Solarwirtschaft erlebt Boom

Die zu Jahresbeginn verbesserten Förderkonditionen für Solarwärme-Anlagen im Rahmen des neu aufgelegten Marktanreizprogramms (MAP) zeigen Wirkung.

Im ersten Halbjahr 2020 wurden insgesamt 26.991 Anträge gestellt, das sind mehr als 200 Prozent im Vergleich zum gesamten Jahr 2019. Im ersten Halbjahr 2019 wurden lediglich 8.700 Anträge gestellt. „Statt einer Corona-Delle erleben wir eine Investitionswelle. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die im kommenden Jahr erwartete Einführung eines jährlich steigenden CO₂-Prei­ses auf fossile Brennstoffe zeigen Wirkung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Solarkollektor-Hersteller haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Umsatzwachstum von rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erlebt. Besonders positive Zahlen wurden im Monat Juni geschrieben, in dem 40 Prozent mehr umgesetzt wurde als im Juni 2019. Auch die Geschäftslage hellt sich merklich auf. Seit 2005 wird vierteljährlich der BSW-Geschäftsklimaindex erhoben. Dieser kletterte nun auf den höchsten Stand seit mehr als 10 Jahren.

Förderprogramm wurde aufgestockt

Einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft co2online zufolge beabsichtigen 43 Prozent der Befragten bei einer Gebäudeinvestition eine Heizungssanierung. Aus diesem Grund wird auch weiterhin mit einer guten Auslastung der Mitgliedsunternehmen gerechnet. Zudem hat sich der Bundesverband mit Erfolg dafür eingesetzt, dass die Haushaltsmittel für das MAP-Förderprogramm im Zuge des 2. Nachtragshaushalts um weitere 300 Millionen Euro aufgestockt wurden. 

Prosuming – das Energiekonzept der Zukunft

Ein Prosument ist sowohl Produzent als auch Konsument von Solarstrom und nutzt so, dass Solarstrom unabhängig macht und gleichzeitig erneuerbar und günstig ist.

Besonders hohe Eigenverbrauchsquoten lassen sich erzeugen, wenn neben den Photovoltaikanlagen noch in einen Solarstromspeicher oder eine Ladesäule für Elektrofahrzeuge investiert wird. Erzeugt ein Prosument mehr Energie, als er selber verbraucht, wird dieses gegen eine Vergütung in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Zudem können Prosumenten dazu beitragen, die Stromnetze zu stabilisieren, indem sie Verbrauch und Erzeugung flexibel ausgleichen, die Spitzen der Solarstromproduktion in der Mittagszeit glätten und Blindleistungen zur Stabilisierung der Netzspannung liefern. Zusätzlich können Netzbetreiber am Netzanschlusspunkt der Prosumenten Informationen über die Erzeugungsanlage und lokale Netzzustandsdaten laden, die für den Netzbetrieb wichtig sind.

Solarenergie wird immer noch viel zu wenig eingesetzt

Wie neueste Zahlen des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW) zeigen, scheint dieses Wissen in der deutschen Bevölkerung Verbreitung zu finden, denn zwischen Februar 2019 und Januar 2020 ist die Zahl der Prosumenten um fast 100.000 gestiegen. Der Verband koordiniert ein Forschungsprojekt, das das Energiekonzept in acht EU-Ländern untersucht hat. Dazu wurde betrachtet, welche Modelle in den Ländern existieren, welche Barrieren es gibt und wie sie überwunden werden können. Trotz der steigenden Anzahl der Prosumenten stimmen die Experten aller Länder aber in einem Punkt überein: Das Potential der Dächer, die bisher noch nicht für die Solarstromerzeugung genutzt werden, ist sehr hoch.

ChangeLab! – Durch Zusammenarbeit etwas bewirken

Der Chemiekonzern Wacker unterstützt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen.

Das Förderprojekt „ChangeLab! Wacker/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainble Construction“ hat zum Ziel, Akteure der verschiedenen Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung zu vernetzen. Dazu richtet es sich neben Studenten der KIT auch an Architekten, Ingenieure und Bauexperten, die sich über neue Ideen und Denkansätze in den Bereichen Materialentwicklung und kreislaufgerechte Konstruktion informieren und austauschen möchten. Durch Veranstaltungen soll der Austausch zur Bioökonomie im Bauwesen vorangebracht werden. Als nächstes vorgesehen ist das Symposium „grow.build.repeat“ für den 3. und 4. Dezember 2020 an der KIT-Fakultät für Architektur. Im Mittelpunkt steht bei dieser Veranstaltung das Innovationspotential von regenerativen Baumaterialien und deren Konstruktionsprinzipien im Bauwesen.

Ein Zeichen setzen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien

„Auch in Coronazeiten hat das Thema Nachhaltigkeit für uns einen sehr hohen Stellenwert“, betont Peter Summo, Leiter des Geschäftsbereichs Wacker Polymers. „Wir wollen bewusst ein Zeichen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien im Bausektor setzen. Das Thema ist für uns von strategischer Bedeutung.“ Der Chemiekonzern beschäftigt sich bereits seit Jahren mit nachhaltigen Produkten, so nutzen sie beispielsweise biobasierte Essigsäure aus der Holzindustrie zur Herstellung von Bindemitteln für Innenwandfarbe. „Um solche nachhaltigen und innovativen Konzepte zu entwickeln, sind wir auch auf den Austausch mit den Fachleuten entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen“, betont Summo. „Die ChangeLab!-Plattform schafft für einen solchen Austausch zwischen allen Beteiligten ideale Bedingungen.”

Der Klimawandel muss ein zentrales Thema des alltäglichen Denkens werden

Projektpartner auf Seiten der KIT ist die Professur Nachhaltiges Bauen am Institut Entwerfen und Bautechnik der Architektur-Fakultät. Diese beschäftigt sich seit 2017 unter Leitung von Professor Dirk E. Hebel mit  nachhaltigen Materialressourcen und kreislaufbasierten Konstruktionsprinzipien in Forschung und Praxis. „Der Klimawandel und die Frage, wie wir in Zukunft mit immer knapper werdenden Ressourcen umgehen wollen, müssen zu zentralen Themen im alltäglichen Denken, Handeln und Bauen unserer Disziplin werden“, mahnt Prof. Hebel. „Dass wir Wacker für unsere ChangeLab!-Plattform gewinnen konnten, ist ein großer Gewinn für die Arbeit an unserer Fakultät und eine große Inspirationsquelle für alle, die sich mit der Zukunft des Bauens beschäftigen wollen“.

Deutscher Strom zur Hälfte aus erneuerbaren Energiequellen

Vorläufige Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Stromerzeugung im Vergleich zum Vorjahr ging in Deutschland um 16,7 Prozent zurück.

Somit wirkt sich die Corona-Krise auch auf den Strommarkt aus. Der Strombedarf im April ist im Vergleich zum Vorjahr um 16,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Kilowattstunden gesunken. Konventionelle Energieträger, wie zum Beispiel Kohle und Gas, verlieren dabei aber weiterhin an Bedeutung. So haben diese insgesamt 33,7 Prozent weniger zum Endergebnis beigetragen als im Vorjahr, während im gleichen Zeitraum 4,7 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen eingespeist wurde. Vor allem die Stromeinspeisung aus Kohle ging mit einem Minus von 53,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Der Anteil erneuerbarer Energien an der insgesamt eingespeisten Strommenge stieg im Vergleich von 44,2 im April 2019 auf 55,6 Prozent im April 2020. Die Windkraft hat mit einem Gesamtanteil von 24,2 Prozent somit die Nase vorn, Photovoltaik folgt mit 17,2 Prozent. Damit überholt letztere erstmals den Anteil von Kohlestrom, der im April 2020 nur einen Anteil von 16,9 Prozent erreichte.

Auch nach 2025 ist der Einbau einer Ölheizung noch möglich

Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) hat die wichtigsten Bestimmungen des beschlossenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zusammengefasst.

Unter anderem enthält dieses neue Bestimmungen für Häuser mit Ölheizung. So dürfen bestehende Ölheizungen weiter betrieben und modernisiert werden. „Es gibt kein Ölheizungsverbot, lediglich eine Zusammenführung bestehender und neuer Auflagen, die Eigentümer zu berücksichtigen haben“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Bis 2025 können bestehende Heizkessel auch ohne weitere Maßnahmen gegen moderne Öl-Brennwertgeräte ausgetauscht werden. Für Hausbesitzer in Baden-Württemberg gelten andere Regeln, nämlich die Vorgaben des landesspezifischen „Erneuerbare Wärmegesetzes” (EWärmeG). In Hamburg ist die Gültigkeit landeseigener Regelungen noch unklar.

Der Einsatz erneuerbarer Energien wird weiterhin gefördert

Nach 2025 dürfen Ölheizungen weiterhin eingebaut werden, insofern sie erneuerbare Energien wie Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen mit einbinden. Wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können, ist der Einbau einer Ölheizung alleine erlaubt. Wenn das Gebäude bereits mit erneuerbaren Energien versorgt wird, kann der Eigentümer jederzeit einen Kesseltausch durchführen. Der Einbau einer Öl-Hybridanlage wird auch weiterhin staatlich gefördert. 30 Prozent der Investitionskosten werden übernommen, wenn eine erneuerbare Komponente eingebaut wird. Auch gibt es immer wieder nichtstaatliche Förderaktionen, beispielsweise von Heizgeräteherstellern. Wenn keine Heizungsmodernisierung notwendig ist, können auch unabhängig davon erneuerbare Energien integriert werden.

Anlagen müssen nach 30 Jahren Laufzeit ausgetauscht werden

In Bezug auf die maximalen Betriebszeiten älterer Öl- und Gasheizungsanlagen gelten weiterhin die Bestimmungen der Energieeinsparungsverordnung (EnEV), sprich eine maximale Laufzeit von 30 Jahren. Bei Wohngebäuden mit maximal zwei Wohnungen, von denen eine am 1. Februar 2002 durch den Eigentümer selbst bewohnt wurde, greifen die Austauschpflichten für 30 Jahre alte Heizkessel nur im Falle eines Eigentümerwechsels. Heizgeräte mit Niedrigtemperatur- oder Brennwerttechnik sind auch von der Pflicht ausgenommen. Allerdings sollten Eigentümer, deren Heizung in die Jahre gekommen ist, aus Kosten- und Umweltgründen dennoch über eine Modernisierung nachdenken. 

40 Gigawatt bis 2040 aus Offshore-Windanlagen

Das Kabinett hat am 3. Juni eine Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes beschlossen, das erstmals langfristige und ambitionierte Ziele festlegt.

Der Kern des von Bundeswirtschaftsminister Altmaier vorgelegten Gesetzesentwurfs ist eine deutliche Erhöhung des Ausbauziels bis 2030 auf 20 Gigawatt. Zudem wird erstmals ein ambitioniertes und langfristiges Ausbauziel festgelegt: 40 Gigawatt bis 2040. Die Umsetzung dieses Ziels verlangt Koordinierung und die gute Verzahnung verschiedener Prozesse und schafft Voraussetzungen dafür, dass unter anderem die Verwaltungsverfahren gestrafft und beschleunigt werden. Mit der Verabschiedung des Gesetzes setzt die Bundesregierung bereits eine zentrale Aufgabe um, die in der Offshore-Vereinbarung „Mehr Strom vom Meer“ zwischen Bund, Ländern und Netzbetreibern vereinbart wurde. Das Gesetz soll künftig auch Regeln festlegen, wie die Vergabe zur Nutzung der Bereiche zur sonstigen Energiegewinnung aussehen soll.

Bundeswirtschaftsminister Altmaier: „Der heute vorgelegte Entwurf des Windenergie-auf-See-Gesetzes ist ein Meilenstein für die Offshore-Windenergie in Deutschland. Mit 20 Gigawatt in 2030 wird die Offshore-Windenergie ganz wesentlich dazu beitragen, dass wir im Jahr 2030 einen Anteil erneuerbarer Energien von 65 Prozent am Bruttostromverbrauch erreichen. Erstmals haben wir auch ein Ziel für 2040 festgelegt, das allen Akteuren eine langfristige Planung ermöglicht und der Offshore-Windenergie einen verlässlichen Rahmen bietet. Das bietet große wirtschaftliche Chancen und sichert in den Küstenländern und im Binnenland Wertschöpfung und Beschäftigung.“

Grüner Beton

Im Sommer 2021 wird das weltweit erste Gebäude stehen, das vollständig aus dem innovativen und umweltfreundlichen Carbonbeton hergestellt wurde.

Im Vergleich zu Stahlbeton soll man mit Carbonbeton bis zu 80 Prozent Material einsparen und den Ausstoß von CO2 um bis zu 50 Prozent reduzieren. Zudem hat das Material eine Lebensdauer von 200 Jahren und dadurch, dass der Anteil der Carbon-Bewehrungen an der gesamten Bauteilmasse bei weniger als drei Prozent liegt, werden die Konstruktionen flexibler in der Formgebung und benötigen weniger Ressourcen. Allerdings findet Carbonbeton bisher in der Praxis wenig Anwendung. Dies möchte Deutschlands größtes Bauforschungsprojekt „C3 – Carbon Concrete Composite” ändern. Über 160 Partner haben sich unter diesem Namen zusammengeschlossen, um den Verbundwerkstoff auf dem Markt zu etablieren. Dazu gehören unter anderem die TU Dresden sowie die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig).

CUBE – Das weltweit erste Gebäude aus Carbonbeton

Dazu haben sie in diesem Juni den Grundstein für das weltweit erste vollständig aus Carbonbeton hergestellte Gebäude gelegt. Die Grundsteinlegung des Projektes CUBE musste auf Grund der Corona-Pandemie ohne direkte Beteiligung von Vertretern aus Wirtschaft und Politik stattfinden, allerdings haben unter anderem der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert Videobotschaften übersandt. Ende 2020 soll der Rohbau stehen, der Innenausbau wird vermutliche im Frühjahr 2021 abgeschlossen und die Fertigstellung der Außenanlage folgt bis zu Beginn des Sommers 2021. Auf einer Gesamtfläche von ungefähr 220 Quadratmetern werden sich Präsentationsraum für etwa 20 Personen, Labor-, Test- und Technikräume, sowie sanitäre Einrichtungen befinden. Das Gebäude soll einerseits als Repräsentationsstätte der Carbonbeton-Bauweise dienen, andererseits Flächen für Ausstellungsobjekte, Möbel und Präsentationen bereithalten.

„Greta-Effekt” ist schon wieder Schnee von gestern

Die Corona-Krise wird mit großem Abstand als wichtigste Entwicklung für 2020/2021 eingeschätzt. Das Interesse für die Umwelt nimmt signifikant ab.

Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer Trend-Umfrage in der Baubranche, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Bauinfoconsult. Demnach betrachten 63 Prozent der 600 befragten Architekten, Bauunternehmer, Maler, Trockenbauer und SHK-Installateure die Corona-Krise als eines der Top-drei-Themen in diesem Jahr. Die Umfrage wurde mitten im Lockdown durchgeführt, dementsprechend ernüchternd fielen die Umsatzerwartungen aus. Nur 16 Prozent rechnen mit steigenden Umsätzen für 2020 und 15 Prozent rechnen mit einem Rückgang um mehr als fünf Prozent. Allerdings erwartet fast die Hälfte, das Vorjahresniveau halten zu können. Die Branche profitiert stark davon, dass die Arbeit auf den Baustellen auch während des Lockdowns verhältnismäßig reibungslos fortgesetzt werden konnte und auch die hohen Auftragsbestände aus der Zeit vor Corona stellen einen wichtigen Puffer dar. Die Auftragseinbußen sind für diejenigen Unternehmen stärker, deren Arbeit zu großen Teilen private Modernisierungsaufträge sind, wie zum Beispiel Maler und Trockenbauer. Grundsätzlich schaut die Baubranche erstaunlich gelassen auf die wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Krise. Nur jeder Zehnte geht davon aus, dass bis Ende 2021 dauerhaft konjunkturelle Unsicherheiten zu spüren sein werden.

Greta-Effekt lässt nach

Das Thema Umweltschutz war im vergangen Jahr das Top-Thema in allen Lebensbereichen. Die Grünen lagen in Umfragen teilweise vor der Union, Schüler und Studenten sind auf die Straße gegangen und auch in der Bauwirtschaft wurde diskutiert, was die besten und effizientesten Möglichkeiten für Energieeinsparung und Energieeffizienz sind. In der aktuellen Umfrage zählen allerdings nur noch neun Prozent dieses Thema zu den drei wichtigsten Entwicklungen für 2020/2021. Im vergangenen Jahr lag es noch auf Platz zwei, dort finden wir jetzt den Fachkräftemangel. Doch kann auch dies als Indiz dafür gewertet werden, wie gut die Baubranche der Krise standhält, denn wer Fachkräfte sucht, hat vermutlich auch ausreichend Aufträge, um diese zu beschäftigen. Das als drittwichtigstes bewertetes Thema sind die steigenden Baupreise.

Daten speziell für den Gewerbebau

Diese zeigen die relativ gute Ausgangslage. Die Neuaufträge sind seit dem Tiefpunkt im März wieder deutlich gestiegen, bereits im April um 3,9 Prozent. Um den wirtschaftlichen Schaden der Krise so gering wie möglich zu halten, wurden die Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht. Davon profitiert vor allem das Bürosegment, aber auch der Fabrik- und Lagerhallenbau.

Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

So heizen die Deutschen

Obwohl konventionelle Energien immer günstiger geworden sind, erfreuen sich erneuerbare Quellen zunehmender Beliebtheit für das Heizen im Neubau.

Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Der Anteil erneuerbarer Energien an Heizquellen steigt kontinuierlich. 2017 wurden 64,4 Prozent der neu gebauten Wohngebäude ganz oder teilweise mit erneuerbaren Energien beheizt, 2018 waren es bereits 66,6 Prozent und 2019 sogar 67 Prozent. Dazu gehören Geothermie, Umweltthermie, Solarthermie, Holz, Biogas und Biomethan. 2019 wurden 47,7 Prozent der neuen Wohnhäuser primär aus erneuerbaren Energiequellen beheizt, sprich 108.1000 Immobilien. Wärmepumpen wurden dabei am häufigsten eingesetzt, nämlich in 42,7 Prozent der Wohngebäude.  Wurde eine sekundäre Energiequelle eingesetzt wurde sich vor allem für Solarthermie (15,2 Prozent) und Holz (13,8 Prozent) entschieden.

Konventionelles Heizen ist indessen immer günstiger geworden.

Berechnungen des Vergleichsportals Check24 haben ergeben, dass der durchschnittliche Gaspreis zwischen Januar und Juni 2020 um drei Prozent gesunken ist. Rechnet man mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden, wurden dadurch 42 Euro eingespart.   Laut dem Vergleichsportal Verivox fiel der Durchschnittspreis seit Jahresbeginn sogar um 5,8 Prozent. Zwar finden sich immer noch viele Abnehmer für Gas und es heizt 41,9 Prozent der Neubauten, allerdings sinkt der Anteil seit Jahren: 2018 waren es noch 47,4 Prozent und 2017 47,7 Prozent. Die drei übrigen konventionellen Energien – Öl, Strom und Fernwärme – erreichen nach Angaben des Bundesamtes einen Anteil von 15,4 Prozent, was einen leichten Anstieg gegenüber 2018 bedeutet. Am günstigsten kommen diejenigen Haushalte weg, die mit Öl heizen. Der Preis für 100 Liter Heizöl (bei Abnahme von 3.000 Litern inklu­sive Mehr­wert­steuer) liegt gegen­wärtig im bun­des­weiten Durch­schnitt mit rund 48 Euro etwa 23 Euro nied­riger als Anfang 2020. Heizölkunden hatten deswegen im Frühjahr viel geordert und im Herbst dürfte die Nachfrage noch einmal steigen, weil die Ölkosten durch den CO2-Preis steigen werden. Auch für Gaskunden wir der CO2-Preis ab 2021 schrittweise verteuert.