Europa hinkt hinterher

Wärmepumpen haben ein großes Klimaschutzpotential, allerdings sind sie in Europa – und besonders in Deutschland – vergleichsweise wenig verbreitet.

China, Japan und die USA sind mit mehr als 80 Prozent der neu installierten Wärmepumpen in 2017 die Länder, die den Wärmepumpen-Absatz maßgeblich vorantreiben. Gefördert wird dies durch Steuernachlässe und staatliche Kaufanreize. Europa hinkt hier stark hinterher: 2017 wurden nur 1,1 Millionen Geräte installiert, die meisten in skandinavischen Ländern. Dabei schätzt der Europäische Wärmepumpenverband (EHPA) das potentielle Absatzvolumen auf jährlich 6,8 Millionen Geräte. Und besonders Deutschland hat Aufholbedarf – während 2017 in Norwegen der Anteil von Wärmepumpen bei 34,3 Geräten pro 1.000 Haushalten lag, lag er in Deutschland bei einem Anteil von 2,3 installierten Geräten.

Die größten Vorteile von Wärmepumpen

Zwar finden Wärmepumpen bei Wohnungsneubauten immer stärkere Verbreitung, einen viel größeren Anteil stellt allerdings der Austausch in Bestandsgebäuden dar. Dort beträgt der Anteil an Wärmepumpen momentan nur sechs Prozent und könnte somit noch einen deutlich größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), Kai Schiefelbein, kommentiert: „Die Studie zeigt außerdem einen industriepolitischen Aspekt auf, der häufig übersehen wird:  Die deutsche Heizungsindustrie besteht aus mittelständischen Unternehmen mit Standorten in ländlichen und zum Teil strukturschwachen Regionen. Eine klare Ausrichtung des Heimatmarkts auf die Klimaschutztechnologie Wärmepumpe ist essenziell, damit unsere Unternehmen auch zukünftig im globalen Wettbewerb bestehen können.“ Das Niveau von Schweden zu erreichen, wäre zielführend, um den Klimaschutz im Gebäudesektor zu erhöhen und zugleich die Technologieführung der deutschen Heizungsbranche zu erhalten.

GEG: Zwischen Machbarkeit und Klimaschutz

Während das Handwerk die Änderungen des Gebäueenergiegesetzes wegen ihrer Umsetzbarkeit lobt, kritisieren Umweltschützer sie als nicht ausreichend.

Am 18. Juni hat der Deutsche Bundestag das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verabschiedet. Ziel war es, ein neues, einheitliches, aufeinander abgestimmtes Regelwerk für Gebäudeenergieeffizienz und die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien zu schaffen. Zudem wurde auch die Abstandsregelung für Windanlagen im Baugesetzbuch und die Aufhebung des Photovoltaik-Deckels im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beschlossen.

Zuspruch zur Abschaffung des Deckels

Die Energiewirtschaft reagiert erleichtert auf die Abschaffung des Deckels. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) sieht darin einen Türöffner für einen Ausbau der Solarenergie. Somit stelle dies einen wichtigen Baustein für die Energiewende dar. Um diesen Ausbau bestmöglich zu realisieren, BSW Solar unter dem Motto „Auf geht’s“ nun einen 7-Punkte-Fahrplan vorgelegt. Dieser sieht vor, dass das Tempo, in dem Photovoltaik ausgebaut wird, in 2021 verdoppelt werden muss und ab 2022 sogar verdreifacht. Dies sei notwendig, um die im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung für das Jahr 2030 vorgesehenen solaren Kraftwerkskapazitäten bereits Mitte der 20er Jahre zu erreichen. Wird dies nicht erreicht, drohe eine Stromerzeugungslücke. Zudem mahnt der BSW Solar, dass eine Verzehnfachung der Batteriespeicherkapazitäten im Vergleich zu 2019 nötig ist, damit Batteriespeicher ihre wichtige kurzfristige Pufferfunktion für die Energiewende im erforderlichen Umfang erfüllen können. Zudem fordert er geeignete Rahmenbedingungen für einen unproblematischen Weiterbetrieb von Anlagen, die älter als 20 Jahre sind und somit aus der Förderung fallen. Als Hindernis eines zügigen Ausbaus wird die Belastung solarer Eigen- und Direktversorger durch die EEG-Umlage gesehen. Der Verband betont, dass ein Ausbau der Solarenergie in diesem Umfang zudem mindestens 50.000 neue Vollzeitjobs in der Energiebranche schafft.

Zu den Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes

Auch die Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes werden größtenteils positiv bewertet. So zum Beispiel die Änderung, dass Biomethan, also Biogas aus dem Gasnetz, nicht mehr nur in der KWK-Anlage, sondern auch in der Brennwerttherme als Erfüllungsoption berücksichtigt wird. „Damit kommen wir dem langfristigen Ziel der klimaneutralen Wärmeversorgung ein großes Stück näher“, lobt Dr. Timm Kehler, Vorstandsmitglied der Brancheninitiative Zukunft ERDGAS. „Durch einen niedrigeren Primärenergiefaktor für Biomethan wird besonders Eigenheimbesitzern deutlich signalisiert, dass sie mit Gasheiztechnologien nicht nur auf einen günstigen und zuverlässigen, sondern auch auf einen umweltschonenden Energieträger setzen.“

Auch Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), zeigt sich zufrieden: „Das Gebäudeenergiegesetz trägt mit dem darin festgelegten „Niedrigstenergiegebäudestandard‘„ der von uns geforderten technischen Machbarkeit und Bezahlbarkeit des Bauens angemessen Rechnung. Zudem ist mit der Zusammenlegung von Energieeinsparverordnung, Energieeinsparungsgesetz und Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zum Gebäudeenergiegesetz ein erster Schritt in Richtung Vereinfachung des Gebäudeenergierechts gegangen.“

Umweltverbände sehen die Änderung als zu lasch

Barbara Metz, stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, kritisiert in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, dass das GEG lediglich den Status quo manifestiere und fordert Effizienzstandards für Gebäude. „Das was heute neu gebaut wird, muss schon so gebaut sein, dass das Gebäude sehr wenig Energie benötigt, um es zu heizen“, sagt Metz. Die Standards, die das GEG aktuell vorgeschrieben habe, gelten bereits seit 2016 beziehungsweise 2014. „Damit bringen wir aber den Energieverbrauch in den Gebäuden nicht runter. Was wir brauchen ist ein KfW-40-Standard für den Neubau und einen KfW-50-Standard für die Sanierung.“ Olaf Brandt, Vorsitzender im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) schließt sich der Kritik an: „Das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands wird wieder einmal verfehlt. Das ist nicht nur schlecht für unser Klima, sondern birgt auch die Gefahr, dass hohe Strafzahlungen an die EU auf Deutschland zukommen“.

Windenergie ausbauen

Mit einer Offshore-Vereinbarung setzen Bund, Küstenländer und Übertragungsnetzbetreiber eine Vorgabe aus dem Klimaschutzprogramm 2030 um.

Die Vereinbarung wurde zwischen dem Bundesministerium sowie dem Präsidenten der Bundesnetzagentur und der Präsidentin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zusammen mit der Energieministerin und den Energieministern der Küstenländern und den Geschäftsführern der beteiligten Übertragungsbetreiber (50Hertz, Amprion und TenneT) geschlossen. Durch eine engere Zusammenarbeit soll der Ausbau der Windenergie in der Nord- und Ostsee mit einer Kapazität von 20 Gigawatt bis zum Jahr 2030 realisiert werden. So wurde die Basis für die Anhebung des Offshore-Ziels von 15 GW auf 20 GW bis 2030 gelegt.

Konkrete Meilensteine und Zeitpläne stellen sicher, dass die erforderlichen Planungs- und Genehmigungsschritte sowie der Bau der Anbindungsleitungen und der Offshore-Windparks Hand in Hand gehen. Das BSH wird bis Ende des Jahres den Flächenentwicklungsplan fortschreiben und damit die erforderlichen Flächen für 20 GW Windenergie auf See ausweisen. Im Netzentwicklungsplan 2018 hatte die BNetzA bereits die erforderlichen Anbindungsteile für die Anbindung dieser neuen Netzteile bestätigt. Die Küstenländer werden die Genehmigungsverfahren zeitnah abschließen. Damit der Strom aus den künftigen Windparks ohne Leerlauf abtransportiert werden kann, werden die Übertragungsnetzbetreiber die Offshore-Anbindungsleitungen rechtzeitig in Betrieb nehmen. Die Zeitziele werden künftig im Rahmen des Netzausbau-Controllings des BMWi regelmäßig geprüft, um Verzögerungen frühzeitig aufzudecken.

Das Baugewerbe zur Beratung des Gebäudeenergiegesetzes

Der ZDB fordert, dass die bisherige Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten einer verstärkten Förderung zu verzichten, beibehalten werden soll.

„Bereits jetzt weist etwa die Hälfte aller Neubauten einen besseren Effizienzstandard auf als gesetzlich gefordert. Mit den heutigen Anforderungen an Gebäude liegen wir jedoch an der Grenze des bezahlbaren Bauens und Wohnens. Bauherren, gerade jungen Baufamilien, ist durch die KfW-Förderung sowie das Baukindergeld Eigentumsbildung noch möglich. Daher lehnen wir eine weitere Verschärfung der Anforderungen an den Neubau zum jetzigen Zeitpunkt ab. Wir warten die Ergebnisse des späteren Monitorings ab“, erläutert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Beratungen über das Gebäudeenergiegesetz.

Im Gebäudebereich wurden 2018 im Vergleich zu 1990 bereits mehr als 40 Prozent Einsparungen erzielt, was das Ziel für 2020 war. Das zeigen sektorspezifische Zahlen des Umweltbundesamtes vom März 2020. Auch neueste Zahlen vomBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BUM) bestätigen diese Entwicklung. „Dennoch dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen“. Pakleppa schlussfolgert daraus, dass die bisher genutzte Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten der Förderung zu verzichten, gefruchtet habe, was nicht zuletzt auf die Förderinstrumente der KfW zurückzuführen sei.

Eine Anhebung der gesetzlichen Standards macht ein Eigenheim unbezahlbar

Eine gesetzliche Anhebung des Energieeffizienzstandard auf ein KfW-Effizienzhaus 55 würde zu Mehrkosten von 18.000 Euro bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche führen, bei einem Energie-Einsparpotential von 14 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die KfW fördert allerdings nur, wenn die gesetzlichen Standards übertroffen werden. Das würde zwangsläufig eine Erhöhung auf das KfW-Effizienzhaus 40 bedeuten. Dies würde Mehrkosten von 13.500 Euro bedeuten, bei einer Energieeinsparung von lediglich 4 Kwh/m2 und Jahr. „Diese Baukostensteigerung steht aber in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum energetischen Einsparpotenzial“, erläuterte Pakleppa, da davon ausgegangen wird, dass die energetischen Einsparziele auch weiter erreicht werden.

Seit Januar gehen bei der KfW immer mehr Anträge zu den Förderprogrammen ein. Dabei geht es verstärkt um die energetische Modernisierung des Gebäudebestands. Mit der steuerlichen Förderung energetischer Sanierungen ist ein weiteres Instrument dazu gekommen. „Im Gebäudebestand liegt das weitaus größere Einsparpotenzial als im Neubau. Hier gilt es neben den vorhandenen Investitionsanreizen vor allem die Beratung der Hausbesitzer und Investoren von Wohn- und auch von Nichtwohngebäuden über die Vorteile steigender Energieeffizienz auszubauen. Hier leistet unser Verband mit den Energieberatern im Handwerk schon seit längerer Zeit eine hervorragende Arbeit“, so Pakleppa abschließend.

Keine Gesundheitsschädigungen durch Windenergieanlagen

Infraschall durch Windenergieanlagen stellt keine Gesundheitsgefährdung für Anwohner dar. Verantwortlich für den Verdacht ist der „Noncebo-Effekt“.

Zu diesem Ergebnis kam eine Langzeitstudie des technischen Forschungszentrums Finnland (VTT). Dies untermauert auch die Aussagen des Umweltbundeamtes und des Bundesverbands WindEnergie (BEW). Die Studie bestand aus einer Langzeitmessung von Schall in Wohngebäuden in der Nähe von Windenergieanlagen, Befragungen sowie Hörtests der Befragten. Es konnten keine Reaktionen des autonomen Nervensystems auf Infraschall gemessen werden. Für das vermeintlich häufige Auftreten von Symptomen in der Nähe von Windenergieanlagen sieht die Studie den „Noncebo-Effekt“ verantwortlich. Demnach werden negative Gesundheitseffekte körperlich unschädlicher Einflüsse dadurch hervorgerufen, dass negative Effekte vermutet oder gar erwartet werden. Auch können Symptome, denen andere Ursachen zugrunde liegen, fälschlicherweise mit Windenergieanlagen assoziiert werden.

Architekturpreis „Gebäudeintegrierte Solartechnik 2020“

Solarenergie ist auf dem Weg zur Klimaneutralität entscheidend. Beispiele gelungener Integration von Solartechnik in das Gebäude werden honoriert.

Es ist wünschens- und erstrebenswert, dass Architekten in ihrer Beratung und ihrem Handeln die Sensibilität für die Verbindung von Gebäude- und Solartechnik steigern, um regenerativer Energie zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen. Aus diesem Grund lobt der Solarenergieförderverein Bayern (SeV) zum achten Mal den „Architekturpreis gebäudeintegrierte Solartechnik“ aus.

Alle Architekten, Eigentümer beziehungsweise Betreiber und Solartechnik-Unternehmen weltweit von mindestens einer Solaranlage, die wesentlich Bestandteil des Gebäudes ist, sind teilnahmeberechtigt. Die Inbetriebnahme muss zwischen dem 1.1.2017 und dem 30.6.2020 stattgefunden haben. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2020. Der 1. Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zudem werden weitere Anerkennungspreise von einem Gesamtwert von 10.000 Euro vergeben und 2.000 Euro werden für eine studentische Arbeit bereitgestellt. Die Teilnahmeunterlagen sind unter www.sev-bayern.de einzusehen und zu downloaden oder können beim SeV angefordert werden.

Forschung: Klimaneutrales Gebäude

Bis 2050 sollen in Deutschland alle Gebäude „klimaneutral“ sein. Noch sind wir besonders bei Heizungen und Wärmeversorgung weit davon entfernt.

An der Universität Paderborn wird deswegen an einem System geforscht, das Gebäude gleichzeitig mit Strom, Wärme, Kälte und Frischluft versorgt. Dabei soll es energieeffizient sein und ausschließlich auf regenerative Energie setzen. Der zentrale Bestandteil dabei ist ein photovoltaisch-thermischer Kollektor, der auf Dächern oder an Fassaden installiert werden kann. Mit diesem soll mittels Solarstrom, solarer Wärme und Umweltkälte Strom, Wärme und Kälte erzeugt werden. „Tagsüber wandelt das System Sonnenenergie in Strom und Wärme um und nachts nutzt es Umweltkälte – im Wesentlichen durch Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel“, erläutert Gerrit Sonnenrein das System, Geschäftsführer des „Kompetenzzentrums für Nachhaltige Energietechnik“ (KET) der Universität Paderborn. Durch eine Wärmepumpe soll die Temperatur im Gebäude reguliert werden können. Die Fehlzeiten zwischen Energieerzeugung und -bedarf sollen durch Wärme- und Kältespeicher überbrückt werden und auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört zum System. Die Wissenschaftler hoffen, die regenerative Lücke so verkleinern zu können, die dadurch entsteht, dass Strom bereits viel aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, Heizungen oder Warmwasserversorgungen allerdings noch überwiegend furch Erdgas und -öl betrieben werden.

Einfache Bedienung

Das gesamte Versorgungssystem soll über eine zentrale Steuereinheit bedienbar sein. Diese soll Bedienung, Regelung, Monitoring, Visualisierung und Energiemanagement enthalten und auch ein Wettervorhersagemodell soll integriert werden. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie mit rund drei Millionen Euro finanziert.

Einzelfeuerstätten – Planungshilfe für Architekten

Kamine und Öfen sind im Trend, aber ihre Planung ist anspruchsvoll. Die VdZ hat eine Broschüre veröffentlicht, um den Planungsprozess zu unterstützen.

Das Heizen mit Holz liegt Im Trend, es ist klimaneutral, komfortabel und ermöglicht ein gesundes Wohnklima. Doch die hohen Anforderungen, die ein modernes Gebäude an Feuerstätten stellt und die immer ausdifferenzierte Technik, sorgen bei Architekten und Planern zum Teil für Unsicherheit. Diese soll durch eine neue VdZ-Broschüre „Einzelfeuerstätten“ genommen werden, indem sie bei der Planung modernen Kamine und Öfen bestmöglich unterstützt.

In nur fünf Schritten zum Design-Feuer

Das erste Kapitel befasst sich mit dem Wärmebedarf. Besonders in Neubauten und gut sanierten Häusern muss dieser entsprechend angepasst sein. Daraufhin wird das Zusammenspiel von Feuerstätten und Lüftungsanlagen betrachtet. Wie soll die Verbrennungsluftversorgung erfolgen? Das Kernthema des dritten Kapitels ist der Schornstein. Hier wird sich unter anderem mit der Frage befasst, wie dieser dimensioniert und abgestimmt werden muss, damit er mit der Feuerstätte funktioniert. Das vierte Kapitel klärt die elektronischen Bedienungskonzepte zur optimalen Steuerung des Kamins, denn um sein Potential voll auszuschöpfen, muss er richtig bedient werden. Zuletzt geht es um die Einbindung der Einzelfeuerstätte in eine Zentralheizung. Ob in Kombination mit einer Wärmepumpe oder mit Solarthermie, eine moderne Feuerstätte mit Wassertasche kann als Teil einer Hybridheizung eingesetzt werden. Auf diese Weise können erneuerbare Energien in die Versorgung des Gebäudes eingebunden werden. 

Durch eine Tabelle zur Auswahlvielfalt der Ofenarten wird abgebildet, was mögliche Vor- und Nachteile der einzelnen Ofenarten sind und welche Ausbaumöglichkeiten es gibt. Die Broschüre steht online kostenlos zur Verfügung, oder kann gegen einen Einzelpreis von einem Euro, zuzüglich der Versandkosten, bei der VdZ bestellt werden.

Gebäudedämmung aus Altpapier

Die Firma Climacell kann Cellulose-Dämmstoffe aus recyceltem und überprüftem Zeitungspapier herstellen. Bei der Herstellung wird mehr C02 eingespart als aufgewendet wird.

So hat es sich das Unternehmen zur Aufgabe gemacht, umweltfreundliche Materialien für ihre Produkte zu verwenden, um so das Klima zu schonen und CO2-Ausstöße zu senken. Cellulose soll für diese Zwecke mit am besten geeignet sein. Laut der VDI ZRE Publikation „Kurzanalyse Nr. 7, 2014“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchgeführt wurde, ist der Energiebedarf bei der Herstellung von losen Zellulosefasern im Vergleich zu anderen Dämmstoffen „mit Abstand am geringsten“. „Bezogen auf die Nutzungsdauer wird bei einer Dämmung aus Cellulose wesentlich mehr Energie eingespart als für Herstellung, Transport und Entsorgung eingesetzt wird“, sagt Marcel Bailey, Geschäftsführer von Climacell. Das Unternehmen produziert zudem bereits seit Längerem ausschließlich grünen Strom aus Wasserkraft.

Cellulose wird aus Altpapier hergestellt

Für die Produktion der Cellulose wird ausschließlich geprüftes Altpapier verwendet. Letztlich benutze man wiederverwendetes Holz. Laut Bailey halte man so die Belastung des Klimas und den Verbrauch von wertvollen Ressourcen im Vergleich zu synthetischen Werkstoffen vergleichsweise am geringsten. Zudem besitzt Cellulose in der Herstellung eine positive C02-Bilanz: „Es wird mehr CO2 eingespart als bei der Herstellung aufgewendet wird, denn während des Pflanzenwachstums wird der Atmosphäre CO2 entzogen, das über die gesamte Nutzungsdauer im Dämmstoff gespeichert bleibt“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens. Die Fasern lassen sich außerdem auch bei Rückbau oder Modernisierungsarbeiten einsetzen. Cellulose eignet sich nicht nur für die Dämmung von Innen- und Außenwänden, sondern auch für Dach und Boden. „Durch das Einblasen des losen Dämmstoffs ist ein fugenloses Dämmen möglich“, so Bailey. „Wärmebrücken durch Lücken oder Fugen können so erst gar nicht entstehen.“ Auch wirkt sich die vollständige Hohlraumfüllung positiv auf den Schallschutz aus. Das Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Der „Öko-Dämmstoff“ habe sich durch seine guten bauphysikalischen Eigenschaften bereits als feste Größe auf dem europäischen Markt etabliert. Der Allrounder empfehle sich für viele private und industrielle Einsatzzwecke, so der Hersteller.

Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Corona-Quarantäne

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern wird oft Quarantäne angeordnet. Die Deutsche Anwaltsauskunft erklärt, was das rechtlich für die Betroffenen bedeutet.

Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankhaus oder zu Hause ausgeführt werden soll: Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss und dem muss auch Folge geleistet werden. Wenn nicht, kann die Anordnung gerichtlich vollstreckt werden und Betroffene können von der Polizei abgeholt werden. Besteht die Gefahr, dass die Quarantäne-Station selbstständig verlassen wird, kann das Krankhaus den Betroffenen, mit einer richterlichen Anordnung, dort einschließen. Wer die Quarantäne zu Hause verlässt, kann mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist abhängig vom Gehalt des Betroffenen.

Bekommt der Arbeitnehmer, der in Quarantäne ist, weiterhin sein Gehalt?

„Ist eine Person tatsächlich krank und wird krankgeschrieben, gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, erklärt Rechtsanwältin Doris-Maria Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im deutschen Anwaltsverein (DAV). Sechs Wochen lang wird das Gehalt vom Arbeitsgeber fortgezahlt, danach hat der Erkrankte Anspruch auf Krankengeld. Diesen muss der Arbeitnehmer selbstständig beim zuständigen Gesundheitsamt geltend machen.

Ist die Quarantäne allerdings eine vorsorgliche Maßnahme, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG). Betroffene haben nach dem IfSG einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes, das auch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt würde. Das sind 70 Prozent des Bruttogehalts, aber höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Zusätzlich gilt eine Deckelung bei 109,38 Euro am Tag.

Wer kommt bei Selbstständigen für den Verdienstausfall auf?

Selbstständige und Freiberufler erhalten eine Entschädigung nach dem IfSG. Diese berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen, das dem Finanzamt gemeldet ist. Aber auch hier ändert sich die Lage nach sechs Wochen: Nun beträgt die Entschädigung die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Bei Verdacht einfach zu Hause bleiben geht allerdings nicht, sondern das Gesundheitsamt muss die Isolation angeordnet haben.

Betriebsschließung wegen des Corona-Virus: Bekommen die Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt?

„Im Falle einer angeordneten Betriebsschließung müssen Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, soweit das möglich ist.“, erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert vom DAV. Sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht gegeben, oder die Tätigkeit erlaubt ein Homeoffice nicht, besteht weiterhin ein Anspruch auf den Lohn. „Ohne weiteres darf der Arbeitgeber Beschäftigte nicht zum Homeoffice verpflichten“, warnt Arbeitsrechtsexperte Eckert. Im Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort in aller Regel festgelegt. Kommt das Homeoffice dort nicht vor, ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einseitig das Homeoffice anzuordnen.