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Dachdecker erzielen Einigung bei Lohn- und Gehaltstarifverträgen

ZDVH und IG BAU stimmten nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden einem Schlichtungsverfahren zu. Jetzt nahmen beide Parteien den Schlichterspruch an.

Nachdem die ersten beiden Runden der Verhandlungen ohne Erfolg blieben, haben sich der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und die IG BAU in einem Schlichtungsverfahren geeinigt. Folgendem Ergebnis haben beide Parteien nun zugestimmt:

  • Vom 1. August bis 30. November 2018 gelten die bisherigen Löhne und Gehälter als unverändert.
  • Ab dem 1. Dezember 2018 steigen sie um 2,7 Prozent.
  • Ab dem 1. Oktober 2019 um noch einmal 2,9 Prozent.

Im April gibt es zusätzlich eine Einmalzahlung von 360 Euro für alle Mitarbeiter in Dachdeckerbetrieben, die bereits Mitglied der IG BAU sind.

 

Erhöhung auch für Auszubildende

Auch die Löhne der Auszubilden waren Thema der Verhandlungen. Für sie gibt es ebenfalls gute Nachrichten. Ihre Abrechnung verändert sich folgendermaßen:

  • Ab dem 1. Dezember 2018 gibt es monatlich 80 Euro mehr und
  • ab dem 1. September 2019 monatlich nochmal 30 Euro.

Ebenfalls einigten sich beide Seiten auf eine Erhöhung der allgemeinverbindlichen Erstattungsleistungen durch die Sozialkassen des Dachdeckerhandwerks (SOKA-DACH) an Ausbildungsbetriebe. Statt bisher fünf, werden im ersten Lehrjahr jetzt sieben Monatsvergütungen und im zweiten fünf, statt bisher drei erstattet. Außerdem senkt sich der Berufsbildungsbeitrag für die SOKA-DACH um 0,3 Prozent auf 2,0 Prozent der Bruttolohnsumme.

Insgesamt gelten die Lohn- und Gehaltstarifverträge über 26 Monate bis zum 30. September 2020.

 

Gutes Ergebnis für beide Seiten

„Nach 13 Stunden Verhandlungsmarathon hat Schlichter Garrelt Duin ein Ergebnis vorgelegt, mit dem beide Parteien leben können. Schwierig war es, der Gewerkschaft zu verdeutlichen, dass der Bau zwar boomt, aber beileibe nicht alle Dachdeckerbetriebe davon profitieren, denn verkürzt gesagt: jedes Hochhaus hat nur ein Dach“, erläutert ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk als Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite die Verhandlungen aus. „Das Ergebnis wird gerade für die kleinen Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern zum Kraftakt werden, und die stellen immerhin die deutliche Mehrheit im Dachdeckerhandwerk dar. Mehr Geld für die Auszubildenden über alle drei Lehrjahre hinweg sehen wir positiv, denn das hilft den Betrieben, die ausbilden wollen und dringend Nachwuchs suchen. Es war uns klar, dass wir hier noch mehr tun müssen, um attraktiv zu bleiben. Positiv für die Ausbildungsbetriebe sind dabei auch die deutlich erhöhten Zuschüsse zur Ausbildung“, verdeutlicht der Präsident.

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