Forschung: Klimaneutrales Gebäude

Bis 2050 sollen in Deutschland alle Gebäude „klimaneutral“ sein. Noch sind wir besonders bei Heizungen und Wärmeversorgung weit davon entfernt.

An der Universität Paderborn wird deswegen an einem System geforscht, das Gebäude gleichzeitig mit Strom, Wärme, Kälte und Frischluft versorgt. Dabei soll es energieeffizient sein und ausschließlich auf regenerative Energie setzen. Der zentrale Bestandteil dabei ist ein photovoltaisch-thermischer Kollektor, der auf Dächern oder an Fassaden installiert werden kann. Mit diesem soll mittels Solarstrom, solarer Wärme und Umweltkälte Strom, Wärme und Kälte erzeugt werden. „Tagsüber wandelt das System Sonnenenergie in Strom und Wärme um und nachts nutzt es Umweltkälte – im Wesentlichen durch Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel“, erläutert Gerrit Sonnenrein das System, Geschäftsführer des „Kompetenzzentrums für Nachhaltige Energietechnik“ (KET) der Universität Paderborn. Durch eine Wärmepumpe soll die Temperatur im Gebäude reguliert werden können. Die Fehlzeiten zwischen Energieerzeugung und -bedarf sollen durch Wärme- und Kältespeicher überbrückt werden und auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört zum System. Die Wissenschaftler hoffen, die regenerative Lücke so verkleinern zu können, die dadurch entsteht, dass Strom bereits viel aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, Heizungen oder Warmwasserversorgungen allerdings noch überwiegend furch Erdgas und -öl betrieben werden.

Einfache Bedienung

Das gesamte Versorgungssystem soll über eine zentrale Steuereinheit bedienbar sein. Diese soll Bedienung, Regelung, Monitoring, Visualisierung und Energiemanagement enthalten und auch ein Wettervorhersagemodell soll integriert werden. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie mit rund drei Millionen Euro finanziert.

Energieberater von der Krise unberührt

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) hat eine Befragung unter seinen Mitgliedern bezüglich der Auswirkungen der Corona-Krise durchgeführt.

Dafür wurden 700 Freiberufler und Ingenieurbüros befragt. Das Ergebnis zeigt, dass die Energieberater trotz der Krise sehr gut ausgelastet sind. 38 Prozent der Befragten können ihre Aufträge in den nächsten drei Monaten völlig unbeschadet durchführen. 53 Prozent davon sind sogar für die nächsten drei bis sechs Monate ausgelastet und einige sehen bis zum Ende des Jahres einen vollen Terminkalender. Nur ein Drittel berichtet von einem drastischen Rückgang der Aufträge, ein anderes Drittel sieht überhaupt keine Veränderungen zum Normalzustand. Diejenigen, die für einen öffentlichen Arbeitgeber tätig sind, sehen deutliche Zurückhaltung bei der Auftragsvergabe. Zudem wirkt sich die Pandemie maßgeblich auf den Arbeitsalltag aus. Mehr als die Hälfte gibt an, keine Reisen oder Veranstaltungen mehr durchzuführen. Ein Drittel arbeitet im Home-Office. 54 Prozent bieten digitale Konferenzen und Beratungen an, 70 Prozent davon haben sogar vor, dies nach der Krise beizubehalten.

Es wurden kaum Soforthilfen beantragt

Nur knapp ein Fünftel hat Soforthilfen beantragt. 80 Prozent nehmen von dieser Option Abstand. Sieben Prozent der beteiligten Büros befinden sich in Kurzarbeit, 8,5 Prozent denken darüber nach. Als besonders hilfreich wahrgenommen wird die zinsfreie Stundung von Steuerzahlungen, die Verbesserung der Abschreibungsbedingungen sowie ein Vorziehen der für das Jahr 2021 geplanten Abschaffung des Solidaritätszuschlags und Ausweitung auf alle Steuerzahler. Als weniger hilfreich wird die Bereitstellung von Hilfsmitteln in Form von Bürgschaften und Kredithilfen angesehen.

Immer mehr ausländische Azubis auf dem Bau

Seit 2008 steigt die Anzahl an ausländischen Berufsanfängern deutlich. Vor allem in sogenannten „Mangelberufen“ mit fehlenden Azubis ist dieser Anstieg erfreulich.

Eine Sonderauswertung des Statistischen Bundesamtes aus Mitte Februar zeigt, dass immer mehr ausländische Auszubildende die entstandenen Lücken in den Handwerksberufen schließen. Innerhalb der zehn Jahre zwischen 2008 und 2018 ging die Gesamtzahl der jährlich neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um ganze 14,1 Prozent von 607.600 auf 521.900 zurück. Gleichzeitig aber verdoppelte sich die Zahl der ausländischen Berufsanfänger auf 61.000. Die Stellen fanden sie auch in extra ausgewiesenen Mangelberufen des Handwerks. Dazu gehören laut einer Arbeitsagenturliste unter anderem Metallbauer, Maurer, Gärtner, Berufskraftfahrer und Kfz-Mechatroniker. 2018 machten diese Mangelberufe noch ein gutes Viertel sämtlicher Ausbildungsanfänger aus. In diesen Berufen stieg 2018 die Zahl der ausländischen Berufseinsteiger mit 16.700 sogar auf mehr als das Dreifache. Gerade Bewerber aus den typischen Asylherkunftsländern wie Afghanistan und Syrien fanden hier einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig ging die Zahl der deutschen Anfänger in den Mangelberufen um 9,5 Prozent zurück.

Das Handwerk wird zur Zwei Klassen-Gesellschaft

Die Erwartungen an das Handwerk steigen stetig. Um ihnen gerecht zu werden, müssen digitale Lösungen eingesetzt und gemeinsam gearbeitet werden.

Zwar sind die Auftragsbücher zum Bersten gefüllt, aber darauf darf sich nicht ausgeruht werden, denn Kunden erwarten immer mehr. Sie wollen nicht bloß, dass die handwerkliche Arbeit verrichtet wird, sie wollen eine rundum-sorglos-Betreuung aus Verkauf, Beratung und Verarbeitung. Doch viele Handwerksbetriebe können dieser Anforderung nicht gerecht werden, weil es ihnen an Know-how fehlt und auch die benötigten Innovationen seitens des Herstellers nicht vorhanden sind, die sie an Kunden weitergeben könnten.

Das Handwerk entwickelt sich zur Zwei Klassen-Gesellschaft

Handwerksmeister Thomas Graber macht sich bereits dafür stark, dass Hersteller, Handel und Verarbeiter enger zusammenarbeiten, um den Kundenwunsch bestmöglich zu erfüllen. Für ihn steht fest, dass das Handwerk eine Zwei Klassen-Gesellschaft sein wird. Die eine Klasse wird aus denjenigen Betrieben bestehen, die im Baumarkt einkaufen und auf preisgünstige, aber auch gering qualifizierte Arbeitskräfte setzen, um simple Aufträge zu erfüllen. Die zweite Klasse wird mit Fachkompetenz, Kreativität und lösungsorientierten Leistungen vor den Kunden glänzen. Besonders für die Zweite Gruppe bedarf es mehr Unterstützung durch Hersteller und Handel. Hersteller müssen wieder mehr Spezialprodukte anfertigen und der Handel muss mehr Fachpersonal für eine angemessene Beratung einsetzen. Nur durch Zusammenarbeit kann das Handwerk innovativ, kreativ und lösungsorientiert arbeiten, so dass jeder am Ende daraus profitiert.

Digitale Lösungen beschleunigen und optimieren

Besonders wichtig, um nicht den Anschluss zu verlieren, ist Digitalisierung. Ungefähr 30 Prozent des CO2-Fußabdrucks und 90 Prozent stofflicher Ressourcennutzung werden durch Gebäude verursacht. Um den Ressourceneinsatz und die Materialwahl bewusst zu optimieren, müssen Unternehmen mit digitalen Lösungen arbeiten. So kann auch das Wohlbefinden der Nutzer gesteigert werden und auf deren spezielle Wünsche besser eingegangen werden. Wer als Anbieter benötigte Daten für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nicht liefern kann, bleibt zurück.

Die Folgen der Corona-Krise

Eine Studie zu den Auswirkungen auf das Handwerk empfiehlt: Orientierung an der Finanzkrise 2008/9 und die Stärkung der innerbetrieblichen Maßnahmen.

Wir stehen erst am Anfang der Krise, aber es steht fest, dass diese erhebliche Folgen für die Wirtschaft haben wird und auch für die Handwerksbetriebe. Die Nachfrage hat stark nachgelassen und unterbrochene Lieferketten sorgen dafür, dass kaum noch produziert werden kann. Je nach Gewerk werden die Folgen sehr unterschiedlich sein. Zu diesem Zweck hat das Ludwig-Föhler-Institut eine Studie zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf das Handwerk veröffentlicht.

Passende Maßnahmen zur Liquiditätssicherung

Obwohl die Betriebe dank der guten Konjunktur der letzten Jahre ihre Eigenkapitalbasis stärken konnten, kann die Liquidität in den kommenden Wochen und Monaten abnehmen. Bereits beschlossene Maßnahmen zur Liquiditätssicherung gehen in die richtige Richtung. Wenn die Vergabe der Gelder durch langsame bürokratische Prozesse allerdings aufgehalten wird, kann es so spät sein, dass die Unternehmen Insolvenz anmelden müssen. Deswegen muss die Insolvenzantragspflicht ausgesetzt und der Überschuldungsbegriff im Insolvenzrecht angeglichen werden.

Auch sollte sich an den Maßnahmen während der Finanzkrise 2008/2009 orientiert werden. Obwohl wir erst am Beginn der Krise stehen, können die Ansätze von damals auch heute effektiv sein. Aber nicht nur staatliche Maßnahmen sind notwendig, auch innerbetrieblich muss alles Mögliche getan werden. Alle Mitarbeiter eines Betriebs sollten sich gegenseitig beistehen und so für Stabilität sorgen. Auch muss versucht werden, am Arbeitsplatz ein Stück Normalität in den zerrütteten Alltag zu bringen. Zudem hat sich in der Finanzkrise gezeigt, dass Betriebe, die ihre Mitarbeiter flexibel eingesetzt haben, besser durch die Krise gekommen sind.

Corona macht kreativ – und digital

Wenn persönliche Gespräche nicht mehr möglich sind, muss man umdenken: Bauwerk führt Kundengespräche per Video-Chat– gleichzeitig Herausforderung und Chance.

Bauwerk, einer der führenden Entwickler sowie Berater und Vermarkter hochwertiger und designorientierter Neubauprojekte in München, Berlin und Frankfurt, hat seine eigene Methode entwickelt, mit der Corona-Krise umzugehen: Immobilienberatung per Video-Chat oder Telefon. „Kundennähe schaffen, die Kommunikation aufrechterhalten und proaktiv sein – das ist momentan das Gebot der Stunde für unseren Immobilienvertrieb. Über die Möglichkeiten der Videoberatung halten wir den Kontakt zu Interessenten und Kunden und können die nötige Betreuungsintensität gewährleisten. Wir planen, die virtuelle Beratung im Zuge unserer Digitalisierungsstrategie weiter auszubauen“, so Jürgen Schorn, geschäftsführender Gesellschafter der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG. Per Skype oder FaceTime werden Gespräche mit Kunden und Interessenten durchgeführt. Dabei stellen innovative Formen eine Herausforderung dar. Um den vollen Mehrwert aus den Beratungsmethoden auszuschöpfen und ein digitales Beratungserlebnis zu schaffen, werden beispielsweise Bewegtbilder oder Virtual Reality genutzt, um die Kunden visuell anzusprechen.

Klausel zum Umgang mit Bauablaufstörungen während Krise

Das Bundesbauministerium hat Hinweise zur Vergabe während der Corona-Krise veröffentlicht. Höhere Gewalt kann Grund sein, die Frist zu verlängern.

Baustellen des Bundes sollen mit dem entsprechenden Gesundheitsschutz, wenn möglich, weiterhin betrieben werden. Dies soll sich erst ändern, wenn behördliche Maßnahmen dazu zwingen, oder im Einzelfall ein sinnvolles Weiterbetreiben nicht möglich ist. Auch soll eine Klausel zum Umgang mit Bauablaufstörungen aufgenommen werden, durch die Fristverlängerungen für die Fertigstellung der Bauleistungen ermöglicht werden.

Wann kann die Frist verlängert werden?

Kann höhere Gewalt angenommen werden, verlängert sich die Frist um die Dauer der Behinderung, zuzüglich eines angemessenen Aufschlags für die Wiederaufnahme der Arbeit. Dabei reicht nur die Corona-Krise als Grund allerdings nicht aus. Es muss begründet und bewiesen werden, warum die Leistung nicht erbracht werden kann. Beispiele des Bauministeriums, um sich auf höhere Gewalt zu berufen, sind:

Der Großteil der Beschäftigten ist behördenseitig unter Quarantäne und Ersatz ist nicht auffindbar. Aufgrund der Reisebeschränkungen ist die Baustelle durch die Beschäftigten nicht erreichbar und Ersatz ist nicht möglich. Aber auch, wenn das Baumaterial nicht zu beschaffen ist, teicht das als Begründung aus. Kostensteigerungen sind nicht grundsätzlich unzumutbar. Auch auf Seiten der Auftraggeber kann höhere Gewalt eintreten. So kann zum Beispiel der Bauleiter in Quarantäne sein und die Arbeit ist nicht im Homeoffice zu meistern.

Die Ladesäulenpflicht kommt

Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) sieht vor, dass Deutschland im Neubau, bei der Sanierung und im Bestand die Ladeinfrastruktur aufbaut.

Der Plan innerhalb des „Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität“ – kurz Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) – sieht vor, dass die EU-Vorgaben 1:1 in nationales Recht umgesetzt werden. Genauere Vorgaben dazu, wo und wann Lademöglichkeiten gebaut werden müssen und was sie erfüllen müssen, werden folgen. Konkret sieht das Gesetz vor, dass bei Neubau oder „größerer Renovierung“ von Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen künftig jeder Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten ist. Bei Nichtwohngebäuden gilt das für jeden fünften Stellplatz. Zusätzlich ist in Nichtwohngebäuden mindestens ein Ladepunkt zu errichten. Jedes Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen ist bis zum 1. Januar 2025 zudem mit einem oder mehr Ladepunkten auszustatten. Ausnahmen gelten ausschließlich für Gebäude, die sich im Eigentum von kleinen und mittelständischen Unternehmen befinden und auch von ihnen genutzt werden.

Kritik für den Gesetzentwurf

Seitens des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer (DgW) gibt es einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge für den Entwurf. So führe das ganze Vorhaben beispielsweise zur Erhöhung der Wohnkosten, wenn die E-Mobilität aus der Wohnraumvermietung finanziert werden soll. Der Verband fordert für diesen Fall Refinanzierungsmöglichkeiten aus der Ladeinfrastruktur und den Verkauf von Ladestrom. Auch hätten die Abstellflächen zum Laden von E-Fahrzeugen überwiegend nicht 1:1 die gleiche Fläche wie bereits vorhandene Stellplätze. Es müssten also möglicherweise neue Stellflächen geplant werden. Eigentümer befürchten außerdem zusätzliche bürokratische und finanzielle Anforderungen, die im aktuellen Entwurf über die Vorgaben der EU-Richtlinie hinausgehen.

Handwerk braucht mehr Arbeitnehmer, die digital fit sind

Acht von zehn Mittelständlern brauchen Mitarbeiter, die sich mit neuen digitalen Technologien auskennen. Dabei kann nur ein Drittel diesen Bedarf überhaupt decken.

Zwar könnte Weiterbildung diese Lücke füllen, doch nur die wenigsten Unternehmen können sich die hohen Kosten und den Arbeitsausfall dafür leisten. E-Learning bietet sich hier als Alternative an. Das sind unter anderem die Kernergebnisse einer Sonderumfrage des KfW zur Digitalisierung des Mittelstandes. So führen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen Digitalisierungsprojekte durch. Digitale Prozesse kommen also zunehmend in Prozessen, Produkten und in der Kommunikation vor. Durch die mangelnden Kompetenzen der Mitarbeiter werden die Fortschritte in dem Gebiet aber oftmals ausgebremst. Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen kann den Bedarf an digitalem Knowhow und Fähigkeiten aktuell nicht decken, heißt es. 38 Prozent der Firmen sahen 2019 fehlende Kenntnisse des Personals als Digitalisierungshürde, so die Forscher der KfW. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Anteil noch 29 Prozent. Und dabei ist mittlerweile für acht von zehn Mittelständlern in Deutschland mindestens eine Digitalkompetenz von Bedeutung.

Digitale Endgeräte in Arbeitsalltag integriert

78 Prozent der befragten Mittelständler gaben an, einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten zu haben. Onlinekompetenzen wie zum Beispiel Internetrecherchen, Onlinemarketing oder der Umgang mit sozialen Medien sind für die Hälfte der Mittelständler von großer Bedeutung. 45 Prozent finden außerdem die Bedienung von Spezialsoftware oder digitalen Produktionsmaschinen wichtig und immerhin 24 Prozent der mittelständischen Unternehmen benötigen Mitarbeiter mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen wie Programmieren oder statistischer Datenanalyse. Die Hürde, neue Mitarbeiter für diese Kompetenzen zu rekrutieren, ist für kleine Unternehmen besonders hoch. Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, rät auf digitale Lernformate zu setzen. Sie seien sind in den letzten Jahren technisch und didaktisch besser geworden und könnten so die berufliche Weiterbildung in Deutschland beleben. „E-Learning ermöglicht flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen – damit passt es besonders gut zu den Anforderungen kleiner Unternehmen.“

Bauindustrie fordert einheitliche Datenstandards

In den Augen von Bauunternehmen und Maschinenherstellern ist die Digitalisierung ohne einheitliche Datenformate und zugängliche Plattformen zum Scheitern verurteilt.

Auf einer Podiumsdiskussion im November 2019 diskutierten zahlreiche Experten über „Smart Construction und die intelligente Baustelle“. So liefern und verarbeiten Baumaschinen bisher bereits eine Unmenge an Daten – diese sind allerdings nicht universell lesbar und ergeben nur im Ökosystem des jeweiligen Herstellers gelesen einen Sinn. Hans Jörg Klingelhöfer, Head of Digitalisation bei der Strabag, stellt fest: „Wir sind auf dem Stand der sechziger Jahre stehen geblieben. Das müssen wir ganz dringend ändern.“ Denn: Idealerweise würden sämtliche im Bauprozess anfallende Daten in einer Baustellencloud gespeichert und in Onlineportalen ausgewertet und aufbereitet werden. Dafür müssten die Daten allerdings ein einheitliches Format besitzen, was bisher nicht möglich ist. Auch unklar ist, bei wem die Verantwortung für den ersten Schritt in die richtige Richtung liegt. Die Industrie sieht die Verantwortung dafür bei den Bauunternehmen, die wiederum nehmen die Industrie in die Pflicht. „Schöner und einfacher ist es natürlich für die Hersteller, wenn Sie integrierte Lösungen im eigenen System haben – wir möchten aber offene Schnittstellen“, sagt Margit Dietz, Geschäftsführerin der Jean Bratengeier Bau GmbH und Sprecherin der Bauunternehmerinnen im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. „Der direkte Austausch mit der Konkurrenz hat keine Tradition in der Bauindustrie“, gibt Strabag-Mann Klingelhöfer zu bedenken. Und auch Dietz‘ Optimismus ist gedämpft: „Aus meiner Sicht wird es noch dauern, bis es Datenstandards für Baustellen geben wird.“

Erste Lösungsversuche

Im Rahmen der Forderungen, einheitliche Datenstandards zu schaffen, hat der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) über seinen Arbeitskreis Telematik die Grundlagen der ISO-Norm 15143-3 zur Datenstandardisierung von Erdbaumaschinen geschaffen, die als Arbeitsgrundlage auf dem Weg zu einer herstellerübergreifenden Standardisierung gedacht ist. Viele Bauunternehmen halten die Schaffung einer Plattform für alle Maschinen schon lange für unabdingbar. „Wenn jeder Hersteller seinen eigenen Standard etabliert, dann werden wir nicht zusammenarbeiten können“, warnt zum Beispiel Dr. Rainer Bareiß, Prokurist der Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG. Außerdem befinden sich verschiedene Hersteller von Anbaugeräten bereits im Austausch und erarbeiten für ihre Daten Schnittstellen und einheitliche Standards.