Ein optimiertes BIM-Tool im Holzbau

BIM bietet für die Baubranche vielerlei Potenziale und erleichtert und digitalisiert zunehmend wichtige Aufgaben. Jetzt soll das Tool für den Holzbau optimiert werden.

Das Potenzial, den industrialisierten Holzbau technisch und wirtschaftlich zu revolutionieren und dem Bauen mit Holz zu breiterem wirtschaftlichen Erfolg zu verhelfen, bietet BIM schon lange. Allerdings ist die BIM-Methode für die Anforderungen des modernen Holzbaus noch nicht wirklich optimiert worden. Dieser Aufgabe stellen sich nun die Lehrstühle „Entwerfen und Holzbau“ und „Architekturinformatik“ der Technischen Universität München (TUM). Sie möchten mit ihrem Forschungsprojekt BIMwood nun dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ unterstützt das Projekt finanziell und zusammen mit dem Praxispartner Prause Holzbauplanung, den BIM Experten AEC3, lattkearchitekten und dem Holzbauunternehmen Gumpp & Maier startet das Projekt im August 2019 für zunächst drei Jahre. Mit dem Projekt möchte man herausfinden, wieso das BIM-Tool momentan noch nicht bereit für den Holzbau ist und wo die Herausforderungen liegen. Daraus sollen dann konkrete Vorschläge für eine holzbaugerechte BIM-Anwendung entwickelt werden. In einem Handbuch möchte man diese Ergebnisse danach veröffentlichen. Denn allen Partnern ist klar: Bevor man BIM für den Holzbau fit gemacht hat, bleibt diese Art des Bauens insbesondere beim urbanen und großvolumigen Bauen außen vor und nicht konkurrenzfähig.

Holzbau ist wichtiges Ziel für die Zukunft

In der Charta für Holz 2.0 sieht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bereits eine Steigerung der Holzbauquoten im Wohnungs-, öffentlichen und Industriebau vor. Das BMEL strebt damit eine stärkere und ressourceneffizientere Holzverwendung aus nachhaltiger Forstwirtschaft an, die für mehr Klimaschutz und Wertschöpfung sorgt. Das Projektteam rund um die TU München will nun zügig in die Untersuchungen einsteigen, um der Branche parallel zu den schnell voranschreitenden Entwicklungen in der digitalen Planung neuste Erkenntnisse aus BIMwood zu bieten. Das vom BMEL durchgeführte und vom gleichen Förderprogramm geförderte vorangegangene Projekt „HOLZundBIM“ liefert bereits einige Ergebnisse aus der Branche. Das 9-monatige Vorprojekt liefert die Grundlage für den Beginn der neuen Forschungsarbeit und gibt Aufschluss über die Art und den Umfang der Anwendung von BIM in der gesamten Prozesskette beim Planen und Bauen mit Holz in Deutschland. Die Zwischenresultate aus BIMwood sollen begleitend mit Experten und Forschungskollegen im deutschsprachigen Raum diskutiert und mit dem Stand in anderen Ländern verglichen werden, in denen BIM teilweise schon stärker etabliert ist.

Intelligente Gebäudetechnik spart Energie für die Zukunft

In einem neuen Interview mit dem CEO von Siemens Smart Infrastructure wird klar, welche wichtige Rolle intelligente Gebäude schon bald bei uns spielen werden.

Wenn die eigenen vier Wände mit einem reden und eigenständig Wärme- und Lichtregulierung betreiben und somit den Energieverbrauch eines Gebäudes drastisch senken – so kann die Zukunft mit intelligenter Gebäudetechnik aussehen. Aber auch, wenn Gebäude intelligent sind und ihre Umgebung verstehen, kommunizieren und lernen, muss immer noch der Mensch im Mittelpunkt stehen. Diese Ansicht vertritt Cedric Neike, CEO von Siemens Smart Infrastructure in einem neuen Interview. Schon 2020 werden voraussichtlich 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein, 20 Prozent davon werden zur Gebäudetechnik gehören. Das bedeutet eine große Datenmenge, die für intelligente Gebäude aufbereitet und auch analysiert werden muss. Laut Neike werden aktuell rund 50 Prozent der Energie in einem Gebäude verschwendet. Nach einer aktuellen Studie sei es jedoch möglich, den Energieverbrauch und somit den ökologischen Fußabdruck eines Gebäudes durch Digitalisierung und Vernetzung um satte 80 Prozent zu senken. Längst gibt es für Gebäude nicht mehr nur die Möglichkeit, Energie zu verbrauchen, sondern auch, welche zu erzeugen. Neike bezeichnet diese Art von Gebäude als intelligente „Prosumenten“, die sich mit der Außenwelt austauschen.

Häuser als Energiebatterien nutzen

In Kanada erprobt Siemens aktuell bereits die Nutzung intelligenter Gebäudetechniken in Gebieten, in denen Elektroheizungen weit verbreitet sind. Dort wird überschüssige Wärmeenergie in Boilern direkt in den Häusern wie in einer Batterie gespeichert und kommt dann in Zeiten zum Einsatz, in denen die Gebäude weniger Strom erzeugen. Dabei werden mehrere Gebäude zu einem virtuellen Kraftwerk zusammengeschlossen und beziehen ihre Energie aus diesen Speichern. Laut Aussagen von Neike würde das den Bau von ein bis zwei Kohlekraftwerken überflüssig machen. Im Rahmen eines anderen Projekts hat Siemens gemeinsam mit dem amerikanischen Start-up LO3 ein Inselnetz in New York aufgebaut, in dem Gebäudeeigentümer überschüssige Solarkapazitäten an ihre Nachbarn verkaufen können. Neike freut sich über die so entstandene Gemeinschaft von Stromhändlern. Eines Tages, so die Hoffnung des Siemens-Managers, werden Gebäude „intelligent genug sein, um die Bedürfnisse der Nutzer vorauszusehen“. Sie wären damit ein Bestandteil von Lebensräumen, die sowohl dem Menschen als auch der Umwelt zu Gute kommen.

Digitalisierung im Straßenbau: BIM in der Bauindustrie

Building Information Modelling wird in der Bausparte immer wichtiger und ist ein hilfreiches Tool auf dem Bau. Ein „Allheilmittel“ ist es laut Bauindustrie allerdings nicht.

Der Bau von Verkehrswegen wird fast ausschließlich von öffentlichen Bauherren in Auftrag gegeben. Die Hälfte aller öffentlichen Bauaufträge entfiel auf den Bau von Straßen, die Tendenz ist steigend. Das entspricht etwa 13,7 Milliarden Euro, die in öffentlichen Bauaufträgen in den Bau von Straßen fließen. Seit Jahrzehnten staut sich hier ein Investitionsbedarf. In einem aktuellen Positionspapier bezieht die Bauindustrie Stellung zum Building Information Modelling (BIM) im Straßenbau. Hohe Kosten für Energie und Rohstoffe und dazu noch die knappe Personalsituation – das birgt viele Herausforderungen, die vor allem durch die fortschreitende Digitalisierung und ihre Errungenschaften gemeistert werden können. „Wir leisten hier einen konstruktiven Beitrag zur Digitalisierung einer der wichtigsten Bausparten Deutschlands“, betont der Vorsitzende des Lenkungsausschusses Digitalisierung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB), Klaus Pacher. „Wir freuen uns auf den weiteren Dialog mit unseren Partnern im Straßenbau.“

Digitalisierung löst nicht alle Probleme

„Wir dürfen allerdings nicht dem Irrglauben verfallen, dass BIM oder Digitalisierung ein Allheilmittel sind, mit denen die vorgenannten Herausforderungen nun problemlos gelöst werden können!“, betont Dr. Walter Fleischer, Vorsitzender der HDB-Bundesfachabteilung Straßenbau. Es sei sicherlich ein sehr gutes Werkzeug, das Verbesserungen und Vorteile bringe. „Jedoch sind unverändert auch künftig Fachleute mit Ingenieurverstand sowie kaufmännischer und juristischer Erfahrung unverzichtbar“, so Dr. Fleischer weiter. Das Positionspapier zeigt auf, „wie digitale Daten im Straßenbau schon jetzt zum Vorteil aller Seiten eingesetzt werden können und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen“. Die Bauindustrie fordert alle am Straßenbau Beteiligten, also Bauausführende, Planer, Bauherren und Behörden, dazu auf, selbst Hand anzulegen und die Digitalisierung in der Bauindustrie fortschreiten zu lassen. Das Positionspapier „BIM im Straßenbau“ wurde durch ein Redaktionsteam von BIM-Experten der Straßenbauindustrie im Arbeitskreis Digitalisiertes Bauen (AKDB) des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie erstellt. Alle BIM-Broschüren stehen auf www.bauindustrie.de/publikationen kostenlos zum Download zur Verfügung.

Digitale Revolution am Bau

Die deutsche Bauindustrie wird immer digitaler. Das zeigt unter anderem eine neue Studie darüber, wie aktiv in Deutschland Building Information Modeling genutzt wird.

Das digitale Planen und Bauen hat in letzter Zeit deutlich an Bedeutung gewonnen. Building Information Modeling (BMI) bietet eine Methode der vernetzten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden und anderen Bauwerken mithilfe einer Software. Theoretisch ließe sich in Deutschland ein Neubau in nahezu allen Phasen mit der Digitalisierung realisieren. Im Vergleich zu vor zwei Jahren wird dieses System auch immer mehr zur Optimierung genutzt. Eine aktuelle Studie des Düsseldorfer Marktforschungsinstituts BauInfoConsult zeigt allerdings eine zweigeteilte Meinung über BMI. Zwar findet die Software immer mehr Anwender und es steigt die Hoffnung, dass dadurch eine weitreichende Prozessoptimierung eintreten wird, gleichzeitig ist die Nachfrage auf der Kundenseite allerdings noch sehr gering. BauInfoConsult befragte insgesamt 302 Planer und Verarbeiter. Die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, dass sich die Digitalisierung immer mehr am Bau durchsetzen wird, die andere Hälfte hat jedoch Vorbehalte gegen diese neue Technik.

Einsatz von BMI steigt weiter

Die Studienergebnisse zeigen aber: Die Nutzung der Software hat am Bau deutlich zugenommen. Rund 28 Prozent der Befragten arbeiten bereits damit. 2017 lag dieser Anteil noch bei 20 Prozent. Und auch wenn die Kundennachfrage eher gering ist, stellt sich die Mehrheit der Betriebe auf die Nutzung des Systems ein. Nur ein Viertel der befragten Planer und Verarbeiter gab an, das System nicht zu nutzen. Zwar lässt sich ein Neubau theoretisch bereits quer durch alle Bauphasen mit BIM realisieren, die Studie zeigt allerdings, dass die bereits BIM-nutzenden Akteure die Software am liebsten für die Ausführungsplanung (73 Prozent), die architektonische Entwurfsplanung (65 Prozent) sowie für die gebäudetechnische Fachplanung (61 Prozent) nutzen. Lediglich 36 Prozent der Befragten nutzen das System für die Fachplanung im Bereich der Bauphysik, also für die Planung von beispielsweise Schall-, Brand- und Feuchteschutz. Wie genau die Software in diesen Gebieten zum Einsatz kommt, zeigt die Studie in weiteren Umfragen. So berichten 83 Prozent der BIM-Nutzer, dass sie vor allem auf die 3D-Visualisierung und Animationsdarstellung setzen. 81 Prozent nutzen BIM, um 2D-Zeichnungen aus 3D-Modellen zu erstellen und ganze 71 Prozent handhaben mit dem digitalen Instrument das Kollisionsmanagement und Mengenplanungen.

Stabiles Wachstum für elektronische Sicherheitstechnik

Auch 2018 hält ein stabiles Wachstum für den Markt für elektronische Sicherheitstechnik bereit. Der Umsatz liegt für das Jahr somit bei 4,4 Milliarden Euro.

Videoüberwachung, elektronische Alarmtechniken, Türsprechsysteme und Gefahrenmelder – das alles hat die Branche der elektronischen Sicherheitstechnik zu bieten. Um sich vor Einbrüchen, Bränden und anderen Gefahren zu schützen, sind solche Anlagen für viele Deutsche mittlerweile unverzichtbar. Das zeigen auch die Wachstumszahlen aus dem Jahr 2018: um 5,7 Prozent nahm der Umsatz im Vergleich zu 2017 in diesem Segment zu. Das sind etwa 4,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz für das erfolgreiche Jahr. Die Branche setzt somit den ständig wachsenden Umsatz fort und zeigt einen stabilen Markt. Auch für die Folgejahre erwartet man einen fortgesetzten Aufschwung. Dennoch gibt es einige Herausforderungen im Geschäft: „Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind enorm. Es dauert oft zwölf bis 15 Monate, bis eine Stelle nachbesetzt wird – das ist doppelt so lange wie noch vor zwei oder drei Jahren“, konstatiert Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.

Weitere wichtige Themen der näheren Zukunft seien außerdem die Vernetzung und Digitalisierung sowie die Cybersicherheit der eingesetzten Produkte, Systeme und Dienstleistungen. „Smart Home und Smart Building werden Realität. Im Dreieck aus Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit nimmt Cybersicherheit einen zentralen Platz ein. Digitale Technologien müssen sicher und vertrauenswürdig sein – darauf müssen sich die Nutzer verlassen können. Nur so können neue Dienste und Geschäftsmodelle entstehen, die sich am Markt behaupten“, so Uwe Bartmann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit.

Wachstum in allen Segmenten der Sicherheitstechnik

Zwar ist die Brandmeldetechnik nach wie vor das größte Segment der Sicherheitstechnik, aber auch alle anderen Segmente zeigen ein Wachstum. Die Brandmeldetechnik ist sehr von der Baukonjunktur abhängig, der Umsatz in diesem Bereich ist 2018 allerdings um mehr als sechs Prozent auf über zwei Milliarden Euro gestiegen. Nachdem jetzt bundesweit die Rauchwarnmelderpflicht für Privatwohnungen gilt, könnte in diesem Bereich ein Rückgang eintreten. Andererseits müssen in vielen Bundesländern bereits viele alte Rauchmelder ausgetauscht werden. Auch neue Technologien unter den Warnmeldern, wie zum Beispiel die Smart-Home-Fähigkeit, könnten für einen Aufschwung in der Zukunft sorgen. Mit einem Plus von sieben Prozent steigt der Umsatz für die Zutrittssteuerungssysteme 2018 auf 352 Millionen Euro. Auch die Videosicherheit macht mit einem Umsatz von 575 Millionen Euro gegenüber 2017 ein Plus von 6,5 Prozent. Ein etwas geringeres Wachstum gab es für den Bereich der Sprachalarmierungssysteme, diese machten 2018 einen Umsatz von 110 Millionen Euro und verzeichnen für das Jahr somit ein Plus von 3,8 Prozent. Überfall- und Einbruchmeldeanlagen machten mit 860 Millionen Euro 3,6 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Smarte Ideen für zukünftige Elektromobilität gesucht

Innogy sucht im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Elektromobilität“ kreative Antworten auf wichtige Fragen der Zukunft. Preisvergabe ist am 28. November in Dortmund.

Auf Fragen zur Elektromobilität, zur Energie- und Gebäudetechnik und zur Architektur und Informatik sucht innogy gestalterische, technische und auch wirtschaftliche Antworten. Die Fragen sind sehr zukunftsorientiert: Wie sieht das Haus der Zukunft mit smarter Ladeinfrastruktur als integralem Bestandteil aus? Oder auch: Was zeichnet APIs aus, die Elektroauto und Smart Home so verbinden, dass Energieversorgung, Wohnkomfort und Datenschutz gleichermaßen profitieren? Auf diese und noch mehr Fragen sollen kreative Studierende aus allen deutschsprachigen Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie alle anderen Interessierten aus Bereichen wie zum Beispiel der Energie- und Gebäudetechnik oder der Immobilienwirtschaft kreative Antworten suchen. Innogy bittet dabei um fantasiereiche und ausgefallene Projekte. Die Einsendungen können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst sein und müssen bis spätestens zum 25. Oktober 2019 eingereicht werden. Die drei besten Projekte werden ausgewählt und am 28. November ausgezeichnet. Für den ersten Platz gibt es 5.000 Euro Preisgeld, für den zweiten 3.000 und für den dritten Platz winken 2.000 Euro. Die prämierten Ideen werden außerdem in der Fachzeitschrift greenBUILDING präsentiert. Auf der Website des Projekts stehen alle offenen Fragen und Teilnahmebedingungen zum Nachlesen.

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Wie sauber werden Solarmodule entsorgt?

Bald ist es so weit: die erste große Welle an Solarmodulen in Deutschland muss entsorgt werden. Einige enthalten allerdings hochgiftige Materialien. Was passiert damit?

Laut einer aktuellen Prognose soll ab 2020 zwischen 20.000 und 200.000 Tonnen Solarzellenabfall anfallen. Spätestens dann ist die geschätzte Lebensdauer von 25 Jahren der ersten in Deutschland installierten Welle an Photovoltaik-Anlagen erreicht. Nach 2020 sollen die geschätzten Zahlen kontinuierlich steigen und können bis 2035 schon mehrere Millionen betragen. Die Lebensdauer von 25 Jahren kommt deshalb zustande, weil die Module über die Jahre viele kleine Defekte entwickeln können. Dafür verantwortlich sind Schäden durch Wind und Wetter an Kabeln und Oberflächen der Anlagen. Bei solchen Schäden müssen allerdings nicht zwingend die ganzen Module ausgetauscht werden, oftmals sind es nur einzelne Bauteile.

Wohin mit dem Abfall?

Zuständig für die Entsorgung der ausgedienten Module sind grundsätzlich die sogenannten „Erstinverkehrbringer“, nämlich Hersteller und Importeure. Nach dem Elektro- und Elektronikgerätegesetz sind sie dazu verpflichtet, die zurückgenommenen Elektroaltgeräte auf eigene Kosten ordnungsgemäß zu entsorgen. Für Privatpersonen und Installationsbetriebe, also nicht-Erstinverkehrbringer, ist die Entsorgung auf einem öffentlich-rechtlichen Wertstoffhof kostenlos. Dort werden die Module von anderen Geräten getrennt und von speziellen Entsorgungsunternehmen abgeholt.

Wie steht es um Recycling?

Seit mehr als 15 Jahren wird bereits an Recyclingverfahren für Solarmodule geforscht. Der Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, Carsten Körnig, freut sich über die Entwicklung: „Entsorgungsfachbetriebe sind heute in der Lage, Altmodule so zu recyceln, dass die Wertstoffe fast vollständig wieder einem Produktionsverfahren als Sekundärrohstoffe zugeführt werden können.“ Er sieht in den kommenden, zu recycelnden Modulen eine Chance für Deutschland, sich einen technologischen Fortschritt zu erarbeiten.

Auch das Umweltbundesamt kann die Erfolge beim Recycling der Photovoltaik-Anlagen bestätigen. So könne man momentan bereits 70 Prozent des verbauten Materials in Form von Metall und Glas wieder verwenden. „Aufgrund der Zusammensetzung eines PV-Moduls aus überwiegend Glas, Aluminium und Kunststoffen können nach unseren Informationen mehr als 90 Prozent des PV-Moduls recycelt beziehungsweise verwertet werden“, erklärt Axel Strobelt.

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Go digital: Beratungen zum halben Preis

Mittelständische Firmen können Beratungen zum Thema Digitalisierung in Anspruch nehmen. Das Bundeswirtschaftsministerium übernimmt bis zu 50 Prozent der Beratungskosten.

Im Zeitalter der Digitalisierung wird es für die Betriebe immer wichtiger, mitzuziehen. Damit mittelständische Unternehmen mitkommen, hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Förderprogramm „go-digital“ gestartet. Im Rahmen dieses Programms gibt es online eine interaktive Beraterlandkarte, auf der jedes Unternehmen die nächste Beraterin oder den nächsten Berater finden und kontaktieren kann. Kontaktdaten, Ansprechpartner und Hintergrundinformationen zu den Leistungen stehen per Mausklick bereit. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt die Wichtigkeit des Programms heraus: „Für unsere Unternehmen und ihre Beschäftigten aber auch für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt ist entscheidend, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen den Anschluss an die Digitalisierung erfolgreich hinbekommen. Mit unserem unbürokratischen Förderprogramm ‚go-digital‘ unterstützen wir sie dafür bedarfsgerecht vor Ort.“

BMWi fördert umfangreich

Das Förderprogramm unterstützt alle interessierten kleinen und mittleren Unternehmen, die Beratungsleistungen für die Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse in Anspruch nehmen wollen. Hat ein Unternehmen einen passenden Berater auf der Karte gefunden, muss es einen Beratervertrag abschließen. Um alles Weitere, wie zum Beispiel die Antragstellung, kümmert sich das Beratungsunternehmen selbst. Ein großer Vorteil des Programms: das BMWi übernimmt bis zu 50 Prozent der entstandenen Beratungskosten. Dass der Bedarf sehr groß ist, zeigen die Zahlen: circa 200 Förderanträge gehen jetzt schon monatlich ein, und es werden immer mehr. Auch die Zahl der vom BMWi autorisierten Beratungsunternehmen steigt immer weiter; mittlerweile sind es schon über 700.

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Brandschutzschalter nicht mehr Pflicht

Der Einbau sogenannter Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen – kurz AFDD – sind nach einer wesentlichen Änderung nicht mehr Pflicht, allerdings immer noch empfohlen.

Im Februar erst hat die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) einen Entwurf der Norm DIN VDE 0100-420 veröffentlicht, in der der Einbau von Brandschutzschaltern als verpflichtend vorgesehen war. Nach heftigen Protesten wurde dieser Entwurf nun aber doch überarbeitet und es wird lediglich eine Empfehlung des Einbaus ausgesprochen. Durch ist das ganze allerdings noch nicht. Durch die Unsicherheit, welcher Entwurf denn nun gilt, treten beim Aufsetzen eines Vertrages viele Fragen und Unklarheiten auf.

Einbauen oder nicht einbauen?

Bauordnungsrechtlich besteht in keinem Bundesland die Verpflichtung, einen solchen Schalter einzubauen. Fehler, die durch einen seriellen Fehlerlichtbogen passieren können, gelten als „normale“ Brandursachen und müssen nicht zusätzlich durch einen AFDD abgesichert werden. Möchte man bei einem Neubau allerdings auf diese Schalter verzichten, ist es ratsam, den Bauherren darüber aufzuklären und den Verzicht schriftlich unter Berücksichtigung des aktuellen Entwurfs der DIN VDE 0100-420-1:2018-02 zu vereinbaren. Hierzu schlägt der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) folgende Möglichkeiten vor:

1. Sie vereinbaren im Bauvertrag die Anwendung der derzeitig gültigen DIN VDE 0100-420:2016-02. Dann müssen Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen in den unter Abschnitt 1 genannten Situationen eingebaut werden. Die hierdurch bedingten Mehrkosten müssen in diesem Fall einkalkuliert werden.

oder

2. Sie vereinbaren im Bauvertrag, dass Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen nicht eingebaut werden müssen und schließen den Abschnitt 421.7 der zurzeit gültigen DIN VDE 0100-420:2016-02, der die Pflicht zum Einbau von Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen vorsieht, ausdrücklich aus und vereinbaren anstelle dessen den Abschnitt 421.7 aus dem Entwurf der DIN VDE 0100- 420-1:2018-12.

Zur Frage einer möglichen Sicherheits- beziehungsweise Risikoanalyse kann laut ZDB die Entscheidungshilfe der obersten Bauaufsicht Berlin Hinweise liefern.

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Erste Studie zum „Smart Readiness Indicator“ veröffentlicht

Wie intelligent kann ein Gebäude sein? Um dies vergleichend darstellen zu können, wurde der „Smart Readiness Indicator“ (SRI) eingeführt. Die Grundlagenforschung läuft.

Bereits in der 2018 novellierten EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie (EPBD) ist der Begriff „Smart Readiness Indicator“ (SRI) zu finden. Er soll beschreiben, wie smart ein Gebäude sein kann, beziehungsweise bewerten, wie gut ein Nutzer mit dem Netz interagieren sowie den Gebäudebetrieb energieeffizient regeln kann. Die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) sowie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben hierzu eine Grundlagenstudie in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse der EBZ Business School und dem Wuppertal Institut berücksichtigen dabei bisher veröffentlichte Erkenntnisse der EU und zeigen einen pragmatischen Lösungsansatz.

Technologischen Anforderungen gerecht werden

Zu den wesentlichen Anforderungen, die in die SRI-Bewertung mit einfließen, zählen unter anderem der Einsatz von Smart Metern, die Einbindung von Ladestationen für Elektromobilität sowie Energiespeicher und Energie-Managementsysteme. Bereits installierte Technik steht dabei ebenso auf dem Prüfstand wie vorhandene Infrastruktur für mögliche Erweiterungen. Insgesamt solle der Indikator Gebäudeeigentümern, Mietern und Investoren praktische Orientierungshilfe, inwieweit bestehende oder neu zu errichtende Gebäude zeitgemäßen technologischen Anforderungen gerecht werden.

„Der Indikator wird dazu beitragen, dass sich der Wert eines Gebäudes in Zukunft auch daran messen lassen muss, wie ‚intelligent‘ das Haus vernetzt ist“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung bei der Vorstellung der Studie in Berlin. „Der ‚Intelligenzindikator‘ könnte die Nachfrage nach smarten Immobilien ankurbeln.“

Weitere Geschäftsfelder

Für die weitere Verbreitung im Markt und einer allgemeinen Akzeptanz des SRI, müssen wesentliche Funktionsbereiche wie Heizung, Lüftung, Beleuchtung oder Energiemanagement kostengünstig erfasst, bewertet und vergleichbar gemacht werden. Rund um den SRI könnten so zusätzliche Geschäftsfelder und Dienstleistungen entstehen, die auch für Energieunternehmen interessant sind.