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Der Steinbruch der Zukunft

In Schweden kann man Dumper und Radlader durch einen Steinbruch fahren sehen – aber nicht hören. Die Elektro-Fahrzeuge sind Gegenstand eines ehrgeizigen Projekts.

Leise Bagger, die ohne Fahrer auskommen – Im Vikan Kross-Steinbruch bei Göteborg testen Volvo Construction Equipment und Skanska, wie man im Steinbruchbetrieb die CO2-Emissionen verringern kann. Das ambitionierte Ziel des „Electric Site Research Project“: Einsparungen um bis zu 95 Prozent. Volvo CE und Skanska wollen so gemeinsam den ersten emissionsfreien Steinbruch schaffen. Eine Hauptrolle bei diesem Vorhaben spielt die Elektrifizierung aller Schritte. Daher auch die fast geräuschlosen Bagger, Radlader und Dumper.

HX2, LX1 und EX1

Das von den Kooperationspartnern entwickelte System nutzt elektrische und autonome Prototypen von Volvo CE. Im Vikan Kross-Steinbruch finden sich unter anderem HX2 Dumper. Die Fahrzeuge können mit Hilfe ihres Sicht-Systems Hindernisse und Personen erkennen. Außerdem sind sie in der Lage vorprogrammierten GPS-Wegen zu folgen. Ausgestattet mit einer Lithium-Ionen-Batterie, die zwei elektrische Motoren antreibt, sind sie im Vergleich zu herkömmlichen Dumpern sehr leise. Unterstützt von einem weiteren elektrischen Motor wird die Hydraulik angetrieben.

Ebenfalls auf dem Versuchsgelände im Steinbruch unterwegs: Ein LX1 Hybrid-Radlader, der besonders mit deutlich reduzierten Emissionen und auch weniger Lärm punktet. Ergänzend kann der Prototyp die Arbeit eines Radladers einer höheren Gewichtsklasse erledigen.

Der EX1, ein zweifach angetriebener, kabelgebundener Bagger vervollständigt das Trio. Das 70 Tonnen schwere Gerät ist auf der Grundlage eines Volvo EC750 Raupen-Baggers konstruiert worden. Neben einem Diesel-Motor wird der EX1 mit einem Elektromotor angetrieben. Am Stromnetz angeschlossen, läuft der Bagger emissionsfrei.

Übertroffene Erwartungen

Vergleicht man einen Arbeitstag im Vikan Kross mit dem in einem konventionellen Steinbruch, wird schnell klar, dass Skanska und Volvo CE ihre eigenen Erwartungen sogar noch übertroffen haben. Alle vor Ort eingesetzten Maschinen verbrauchen an einem Arbeitstag rund 64 Liter Diesel und produzieren 166kg CO2. Im Gegensatz zum bisherigen Verbrauch von 3.360 Liter Diesel und 8.700 kg CO2 eine beträchtliche Einsparung. Die CO2 Emissionen konnten so um ganze 98 Prozent, die Energie-Kosten um 70 Prozent und die Arbeitskraft um 40 Prozent reduziert werden.

Teil der Lösung

Volvos großes Ziel, Baustellen 10 Prozent effizienter zu gestalten, während unerwartete Produktionstopps und Emissionen sowie Unfälle gleich null bleiben sollen, steht ganz im Einklang mit Schwedens Vision bis 2045 CO2-neutral zu sein. „Wir sind Teil des Problems, deshalb müssen wir auch Teil der Lösung sein“, bringt Melker Jernberg, Präsident von Volco Construction Equipment, die Beweggründe für das Vorhaben auf den Punkt. „Wir von Volvo CE glauben an eine nachhaltige Zukunft und wir tun unser Bestes, um die Welt zu schaffen, in der wir leben wollen. Der elektrische Steinbruch ist ein Beispiel dafür, wie wir dies erreichen können. Mit diesem Forschungsprojekt kombinieren wir intelligente Maschinen, Automatisierung und Elektromobilität, um die traditionelle Arbeitsweise in der Steinbruchindustrie herauszufordern und neue Alternativen aufzuzeigen. Wir werden jetzt die Technologien und die Zuverlässigkeit des Konzepts weiterentwickeln. Die Entwicklung, Erprobung und Validierung von Prototypmaschinen mit einem Kunden in diesem frühen Stadium des Prozesses beschleunigt die Entwicklung und bringt letztendlich mehr Wert für uns und unsere Kunden.“

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