So schützen sich Handwerker vor der Abofalle

Handwerksbetriebe werden derzeit vermehrt Opfer von fiesen Betrugsmaschen. Dabei merken sie es oft erst, wenn es zu spät ist – und das kann ziemlich teuer enden.

Sich in einem Register mit dem Titel „Leistungsverzeichnis für das Deutsche Handwerk“ eintragen zu lassen, klingt für einen Handwerksbetrieb nach einer guten Sache. Im Briefkasten vieler Betriebe landen momentan Briefe mit einem solchen Angebot. Was sie nicht wissen: senden sie das Formular ausgefüllt und unterschrieben zurück, haben sie den Vertrag abgeschlossen und werden zur Kasse gebeten. Stolze 1.475 Euro werden für zwei Jahre fällig. Die Handwerkskammer Cottbus warnt und empfiehlt, nicht auf solche Angebote einzugehen und auf keinen Fall zu reagieren. Denn nur wer das Formular unterschrieben zurücksendet, nimmt das Angebot an. Falls es schon zu spät ist, empfiehlt die Kammer folgendes: „Betroffene Betriebe, die das Schreiben bereits zurückgeschickt haben, sollten auf keinen Fall Zahlungen tätigen und den Vertrag schnellst möglich wegen arglistiger Täuschung anfechten und hilfsweise kündigen.“

Weitere Betrugsmaschen im Umlauf

Leider bleibt es nicht nur bei der Betrugsmasche mit einem Eintrag in ein bestimmtes Register. Auch landen die Handwerksbetriebe in einer Falle, wenn sie einen bestimmten Brief beantworten, in dem Daten des Betriebes abgefragt werden. Die Betrüger erwecken beim Betrieb den Eindruck, es handle sich lediglich um einen Datenabgleich und bitten, angegebene Daten abzugleichen und zu berichtigen. Dabei wird jedoch verschleiert, dass es sich bei Rücksendung und Unterschrift des Formulars um den Abschluss eines Vertrages handelt. In dem Glauben, es handle sich um ein öffentliches Verzeichnis, tappen auch hier viele Handwerksbetriebe in die Falle und bekommen Beträge von fast 900 Euro in Rechnung gestellt. Bei den Firmen handelt es sich nämlich, anders als angenommen, um privatwirtschaftliche Unternehmen. Auch hier empfiehlt die Handwerkskammer Cottbus, auf keinen Fall Zahlungen zu tätigen und den Vertrag schnellstmöglich wegen Betruges anzufechten.

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Diskussion um Verschärfung des Baurechts

Finanzminister Olaf Scholz schlug zuletzt vor, das Baurecht wegen der aktuellen Wohnungsnot zu verschärfen. Bauminister Horst Seehofer sieht darin allerdings keine Lösung.

Nicht lange ist es her, da hat Olaf Scholz (SPD) dafür plädiert, mehr Druck auf Inhaber ungenutzter Grundstücke auszuüben und dieses Baugebot im Baurecht zu verschärfen, um es öfter einsetzen zu können. Für ihn ist es durch die aktuelle Wohnungsnot nicht akzeptabel, dass leere Grundstücke ungenutzt bleiben. Eine Sprecherin Seehofers machte jedoch deutlich, dass dies nicht im Sinne des Bauministers ist. Und auch der baupolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Kai Wegner, erklärte zuletzt der Rheinischen Post: „Die Einlassung von Scholz ist kein Beitrag zum schnellen Wohnungsbau. Entsprechende Verfahren dauern zehn bis 20 Jahre.“

Die bisherigen Möglichkeiten

Das Baugebot ist ein Instrument für Gemeinden. Durch dieses Gebot bekommen sie die Möglichkeit, den Eigentümer eines leeren Grundstücks im Geltungsbereich eines Bebauungsplans dazu zu verpflichten, die Fläche innerhalb einer angemessenen Frist gemäß Bebauungsplan zu bebauen. Sieht der Eigentümer sich wirtschaftlich allerdings nicht in der Lage, für diese Bebauung aufzukommen, kann er verlangen, dass die Gemeinde das Grundstück übernimmt. Und wenn sich ein Eigentümer der Zusammenarbeit verweigert, kann die Gemeinde letztlich auch eine Enteignung geltend machen. Dies passiert allerdings selten und dauert sehr lange.

Mehr Rechte für Gemeinden

Der Deutsche Städtetag allerdings steht hinter Scholz: „Städte müssen leichter und mit größeren Erfolgschancen Eigentümer von baureifen Grundstücken zum Bauen auffordern können“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy. Außerdem sei es ein großer Fortschritt, wenn Städte Baugebote gleich für ein bestimmtes Gebiet festlegen können, in dem Wohnraummangel besteht. Dedy meint, dass der Bund dafür Voraussetzungen im Baugesetzbuch schaffen sollte. Das Hauptaugenmerk liege dabei nicht auf Enteignung, sondern auf einvernehmlichen Lösungen mit dem Eigentümer.

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Handwerker haften nicht immer bei Mängeln

Treten Tage oder Wochen nach handwerklichen Leistungen Mängel am Werk auf, können die Handwerker nicht immer dafür haftbar gemacht werden. Worauf man achten muss.

Handwerksbetriebe müssen ein mangelfreies Werk herstellen, das sagt das Werkvertragsrecht. Laut dem Bauvertragsrecht muss ein Werk zusätzlich allgemein anerkannte Regeln der Technik erfüllen, um als mangelfrei zu gelten. Werden diese beiden Punkte eingehalten, gilt ein Werk also als mängelfrei. Oft geben schon die Hersteller bestimmte Vorgaben an, unter denen ein Werk hergestellt werden soll, damit es mängelfrei ist. Aber was passiert, wenn der Handwerker diese Vorgaben beachtet hat und nach Vollendung trotzdem Mängel am Werk auftreten? Das musste das Oberlandesgericht in Hamm in einem aktuellen Fall entscheiden.

Der Fall

So wurde ein Unternehmen damit beauftragt, diverse Bauleistungen für einen Kunden zu erledigen. Dazu gehörte auch die Abdichtung des Kellers. Beim Erfüllen dieses Auftrags befolgten die Auftragnehmer die Vorgaben des Herstellers zum Material und der Verarbeitung. Nachdem das Gebäude allerdings bezogen wurde, zeigte sich Feuchtigkeit im Kellergeschoss. Der Kunde machte Mängelrechte gegen den Unternehmer geltend, die Sache ging vor Gericht.

Das Urteil

Hier war die Entscheidung allerdings eindeutig: der Bauunternehmer habe die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten und ist professionell vorgegangen. Auch hat die Verklebung der Abdichtung den Herstellervorgaben entsprochen. Unter diesen Umständen wurden die Mängelansprüche vom Gericht zurückgewiesen.

An diesem Fall wird deutlich, was sowohl für alle Handwerker als auch Auftraggeber im Falle von Mängeln zu beachten ist: weist ein Werk einerseits die vereinbarte Beschaffenheit auf und entspricht andererseits den allgemein anerkannten Regeln der Technik (die oftmals den Herstellervorgaben entsprechen), gilt es als mängelfrei und der Kunde kann auch nach Auftreten von Mängeln keine Mängelrechte geltend machen. Alle Auftragnehmer sollten allerdings immer sichergehen, dass die Herstellervorgaben mindestens den allgemein anerkannten Regeln entsprechen. Liegen diese Vorgaben nämlich darunter und werden vom Handwerker befolgt, kann ein Werk als mangelhaft gelten und somit den Auftragnehmer haftbar machen.

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Aktiv gegen Schadstoffe – mit neuem Straßenbelag

In Stuttgart ist die Luft schmutzig. Das soll sich ändern. Nun testet die Stadt etwas Neues: Der Clean Air Asphalt soll die giftige Stickoxide unschädlich machen.

Stuttgart hat ein Problem: Die Luftverschmutzung mit Stickoxiden ist hier so hoch, wie in keiner anderen Großstadt Deutschlands. Die Stadt geht aktiv dagegen vor, jetzt auch mit einem Mittel, dass auf den ersten Blick ziemlich kurios wirkt. Das Ministerium für Verkehr des Landes Baden-Württemberg hat nun als dritten Schritt des Luftreinhalteplans 200.000 Euro bereitgestellt, damit die Landeshauptstadt in einem Pilotprojekt einen neuen Straßenbelag testen kann. Der sogenannte Clean Air Asphalt, kurz ClAir, soll die Belastung durch Stickoxide dauerhaft senken.

Schadstoffe unschädlich machen

Peter Hübner, Vorstand des ausführenden Unternehmens, der STRABAG AG, freut sich, dass der ClAir Asphalt nun erstmalig in der Praxis getestet wird: „Die STRABAG AG ist Vorreiterin für Innovationen in der Branche und wir hoffen, dass wir einen Beitrag zur Schadstoffentlastung in Stuttgart leisten können.“ Weiter erklärte er, wie der Asphalt das leisten soll: „Es handelt sich hierbei um einen Straßenbelag, dem photokatalytisches Abstreumaterial beigemengt wurde. Der Abbau giftiger Stickoxide erfolgt durch das in der Asphaltoberfläche enthaltene Titanoxid, das Schadstoffe in unschädliche Substanzen umwandelt.“ Unterstützt wurde die Projektentwicklung auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Effektivität noch unklar

Unsicher ist aber noch, inwiefern der Asphalt einen Einfluss auf die Sauberkeit und Qualität der Luft hat. Die Schadstoffbelastung in Stuttgart sei in den letzten Jahren zwar stark zurückgegangen. „Inwieweit und in welchem Umfang hierbei Schadstoff reduzierende Fahrbahnbeläge einen substanziellen Beitrag leisten können, werden wir hier und bei einem weiteren Pilotprojekt mit der STRABAG AG in Stockach untersuchen“, erläuterten Ministerialdirigent Andreas Holler und der Leiter des Tiefbauamtes der Stadt Stuttgart Wolfgang Schanz.

Das Pilotprojekt ist derweil gestartet: In der ersten Osterferienwoche wurden etwa 8.200kg des Abstreumaterials in den Asphalt am Neckartor in Stuttgart gewälzt. Ob und wie stark Schadstoffe dann durch den Straßenbelag gemindert werden können, soll ein begleitendes Wissenschaftsprojekt feststellen.

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Neue bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Radon

Das Bundesumweltministerium hat einen Radonmaßnahmeplan veröffentlicht. Dieser soll helfen, in Zukunft besser vor der Strahlung des radioaktiven Edelgases zu schützen.

Insgesamt 40 Seiten hat das am 24. April veröffentlichte Dokument, in dem das Bundesumweltministerium (BMU) die Strategie von Bund und Ländern zur Verbesserung des Schutzes vor Radon neu zusammenfasst. Es richtet sich sowohl an Fachleute als auch an interessierte Bürger. Neben den bereits bestehenden Regelungen zum Schutz vor Radon an Arbeitsplätzen geht das neue Dokument zudem auf den Schutz der Bevölkerung in Aufenthaltsräumen ein. Zu den geplanten Zielen gehört, dass Menschen in Aufenthalts- und Arbeitsräumen dem gefährlichen radioaktiven Edelgas möglichst nicht mehr ausgesetzt sein sollen. Denn viele Untersuchungen zeigen: der Zerfall von Radon und seine Zerfallsprodukte in der Lunge gelten als die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in Deutschland – direkt nach dem Rauchen. Das Dokument kann auf der Internetseite des Bundesumweltministeriums kostenlos heruntergeladen werden.

Was ändert sich für den Bau?

Für Neu- und Bestandsbauten sollen bauliche Maßnahmen zum Schutz von Radon zukünftig weiterentwickelt werden, die dann verbindlich gelten. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde schon getan: Im Radonhandbuch, das am 3. April vom Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht wurde, kann man bereits etwas über bauliche Maßnahmen zum Schutz vor Radon erfahren. Diese Maßnahmen sind in dem Handbuch praxisnah und leicht verständlich beschrieben. Das Handbuch steht auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz zum Herunterladen zur Verfügung.

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Gute Gehölze werden knapp

Die Baumschulwirtschaft befindet sich momentan in einem Engpass. Der Bund deutscher Baumschulen beklagt: qualitativ hochwertige Gehölze sind kaum noch verfügbar.

Immer weniger Baumschulbetriebe, eine trotzdem dauerhaft steigende Nachfrage und der Hitzesommer 2018: für die Engpässe rund um deutsche Gehölze gibt es viele Ursachen. So sei laut dem Bund deutscher Baumschulen (BdB) schon seit 20 Jahren die Entwicklung im Gange, dass durch den Strukturwandel die Zahl der Betriebe in Deutschland weiter sinkt. Die langanhaltende Hitze im Sommer 2018 hat nicht gerade einen positiven Beitrag zur Knappheit geleistet: durch Hitze und Trockenheit haben viele Gehölze aus dem Freiland oft nicht die gewünschte Größe erreicht.

Geduld ist gefragt

Dies werde sich laut BdB auch auf die nächsten Jahre auswirken. Wo möglich, wurden bereits neue Flächen aufgeschult, es bedarf allerdings großer Geduld, bis die Engpässe wieder aufgefüllt sind. Bei manchen Sortimenten werde es Jahre dauern, bis die große Nachfrage wieder ohne Probleme bedient werden kann.

Bernhard von Ehren, geschäftsführender Gesellschafter der Baumschule Lorenz von Ehren, ist nicht sonderlich überrascht von den aktuellen Umständen: „Der Trend zur Knappheit wurde in den letzten 3 Jahren schon sichtbar, durch den letzten Dürresommer wurde der Verlauf darüber hinaus verstärkt. In diesem Jahr werden die Baumschulen die meisten Pflanzen noch liefern können, doch sogar Standardpflanzen wie Hainbuche oder Feldahorn werden rar. Auch die europaweite Nachfrage nach deutschen Bäumen steigt und es zeichnet sich ab, dass die Baumschulen diese Nachfrage nicht mehr vollends bedienen können.“ Oliver Fink, Vorsitzender der Gartenbaumschulen, ist aber optimistisch gestimmt, was die Verknappung betrifft: „Mit einer guten Fachberatung können wir den Kunden auch Alternativen zu den nicht erhältlichen Sortimenten bieten. Es erfordert zwar eine gewisse Flexibilität von den Kunden, aber in der Regel sind Sie mit unserem Angebot weiterhin sehr zufrieden.“

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Es fehlen Ingenieure

Eine neue Umfrage in bayrischen Ingenieursbüros zeigt, dass es immer mehr Stellen als Absolventen gibt. Dabei sind die Einstiegsgehälter so hoch wie nie.

Auch die Ingenieure bleiben anscheinend nicht von dem Fachkräftemangel verschont. Das ergab die neue Konjunktur-Umfrage 2019 der Bayrischen Ingenieurekammer-Bau (BayIK-Bau). Dabei läuft das Geschäft in vielen Betrieben richtig gut: volle Auftragsbücher und steigende Einstiegsgehälter sind in vielen Büros Normalität. Dieses Ergebnis der Umfrage passt allerdings eher weniger zu dem prognostizierten Wirtschaftswachstum seitens der Bundesregierung, die derzeit eine eher abflauende Konjunktur erwartet. Der Präsident der Bayrischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Dr. Norbert Gebbeken, hat dafür aber eine plausible Erklärung: „Die bayerische Ingenieurlandschaft ist mittelständisch geprägt und agiert überwiegend regional. 76 Prozent sind gar nicht im Ausland aktiv. Damit hat beispielsweise der Brexit, der für viele Branchen sehr bedrohlich ist, auf unsere Mitglieder nahezu keine Auswirkungen.“

Gute Geschäftslage – zu viele offene Stellen

Was allerdings doch ein großes Problem für die Branche darstellt, ist der Fachkräftemangel. Aus der Umfrage geht hervor, dass aktuell 50 Prozent der befragten Büros noch offene Stellen zu vergeben haben. Im Vorjahr waren es 51 Prozent, was auf einen bereits länger anhaltenden Mangel an Fachkräften hindeutet. Außerdem geben 71 Prozent (im Vorjahr 75 Prozent) der Befragten an, Schwierigkeiten bei der Besetzung dieser offenen Stellen zu haben. Der Einstellungsbedarf liegt um einiges höher als die Absolventenzahlen, was sich auch an den Einstiegsgehältern bemerkbar macht. Der Anteil an Betrieben, die Einstiegsgehälter über 45.00 Euro zahlen ist von 27 Prozent im Vorjahr um satte 6 Prozent auf 33 Prozent in 2019 gestiegen.

Ein besonders positives Ergebnis gab es bei der Befragung über die momentane Geschäftslage. Hier gaben 85 Prozent der befragten Ingenieurbüros an, dass sie sich in einer allgemein guten Geschäftslage befinden. Nur 14 Prozent nannten eine befriedigende, und 1 Prozent beklagte eine schlechte Geschäftslage. Auch mit der aktuellen Ertragslage sind die meisten zufrieden. Eine Mehrheit von 66 Prozent beschreibt sie als gut, 32 Prozent als befriedigend und nur 3 Prozent bezeichnen sie als schlecht. Außerdem planen für das laufende Jahr 27 Prozent aller Büros, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. Mit 71 Prozent rechnen die meisten mit keiner Veränderung. Lediglich 2 Prozent rechnen mit einer Verringerung der Mitarbeiterzahlen.

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Kampf gegen Schwarzarbeit und Sozialbetrug geht weiter

Der Bundesrat hat dem Gesetzentwurf der Bundesregierung gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch zugestimmt. Ein Fortschritt für alle Beteiligten.

Schon über zwei Monate ist es her, dass die Bundesregierung ihren ersten Entwurf eines Gesetzes gegen Schwarzarbeit und Sozialbetrug veröffentlicht hat. Mitte April stimmte der Bundesrat diesem Gesetzentwurf zu, was viele Beteiligte begrüßen. So bezeichnet Dr. Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg (FG-Bau), es als ein „starkes Signal an die mittelständische Bauwirtschaft“. „Wir fordern seit langem eine Personalaufstockung und erweiterte Vollzugsmöglichkeiten der Zollverwaltung zur besseren Bekämpfung von Schwarzarbeit und Sozialleistungsmissbrauch. Dem kommt die Bundesregierung nun nach“, freut sich die Geschäftsführerin.

Der Entwurf sieht es vor, dass die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) als Teil der Zollverwaltung bei der Bekämpfung von Schwarzarbeit gestärkt wird. „Durch die Schaffung einer Prüfungs- und Ermittlungskompetenz der FKS erhoffen wir uns, dass sowohl das unzulässige Anbieten von häufig geringqualifizierten Arbeitskräften im öffentlichen Raum zur Schwarzarbeitsanbahnung als auch die perfiden Methoden des Sozialleistungsbetrugs endlich wirkungsvoll bekämpft werden“, meint Dr. Schreiner.

„Krebsgeschwür der Bauwirtschaft“

Allein in Berlin und Brandenburg soll mittlerweile fast jeder zweite Euro auf dem Bau durch Schwarzarbeit erwirtschaftet werden. Durch diese illegalen Geschäfte gehen dem Staat jedes Jahr Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsabgaben verloren. Dr. Schreiner bezeichnet die Schwarzarbeit als „das Krebsgeschwür der Bauwirtschaft“ und betont, dass dadurch menschenunwürdige Unterkunfts- und Arbeitsbedingungen geschaffen werden.

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Anwalt geht gegen Großprojekt-Klagen vor

Bei den meisten Großbauprojekten ist eine gerichtliche Auseinandersetzung inzwischen zum Standard geworden. Das muss nicht sein, fordert der Jurist Dr. Wolfgang Breyer.

Als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht kennt Dr. Wolfgang Breyer die juristischen Auseinandersetzungen bei Großbauprojekten nur zu gut. So gibt es laut dem Experten inzwischen kaum noch Projekte, bei denen die Beteiligten nicht vor einem Richter landen. Dies sei allerdings nicht nur teuer und zeitraubend, sondern in den meisten Fällen auch absolut überflüssig. Doch obwohl die aufwändigen Prozesse für Dr. Breyer und seine Kanzlei mitunter sehr lukrativ sein können, setzt er sich dafür ein, dass es zu weniger Klagen kommt.

Prävention durch neue Vertragsformen

Um den Konfrontationskurs von Bauherren, Architekten und Handwerker schon im Vorhinein zu verhindern, setzt Breyer auf neue Vertragsformen zur Prävention. So würden beispielsweise Mehrparteien-Verträge, die verschiedene Gewerke und Planer bündeln, dafür sorgen, dass bereits in frühen Phasen der Projektierung und Planung alle an einem Strang zögen und das Wissen aller Beteiligten eingebracht und koordiniert werden könne, erklärt der Fachanwalt in einem Podcast-Interview mit der Managementberatung Porsche Consulting. Dabei schütze vor allem die Transparenz und das Zusammenspiel vor vorprogrammierten Konflikten. „Juristische Streitigkeiten am Bau haben am Ende keinen wirklichen Sieger. Ich sehe selten Mandanten, die uns Anwälten gratulieren, wenn wir sie vor Gericht führen.“

Kooperation fördern

Breyer sieht den vielen Streit in erster Linie in der klassischen Vertragsgestaltung und Vergabepraxis geschuldet. „Die Auftragnehmer am Bau werden durch die typischen Einzelverträge dazu gezwungen, strikt ihre eigenen Interessen zu verfolgen, nicht aber die Interessen des gesamten Projektes.“ Als Mit-Initiator der „Initiative Teambuilding“ holt Breyer daher alle Parteien am Bau an einen Tisch, um die Kooperation aller Beteiligten bei Großprojekten zu fördern. Die neue Kultur am Bau müsse geprägt sein durch frühzeitige Integration sowie projektübergreifende Organisation und Kommunikation, so Breyer. Denn nur so ließe sich der Fokus auf ein gemeinsames Projektziel richten.

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Europäische Schutzausrüstungs-Verordnung eingeführt

Seit dem 21. April findet die neue Verordnung der Europäischen Union zur Persönlichen Schutzausrüstung offiziell Anwendung. Aber was heißt das nun für die Betriebe?

Die Übergangsfrist für die bereits im Jahr 2016 beschlossene neue PSA-Verordnung der Europäischen Union ist am 21. April abgelaufen. Vor allem die Hersteller, Importeure und Händler von Persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) sowie die Prüf- und Zertifizierungsstellen mussten sich umstellen. Aber auch für die Betriebe gilt es einiges zu beachten.

„Die neuen Anforderungen ändern nicht das Sicherheitsniveau von PSA: Persönliche Schutzausrüstung, die nach PSA-Richtlinie in Verkehr gebracht wurden, gelten weiterhin als sicher und müssen nicht ausgetauscht werden“, entwarnt die Deutsche Unfallversicherung (DGUV).

Die wichtigsten Änderungen

Trotzdem nennt die DGUV einige Dinge, die sich ab sofort im Arbeitsschutz ändern:

  • Die Einstufung von einigen Produkten als PSA ändert sich. Es gibt drei Kategorien, denen unterschiedliche Prüfanforderungen zugeordnet sind. Produkte wie zum Beispiel Gehörschutz, Rettungswesten oder PSA zum Schutz gegen Kettensägenschnitte fallen jetzt unter die Kategorie III. Damit unterliegen sie einer Produktionskontrolle durch eine notifizierte Stelle.
  • Für Schutzausrüstung der Kategorie III gilt in Deutschland die Pflicht zu einer praktischen Unterweisung der Beschäftigten. Hier sind die Unternehmen jetzt gefragt, ihre Unterweisungen entsprechend anzupassen.
  • Hersteller müssen künftig die so genannte Konformitätserklärung jedem einzelnen Produkt beifügen oder über das Internet zur Verfügung stellen. Die Erklärung bestätigt, dass das Produkt den Anforderungen der Verordnung entspricht. Bislang reichte es aus, die Konformitätserklärung “auf Verlangen” vorlegen zu können.
  • Der Geltungsbereich der Verordnung ist umfassender als zuvor. Sie nimmt künftig alle Wirtschaftsakteure in die Pflicht – auch Händler und Importeure.
  • Bislang galten EG-Baumusterprüfungen unbegrenzt. Gemäß der neuen Verordnung werden EU-Baumusterprüfbescheinigungen nur noch für längstens fünf Jahre ausgestellt.

Die komplette Verordnung kann hier nachgelesen werden.