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EU-Energiepreise für Haushalte nahezu stabil

Strom und Gas waren in der Europäischen Union im Jahr 2017 fast genauso teuer wie im Jahr davor. In Deutschland wurde Energie in diesem Zeitraum allerdings viel billiger.

In der Europäischen Union (EU) gingen die Strompreise für Haushalte zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 durchschnittlich leicht zurück (-0,2%) und lagen bei 20,5 Euro pro 100 kWh. In den EU-Mitgliedstaaten lagen die Strompreise für Haushalte in der zweiten Hälfte 2017 zwischen unter 10 Euro pro 100 kWh in Bulgarien und mehr als 30 Euro pro 100 kWh in Dänemark und Deutschland.

Die Gaspreise für Haushalte sanken zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 in der EU um durchschnittlich 0,5% und lagen bei 6,3 Euro pro 100 kWh. In den Mitgliedstaaten lagen die Gaspreise für Haushalte in der zweiten Hälfte 2017 zwischen rund 3 Euro pro 100 kWh in Rumänien und knapp 9 Euro pro 100 kWh in Dänemark und 11 Euro pro 100 kWh in Schweden.

Der Anteil der Steuern und Abgaben an den Strompreisen, die den Haushalten in Rechnung gestellt wurden, lag in der EU im zweiten Halbjahr 2017 bei durchschnittlich über einem Drittel (40%), der Anteil an den Gaspreisen bei etwa einem Viertel (27%).

Höchster Anstieg der Strompreise in Zypern

In den EU-Mitgliedstaaten wurde zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 der größte Preisanstieg für Strom für Haushalte in nationaler Währung in Zypern (+12,6%) verzeichnet, gefolgt von Rumänien (+7,2%), Malta (+7,1%), Estland (+6,5%), dem Vereinigten Königreich (+5,3%), Bulgarien und Belgien (je +4,8%) sowie Polen (+4,5%). Die merklichsten Rückgänge wurden hingegen in Italien (-11,1%), Kroatien (-7,5%), der Slowakei (-6,2%) und Griechenland (-6,0%) beobachtet.

Ausgedrückt in Euro waren die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 am niedrigsten in Bulgarien (9,8 Euro pro 100 kWh), Litauen (11,1 Euro) und Ungarn (11,3 Euro) und am höchsten in Deutschland (30,5 Euro), Dänemark (30,1 Euro) und Belgien (28,8 Euro). Der durchschnittliche Strompreis in der EU lag bei 20,5 Euro pro 100 kWh.

In Kaufkraftstandards (KKS), einer einheitlichen Kunstwährung, welche generelle Preisunterschiede zwischen verschiedenen Ländern ausgleicht, zeigt sich, dass im Vergleich zu den Kosten für andere Waren und Dienstleistungen die Strompreise für Haushalte in Finnland (13,0 KKS pro 100 kWh), Luxemburg (13,4) und den Niederlanden (14,0) am niedrigsten waren und für Haushalte in Deutschland (28,8), Portugal (28,0), Belgien (26,4), Rumänien (26,0) und Polen (25,4) am höchsten.

Mindestens die Hälfte des Strompreises aus Steuern und Abgaben in drei Ländern

Auch bei dem Anteil von Steuern und Abgaben an den gesamten Strompreisen für Haushalte gab es zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede. Die Spanne reichte im zweiten Halbjahr 2017 von zwei Dritteln in Dänemark (69% des Strompreises für Haushalte bestehen aus Steuern und Abgaben) und über der Hälfte in Deutschland (55%) und Portugal (52%) bis zu 5% in Malta. Im Durchschnitt bestanden die Strompreise für Haushalte in der EU zu über einem Drittel (40%) aus Steuern und Abgaben.

Stärkster Rückgang der Gaspreise in Slowenien und Deutschland

Zwischen dem zweiten Halbjahr 2016 und dem zweiten Halbjahr 2017 gingen die Gaspreise für Haushalte in nationaler Währung in zehn Mitgliedstaaten zurück. Die stärksten Rückgänge wurden in Slowenien (-5,5%), Deutschland (-5,1%) und Luxemburg (-4,8%) verzeichnet. Der größte Anstieg wurde hingegen in Estland (+25,9%) registriert, gefolgt von Bulgarien (20,6%) und Dänemark (+18,1%).

Ausgedrückt in Euro waren die Gaspreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 am niedrigsten in Rumänien (3,1 Euro pro 100 kWh), Kroatien und Ungarn (je 3,7 Euro), Bulgarien (3,8 Euro), Lettland (3,9 Euro) sowie Litauen und Luxemburg (je 4,0 Euro), und am höchsten in Schweden (11,3 Euro), gefolgt von Dänemark (8,8 Euro), Spanien und Italien (je 8,7 Euro) sowie den Niederlanden (8,2 Euro) und Portugal (8,0 Euro). Der durchschnittliche Gaspreis in der EU betrug 6,3 Euro pro 100 kWh.

Nach Kaufkraftbereinigung wird deutlich, dass im Vergleich zu den Kosten für andere Waren und Dienstleistungen die niedrigsten Gaspreise für Haushalte in Luxemburg (3,3 KKS pro 100 kWh) gemeldet wurden, vor dem Vereinigten Königreich (4,5) und Belgien (5,1). Die höchsten Preise wurden hingegen in Portugal (10,0), Spanien (9,6), Italien (8,9), Schweden (8,8) und der Tschechischen Republik (8,3) verzeichnet.

Im zweiten Halbjahr 2017 war der Anteil von Steuern und Abgaben am Gaspreis für Haushalte am höchsten in Dänemark (56% des Gaspreises für Haushalte) und den Niederlanden (51%). Darauf folgten Schweden (45%) und Rumänien (43%). Der niedrigste Anteil wurde hingegen im Vereinigten Königreich (9%) und Luxemburg (10%) registriert, vor Bulgarien, der Tschechischen Republik und der Slowakei (je 17%). Auf EU-Ebene bestanden die Gaspreise für Haushalte im zweiten Halbjahr 2017 im Durchschnitt zu etwa einem Viertel (27%) aus Steuern und Abgaben.

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