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Elektrogeräte: Hersteller müssen Ersatzteile bereitstellen

Dank einer neuen EU-Ökodesign-Regelung, müssen Hersteller künftig Ersatzteile für Elektrogeräte liefern. Zudem müssen sie Informationen zur Reparatur herausgeben.

Die EU-Kommission hat neue Ökodesign-Regelungen für Kühlschränke, Waschmaschinen, Geschirrspüler und elektronische Displays vorgestellt. Demnach spielt neben der Energieeffizienz erstmals vor allem auch der Ressourcenschutz eine wichtige Rolle. Hierzu werden Hersteller per Gesetz in die Pflicht genommen, Ersatzteile und Informationen bereitzustellen. Verbraucher und Werkstätte sollen künftig leichter an Informationen gelangen, wie man Ersatzteile austauscht.

Die Abstimmung des Ministerrats für Kühlschränke und Displays fand bereits im Dezember 2018 statt. Für Geschirrspüler und Waschmaschinen ist sie im Januar angesetzt. Die neuen Regeln werden allerdings erst im September 2021 in Kraft treten, da vorher sowohl das EU-Parlament als auch die Mitgliedsstaaten noch zustimmen müssen.

Regelung soll Umwelt und Geldbeutel schonen

Da freie Werkstätte in der Vergangenheit oftmals keine Ersatzteile von den Herstellern oder nur gegen höhere Kosten geliefert bekamen, diktierten nach Auffassung der EU-Kommission vor allem die Anbieter den Markt. Die neuen Regelungen sollen nun Abhilfe schaffen.

Bereits im Oktober 2018 hatte Rundfunk- und Fernsehtechnikermeister Detlef Vangerow die EU-Vorschläge als Experte im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums bewertet: „Reparaturen sichern die Existenz der Reparaturwerkstätten und erhalten das technische Know-how in Deutschland! Und Ersatzteile sind der Schlüssel zur Reparatur“, wird der Handwerker im Handwerksblatt zitiert.

Auch Verbraucherschützer zeigen sich zufrieden mit den neuen Normen: „Neben Energie werden damit auch Ressourcen gespart. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel der Verbraucher. Der Ball liegt jetzt bei den EU-Mitgliedstaaten. Sie müssen Maßstäbe beim Ressourcenschutz setzen und die Öko-Designrichtlinie erweitern“, sagt Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, gegenüber dem Handwerksblatt.

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