Betrug mit gefälschten Handwerker-Rechnungen

In einer neuen Betrugsmasche fischen Betrüger echte Handwerker-Rechnungen aus Briefkästen und ändern Kontonummern.

„Ich musste selbst dreimal hinschauen, um die Manipulation an unserer Rechnung zu erkennen“, sagte der Inhaber eines familiengeführten Baubetriebs in Düsseldorf gegenüber dem Handwerksblatt. Er ist einer Masche zum Opfer gefallen, die seit einiger Zeit im Umlauf ist. Die Abzocker fangen Original-Rechnungen von Handwerkern im Briefkasten ab, fertigen eine haargenaue Kopie mit abgeänderten Kontodaten an und kassieren so die Überweisung für die handwerklichen Leistungen. So lief es auch im Fall des Düsseldorfer Betriebes, als er eine offene Rechnung anmahnte: „Der Kunde sagte, dass er gezahlt habe und über 8.000 Euro längst auf unserem Konto eingegangen sein müssten. Also habe ich mir von ihm die besagte Rechnung zuschicken lassen. Und siehe da: Die sah exakt so aus wie unsere, nur rechts unten war die Kontonummer gegen eine andere ausgetauscht! Wahrscheinlich haben die Betrüger das Original eingescannt und dann die falschen Kontodaten eingefügt“, mutmaßt der Firmenchef.

Das Geld kommt so gut wie nie wieder zurück

„Besonders niederträchtig an der Masche ist, dass der Betrug erst Wochen später auffällt“, sagt Martin Klisch, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer Trier, im Interview mit dem Handwerksblatt. Als jemand, der schon vielen Mitgliedsbetrieben durch diesen Betrug geholfen hat, weiß er: Ist das Geld erstmal auf einem fremden Konto gelandet, so kann der Überweisende dies fast nie wieder zurückholen. Laut Verbraucherberatung Rheinland hat die Bank dann keinen Zugriff mehr auf den Betrag. Ein Rücküberweisungsantrag verspricht wenig Erfolg, denn meistens haben die Betrüger ihr Konto bereits leergeräumt. Und Banken sind auch meist machtlos: „Banken haben keine Verpflichtung mehr, Kontoinhaber und Überweisungsempfänger abzugleichen“, betont Klisch.

Meist geht es um sehr hohe Geldsummen. So wurde ein Tischler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich um 30.000 Euro betrogen, ein Maler aus dem Kreis Trier-Saarburg um 4.500 Euro. In Luxemburg ist sogar der staatliche Wohnungsbaufonds auf diese Abzocke hereingefallen, 800.000 Euro flossen auf ein falsches Konto in Polen, berichtet Klisch.

Tipps für Betriebe und Kunden

Da unklar ist, wann und wie die Täter an die Briefe herankommen, können Betriebe und Kunden mit folgenden Tipps das Risiko, selbst Opfer der Betrugsmasche zu werden, ein wenig eindämmen. So sollten Kontodaten bereits im Vertrag aufgenommen werden. Neutrale Briefumschläge des Betriebs können den Inhalt des Briefs verschleiern, gleichzeitig sollten Betriebe die Rechnungen auch als E-Mail verschicken. Auch können die Rechnungen beim Kunden telefonisch angekündigt werden. Kunden sollten die Kontodaten in jedem Fall abgleichen und den Betrieb auffordern, die Rechnungen auch per E-Mail zu versenden und anzukündigen. Der Briefumschlag sollte immer auf Beschädigungen überprüft werden, bei Auffälligkeiten sollten Kunden immer den Rechnungssteller kontaktieren.

Exoskelette für die Bauindustrie

Durch die Entwicklung von Exoskeletten, angepasst an die Bauindustrie, leisten Hilti und Ottobock einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz.

Arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen im Schulterbereich sind ein häufiger Grund für Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern in der Baubranche. Besonders das Arbeiten über Kopf ist besonders belastend. Durch das Tragen von Exoskeletten soll diese signifikant reduziert werden. Exoskelette, oder auch Außenskelette, sind mechanische Strukturen. Wegen ihres futuristischen Aussehens werden sie auch gerne als Roboteranzüge bezeichnet. Zur Entwicklung von Exoskeletten hat die Hilti Gruppe gemeinsam mit Ottobock SE & Co. KGaA eine Technologie-Partnerschaft gegründet. Auf diese Art wollen sie einen Beitrag zum Arbeits- beziehungsweise Gesundheitsschutz leisten.

Die Basis für die Entwicklung innovativer und kundenorientierter Systeme

Johannes Wilfried Huber, Leiter des Geschäftsbereichs Diamanttechnik bei Hilti, sieht in Exoskeletten eine wichtige zukunftsweisende Entwicklung: „Diese bringen eine Entlastung bei körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten, wie sie auf Baustellen tagtäglich ausgeführt werden. Mit Ottobock haben wir den idealen Partner, um unser Wissen in Sachen Anwenderschutz und Ergonomie mit 100 Jahren Biomechanik-Expertise zu kombinieren. Unsere Technologie-Partnerschaft ist die Basis für die Entwicklung weiterer innovativer und kundenorientierter Systeme.“ Auch Dr. Sönke Rössing, Leiter von Ottobock Industrials, freut sich, zusammen mit Hilti ein neues Anwendungsgebiet erschließen zu können: „Dabei bauen wir auf unsere Erfahrungen aus über 500 erfolgreichen Exoskelett-Projekten, unter anderem in der Automobilindustrie und im Handwerk. Das Potenzial für Lösungen, die die körperliche Belastung der Mitarbeitenden reduzieren, ist in der Bauindustrie sehr hoch. Dieses Standbein wollen wir in den kommenden Jahren gemeinsam ausbauen.“ Der Unternehmensbereich Ottobock Industrials entwickelt seit 2012 industrielle Exoskelette der Paexo-Produktpalette.

Produkt entlastet die Schultern um bis zu 47 Prozent

Das erste gemeinsame Produkt wird Hilti bereits im Herbst 2020 auf den Markt bringen. Das EXO-O1 ist ein passives Modell, das ohne Energiezufuhr auskommt. Mit Hilfe mechanischer Seilzugtechnik wird das Gewicht, das auf den Armen und Schultern lastet, auf die Hüfte umgeleitet. So wird die Spitzen-Belastung der Muskulatur reduziert und die Schultern werden um bis zu 47 Prozent entlastet. So wird die Ermüdung bei körperlich schweren Arbeiten, besonders über Kopf, verringert, sodass diese über einen längeren Zeitraum ausgeübt werden können, was die Produktivität steigert.

Jetzt klimafreundliche Handwerksfahrzeuge anschaffen

Das Bundesverkehrsministerium fördert die Anschaffung von Elektro-Nutzfahrzeugen und der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur mit 50 Millionen Euro.

Antragsberechtigt sind Handwerksunternehmen und handwerksähnliche Betriebe, die einen Eintrag in der Handwerksrolle oder im Gewerbeverzeichnis nachweisen können, sowie kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition. Die jeweilige Kommune muss bestätigen, dass die Fahrzeugbeschaffung als Teil der Maßnahmen zur Umsetzung eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes oder eines vergleichbaren Konzeptes ist. Gefedert werden straßengebundene Elektrofahrzeuge der europäischen Fahrzeugklassen N1, N2 und N3, in erster Linie Neufahrzeuge und die zur Betreibung notwendige Ladeinfrastruktur. Zuschüsse alleinig für die Ladesäulen werden nicht vergeben. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss. Sie berechnet sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrausgaben im Vergleich zu der Beschaffung eines konventionell betriebenen Fahrzeuges, die zur Erreichung des Umweltzieles des Fördervorhabens erforderlich sind. Sollte in einem Fahrzeugbereich kein Serienfahrzeug verfügbar sein oder die Umrüstung auf einen elektrischen Antriebsstrang wirtschaftlicher sein, kann die Fahrzeugumrüstung im Einzelfall gefördert werden. Die Förderquote ist auf 40 Prozent festgelegt. Nach Abgabe einer KMU-Erklärung kann kleinen und mittleren Unternehmen ein KMU-Bonus gewährt werden, kleine Betriebe erhalten 20 Prozent, mittlere zehn Prozent. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge der Auftragseingänge, bis diese aufgebraucht sind. Anträge zur Förderung müssen bis zum 14. September sowohl elektronisch als auch postalisch eingegangen sein. Nur diejenigen Anträge, die fristgerecht und vollständig eingereicht wurden, werden berücksichtigt. Der Förderaufruf setzt eine schnelle Umsetzung der Vorhaben voraus. Der Bewilligungszeitraum ist auf zwölf Monate begrenzt. Für Nutzfahrzeuge der Klassen N2 und N3 sind 24 Monate vorgesehen.

Der Traum vom schnellen Bauen

Gibt es eine Lösung, Wirtschafts- und Umweltinteressen im Gesetzesentwurf zu vereinen und das Bauen schneller zu ermöglichen?

Anfang März war man sich innerhalb der Bundesregierung einig: Deutschland sollte möglichst schnell erneuert werden, marode Straßen und Schienen saniert und eine angemessene Infrastruktur für das digitale Zeitalter gebaut werden. Auch jetzt fehlt es nicht an Geld, um dieses Vorhaben umzusetzen, doch ist an eine schnelle Verbauung nicht zu  denken, denn Genehmigungsverfahren bleiben entweder in der Verwaltung oder vor Gericht stecken. Nun möchte die Bundesregierung mit dem Investitionsbeschleunigungsgesetz die Voraussetzung für schnelleres Planen und Bauen überall in Deutschland schaffen. Um dies zu erreichen, ist unter anderem vorgesehen, Genehmigungsverfahren zu entschlacken und Klagewege durch die Instanzen zu verkürzen.

Der immerwährende Konflikt zwischen Wirtschafts- und Umweltinteressen

Eigentlich hatte der federführende Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) vor, den Gesetzentwurf bereits im Juli vom Kabinett verabschieden zu lassen, doch vor allem Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) gingen die Beschleunigungspläne zu weit. Durch eine geplante Verzahnung von Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren hätte man auf eine von bislang zwei Umweltverträglichkeitsprüfungen verzichten können. Geplant war auch, dass bei bestimmten Baumaßnahmen gänzlich auf die Rücksprache mit Naturschutzbehörden verzichtet werde. Diese beiden Punkte sind in dem Gesetzesentwurf, der an die Verbände zur Stellungnahme versendet wurde, nicht mehr enthalten. Allerdings wurde die Verkürzung des Klagewegs auf weitere Bauprojekte erweitert. Dazu gehören neben Bundesfernstraßen nun auch Landesstraßen, der Bau größerer Häfen und Windkraftanlagen. Statt wie bisher zunächst vor dem Verwaltungsgericht zu landen, sollen Streitigkeiten diesbezüglich direkt vor dem Oberverwaltungsgericht diskutiert werden. Bei Infrastrukturvorhaben von überregionaler Bedeutung kann für die Zulassung zudem der Sofortvollzug angeordnet werden.

Entwurf bleibt hinter den Erwartungen der Wirtschaft zurück

Die Wirtschaft sieht keinen ausreichenden Fortschritt: „Der Entwurf bleibt deutlich hinter den Erwartungen der Industrie zurück. Statt den dringend notwendigen großen Wurf zu tun, bleibt die Bundesregierung mit dem Vorschlag sogar weit hinter ihren eigenen Zielsetzungen zurück“, kritisiert Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI). Zentrale Forderungen der Wirtschaft würden vernachlässigt. Der BDI schlägt vor, auch jenseits von Schienenwegen Schwellenwerte für Umweltverträglichkeitsprüfungen einzuführen. Zudem möchte die Wirtschaft eine stärkere Standardisierung des Artenschutzes erreichen. Auch sollen, wenn sich während einer mehrjährigen Projektplanung die Vorschriften ändern, diese ab einem bestimmten Stichtag nicht mehr berücksichtigt werden müssen.

Umweltverbände werden als Sündenbock instrumentalisiert

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) wirft der Politik Aktionismus vor. Seit fast 30 Jahren würden Einschränkungen von Beteiligungsrechten der Umweltverbände und der rechtsstaatlichen Kontrolle von Infrastrukturprojekten vorgenommen. Dabei wurden niemals die tatsächlichen Ursachen langer Planungs- und Umsetzungsdauern von Infrastrukturprojekten untersucht. „Die aktuelle große Koalition hat sich die Umweltverbände als Sündenböcke für die langen Planungszeiten auserkoren, um ihre Eigenverantwortung auszublenden“, kritisiert der BUND. An Stelle von Konfrontationen mit Umweltorganisationen vor Ort fordert der Verband klare Priorisierung bundesweiter Investitionsprojekte.

Der ursprüngliche Gesetzentwurf verstößt gegen EU-Recht

Währenddessen bemüht sich das Umweltministerium, die Wogen zu glätten: „Moderne Umweltpolitik ist an schnellen Verfahren interessiert, insbesondere für den Klimaschutz sind zügig erhebliche Veränderungen unserer Infrastruktur erforderlich“ Allerdings würde die von Scheuer vorgeschlagene Abschaffung keine tatsächliche Beschleunigung bringen, denn würde sie im Raumordnungsverfahren gestrichen, wäre der Prüfaufwand danach umso größer. Außerdem verstoße eine solche Streichung gegen EU-Recht.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) macht einen ganz anderen Beschleunigungsvorschlag: „Laut Gesetzentwurf soll bislang nur das Raumordnungsverfahren digital möglich sein. Besser wäre es, die Unterlagen aller Verfahren digital durchzuführen und auszutauschen“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Ein Vorschlag, dem wohl auch kein Umweltschützer etwas entgegen zu setzen hätte und der dennoch erfolgversprechend scheint.

Stopp im Straßenbau

Die geplante Verschmelzung der DEGES mit der Autobahn GmbH scheint verfassungsrechtlich kritisch. Nun droht ein kompletter Stillstand im Straßenbau.

Der Bundesrechnungshof hat beanstandet, dass durch die geplante Verschmelzung der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und –bau GmbH (DEGES) mit der Autobahn GmbH des Bundes die Trennung zwischen den Aufgaben von Bund und Ländern nicht mehr gewährleistet sei. Durch diese verfassungsrechtlichen Bedenken wurden bereits vergebene Ausschreibungen in Frage gestellt und was als gewinnbringende Reform geplant war, droht nun eine Katastrophe für die mittelständische Bauwirtschaft zu werden.  Am 06. August fand eine Beratung zu dem nun drohenden Stillstand im Straßenbau statt. „Es darf durch die geplante Verschmelzung der DEGES mit der Autobahn GmbH keine Einschränkungen bei den Vergabeverfahren im Straßenbau geben”, fordert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). „Es wäre fatal für unsere Infrastrukturpolitik, wenn mit dem Start der Autobahn GmbH die Auftragsverwaltung der Bundesstraßen zum Stillstand gebracht würde.” Pakleppa fordert, dass die Aufgaben klar verteilt werden, um die Bedenken des Bundesrechnungshofes zu berücksichtigen. Eine erneute Ausschreibung der Aufträge, die bereits durch die Länder an die DEGES vergeben wurden und auch der Aufbau landeseigener Auftragsverwaltungen sei genau das Gegenteil davon, was mit der Autobahnreform eigentlich beabsichtigt war.

Baustelle mit autonom fahrenden Baggern in Planung

Dieses Projekt der Technischen Universität (TU) Dresden und der Stadt Hoyerswerda soll die Digitalisierung am Bau entscheidend voranbringen.

Durch Ferngesteuerte und autonom agierende Baufahrzeuge wie Radlader und Raupenbagger soll in Hoyerswerda intelligentes Bauen simuliert werden. Die digitale und vernetzte Baustelle soll noch in diesem Herbst ihre Arbeit aufnehmen. Das Vorhaben ist zunächst bis Ende des dritten Quartals 2022 geplant. Über Breitbandanbindungen soll das Erprobungsfeld mit der TU Dresden und deren Partnern gekoppelt werden, um Technik und Baufortschritt aus der Ferne zu steuern und zu dokumentieren. Als Teil des Forschungsfeldes Lausitz wird die digitale Baustelle vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Corona-Disziplin am Bau schwindet

Arbeitnehmer und –geber am Bau geraten wegen der Einhaltung der Hygienemaßnahmen aneinander. Der Weg zum Bau ist wieder zentraler Konfliktpunkt.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fasst die Nachlässigkeit am Bau zusammen: „Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske. Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren“, teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. So würde der Weg zur Baustelle wieder als Sammeltransport im Bulli durchgeführt und die Pausen im engen Bauwagen verbracht. Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der in erster Linie mittelständische Unternehmen vertritt, widerspricht. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Hygienevorschriften sei anhaltend hoch. Zentraler Streitpunkt, auch in dieser Frage, ist wieder einmal der Weg zur Baustelle. „Zu den Baustellen darf mit dem privaten Pkw angefahren werden und diese Kosten werden erstattet“, so die Arbeitgeberseite. Dieser Konfliktpunkt war auch entscheidend dafür, dass die Tarifverhandlungen am Bau nach drei Runden ergebnislos abgebrochen wurden.

Von wem kann Schadensersatz verlangt werden?

Wer haftet, wenn ein Arbeitnehmer auf dem Bau stürzt? Der Bauherr, die Bauleitung oder der Bauunternehmer? Vor dieser Frage steht das OLG Koblenz.

Grundsätzlich gilt: Der Unternehmer ist für die Sicherheit am Bau zuständig. Der Bauherr kann nicht in Haftung genommen werden, insbesondere dann nicht, wenn er eine Bauleitung beauftragt hat. Und auch diese haftet nur dann, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Bauunternehmer nicht ausreichend sachkundig und zuverlässig ist.                                                          

Der Fall:

Eine Gemeinde ließ die ehemalige Dorfschule zu einem Gemeindezentrum umbauen und übertrug dazu die Bauaufsicht auf einen Architekten. Den Innenausbau führte ein Bauunternehmen durch. Zwei Mitarbeiter, die auf einem Gerüst Gipsplatten an den Wänden beseitigten, stürzten durch die Holzabdeckung und verletzten sich bei dem fast vier Meter tiefen Sturz schwer. Einer der Bauarbeiter warf der Bauherrin und dem Architekten vor, ihre Verkehrssicherungspflichten verletzt zu haben, da ein von der Gemeinde beauftragter „Rentenverein“ die Holzabdeckung unfachmännisch errichtet habe und der Architekt die Konstruktion nicht auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft habe. Der Mann verlangte von Gemeinde und Bauleiter Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von rund 65.000 Euro.

Die Entscheidung:

Der Bundesgerichtshof (BGH) sagt, die Klage richte sich gegen den falschen Gegner, denn grundsätzlich sei der Bauunternehmer für die Sicherheit auf einer Baustelle zuständig. Auch in der Baubranche richte sich die Unfallverhütungsvorschrift der Berufsgenossenschaft alleine an die Arbeitgeberseite. Bauleiter oder Bauherr müssen nur dann etwas zur Gefahrenabwehr unternehmen, wenn sie Anlass dazu haben, davon auszugehen, dass ein Bauunternehmen oder eine Handwerksfirma nicht zuverlässig arbeite oder nicht ausreichend sachkundig sei, um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten. In diesem Fall sei nicht zu beweisen, dass die Gemeinde über die mangelhafte Holzabdeckung Bescheid wusste, da diese behauptete, die Abdeckung stamme von einem Rohbauunternehmen und nicht von Laien. Aber selbst, wenn die Bauherrin darüber Bescheid gewusst hätte, hatte sie ihre Pflicht im Wesentlichen schon damit erfüllt, einen erfahrenen Architekten mit Planung und Baukontrolle zu beauftragen. Dieser habe dann die Aufgabe übertragen bekommen, die Sicherheitsmaßnahmen der beteiligten Baufirmen zu prüfen und gegebenenfalls aktiv zu werden. Das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz muss nun erneut die Verantwortung der Beteiligten prüfen, insbesondere die des Bauunternehmens. 

Straßenbau gerät ins Stocken

Ab 2021 wird die Autobahn GmbH die Verantwortung über die Autobahnen übernehmen. Dies wird zu erheblichen Verzögerungen in Planung und Bau führen.

Ab dem 1. Januar 2021 wird die Autobahn GmbH des Bundes die Verantwortung für die 13.000 Kilometer Autobahn übernehmen. Damit soll die Umwandlung der Auftragsverwaltung für die Autobahnen abgeschlossen sein. DEGES soll in die neue Autobahn GmbH integriert werden und die Großprojekte betreuen. Allerdings beanstandet der Bundesrechnungshof diese Fusion, da durch sie die Trennung der Aufgaben zwischen Bund und Ländern nicht mehr gewährleistet wäre. DEGES verantwortet seit 1991 wichtige Infrastrukturprojekte, setzt Planungsaufträge für die Arbeit an Bundesstraßen und Autobahnen um und ist zusätzlich an anderen Verkehrsprojekten beteiligt.

Bauwirtschaft sorgt sich um mittelständige Unternehmen

Anlässlich des Berichtes des Bundesrechnungshofes befürchtet Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), dass die Auftragsvergabe erheblich ins Stocken gerate, da alle Aufträge, die die Länder an DEGES vergeben haben, sowie sämtliche neue Projekte, neu ausgeschrieben werden müssten. Dies werde insbesondere in Anbetracht der bereits stockenden Vergabe auf Grund der Corona-Krise katastrophale Folgen für Unternehmen haben, die im Straßenbau tätig sind. Zudem werden durch die Übernahme der Auftragsverwaltung der Bundesstraßen aufwendige und langwierige Aufbau-, Koordinations- und Abstimmungsprozesse entstehen. Die erhebliche Verzögerung, die bei der Planung und beim Bau von Landes- und Bundesstraßen nun zu erwarten ist, bereitet den mittelständigen Straßen- und Brückenbauern große Sorgen. Daher wird an Bund und Länder appelliert, sich zeitnah um eine konstruktive Lösung bei der künftigen Aufgabenverteilung und Planungsverantwortung zu kümmern.

Erster Bagger mit Wasserstoffantrieb

Einen Bagger zu betreiben, ohne schädliche Stoffe wie CO2 freizusetzen – JCB hat es geschafft, den ersten funktionierenden Prototypen vorzustellen.

Laut eigenen Angaben ist JCB der erste Baumaschinenhersteller weltweit, der einen funktionierenden Prototyp eines Baggers mit Wasserstoffantrieb vorstellt. Der Strom für diesen wird in einer Brennstoffzelle aus der Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff erzeugt, das einzige Produkt ist Wasser.  JCB Chairman Lord Bamford berichtet: „Die Entwicklung des ersten wasserstoffbetriebenen Baggers ist unheimlich spannend, da wir eine CO2-freie Welt anstreben. In den kommenden Monaten wird JCB die Entwicklung und Feinabstimmung dieser Technologie mit weiteren Tests unserer Prototypmaschine fortsetzen. Wir werden weiterhin an der Spitze der Technologien stehen, die für den Aufbau einer CO2-freien Zukunft konzipiert sind“.