Image: Jacqueline Segeth

Es fehlen Ingenieure

Eine neue Umfrage in bayrischen Ingenieursbüros zeigt, dass es immer mehr Stellen als Absolventen gibt. Dabei sind die Einstiegsgehälter so hoch wie nie.

Auch die Ingenieure bleiben anscheinend nicht von dem Fachkräftemangel verschont. Das ergab die neue Konjunktur-Umfrage 2019 der Bayrischen Ingenieurekammer-Bau (BayIK-Bau). Dabei läuft das Geschäft in vielen Betrieben richtig gut: volle Auftragsbücher und steigende Einstiegsgehälter sind in vielen Büros Normalität. Dieses Ergebnis der Umfrage passt allerdings eher weniger zu dem prognostizierten Wirtschaftswachstum seitens der Bundesregierung, die derzeit eine eher abflauende Konjunktur erwartet. Der Präsident der Bayrischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dr. Norbert Gebbeken, hat dafür aber eine plausible Erklärung: „Die bayerische Ingenieurlandschaft ist mittelständisch geprägt und agiert überwiegend regional. 76 Prozent sind gar nicht im Ausland aktiv. Damit hat beispielsweise der Brexit, der für viele Branchen sehr bedrohlich ist, auf unsere Mitglieder nahezu keine Auswirkungen.“

Gute Geschäftslage – zu viele offene Stellen

Was allerdings doch ein großes Problem für die Branche darstellt, ist der Fachkräftemangel. Aus der Umfrage geht hervor, dass aktuell 50 Prozent der befragten Büros noch offene Stellen zu vergeben haben. Im Vorjahr waren es 51 Prozent, was auf einen bereits länger anhaltenden Mangel an Fachkräften hindeutet. Außerdem geben 71 Prozent (im Vorjahr 75 Prozent) der Befragten an, Schwierigkeiten bei der Besetzung dieser offenen Stellen zu haben. Der Einstellungsbedarf liegt um einiges höher als die Absolventenzahlen, was sich auch an den Einstiegsgehältern bemerkbar macht. Der Anteil an Betrieben, die Einstiegsgehälter über 45.00 Euro zahlen ist von 27 Prozent im Vorjahr um satte 6 Prozent auf 33 Prozent in 2019 gestiegen.

Ein besonders positives Ergebnis gab es bei der Befragung über die momentane Geschäftslage. Hier gaben 85 Prozent der befragten Ingenieurbüros an, dass sie sich in einer allgemein guten Geschäftslage befinden. Nur 14 Prozent nannten eine befriedigende, und 1 Prozent beklagte eine schlechte Geschäftslage. Auch mit der aktuellen Ertragslage sind die meisten zufrieden. Eine Mehrheit von 66 Prozent beschreibt sie als gut, 32 Prozent als befriedigend und nur 3 Prozent bezeichnen sie als schlecht. Außerdem planen für das laufende Jahr 27 Prozent aller Büros, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Mit 71 Prozent rechnen die meisten mit keiner Veränderung. Lediglich 2 Prozent rechnen mit einer Verringerung der Mitarbeiterzahlen.

Next ArticleWie sauber werden Solarmodule entsorgt?