Instandhaltungskosten von Brücken senken mit KI

Das Startup Dynamit Infrastructure hat mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) den Betrieb und die Wartung kritischer Infrastruktur neugestalten.

Das auf KI basierte SaaS-Produkt von Dynamit Infrastructure verarbeitet kontinuierlich frühere und aktuelle Inspektionsberichte und visuelle Darstellung aus allen beliebigen Aufnahmequellen. Auf diese Weise erstellt die Plattform eine „visuelle Krankenkarte“ einer jeden Brücke und eines jeden Tunnels. Durch diese Cloud-basierte Live-Risikoanalyse werden zukünftige Wartungsrisiken und sich entwickelnde Mängel identifiziert. Das Programm warnt automatisch, wenn Änderungen der Wartungsbedingungen festgestellt werden, bevor sie sich zu großflächigen Ausfällen entwickeln. Über einen Browser sind die Daten leicht zugänglich und können, um Wartungsabläufe zu beschleunigen und Budgetausgaben zu optimieren, sofort mit Kollegen und Auftragnehmern geteilt werden.

Branchenführer in Zusammenhang mit Brücken- und Tunnelbetrieb und -wartung

Der in New York, Berlin und Tel Aviv ansässig Betrieb wurde von Branchenfachleuten mit jahrzehntelanger Betriebs- und Wartungserfahrung gegründet. In den letzten Jahren hat er sich zum Branchenführer und zur treibenden Kraft einer Datenrevolution in Entscheidungsprozessen in Zusammenhang mit Brücken- und Tunnelbetrieb und -wartung entwickelt. Derzeit werden Projekte in mehreren Gliedstaaten der USA sowie in Deutschland, der Schweiz, Griechenland und Israel mit privaten und öffentlichen Verkehrsbetrieben realisiert. Die Kunden des Unternehmens betreiben insgesamt 30.000 Anlagen und reichen von nationalen, staatlichen, regionalen und kommunalen Verkehrsbehörden bis hin zu öffentlich-privaten Partnerschaften und privaten Unternehmen.

Der Gesundheitszustand von 74 Brücken auf Long Island soll diagnostiziert werden

Das größte aktuelle Projekt läuft mit dem Public Works Department des New Yorker Suffolk County auf Long Island. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Pilotprojektes soll der Einsatz auf 74 Brücken im County erweitert werden. „Die jüngste Projekterweiterung zielt darauf ab, bis zum 2. Quartal 2021 den gesamten Bestand mit unserer Technologie abzudecken“, erklärt Saar Dickman, Mitbegründer und CEO von Dynamic Infrastructure. Das Suffolk County sei typisch für die Situation in den USA. Nach Daten der Federal Highway Administration kann man davon ausgehen, dass sich etwa 30 Prozent der Brücken in den USA in mäßigem bis schlechtem Zustand befinden. Die American Society of Civil Engineers bewertet die Infrastruktur der USA mit der Note D+ und mehr als 56.000 Brücken wurden als „strukturell mangelhaft“ eingestuft. „Das System ermöglicht es jedem Betreiber, Inspektor oder Wartungstechniker, verwertbare Informationen zu erhalten, um zu entscheiden, ob, wann und wie die täglichen Wartungs- und Instandhaltungsprojekte durchgeführt werden sollen, indem es sofortige Warnmeldungen über Anomalien liefert“, sagte Kevin Reigrut, Mitglied des Beratergremiums von Dynamic Infrastructure und ehemaliger Exekutivdirektor der Verkehrsbehörde von Maryland.

Künstliche Intelligenz am Bau

Die TU München und die Nemetschek Innovationsstiftung gründen ein Institut zur Förderung von künstlicher Intelligenz im gesamten Lebenszyklus von Gebäuden und Infrastruktur.

Durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) kann die Digitalisierung des Bauwesens auf die nächste Stufe gestellt werden, denn KI zählt zu den wesentlichen Säulen des Bauwesens der Zukunft. Die Nutzung digitaler Lösungen ist eine weltweite Herausforderung für die Branche, die bewältigt werden muss, um das Planen, Bauen und Betreiben von Gebäuden und Infrastrukturbauwerken effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger zu gestalten. Aus diesem Grund wurde an der Technischen Universität München (TUM) nun ein weltweit einmaliges Forschungs- und Lehrinstitut ins Leben gerufen. Gemeinsam mit der Nemetschek Innovationsstiftung wurde das Institut für künstliche Intelligenz im Bauwesen, „TUM Georg Nemetschek Institute Artificial Intelligence for the Built World”, gegründet.

Die Fördervereinbarung sieht neben einer Basisförderung zum Aufbau und Betrieb eine Projektförderung vor, die der Förderung hochschulweit ausgeschriebener wettbewerblicher Forschungsprojekte dient, an denen fachlich einschlägige qualifizierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen auch im Zusammenwirken mit externen Kompetenzen beteiligt sind. „Der Anspruch, technologische Innovationen im Bauwesen zu erkennen und maßgeblich voranzutreiben, ist bereits mein ganzes Berufsleben lang mein wichtigster Antrieb als Unternehmer und Wissenschaftler. Mit der Gründung des neuen Instituts möchte ich einen nachhaltigen Beitrag leisten, um die Führungsrolle Deutschlands auf dem so wichtigen Zukunftsfeld der künstlichen Intelligenz zu stärken und die Digitalisierung des gesamten Baulebenszyklus auf die nächste Stufe zu heben“, erklärt Prof. Georg Nemetschek.

Förderprogramme zur Digitalisierung von Unternehmen

Die Corona-Krise beleuchtet Stärken und Schwächen des Ist-Zustandes. Dabei hat sich gezeigt, dass bei der Digitalisierung eindeutig Nachholbedarf besteht.

Insbesondere in Fragen der Digitalisierung sieht man, wie bereits gut ausgestattete kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) voranpreschen, während diejenigen, deren Digitalisierungsstand noch nicht sehr hoch ist, sich schwertun. Vor der Krise war digitales Knowhow bedeutend unwichtiger, zudem ist die Informations- und Produktbeschaffung kosten- und zeitintensiv, weshalb in vielen Betrieben großer Handlungsbedarf besteht. Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) möchte mit dem Programm „Mittelstand Innovativ & Digital” (MID) eben diese dabei unterstützen, ihre Abläufe zu digitalisieren und ihre Produkte, Dienstleistungen und Produktionsverfahren digital weiterzuentwickeln, um so auch künftig der wirtschaftliche Motor des Landes zu bleiben. Das Programm hat das Ziel, eine breite Basis für digitale Transformation und innovativen Wandel kontinuierlich zu fördern und gleichzeitig KMU dabei zu unterstützen, sich bestmöglich auf dem Markt zu behaupten.

Finanzmittel von Land und Bund für die Digitalisierung von KMU

MID gliedert sich in zwei Teilprogramme mit unterschiedlichen Ausrichtungen auf. Zum einen gibt es drei Varianten der Gutscheinförderung für MID-Digitalisierung, MID-Analyse und MID-Innovation. Unternehmer können auf diese Weise projektbezogene externe Unterstützung für spezielle auf den Betrieb zugeschnittene Beratungs-, Entwicklungs- und Umsetzungsdienstleistungen hinzuziehen. Die andere Möglichkeit ist die Einstellung eines MID-Assistenten mit Hochschulabschluss, der den konkreten Wissenstransfer von der Hochschule in den Betrieb vollzieht. Insgesamt stehen Landesmittel in Höhe von 11,8 Millionen Euro zur Verfügung. Eine sinnvolle Ergänzung ist das im September gestartete Bundesprogramm „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU”. Dieses unterstützt Investitionen in digitale Technologien sowie in die Qualifizierung der Beschäftigen zu Digitalthemen finanziell.

Die Hälfte der Handwerker-Seiten verschwindet von Google

Bald werden nur noch die Seiten bei Google angezeigt, die für mobile Endgeräte optimiert sind. Viele Handwerker-Websites sind dies jedoch nicht.

Heute wird zum überwiegenden Teil mit mobilen Endgeräten im Internet gesurft. Aus diesem Grund wird Google ab März 2021 nur noch diejenigen Webseiten anzeigen, die für mobile Geräte optimiert sind. Eigene Websites gehören für Handwerksbetriebe heute dazu, doch Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk in Koblenz schätzt, dass knapp die Hälfte nicht für Smartphones geeignet ist.

Doch wie finde ich überhaupt heraus, ob die eigene Seite mobilfreundlich ist?

Das lässt sich in wenigen Minuten eigenständig testen. Dazu muss man nur mit einem Smartphone oder Tablet die eigene Seite aufrufen. Wenn sich die Schriftgröße der Bildschirmgröße anpasst, ist alles gut. Muss man hingegen heranzoomen, um den Text lesen zu können, passt sich die Website mobilen Endgeräten nicht an. Darüber hinaus bietet Google einen kostenlosen Online-Test an, mit dessen Hilfe Seitenbetreiber ihren Online-Auftritt auf Mobilfreundlichkeit überprüfen können.

Wie gestalte ich meine Seite mobilfreundlich?

Wenn ein Laie eine Website eigenständig mobilfreundlich gestalten möchte, dauert dies mehrere Wochen. Deswegen empfiehlt es sich, dafür einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Allerdings fangen die Kosten dafür bei ungefähr 2.500 Euro an. Wer ein komplexes Shopsystem brauch, ist schnell bis zu 15.000 Euro los. Deswegen sollte sich genau überlegt werden, ob eine Umgestaltung überhaupt sinnvoll ist.

Für wen ist der Übergang zu einer mobilfreundlichen Website sinnvoll?

Das hängt insbesondere davon ab, auf welchem Weg man seine Kunden gewinnt. Kleinere Handwerksbetriebe profitieren vor allem von Mund-zu-Mund-Propaganda und sind deswegen nicht darauf angewiesen, dass ihre Seite von potenziellen Kunden einfach gefunden wird. Zudem sollten die lokalen Google-Suchtreffer von der Anpassung unberührt bleiben und wer einen Eintrag bei Google My Business hat und im Online-Verzeichnissen wie der gelben Seite aufgeführt ist, wird kaum beeinträchtigt werden. Bei der Personalsuche sieht das jedoch oft anders aus. Insbesondere junge Arbeitnehmer legen viel Wert auf eine zeitgemäße Online-Präsenz. Insgesamt sollte bedacht werden, dass es immer ratsam ist, im Internet und insbesondere auf Google Präsenz zu zeigen und es somit auf lange Sicht sinnvoll sein kann, sich den wandelnden Anforderungen anzupassen.

Handwerk fordert Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung

Durch das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung müssen die Betriebe Aufträge bis Jahresende abarbeiten und das unter dem Einfluss der zweiten Welle.

„Die befristete Senkung der Mehrwertsteuer im Sommer war als Teil des Konjunkturpakets ein wichtiger Impuls zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach den starken Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie”, erklärt Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkskammertags (BWHT). „Auch wenn nur teilweise Aufträge direkt auf diese Maßnahme zurückzuführen sind – ein Auslaufen der Senkung zum Jahresende wäre in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal“. Dadurch würden Betriebe unter starkem Druck stehen, die Aufträge noch in diesem Jahr abzuschließen. Und das, obwohl sie nur bedingt Einfluss auf die Fertigstellung haben, da Lieferzeiten durch die zweite Welle verlängert sind. Zudem sei die Umstellung eine zusätzliche Belastung. Bereits im Sommer zur Mehrwertsteuersenkung war großer Aufwand nötig, dieser würde sich bei längerer Dauer eher lohnen. Durch die neuen Beschränkungen seien die Betriebe erneut verunsichert und in ihrem Tagesgeschäft eingeschränkt. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich für eine Verlängerung aus. Als ideale Frist wurde der 30. Juni 2021 empfunden. Rund die Hälfte erhofft sich dadurch weitere Aufträge. Die andere Hälfte möchte insbesondere die momentanen Aufträge bis dahin abarbeiten. Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schlägt eine solche Verlängerung vor. In einem Schreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) weisen ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz darauf hin, dass die niedrige Steuer momentan insbesondere den Absatz hochwertiger Güter an Privatkunden erhöhe. Besonders im Bereich der Neuwagen sei es schwierig, Bestellungen bis zum Jahresende auszuliefern, da sich Lieferzeiten verlängern und weder Händler noch Kunden ein Einfluss darauf haben.

3D-Drucker im Handwerk

In der Produktion von Zahnersatz, Schmuck und Hörgeräten sind sie schon längst etabliert. Doch auch für andere Gewerke können sich 3D-Drucker lohnen.

Mit Hilfe von 3D-Druckern können Handwerker vieles selbst produzieren, dabei sind den Materialien heute keine Grenzen mehr gesetzt, denn die Palette reicht von Kunststoff, über Aluminium, Stahl, Silikon, Keramik und Gips bis Holz aus einem Holzpartikel-Kunststoff-Gemisch. Gegenüber dem Gießen hat das Drucken den großen Vorteil, dass das aufwendige Erstellen von Formen entfällt. Insgesamt sind deutlich weniger Arbeitsschritte erforderlich, sodass das Drucken deutlich zeit- und kostensparender ist. Im Handwerk lohnt sich der Drucker besonders zum Fertigen von Ersatzteilen. So müssen diese nicht mehr im Lager rumliegen und man muss auch nicht auf die Lieferung warten, sondern druckt sie, wenn sie gerade gebraucht werden, einfach aus. Dabei müssen allerdings Urheber-, Patent- und Gebrauchsmusterrechte beachtet werden. Das grundsätzliche Produktionsverfahren beim 3D-Drucker ist die additive Fertigung. Das bedeutet, dass dünne Schichten nach und nach aufgetragen und verfestigt werden. Dazu benötigt man eine Vorlage im STL-Formal (Stereolithography), die entweder über CAD-Programme (Computer Aided Design) selbst entworfen oder per 3D-Scanner automatisch erzeugt werden kann.

Detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse

Doch 3D-Drucker sind teuer. Die Alleskönner kosten nicht selten sechs- bis siebenstellige Summen und sind ausschließlich in der Industrie zu finden. Doch viele ihrer zusätzlichen Anwendungen, wie zum Beispiel die Grenzenlosigkeit bei Objektgröße und Material, sind für kleinere Handwerksbetriebe nicht notwendig. Hier reichen 3D-Printer, die verschiedene Arten von Kunststoffen als Druckmaterial nutzen. Durch Erhitzen wird dieses formbar gemacht und eine Düse, der „Extruder“, formt das Objekt Schritt für Schritt. An verschiedenen Stellen fügen preiswertere Geräte Stützstrukturen ein, die manuell wieder entfernt werden müssen. Hochwertigere Geräte verfügen über eine zweite Druckdüse, die die Stützen aus Material konstruieren, dass sich später in Flüssigkeit auflösen lassen. Eine zweite Düse hat auch den Vorteil, dass verschiedene Materialien oder Farben gleichzeitig eingesetzt werden können, wodurch besondere Geometrien besser erstellt werden. Doch auch diese Geräte kosten meist mehrere tausend Euro, sodass eine detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnung unerlässlich ist. Wenn nur vereinzelt Druckaufträge anfallen, sollte gegebenenfalls ein externer Dienstleister bevorzugt werden.

Baubranche erwartet Umsatzplus im Jahr 2020

Corona tangiert die Bauwirtschaft glücklicherweise kaum. Auch die Beschäftigungssituation und die Zukunftsaussichten für 2021 sehen erfreulich aus.

Für das Jahr 2020 geht die Baubranche von einem Umsatzwachstum von zwei Prozent auf 138 Milliarden Euro aus. Dank gut gefüllter Auftragsbücher konnte die Corona-Krise der Branche wenig anhaben. „Die Auftragseingänge zeigten nur im April und Mai ein ‚Corona-Zittern’ und gaben leicht nach. Seither sehen wir wieder eine deutliche Nachfrage“, erklärt Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Für das kommende Jahr 2021 wird lediglich mit einem Umsatzrückgang von einem Prozent gerechnet. Quast berichtet, dass sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr jeweils 300.000 Wohnungen fertiggestellt würden. Dieses Segment habe 2020 ein Wachstum von vier Prozent erlebt. Einen entscheidenden Auslöser dafür sieht er in den Maßnahmen zu Sonderabschreibungen im Mietwohnungsbau und zum Baukindergeld und appelliert, diese nicht wie geplant im Laufe des nächsten Jahres auslaufen zu lassen.

Öffentliche Hand muss die Defizite der Wirtschaft ausgleichen

Bei den Bauvorhaben der Wirtschaft sind Auswirkungen der Corona-bedingten Krise festzustellen. Umsatzeinbrüche in Industrie und Dienstleistungen mindern die Investitionsbereitschaft. Seit März liegt die Nachfrage deswegen monatlich unter dem Vorjahresniveau. Kumulativ fehlen fast sechs Prozent, was einem Ordervolumen von 1,3 Milliarden Euro entspricht. „Wir rechnen für 2020 insgesamt mit einem Umsatz, der nominal auf Vorjahresniveau bei gut 49 Milliarden Euro liegt und real einen Rückgang von ca. 2,5 Prozent bedeutet. Aus heutiger Sicht sehen wir die Umsatzentwicklung im Wirtschaftsbau in 2021 insgesamt rückläufig zwischen nominal 2,5 Prozent und 3,5 Prozent“, so Quast. Deswegen sei es notwendig, dass der öffentliche Bau dies ausgleicht. Die aktuelle Haushaltsplanung hält an dem Investitionshochlauf fest und schreibt für die nächsten Jahre das Niveau von 18 Milliarden Euro fort. Dies begrüßt Quast, fordert zugleich aber, dass vor allem im Straßenbau zügig konkrete Projekte vergeben werden. „Investitionshochlauf auf der einen Seite und weniger Aufträge auf der anderen Seite – das passt nicht zusammen!“ Für 2020 wird mit einem Umsatz von knapp 38 Millionen Euro im öffentlichen Bau gerechnet, also einem Plus von drei Prozent.

20 Prozent mehr Beschäftigte am Bau

„Vor zehn Jahren hatten wir im Bauhauptgewerbe etwa 716.000 Beschäftigte. Ende des Jahres 2020 werden es 880.000 sein. Das ist ein Zuwachs um mehr als 20 Prozent. Das zeigt, dass die nachhaltige Baunachfrage den Unternehmen Zuversicht gibt, verstärkt in neue Mitarbeiter zu investieren und diese auch selbst auszubilden“, sagt Quast. Im kommenden Jahr planen Unternehmensbefragungen zufolge 20 Prozent der Unternehmen, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen.

Schlechter Netzausbau bremst Digitalisierung am Bau

In Sachen der Netzinfrastruktur ist Deutschland ein Entwicklungsland. Die Baustellen sind eine flächendeckende Netzabdeckung und IT-Ausstattung.

Das merken viele bereits in ihrem Alltag, wenn sie unterwegs wieder einmal keinen Empfang haben, oder die Internetverbindung zu Hause abbricht. Doch auch in der Bauwirtschaft stellt dieses Faktum eine große Schwierigkeit dar, weshalb die Bundesvereinigung mittelständischer Bauunternehmen (BVMB) den Arbeitskreis Digitalisierung eingerichtet hat. Dieser hat zwei Grundprobleme herausgearbeitet:

Das Fehlen einer flächendeckenden Netzabdeckung bremst die Digitalisierung

Die Unternehmensstruktur ist bei vielen Bauunternehmen schon lange digitalisiert und nicht nur Rechnungen werden digital abgewickelt. Doch wenn es um den Versand großer Daten, wie zum Beispiel Aufnahmen der Baustelle zu einem Planer oder in die Unternehmenszentrale geht, streikt die Verbindung. „Da wird es oft zappenduster, weil die Leitungen so unzureichend sind, dass entweder auf der Baustelle gar kein Internet oder nur eines mit einer Geschwindigkeit zur Verfügung steht, das ein vernünftiges Arbeiten unmöglich macht“, erklärt BVMB-Hauptgeschäftsführer Michael Gilka. Insbesondere in ländlichen Regionen ist ein ausreichender Glasfaserausbau Wunschdenken.

Die Behörden verfügen über eine unzureichende IT-Infrastruktur

Viele Behörden sind nicht in der Lage, ihre Angestellten mit den benötigten Mitteln zum Arbeiten im Home-Office auszustatten. Insbesondere in Corona-Zeiten, in denen mehr Menschen von zu Hause arbeiten als jemals zuvor, wurde das zu einem riesigen Problem. Doch die Krise dauert mittlerweile schon so lange an, dass man durchaus damit hätte rechnen können. Das scheint jedoch nicht der Realität zu entsprechen. Aus diesem Grund dauert es viel länger als gewöhnlich, bis beispielsweise Genehmigungen bei den Bauausführenden ankommen. Das sorgt zum einen für Verzögerungen und auf lange Sicht zu Umsatzeinbußen. Zudem sieht der BVMB schon dunkle Wolken auf uns zukommen, wenn der Auftragsvorrat aus dem Jahr 2020 aufgebraucht ist.

Engagieren Sie sich für Ausbildungsanerkennung?

Ausbildungsanerkennung hat für zugewanderte Arbeitnehmer und die Unternehmen Vorteile. Durch ein neues Arbeitgebersiegel wird Engagement belohnt.

Viele Unternehmen brauchen dringend Fachkräfte. Auf der anderen Seite sehen wir aber viele Zugewanderte, deren Bildungsabschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden. Um Unternehmen aus Industrie und Handwerk dazu zu motivieren, potentielle Arbeitnehmer auf dem Weg zur Ausbildungsanerkennung zu unterstützen, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (GIHK) mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) das Arbeitgebersiegel „Wir fördern Anerkennung“ ins Leben gerufen. Das Arbeitgebersiegel wird im Rahmen des vom Bundesbildungsministerium geförderten Projekts „Unternehmen Berufsanerkennung“ gefördert. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) erklärt die Vorteile: „Für ausländische Fachkräfte bedeutet dies Wertschätzung, bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und echte Zukunftsperspektiven.“ Und Unternehmen helfe die Anerkennung, Menschen entsprechend ihrer Ausbildung und Arbeitserfahrung zu beschäftigen.

Unternehmen können sich ab sofort bewerben

Um sich für das kostenlose Siegel zu bewerben, müssen Arbeitgeber einen etwa 15-minütigen Online-Test durchlaufen. In diesem wird nach der Unternehmenskultur gefragt und nach den tatsächlich erbrachten Leistungen in Fragen der Berufsanerkennung. Der Test ist zu finden unter: https://www.siegelcheck.unternehmen-berufsanerkennung.de/index.php

Social-Media-Nutzung in der Bauwirtschaft

Auch wenn der Bauwirtschaft immer noch das Klischee anhängt, dass Social Media keine Rolle spiel, ist dies 2020 eindeutig nicht mehr der Fall.

Das zeigt der aktuelle Kommunikationsmonitor des Marktforschungsinstitutes BauInfoConsult. Laut der Umfrage nutzen rund 50 Prozent der Planer und Bauausführenden täglich soziale Medien, wie WhatsApp, Facebook und YouTube. Hersteller sind dennoch oft der Überzeugung, dass in der Branche ein allgemeines Unverständnis über die Nutzung von Social Media herrsche. Fast zwei Drittel der Befragten vermuten, dass lediglich ein paar digital affine Bauakteure über diese zu erreichen sind, nicht aber die große Masse. Doch ist dies laut der Umfrageergebnisse ein Irrglaube. Planer und Ausführende sehen soziale Medien sehr wohl als einen wichtigen Impulsgeber. Etwa die Hälfte gibt sogar an, dass Informationen und verlinkte Videos in ihrer Timeline Einfluss auf ihre Produktentscheidungen haben.