Handwerker aufgepasst!

Öffentliche Ausschreibungen sind für viele Handwerksbetriebe die ideale Gelegenheit, um neue Aufträge zu generieren. Helden am Bau bietet jetzt noch mehr Möglichkeiten.

Wer sich in seinem Gebiet auskennt und zudem rechtzeitig weiß wann in seiner Region ein neues Bauprojekt ansteht, hat eine größere Chance sich neue Aufträge zu sichern. Helden am Bau hilft dabei, die richtige Ausschreibung passend zum eigenen Gewerk zu finden – schnell und unkompliziert.

Jetzt noch einfacher mit öffentlichen Ausschreibungen arbeiten

Damit Handwerksunternehmen noch vor allen anderen von relevanten öffentlichen Ausschreibungen erfahren, hat Helden am Bau seinen Service erweitert. Die wichtigste Neuerung: Öffentliche Ausschreibungen werden jetzt noch schneller bereitgestellt. Zudem erhalten die Ausschreibungen sämtliche relevanten Informationen, die es zu einer erfolgreichen Bewerbung braucht: Nutzer profitieren von der Anzeige der Vergabenummer, des Submissionstermins sowie der Bekanntmachungstexte. Dadurch lassen sich mehr Ausschreibungen noch schneller finden, alle Informationen direkt auf Helden am Bau ansehen sowie Bekanntmachungstexte vollständig einsehen.

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Helden am Bau Nutzer profitieren aber nicht nur vom verbesserten Service: Wer sich jetzt auf Helden am Bau registriert, bekommt einen kostenlosen Abruf pro Monat geschenkt!

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Holzhaus – Do it yourself

Absolventen der TH Köln entwickelten in ihrer Masterarbeit ein Konzept, mit dem ein Holzhaus ganz ohne Vorkenntnisse selbst gestaltet und selbst gebaut werden kann.

„Hammer, Akku-Schrauber und zwei Personen – mehr braucht es auf der Baustelle nicht, um mit unserem System ein bis zu dreistöckiges Einfamilienhaus zu bauen“, bringt Max Salzberger das Besondere seiner Masterarbeit auf den Punkt, die er gemeinsam mit Michael Lautwein geschrieben hat. Der Förderpreis des Kölner VDI-Bezirks würdigte die Arbeit jetzt und vergab den mit 2.000 Euro dotierten Preis an die beiden ehemaligen Architekturstudenten für ihr Bausystem SimpliciDIY.

Dies bedeutet aber noch lange nicht das Ende des Projektes: SimpliciDIY soll so weiterentwickelt werden, dass es als Open-Source-Lösung von allen genutzt werden kann. Denn das Ziel ist es, Bauherren mit kleinem Budget, aber der Bereitschaft zur Eigenleistung, den Bau von eigenem Wohn- oder auch Arbeitsraum möglich zu machen. Weiterer Pluspunkt des Systems: Durch die Holzbauweise und die Fertigung vor Ort sind die Gebäude besonders nachhaltig.

Selbstdesigntes Eigenheim

Bauherren können mit Hilfe der Software, die momentan noch ein Prototyp ist, eigene Häuser planen und designen oder aber einen der bestehenden Entwürfe nutzen. Der Entwurf dient dann als Grundlage, um die benötigten Teile zu berechnen. „Die Rahmenkonstruktion wird aus Doppel-T-Trägern aus Holz gefertigt. Verbunden werden die Träger mit von uns entwickelten Knotenpunkten aus Holzplattenwerkstoffen. Die weltweite Verfügbarkeit der Werkstoffe war ein entscheidendes Kriterium bei der Materialwahl. Die nötigen Fertigungsdaten werden kostenfrei online zur Verfügung gestellt und können mit einer CNC-Fräse in jeder Tischlerei hergestellt werden“, erklärt Lautwein. Das fertige Haus nach dem Entwurf der Masterabsolventen besteht fast vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen. Nur für die Schrauben, Fenster, Türen und Leitungen gibt es noch keine nachhaltigere Lösung.

Im Austausch mit Fachkräften

Damit die Abläufe und die Problemstellungen in der Produktion und auf der Baustelle berücksichtigt werden können, wendeten die beiden Masterabsolventen sich an Handwerksbetriebe und Werkstoffproduzenten. Auch die Planungs- und Produktionswege im Häuserbau nahmen sie genauer unter die Lupe.

In den nächsten Semestern soll gemeinsam mit Studierenden der TH Köln ein erstes Haus auf Grundlage von SimpliciDIY entstehen, so dass die nötigen Nachweise für die baurechtliche Zulassung erbbracht werden können.

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Intelligent heizen und rund 100 Euro sparen

Die staatlich geförderte Heizungsoptimierung wird sehr gut angenommen, so das Bundeswirtschaftsministerium. Die Maßnahmen rentieren sich bereits nach wenigen Jahren.

Der Austausch von alten Pumpen oder der Einbau hydraulischer Abgleiche lohnt sich für Eigentümer gleich doppelt. Zum einen lassen sich mit beiden Maßnahmen die jährlichen Heizkosten eines Einfamilienhauses um mehr als 100 Euro senken. Zum anderen gibt es seit 2016 vom Bund Zuschüsse für solche Modernisierungen. Beantragen können diese Zuschüsse alle, deren Heizungen älter sind als zwei Jahre. Mehr als 120.000 Förderanträge wurden schon bewilligt, über 35.000 hydraulische Abgleiche unterstützt und mehr als 180.000 Pumpentausche gefördert. Bei einer Durchführung von professionellen Fachkräften gibt es 30 Prozent der investierten Nettokosten zurück. „Wichtig ist jedoch, sich vor Beauftragung des Handwerkers online für die Förderung zu registrieren“, weiß Kerstin Vogt vom Serviceportal „Intelligent heizen“, das im Rahmen des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik, einem Angebot des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik des VdZ, angeboten wird. Förderantrag und Rechnungskopien können dann nach Abschluss der Arbeiten online über das BAFA-Portal oder auch über den Postweg eingereicht werden.

Zufriedenstellendes Programm

Diejenigen, die bereits Fördermittel vom Bund beantragt haben und auch gefördert wurden, zeigten sich laut Bundeswirtschaftsministerium sehr zufrieden. Rund 93 Prozent der geförderten Eigentümer sind mit dem Antragsverfahren zufrieden, ganze 98 Prozent der geförderten Eigentümer würden das Programm sogar weiterempfehlen. Kerstin Vogt begründet noch einmal detailliert, wieso sich eine Investition lohnt: „Der Einbau einer modernen Heizungs- oder Warmwasserzirkulationspumpe kostet im Schnitt nur 400 Euro brutto und mit dem Zuschuss noch einmal 100 Euro weniger. Gleichzeitig sinken die jährlichen Stromkosten um rund 100 Euro. Die Maßnahme rentiert sich daher schon nach drei Jahren. Ein hydraulisch abgeglichenes Heizsystem mit modernen Thermostatventilen kann im Einfamilienhaus ebenfalls mehr als 100 Euro pro Jahr sparen. Je nach vorhandener Technik kostet diese Dienstleistung ab 500 Euro brutto.“ Und so ein hydraulischer Abgleich sorgt für geringere Energiekosten. Die optimale Einstellung der Heizung bewirkt, dass sich die Wärme optimal im Gebäude verteilt.

Der 30-Prozent-Zuschuss kann darüber hinaus auch noch für eine weitere Maßnahme beantragt werden: Er gilt auch für die Nachrüstungen von Thermostatventilen an den Heizkörpern. Die ist nämlich erforderlich, damit der hydraulische Abgleich auch genauestens durchgeführt werden kann. Mehr Informationen zur Förderungen und den bezuschussten Maßnahmen gibt es auf www.intelligent-heizen.info.

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Verbraucher misstrauen Smart Home-Sicherheit

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt: Die Mehrheit deutscher Verbraucher haben nur wenig Vertrauen in die Sicherheitsfunktionen moderner Smart Home-Lösungen.

Die deutschen Verbraucher machen sich Sorgen um die Sicherheit im Smart Home: Laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag des TÜV-Verbands haben 68 Prozent der Nutzer von Smart Home Produkten in Deutschland kein Vertrauen in die eingebauten IT-Sicherheitsfunktionen der Geräte. „Immer wieder sorgen Berichte über leicht angreifbare Smart-Home-Geräte für Verunsicherung bei den Verbrauchern“, sagt Dr. Joachim Bühler, Geschäftsführer des TÜV-Verbands, anlässlich des Safer Internet Day.

Die Hersteller sollten einen besseren Schutz durch verschlüsselte Kommunikation, regelmäßige Updates und sichere Kennwörter gewährleisten. Bühler: „Die eigenen vier Wände werden immer smarter und wir müssen sie vor digitalen Einbrechern schützen.“ Allerdings seien dafür nicht nur die Hersteller verantwortlich. Laut Umfrage sind sich 77 Prozent der befragten Smart-Home-Nutzer darüber im Klaren, dass sie eine Mitverantwortung tragen und sich auch selbst um die Sicherheit der Geräte kümmern müssen.

Unabhängige Prüfstelle gewünscht

Breite Unterstützung bekommen auch Pläne der Bundesregierung, die Nutzer bei ihrer Kaufentscheidung zu unterstützen und besonders sichere Produkte zu kennzeichnen. 80 Prozent der Smart-Home-Nutzer würden sich sicherer fühlen, wenn die IT-Sicherheit vernetzter Geräte vor Angriffen durch eine unabhängige Stelle geprüft würde. Bühler: „Wir brauchen bei Smart-Home-Geräten einheitliche Sicherheitsstandards, deren Einhaltung von unabhängiger Stelle überprüft und mit einem entsprechenden Prüfzeichen dokumentiert wird.“

Schwache Sicherheitsfunktionen im Smart Home können Angreifer nutzen, um sensible Daten abzugreifen, Betrugssoftware einzuschleusen oder die Bewohner zu überwachen. Zudem können ungesicherte Smart Home Komponenten leicht Teil eines Botnetzes werden. Der TÜV-Verband gibt Hinweise, was Verbraucher bei Kauf und Installation von Smart Home Geräten beachten sollten.

Sichere Passwörter

Viele Smart Home Produkte werden immer noch mit einem voreingestellten Kennwort ausgeliefert, das bei allen Geräten gleich ist. Diese Passwörter sollten Verbraucher bei der Inbetriebnahme unbedingt ändern. Tipps für starke und gut zu merkende Passwörter gibt es beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik oder bei der Initiative Deutschland sicher im Netz.

Verschlüsselte Kommunikation

Die Datenübertragung zwischen den einzelnen Komponenten im Smart Home sollte verschlüsselt erfolgen. Nur so kann eine sichere Kommunikation zwischen dem eigentlichen Smart Home Gerät, dem Router im heimischen Netzwerk und der Steuerung per Smartphone-App oder im Browser gewährleistet werden.

Regelmäßige Updates

Aktuelle Software ist eine zentrale Voraussetzung für die Sicherheit im Smart Home, weil mit den Updates sicherheitskritische Lücken geschlossen werden. Vor allem die so genannte Firmware sollte immer auf dem neuesten Stand sein, weil mit den Updates auch Sicherheitslücken geschlossen werden. Bereits beim Kauf eines Geräts sollten sich Verbraucher informieren, wie sie Software-Updates durchführen können. Die Spanne reicht von automatischen Updates, von denen der Kunde gar nichts merkt, bis zu komplizierten Aktualisierungsverfahren bei denen der Kunde eine Vielzahl von Handgriffen durchführen muss. Zudem sollten sich Nutzer erkundigen, wie lange der Hersteller Sicherheits-Updates für das jeweilige Produkt garantiert.

Offener Internetzugang

Verbraucher sollten bei der Einrichtung ihres Heimnetzwerkes die Router-Firewall sicher konfigurieren. Dazu gehören ein guter Passwortschutz, eine WPA2-Verschlüsselung des WLAN und die Deaktivierung des Fernzugriffs. Zudem sind auch beim Router regelmäßige Updates Pflicht, was manchmal auch der Internetanbieter übernimmt. Dann sollten Nutzer entscheiden, welche smarten Geräte in ihrem Haushalt mit dem offenen Internet verbunden werden sollen und welche nicht. Die Verbraucher sollten hier mehr Komfort gegen das eigene Sicherheitsinteresse abwägen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein separates WLAN ohne Verbindung zum offenen Internet für ausgewählte Smart Home Geräte einzurichten.

Besserer Datenschutz

Verbraucher sollten sich darüber informieren, welche Daten im Smart Home gesammelt und verarbeitet werden. Das gilt für alle Geräte, aber insbesondere für intelligente Lautsprecher, die mit Mikrofonen ausgestattet sind, um Sprachbefehle auszuführen. Vorsicht ist geboten, wenn personenbezogene Daten unverhältnismäßig lange gespeichert werden oder für Zwecke genutzt werden, die für die Nutzung des jeweiligen Geräts oder Dienstes notwendig sind.

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Handwerk fordert flächendeckendes Internet

In vielen Gebieten ist der Netzausbau in Deutschland in einem desolaten Zustand. Um nicht den Anschluss zu verlieren, muss sich das endlich ändern, fordert das Handwerk.

„Wir brauchen schnelles Internet, da gibt es kein Vertun“, betonte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands Deutsches Handwerk (ZDH) bei der Pressekonferenz des Aktionsbündnis „Leben auf dem Land“ auf der letzten Grünen Woche in Berlin. „Für das Handwerk sind die ländlichen Räume als Standorte für Hunderttausende Betriebe unverzichtbar. Handwerker bilden aus und beschäftigen Menschen in ländlichen Räumen, sie sichern maßgeblich die Versorgungsstrukturen und viele tragen durch ihr ehrenamtliches Engagement das gesellschaftliche Leben in Dörfern und Kleinstädten. Gemeinsam müssen wir diese wichtigen Zukunftsräume durch gute Standortbedingungen und Infrastrukturen dauerhaft als Lebens- und Arbeitsorte sichern“, wird Wollseifer in einer Pressemeldung des ZDH zitiert.

Digitalanschlüsse sind existenziell

Um vor allem ländlichere Gebiete zukunftsfähig und attraktiver zu machen, sei ein vollständiger Digitalanschluss unabdingbar. „Daher treten wir im Rahmen des Aktionsbündnisses Leben auf dem Land dafür ein, den flächendeckenden Ausbau des Glasfasernetzes sowie der 5G-Mobilfunkversorgung entschlossen voranzutreiben. Wir brauchen schnelles Internet auf jeder Baustelle, an jedem ‘intelligenten’ Landwirtschaftsgefährt und an jeder Werkbank! Digitalanschlüsse müssen gerade in ländlichen Räumen denselben Stellenwert wie gute Verkehrsanschlüsse haben. Sonst entsteht eine ‘digitale Kluft’ zwischen den Regionen.“

Schnelles Internet muss zur Grundausstattung gehören

Auch das Handwerk dürfe nicht abgehängt werden und brauche Datenautobahnen hin zu allen Betrieben, so Wollseifer. Schnelles Internet gehöre inzwischen zu den grundsätzlichen Arbeitsmitteln und der Grundausstattung für Betriebe. Es sei doch kein Zustand, dass Handwerksmeister auf dem Land mit ihren USB-Sticks erst in die nächste Stadt fahren müssen, um ihre Daten übermitteln zu können.

„Die Betriebe digitalisieren ihre internen wie externen Abläufe immer stärker. Gerade auch die Interaktion mit Kunden und Lieferanten und die Baustellenorganisation werden zunehmend digital. Kunden wollen zum Beispiel online individuelle Produkte entwerfen und bestellen können. Der Landwirt fordert von den Landmaschinenhandwerkern innovative Ersatzteilversorgung gleichsam in Echtzeit“, erklärt Wollseifer.

Eine verschlafene Digitalisierung würde somit einen erheblichen Wertschöpfungsverlust für die Region bedeuten. „Das wird weitreichende wirtschaftliche Folgen haben: Betriebe wandern ab oder finden keine Nachfolger, weil junge Meisterinnen und Meister am Standort die optimalen Bedingungen vermissen. Deshalb gilt es, die digitalen Funklöcher komplett zu schließen.“

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Reparatur statt Rauswerfen

Ersatzteile für Elektrogeräte sollen zukünftig schneller und länger verfügbar sein. Dafür nimmt die EU die Hersteller in die Pflicht. Das Ziel? Mehr Nachhaltigkeit.

Eine Sache, die viele Kunden schon lange beklagen: Elektrogeräte gehen kaputt, im schlimmsten Fall unmittelbar nach Ablauf der Garantie. Oft bekommt man dann nicht nur den entsprechenden Reparatur- oder Austauschservice nicht kostenlos, es gibt auch eine generelle Absage vom Hersteller – „Eine Reparatur ist leider nicht möglich“. Bleibt also nur die Option eines neuen Gerätes. Nachhaltig ist das aber so gar nicht. Genau dagegen will die EU jetzt angehen. Die neue Ökodesign-Richtlinie soll nun verhindern, dass technische Geräte auf dem Müll landen, obwohl sie repariert werden könnten. Ab 2021 soll die Richtlinie auch in Deutschland eingeführt werden.

Sieben Jahre verfügbar

Vorrangiges Ziel ist es, die Verfügbarkeit von Ersatzteilen stark zu erhöhen. Dafür hat die EU mit der Richtlinie spezifische Reglungen für die einzelnen Sparten von Elektrogeräten aufgestellt. Für Leuchten, Kühlschränke und Displays stehen sie schon fest. So sollen die Ersatzteile zukünftig sieben Jahre lang verfügbar und innerhalb von 15 Tagen lieferbar sein. Zusätzlich sollen die Hersteller entsprechende Reparaturanleitungen online bereitstellen. Dabei bleiben die sicherheitsrelevanten Bauteile den Profis, wie zum Beispiel dem Elektrohandwerk, überlassen. Heimwerker und Bastler erhalten aber Zugriff auf die nicht-sicherheitsrelevanten Einzelteile und können so auch wieder mehr Reparaturen selbstständig durchführen.

Noch einige Hindernisse

Alexander Neuhäuser, Geschäftsführer Recht und Wirtschaft beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), sieht das Ganze etwas kritischer. Grundsätzlich ist auch der Verband der Ansicht, dass mehr Elektrogeräte, wenn möglich, repariert werden sollen. Ebenfalls ist er auch der Meinung, dass hier die Hersteller am Zug sind und mehr qualitativ hochwertige Ersatzteile für Elektrokleingeräte und bessere Anleitungen bereitstellen müssen. Nichtsdestotrotz ist Neuhäuser der Überzeugung, dass weder die Verfügbarkeit der Ersatzteile die Lösung der Problematik sei, noch das sich automatisch bei jedem Elektrogerät eine Reparatur lohnt. Weiter findet er, dass die Unterscheidung in „sicherheitsrelevante“ und „nicht-sicherheitsrelevante“ Bauteile noch zu unklar sei. „Das ist bislang noch ein unbestimmter Rechtsbegriff – auch wenn der Türgriff eines Kühlschranks im Vergleich zur elektrischen Steuerung noch relativ leicht zu definieren wirkt“, erläutert er. „Bei einem Gehäusebauteil, das auch isolierende Funktion haben kann, wird es da schon schwieriger.“

Auch die festgesetzte Lieferzeit von 15 Tagen sieht er als schwierig an: „Das ist nur im Direktvertrieb der Hersteller leistbar und nicht für die Händler, die selbst auf die Lieferung der Ersatzteile angewiesen sind. Die meisten Kunden werden sich aber an denjenigen vor Ort wenden, bei dem sie die Geräte gekauft haben. Und der kann nicht alle Ersatzteile bevorraten, sondern muss diese gegebenenfalls erst über eine Lieferkette beschaffen.“

Reparaturen steuerlich geltend machen

Mit der Ökodesign-Richtlinie hat die EU rechtliche Rahmenbedingungen für die bessere Reparierfähigkeit von Elektrogeräten geschaffen. Das Umweltbundesamt (UBA) fordert in seiner 7-Punkte-Strategie zusätzlich eine Änderung im Steuergesetz, um professionelle Reparaturen für Handwerker noch attraktiver zu machen. So sollen nicht nur Reparaturen, die Zuhause beim Kunden durchgeführt werden, sondern auch Reparaturen, für die Fachkräfte die Geräte mitnehmen müssen, steuerlich geltend gemacht werden können. Diese Änderungen sieht die EU-Richtlinie bisher nicht vor.

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Doch keine Einbaupflicht für Brandschutzschalter

Der erste Entwurf der DKE-Kommission sah eine Einbaupflicht vor. Nach Protesten der Branche ruderten die Experten aber zurück. Der Einbau wird nun lediglich empfohlen.

Die Installationsnorm DIN VDE 0100-420 sieht unter anderem vor, dass bei der Errichtung von Niederspannungsanlagen Maßnahmen gegen Brandgefahr durch Fehlerlichtbögen eingerichtet werden müssen. Diese sogenannten Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen sind besser bekannt als „Brandschutzschalter“. Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) hatte in einem ersten Entwurf die DIN dahingehend geändert, dass der Einbau von Brandschutzschaltern verpflichtend ist. Daraufhin gab es massiven Widerstand von Seiten der Bauwirtschaft. Im aktuellen Entwurf empfiehlt die Kommission den Einbau von Brandschutzschaltern, die Verpflichtung bleibt aber aus.

„Bauen muss bezahlbar bleiben und darf durch privatrechtliche Normen nicht unnötig aufwendig werden“, begrüßte Dipl.-Ing. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB) die neue Änderung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass privatrechtliche Regelungen Sicherheitsstandards definieren, die über die gesetzlichen Anforderungen im Brandschutz hinausgingen und unnötige Mehrkosten verursachten.

Weiter betonte er, dass das Schutzniveau des Gesetzgebers auch für privatrechtliche Normen gelten müsse. Denn wegen der nicht erprobten Gebrauchstauglichkeit und der hohen Kosten der Brandschutzschalter, sei anzuzweifeln, ob die Norm als anerkannte Regel der Technik gelten sollte. Aus diesem Grund habe man sich gegen den verpflichtenden Einbau gewehrt.

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Noch viel Potential für den Handwerk-Online-Fachhandel

Der Anteil der online getätigten Bestellungen steigt auch im Baugewerbe langsam aber sicher an. Trotzdem sind einige Gewerbe E-Commerce gegenüber noch zurückhaltend.

Aus dem Privaten ist das Online-Shopping nicht mehr wegzudenken. In der Bauwirtschaft ist die Skepsis gegenüber dem Onlinehandel allerdings noch groß. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstitut BauInfoConsult hat sich jetzt mit der Frage auseinandergesetzt, inwiefern das E-Commerce in den nächsten Jahren auch für die Baubranche an Bedeutung zunimmt. 501 Handwerker und Bauunternehmen wurden befragt. Ergebnis: Allgemein steigt die Nutzung. Dennoch unterscheidet sich der Anteil der einzelnen Gewerke stark.

Gerade die SHK-Installateure liegen hier weit vorne. 74 Prozent rechnen bis 2021 mit mehr Bestellungen über Online-Shops. Bei den Bauunternehmern sieht es ähnlich aus, nur 30 Prozent gehen davon aus nicht online zu bestellen. Maler, Trockenbauer und Dachdecker sind dagegen sehr skeptisch. Fast die Hälfte der Befragten kann sich nicht vorstellen, dass die Anzahl der online georderten Materialien ansteigen wird. Das Meinungsbild zeigt deutlich, dass dort noch Luft nach oben ist. Der Fachhandel muss sich also überlegen, wie er den Gewerben die Möglichkeiten des E-Commerce schmackhaft macht.

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Das war die BAU 2019

Mit 2.250 Ausstellern zog die BAU mehr als 250.000 Besucher an. Damit untermauerte sie ihren Stellenwert als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme.

Neue Rekordwerte für die BAU 2019: Auf einer Fläche von 200.000 Quadratmeter zeigten insgesamt 2.250 Aussteller (2017 waren es noch 2.120) aus 45 Ländern ihre Produkte und Lösungen in der Baubranche. Mit über 250.000 Besuchern, wovon etwa 85.000 aus dem Ausland kamen (2017 waren es 80.500), verteidigte sie ihren Rang als Weltleitmesse. Mit circa 70.000 Teilnehmern kam jeder vierte Besucher aus dem Bereich Architektur, Ingenieurwesen und Planung.

„Das starke Besucherinteresse in den Bereichen Gebäudeautomation sowie BAU-IT zeigt, dass die Digitalisierung weiter Fahrt aufnimmt und endgültig in der Baubranche angekommen ist“, freut sich Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer. „Mit unseren Leitthemen zur BAU 2019 haben wir bereits im Vorfeld den Fokus auf den digitalen Wandel gelegt.“

Aus Sicht der Aussteller zog Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der BAU ebenfalls eine positive Bilanz: „Für die Aussteller war die BAU 2019 eine sehr erfolgreiche Messe. Zwei Gründe sind hierfür ausschlaggebend. Einerseits haben Qualität und Internationalität der Besucher weiter zugenommen. Darüber hinaus hat die Messe München die Belegung der erweiterten Ausstellungsfläche aus Besucherperspektive betrieben und somit die einzigartige Themenwelt der BAU weiterentwickelt.“

Besucher und Aussteller sind zufrieden

Wie eine Befragung durch das Meinungsforschungsinstitut Gelszus zeigt, waren sowohl Austeller als auch Besucher mit der BAU 2019 zufrieden. So bewerteten 97 Prozent der Aussteller die Messe mit ausgezeichnet bis gut. Ihr Leitmessecharakter wird von 95 Prozent anerkannt. 94 Prozent der Aussteller erteilten Bestnoten für die Qualität, 92 Prozent für die Internationalität der Besucher. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird von 94 Prozent der Aussteller mit ausgezeichnet bis gut beurteilt.

Auch die Befragung der Besucher ergaben erneut Höchstwerte: Wie 2017 bewerteten 98 Prozent der Besucher die BAU mit „ausgezeichnet bis gut“, 97 Prozent wollen in zwei Jahren wieder kommen. Bestnoten vergaben die Besucher insbesondere für die Breite und Vollständigkeit des Angebots (96 Prozent „ausgezeichnet bis gut“) sowie für die Präsenz der Marktführer (95 Prozent).

Fokus Digitalisierung

Da auch die Baubranche nicht von der Digitalisierung verschont bleibt, hat die Messe München im Rahmen der BAU gemeinsam mit dem Bundesverband Bausoftware (BVBS) das neue Messekonzept digitalBAU vorgestellt. „Wir sehen einen hohen Bedarf bei allen Anbietern von digitalen Anwendungen, neben der überaus erfolgreichen BAU eine weitere Messe zu etablieren“ zeigt sich BVBS-Geschäftsführer Michael Fritz überzeugt. „Planer, Bauunternehmer und Handwerker müssen sich über die bevorstehenden Anforderungen informieren und dafür bieten wir mit der digitalBAU eine hervorragende Möglichkeit.“

Die digitalBAU findet erstmals vom 11. bis zum 13. Februar 2020 in Köln statt.

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Gebäudeautomation-Richtlinie wird überarbeitet

Um bislang getrennte Planungsansätze der Anlagenautomation mit denen der Raumautomation zu verknüpfen, wird die Richtlinienreihe „Gebäudeautomation“ überarbeitet.

Die Planungsansätze der Anlagenautomation nach VDI 3814 und der Raumautomation nach VDI 3813 sollen zusammengeführt werden. Aus diesem Grund wird die Richtlinienreihe VDI 3814 „Gebäudeautomation“ momentan komplett überarbeitet. Zur Gebäudeautomation zählen Maßnahmen, Einrichtungen, Prozesse, Software und Dienstleistungen zur automatischen Steuerung und Reglung, zur Überwachung und Optimierung, zur Bedienung und zum zielsetzungsgerechten Betrieb der technischen Gebäudeausrüstung für das Management. Die Gebäudeautomation ist also für den sicheren und energieeffizienten Betrieb der Gebäude von zentraler Bedeutung.

Weitere Informationen zur Neuerungen der Richtlinienreihe gibt es unter www.vdi.de