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Doch keine Einbaupflicht für Brandschutzschalter

Der erste Entwurf der DKE-Kommission sah eine Einbaupflicht vor. Nach Protesten der Branche ruderten die Experten aber zurück. Der Einbau wird nun lediglich empfohlen.

Die Installationsnorm DIN VDE 0100-420 sieht unter anderem vor, dass bei der Errichtung von Niederspannungsanlagen Maßnahmen gegen Brandgefahr durch Fehlerlichtbögen eingerichtet werden müssen. Diese sogenannten Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen sind besser bekannt als „Brandschutzschalter“. Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) hatte in einem ersten Entwurf die DIN dahingehend geändert, dass der Einbau von Brandschutzschaltern verpflichtend ist. Daraufhin gab es massiven Widerstand von Seiten der Bauwirtschaft. Im aktuellen Entwurf empfiehlt die Kommission den Einbau von Brandschutzschaltern, die Verpflichtung bleibt aber aus.

„Bauen muss bezahlbar bleiben und darf durch privatrechtliche Normen nicht unnötig aufwendig werden“, begrüßte Dipl.-Ing. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) die neue Änderung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass privatrechtliche Regelungen Sicherheitsstandards definieren, die über die gesetzlichen Anforderungen im Brandschutz hinausgingen und unnötige Mehrkosten verursachten.

Weiter betonte er, dass das Schutzniveau des Gesetzgebers auch für privatrechtliche Normen gelten müsse. Denn wegen der nicht erprobten Gebrauchstauglichkeit und der hohen Kosten der Brandschutzschalter, sei anzuzweifeln, ob die Norm als anerkannte Regel der Technik gelten sollte. Aus diesem Grund habe man sich gegen den verpflichtenden Einbau gewehrt.

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