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Energieberater: Baukindergeld an Effizienz koppeln

Wer bekommt Baukindergeld? In die Debatte hat sich nun auch das Deutsche Energieberater-Netzwerk eingeschaltet: Nur energieeffiziente Wohnungen sollen gefördert werden.

Die bundesweite Diskussion um die Einführung einer Bauförderung für Familien – das Baukindergeld – reißt nicht ab. Besonders die Frage, ob die Zahlung an bestimmte Auflagen gebunden sein sollte, beispielsweise an Einkommen der Eltern oder die Größe der Wohnung, ist noch nicht geklärt. Eine neue Idee kommt nun vom Deutschen Energieberater-Netzwerk (DEN): Nur Käufer von energetisch effizienten Wohnungen sollten eine Förderung erhalten.

So möchte das DEN das Baukindergeld an bestimmte Gebäudestandards koppeln. „Damit würde diese Förderung zu einem bewussten Umgang mit Ressourcen beitragen, welcher wirtschafts- und klimapolitisch von größter Bedeutung ist“, argumentiert Hermann Dannecker, einer der beiden DEN-Vorsitzenden. Eine mögliche Bemessungsgrundlage könnte der Energieverbrauch pro Quadratmeter sein, schlägt der Verband vor, der die Einführung der Förderung grundsätzlich begrüßt.

Stadt-Land-Gefälle beachten

Außerdem plädiert das Netzwerk dafür, die Zulagen nach Stadt, Land und Region zu staffeln. Da das Bauen in der Stadt deutlich teurer sei, soll es hier auch mehr Geld geben als auf dem Land. Darüber hinaus müsse eine Förderung wirklich so konzipiert sein, dass sie bedürftigen Familien helfe. Die Kritik des Bundesrechnungshofs am Baukindergeld zeige, dass es sozial nicht allzu gerecht ausgelegt sei.

Vom Tisch ist dagegen die zwischenzeitliche Planung, nur Wohnungen bis 120 Quadratmeter Größe zu unterstützen. Das DEN stimmt dem zu: „Es ist grundsätzlich richtig, keine Flächenbegrenzung zur Bedingung für das Baukindergeld zu machen“, sagt Hinderk Hillebrands, der zweite Vorsitzende des DEN, „für den gesamten ländlichen Raum hätte diese Förderung kaum einen Sinn gemacht, da nur sehr wenige Menschen unter 125 Quadratmeter bauen bzw. bauen lassen. Das ist die durchschnittliche Wohnfläche für eine vierköpfige Familie im Einfamilienhaus oder in einer Doppelhaushälfte mit drei Zimmern, Bad, Hauswirtschaftsraum, Anschlussraum, Ess-/Wohnzimmer und Küche.“

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