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Diesel-Fahrverbote in Hamburg – aber nicht fürs Handwerk

Hamburg macht den Anfang und richtet als erste deutsche Stadt Fahrverbote für Diesel ein, München könnte bald folgen. Handwerker sind aber zunächst wohl nicht betroffen.

Sie waren als letztes Mittel zur Bekämpfung der Luftverschmutzung in deutschen Großstädten gedacht, doch werden sie wohl schon bald Realität: Diesel-Fahrverbote, bei denen einzelne Straßen für dieselbetriebene Fahrzeuge dichtgemacht werden können, stoßen bei manchen deutschen Kommunen durchaus auf Gegenliebe. Den Anfang macht nun Hamburg, wobei Handwerker hier eine Sondererlaubnis erhalten.

Handwerker zählen als Anlieger

In Hamburg sollen zunächst zwei Verkehrsachsen im Stadtteil Altona für Dieselfahrzeuge tabu werden: Jeweils ein Teil der Max-Brauer-Allee und ein Abschnitt der Stresemannstraße. Ab dem 31. Mai sollen dann ältere Diesel, die die Abgasnorm Euro-6 nicht erfüllen, auf diesen Straßen nicht mehr zugelassen werden.

Befreit sind allerdings solche Fahrzeuge, die den Anliegern oder dem dortigen Geschäftsverkehr zugehören. So dürfen Anwohner sowie Kunden und Mitarbeiter der ansässigen Unternehmen in den Straßen weiterhin einen älteren Diesel nutzen. Dies gilt auch für Handwerker, wenn ihr Kunde oder ihre Baustelle auf der betroffenen Straße liegen!

Was passiert in anderen Bundesländern?

Dass Hamburg sehr schnell mit der Einrichtung dieser Verbote beginnt, liegt daran, dass die Stadt ihr eigenes Bundesland ist und deshalb einen eigenen Luftreinhalteplan hat. Andere Länder wie Bayern und Baden-Württemberg, die gerade Fahrverbote prüfen, müssen dies für alle Städte im Bundesland klären und brauchen dementsprechend länger mit der Umsetzung. Dennoch kann es bald auch hier Einschränkungen für Dieselautos und -Lkws geben. Gerade München und Stuttgart gelten als verschmutzt und spielen mit dem Gedanken.

Handwerksvertreter sind weiterhin klar gegen die Verbote. „Sollten die Kommunen tatsächlich Fahrverbote in einzelnen Städten und Innenstädten einführen, ist das eine Katastrophe für die Menschen, die dringend eine Wohnung suchen. Denn sämtliche Baustellen werden dann zum Erliegen kommen und die dringend benötigten Wohnungen nicht zu Ende gebaut werden können, da sämtliche Baumaschinen, Baugeräte und Transporter mit Diesel betrieben werden“, hatte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa bereits nach der Urteilsverkündung im Februar betont.

Die Verbände versuchen nun, möglichst in jedem Bundesland ähnliche Ausnahmeregelungen wie in Hamburg durchzusetzen.

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