus einem fossilen und einem elektrischen Heizsystem bestehen, können bei Überschuss mit Strom und ansonsten mit Öl oder Gas heizen. Eine Kombination von Brennwertheizung und Wärmepumpe wäre hier ideal, aber auch Elektro-Heizstäbe in Warmwasser-Tanks könnten überschüssigen Strom sinnvoll verwerten.

Nebenbei würde die deutsche Produktion von Ökostrom besser funktionieren und Abregelungen seltener werden. „Im Rahmen einer intelligenten Sektorenkopplung von Strom- und Wärmeversorgung könnten gerade Hybridheizungen mit vergleichsweise geringem Aufwand Abhilfe schaffen“, meint IWO-Geschäftsführer Adrian Willig.

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