Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle steigt

In den ersten neun Monaten 2020 sind 87 Arbeitnehmer auf den Baustellen Deutschlands ums Leben gekommen – 20 Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das teilt die Berufsgenossenschaft Bau mit. Die Industriegewerkschaft Bauen Agrar Umwelt (IG Bau) sieht die ausgedünnten Kontrollen zur Arbeitssicherheit in manchen Bundesländern als einen wichtigen Grund. IG-Bau-Chef Robert Feiger kritisiert, dass die Ämter für Arbeitsschutz in großen Teilen auf Homeoffice umgestellt haben. „Wenn die, die sich professionell um den Infektionsschutz am Arbeitsplatz kümmern, dies nicht mehr machen dürfen und zu Hause bleiben müssen, dann ist das geradezu absurd. Schützen ist schließlich ihr Job.“ 74 der tödlichen Unfälle haben sich auf den Baustellen selbst ereignet und waren zumeist Abstürze von Dächern, Gerüsten oder Leitern, die anderen 13 haben auf dem Weg stattgefunden.

Arbeitssicherheit ist in den letzten Jahren mehr in den Fokus der Beteiligten getreten

Die Zahl aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle ist zuletzt leicht auf 115.325 in 2019 gestiegen. Von 1.000 Beschäftigten waren 52 von einem Unfall betroffen. Vergleicht man das allerdings mit den Zahlen von 1995, als 110 von 1.000 Arbeitnehmern betroffen waren, sieht man, dass sich in Sachen Arbeitssicherheit schon einiges getan hat. Laut Angaben des Länderausschusses für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik haben 80 Prozent der Besichtigungen trotz widriger Umstände in diesem Jahr stattgefunden.

Dekarbonisierung der Zementindustrie

Um die Klimaziele zu erreichen, muss auch die Emission in der Zementindustrie gesenkt werden. Eine neue Studie zeigt die notwendigen Maßnahmen auf.

Um die Klimaziele bis 2050 erreichen zu können, müssen alle Teile der Gesellschaft und Gewerke mit anpacken. „Wir als Branche in Deutschland übernehmen Verantwortung und sind bereit, unseren Beitrag für eine klimaneutrale Zukunft zu leisten”, verspricht Christian Knell, Präsident des Vereins Deutscher Zementwerke (VDZ). Seit 1990 konnten die Emissionen der deutschen Zementindustrie bereits um ein Drittel reduziert werden. Wie der Pfad zu einer umweltfreundlichen Produktion weiter aussieht, wurde in der neuen Studie „Dekarbonisierung von Zement und Beton – Minderungspfade und Handlungsstrategien“ des VDZ ermittelt. Mit konventionellen Maßnahmen können bis 2050 weitere 36 Prozent eingespart werden, was im Vergleich zu 1990 50 Prozent bedeuten würde. Doch für eine vollständig klimaneutrale Zukunft müssten neue Wege in Herstellung und Anwendung gefunden werden. „Für die verbleibenden CO2-Emissionen, die nicht anders gemindert werden können, stellt die CO2-Ab­schei­dung aus heutiger Sicht die einzige Lösung dar“, erklärt Marin Schneider, VDZ-Hauptgeschäftsführer. Langfristiges Ziel müsse daher die Umwallung von CO2 in andere Stoffe und Produkte sein. Bis dahin sei die Entwicklung von Maßnahmen zur Speicherung des Treibhausgases notwendig.

Die notwendigen Schritte für eine umweltfreundlichere Herstellung und Anwendung

„Als Zementindustrie stellen wir uns dieser Herausforderung. Klar ist aber auch, dass wir diesen Kraftakt nicht allein schultern können”, betont VDZ-Prä­si­dent Knell. Dazu müssten alle Akteure der Wertschöpfungskette mitwirken, angefangen bei dem Anlagenbau und den Betonherstellern über die bauausführende Industrie bis hin zu Planern und Architekten. „Nicht zuletzt brauchen wir auch den Schulterschluss mit anderen Industrien sowie mit Politik und Gesellschaft, denn dieser Transformationsprozess wird am Ende nur miteinander gelingen.” Die zentralen Handlungsfelder sind laut der Studie:

1. Ein wirksamer politischer Instrumentenmix, der die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft der deutschen Zementhersteller gewährleistet sowie Innovationen und grüne Leitmärkte fördert.

2. Eine besser ausgebaute Infrastruktur zur flächendeckenden Versorgung mit Strom aus erneuerbaren Quellen und für den Transport von CO2 und Wasserstoff.

„Wir haben als Industrie die Dekarbonisierung von Zement und Beton ins Zentrum unseres Handelns gerückt. Wichtig ist dabei ein ganzheitlicher Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette Bau einschließt.”, so Martin Schneider.

Klagen gegen Fehmarnbelttunnel abgewiesen

Mit dem Auto oder Zug von Rodby auf Lolland nach Puttgarden auf Fehmarn fahren – spätestens jetzt kann man sicher sein, dass das bald möglich ist.

Der Ostseetunnel ist eines der größten Verkehrsvorhaben Europas. Von 2029 an sollen Autos, LKW und Züge den 18 Kilometer langen Tunnel passieren können. Dänemark investiert 7,1 Milliarden Euro in das Vorhaben, für die Straßen- und Schienenanbindung auf schleswig-holsteinischer Seite kommt der Bund mit 3,5 Milliarden Euro, inklusive 1,1 Milliarden Euro Risikopuffer, auf. Doch das Projekt ist umstritten. Die Verkehrsprognosen für den Auto- und Eisenbahntunnel wurden angezweifelt und insbesondere alles rund um die Umweltauswirkungen wurde in vielfacher Weise diskutiert. Bereits im September und Oktober wurden mehrere Klagen abgewiesen. Das Bundesverwaltungsgericht hat nun weitere sechs Klagen abgewiesen und damit kann das umstrittene Projekt auch auf deutscher Seite gebaut werden. Wie der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier bei der Urteilsbegründung in Leipzig erklärte, habe der Planfeststellungsbeschluss der Überprüfung standgehalten.

„Netzwerk Nachhaltige Unterrichtsgebäude“ initiiert

Das BBSR leistet einen Betrag, Bau und Betrieb eines der primären Aufenthaltsorte von Schülern im Sinne des nachhaltigen Bauens zu gestalten.

Schüler und Studenten verbringen – jedenfalls in Zeiten ohne Corona – einen elementaren Teil ihrer Zeit in Unterrichtsgebäuden. Dort wird gelernt, sozial interagiert und die Persönlichkeit entfaltet. Somit ist es wichtig, Unterrichtsräume und -gebäude im Sinne des nachhaltigen Bauens zu gestalten. Das „Netzwerk Nachhaltige Unterrichtsgebäude“ wurde vom Bundesinstitut für Bau, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ins Leben gerufen, um Beteiligten aus dem Bau- und Bildungsbereich eine Plattform zu bieten, um sich über Wissen und Erfahrungen auszutauschen und bei Fragen des ökologischen, energieeffizienten und ressourcenschonenden Errichtens und Betreibens von Unterrichtsräumen zu unterstützen. Als fachliche Grundlage für die Netzwerkarbeit dient das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen des Bundes (BNB). Neben ökologischen Fragen sollen auch ökonomische und nutzerbezogene Aspekte aufgegriffen werden. Dazu werden Veranstaltungen geplant, sowie eine Website und weitere Formate, die den Austausch der Akteure unterstützen. Das Netzwerk steht allen Interessierten offen. Es richtet sich speziell an Verantwortliche in Bauverwaltungen, Schul- und Hochschulverwaltungen, Forschung und Lehre, Unternehmen und Verbände. Die Registrierung erfolgt über die Geschäftsstelle des Netzwerkes, die beim Öko-Zentrum NRW angesiedelt ist.

Die Hälfte der Handwerker-Seiten verschwindet von Google

Bald werden nur noch die Seiten bei Google angezeigt, die für mobile Endgeräte optimiert sind. Viele Handwerker-Websites sind dies jedoch nicht.

Heute wird zum überwiegenden Teil mit mobilen Endgeräten im Internet gesurft. Aus diesem Grund wird Google ab März 2021 nur noch diejenigen Webseiten anzeigen, die für mobile Geräte optimiert sind. Eigene Websites gehören für Handwerksbetriebe heute dazu, doch Christoph Krause, Leiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk in Koblenz schätzt, dass knapp die Hälfte nicht für Smartphones geeignet ist.

Doch wie finde ich überhaupt heraus, ob die eigene Seite mobilfreundlich ist?

Das lässt sich in wenigen Minuten eigenständig testen. Dazu muss man nur mit einem Smartphone oder Tablet die eigene Seite aufrufen. Wenn sich die Schriftgröße der Bildschirmgröße anpasst, ist alles gut. Muss man hingegen heranzoomen, um den Text lesen zu können, passt sich die Website mobilen Endgeräten nicht an. Darüber hinaus bietet Google einen kostenlosen Online-Test an, mit dessen Hilfe Seitenbetreiber ihren Online-Auftritt auf Mobilfreundlichkeit überprüfen können.

Wie gestalte ich meine Seite mobilfreundlich?

Wenn ein Laie eine Website eigenständig mobilfreundlich gestalten möchte, dauert dies mehrere Wochen. Deswegen empfiehlt es sich, dafür einen Fachmann zu Rate zu ziehen. Allerdings fangen die Kosten dafür bei ungefähr 2.500 Euro an. Wer ein komplexes Shopsystem brauch, ist schnell bis zu 15.000 Euro los. Deswegen sollte sich genau überlegt werden, ob eine Umgestaltung überhaupt sinnvoll ist.

Für wen ist der Übergang zu einer mobilfreundlichen Website sinnvoll?

Das hängt insbesondere davon ab, auf welchem Weg man seine Kunden gewinnt. Kleinere Handwerksbetriebe profitieren vor allem von Mund-zu-Mund-Propaganda und sind deswegen nicht darauf angewiesen, dass ihre Seite von potenziellen Kunden einfach gefunden wird. Zudem sollten die lokalen Google-Suchtreffer von der Anpassung unberührt bleiben und wer einen Eintrag bei Google My Business hat und im Online-Verzeichnissen wie der gelben Seite aufgeführt ist, wird kaum beeinträchtigt werden. Bei der Personalsuche sieht das jedoch oft anders aus. Insbesondere junge Arbeitnehmer legen viel Wert auf eine zeitgemäße Online-Präsenz. Insgesamt sollte bedacht werden, dass es immer ratsam ist, im Internet und insbesondere auf Google Präsenz zu zeigen und es somit auf lange Sicht sinnvoll sein kann, sich den wandelnden Anforderungen anzupassen.

Handwerk fordert Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung

Durch das Auslaufen der Mehrwertsteuersenkung müssen die Betriebe Aufträge bis Jahresende abarbeiten und das unter dem Einfluss der zweiten Welle.

„Die befristete Senkung der Mehrwertsteuer im Sommer war als Teil des Konjunkturpakets ein wichtiger Impuls zur Wiederbelebung der Wirtschaft nach den starken Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie”, erklärt Rainer Reichhold, Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkskammertags (BWHT). „Auch wenn nur teilweise Aufträge direkt auf diese Maßnahme zurückzuführen sind – ein Auslaufen der Senkung zum Jahresende wäre in der aktuellen Situation das völlig falsche Signal“. Dadurch würden Betriebe unter starkem Druck stehen, die Aufträge noch in diesem Jahr abzuschließen. Und das, obwohl sie nur bedingt Einfluss auf die Fertigstellung haben, da Lieferzeiten durch die zweite Welle verlängert sind. Zudem sei die Umstellung eine zusätzliche Belastung. Bereits im Sommer zur Mehrwertsteuersenkung war großer Aufwand nötig, dieser würde sich bei längerer Dauer eher lohnen. Durch die neuen Beschränkungen seien die Betriebe erneut verunsichert und in ihrem Tagesgeschäft eingeschränkt. Zwei Drittel der Befragten sprachen sich für eine Verlängerung aus. Als ideale Frist wurde der 30. Juni 2021 empfunden. Rund die Hälfte erhofft sich dadurch weitere Aufträge. Die andere Hälfte möchte insbesondere die momentanen Aufträge bis dahin abarbeiten. Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schlägt eine solche Verlängerung vor. In einem Schreiben an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) weisen ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und Hauptgeschäftsführer Axel Koblitz darauf hin, dass die niedrige Steuer momentan insbesondere den Absatz hochwertiger Güter an Privatkunden erhöhe. Besonders im Bereich der Neuwagen sei es schwierig, Bestellungen bis zum Jahresende auszuliefern, da sich Lieferzeiten verlängern und weder Händler noch Kunden ein Einfluss darauf haben.

3D-Drucker im Handwerk

In der Produktion von Zahnersatz, Schmuck und Hörgeräten sind sie schon längst etabliert. Doch auch für andere Gewerke können sich 3D-Drucker lohnen.

Mit Hilfe von 3D-Druckern können Handwerker vieles selbst produzieren, dabei sind den Materialien heute keine Grenzen mehr gesetzt, denn die Palette reicht von Kunststoff, über Aluminium, Stahl, Silikon, Keramik und Gips bis Holz aus einem Holzpartikel-Kunststoff-Gemisch. Gegenüber dem Gießen hat das Drucken den großen Vorteil, dass das aufwendige Erstellen von Formen entfällt. Insgesamt sind deutlich weniger Arbeitsschritte erforderlich, sodass das Drucken deutlich zeit- und kostensparender ist. Im Handwerk lohnt sich der Drucker besonders zum Fertigen von Ersatzteilen. So müssen diese nicht mehr im Lager rumliegen und man muss auch nicht auf die Lieferung warten, sondern druckt sie, wenn sie gerade gebraucht werden, einfach aus. Dabei müssen allerdings Urheber-, Patent- und Gebrauchsmusterrechte beachtet werden. Das grundsätzliche Produktionsverfahren beim 3D-Drucker ist die additive Fertigung. Das bedeutet, dass dünne Schichten nach und nach aufgetragen und verfestigt werden. Dazu benötigt man eine Vorlage im STL-Formal (Stereolithography), die entweder über CAD-Programme (Computer Aided Design) selbst entworfen oder per 3D-Scanner automatisch erzeugt werden kann.

Detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse

Doch 3D-Drucker sind teuer. Die Alleskönner kosten nicht selten sechs- bis siebenstellige Summen und sind ausschließlich in der Industrie zu finden. Doch viele ihrer zusätzlichen Anwendungen, wie zum Beispiel die Grenzenlosigkeit bei Objektgröße und Material, sind für kleinere Handwerksbetriebe nicht notwendig. Hier reichen 3D-Printer, die verschiedene Arten von Kunststoffen als Druckmaterial nutzen. Durch Erhitzen wird dieses formbar gemacht und eine Düse, der „Extruder“, formt das Objekt Schritt für Schritt. An verschiedenen Stellen fügen preiswertere Geräte Stützstrukturen ein, die manuell wieder entfernt werden müssen. Hochwertigere Geräte verfügen über eine zweite Druckdüse, die die Stützen aus Material konstruieren, dass sich später in Flüssigkeit auflösen lassen. Eine zweite Düse hat auch den Vorteil, dass verschiedene Materialien oder Farben gleichzeitig eingesetzt werden können, wodurch besondere Geometrien besser erstellt werden. Doch auch diese Geräte kosten meist mehrere tausend Euro, sodass eine detaillierte Kosten-Nutzen-Rechnung unerlässlich ist. Wenn nur vereinzelt Druckaufträge anfallen, sollte gegebenenfalls ein externer Dienstleister bevorzugt werden.

Baubranche erwartet Umsatzplus im Jahr 2020

Corona tangiert die Bauwirtschaft glücklicherweise kaum. Auch die Beschäftigungssituation und die Zukunftsaussichten für 2021 sehen erfreulich aus.

Für das Jahr 2020 geht die Baubranche von einem Umsatzwachstum von zwei Prozent auf 138 Milliarden Euro aus. Dank gut gefüllter Auftragsbücher konnte die Corona-Krise der Branche wenig anhaben. „Die Auftragseingänge zeigten nur im April und Mai ein ‚Corona-Zittern’ und gaben leicht nach. Seither sehen wir wieder eine deutliche Nachfrage“, erklärt Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB). Für das kommende Jahr 2021 wird lediglich mit einem Umsatzrückgang von einem Prozent gerechnet. Quast berichtet, dass sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr jeweils 300.000 Wohnungen fertiggestellt würden. Dieses Segment habe 2020 ein Wachstum von vier Prozent erlebt. Einen entscheidenden Auslöser dafür sieht er in den Maßnahmen zu Sonderabschreibungen im Mietwohnungsbau und zum Baukindergeld und appelliert, diese nicht wie geplant im Laufe des nächsten Jahres auslaufen zu lassen.

Öffentliche Hand muss die Defizite der Wirtschaft ausgleichen

Bei den Bauvorhaben der Wirtschaft sind Auswirkungen der Corona-bedingten Krise festzustellen. Umsatzeinbrüche in Industrie und Dienstleistungen mindern die Investitionsbereitschaft. Seit März liegt die Nachfrage deswegen monatlich unter dem Vorjahresniveau. Kumulativ fehlen fast sechs Prozent, was einem Ordervolumen von 1,3 Milliarden Euro entspricht. „Wir rechnen für 2020 insgesamt mit einem Umsatz, der nominal auf Vorjahresniveau bei gut 49 Milliarden Euro liegt und real einen Rückgang von ca. 2,5 Prozent bedeutet. Aus heutiger Sicht sehen wir die Umsatzentwicklung im Wirtschaftsbau in 2021 insgesamt rückläufig zwischen nominal 2,5 Prozent und 3,5 Prozent“, so Quast. Deswegen sei es notwendig, dass der öffentliche Bau dies ausgleicht. Die aktuelle Haushaltsplanung hält an dem Investitionshochlauf fest und schreibt für die nächsten Jahre das Niveau von 18 Milliarden Euro fort. Dies begrüßt Quast, fordert zugleich aber, dass vor allem im Straßenbau zügig konkrete Projekte vergeben werden. „Investitionshochlauf auf der einen Seite und weniger Aufträge auf der anderen Seite – das passt nicht zusammen!“ Für 2020 wird mit einem Umsatz von knapp 38 Millionen Euro im öffentlichen Bau gerechnet, also einem Plus von drei Prozent.

20 Prozent mehr Beschäftigte am Bau

„Vor zehn Jahren hatten wir im Bauhauptgewerbe etwa 716.000 Beschäftigte. Ende des Jahres 2020 werden es 880.000 sein. Das ist ein Zuwachs um mehr als 20 Prozent. Das zeigt, dass die nachhaltige Baunachfrage den Unternehmen Zuversicht gibt, verstärkt in neue Mitarbeiter zu investieren und diese auch selbst auszubilden“, sagt Quast. Im kommenden Jahr planen Unternehmensbefragungen zufolge 20 Prozent der Unternehmen, die Zahl der Beschäftigten zu erhöhen.

Fördermittel zur Absturzprävention

Die BG Bau unterstützt die Anschaffung sicherer Arbeitsmittel mit bis zu 10.000 Euro, denn Absturzunfälle gehören zu den folgenreichsten Unfällen.

Im Jahr 2019 ist fast die Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle auf Abstürze zurückzuführen. Dabei sind diese mit entsprechender Ausrüstung oft leicht zu verhindern. Aus diesem Grund fördert die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) die Anschaffung von sicheren Arbeitsmitteln mit bis zu 10.000 Euro jährlich. Die Zuschüsse können auch noch für 2020 beantragt werden. Um ein Anrecht auf die erste Förderstufe und bis zu 3.000 Euro zu haben, muss man lediglich ein Beratungsgespräch bei der BG Bau führen, die Gefährdungsbeurteilung besprechen und sich zu den Regeln des Präventionsprogramms „Bau auf Sicherheit. Bau auf Dich.” bekennen. In der zweiten Förderstufe erhalten die Unternehmen bis zu 5.000 Euro. Unternehmen der dritten Förderstufe, die weitere Bedingungen wie beispielsweise die Teilnahme an einem Seminar zum Thema Absturzprävention erfüllen, erhalten bis zu 10.000 Euro. Insgesamt belaufen sich die Förderungen auf bis zu 50 Prozent der Anschaffungskosten. Neben dem Schutz von Gesundheit und Leben sind gute Arbeitsschutzmaßnahmen auch notwendig, um einen störungsfreien Betrieb und weniger Ausfall zu ermöglichen.

Typischer Bauarbeiter ade!

Die Auszubildenden heute passen nicht mehr in das Bild des typischen Bauarbeiters. Die Digitalisierung zieht immer mehr Abiturienten an den Bau.

Betrachtet man beispielsweise Niedersachsen, so ist der Anteil an Auszubildenden, die über eine Hochschul- oder Fachhochschulreife verfügen, signifikant gestiegen. Waren es vor fünf Jahren noch 1.085, so sind es heute 1.975 Auszubildende. Auch in Bremen haben 162 der 1.229 Auszubildenden am Bau ein (Fach)Abitur, vor fünf Jahren waren es noch 79 von 1.051 Auszubildenden. Doch woran liegt das? Lars Keller, Vorsitzender des Vereins zur Berufsförderung der Bauwirtschaft Nord sieht ganz klar die Digitalisierung als einen der Hauptgründe, durch die die Bauberufe immer vielseitiger würden. Dazu zähle vor allem das Building Information Modeling (BIM), das den Bau als Berufsfeld für Abiturienten interessant mache.