Architekturpreis „Gebäudeintegrierte Solartechnik 2020“

Solarenergie ist auf dem Weg zur Klimaneutralität entscheidend. Beispiele gelungener Integration von Solartechnik in das Gebäude werden honoriert.

Es ist wünschens- und erstrebenswert, dass Architekten in ihrer Beratung und ihrem Handeln die Sensibilität für die Verbindung von Gebäude- und Solartechnik steigern, um regenerativer Energie zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen. Aus diesem Grund lobt der Solarenergieförderverein Bayern (SeV) zum achten Mal den „Architekturpreis gebäudeintegrierte Solartechnik“ aus.

Alle Architekten, Eigentümer beziehungsweise Betreiber und Solartechnik-Unternehmen weltweit von mindestens einer Solaranlage, die wesentlich Bestandteil des Gebäudes ist, sind teilnahmeberechtigt. Die Inbetriebnahme muss zwischen dem 1.1.2017 und dem 30.6.2020 stattgefunden haben. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2020. Der 1. Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zudem werden weitere Anerkennungspreise von einem Gesamtwert von 10.000 Euro vergeben und 2.000 Euro werden für eine studentische Arbeit bereitgestellt. Die Teilnahmeunterlagen sind unter www.sev-bayern.de einzusehen und zu downloaden oder können beim SeV angefordert werden.

Forschung: Klimaneutrales Gebäude

Bis 2050 sollen in Deutschland alle Gebäude „klimaneutral“ sein. Noch sind wir besonders bei Heizungen und Wärmeversorgung weit davon entfernt.

An der Universität Paderborn wird deswegen an einem System geforscht, das Gebäude gleichzeitig mit Strom, Wärme, Kälte und Frischluft versorgt. Dabei soll es energieeffizient sein und ausschließlich auf regenerative Energie setzen. Der zentrale Bestandteil dabei ist ein photovoltaisch-thermischer Kollektor, der auf Dächern oder an Fassaden installiert werden kann. Mit diesem soll mittels Solarstrom, solarer Wärme und Umweltkälte Strom, Wärme und Kälte erzeugt werden. „Tagsüber wandelt das System Sonnenenergie in Strom und Wärme um und nachts nutzt es Umweltkälte – im Wesentlichen durch Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel“, erläutert Gerrit Sonnenrein das System, Geschäftsführer des „Kompetenzzentrums für Nachhaltige Energietechnik“ (KET) der Universität Paderborn. Durch eine Wärmepumpe soll die Temperatur im Gebäude reguliert werden können. Die Fehlzeiten zwischen Energieerzeugung und -bedarf sollen durch Wärme- und Kältespeicher überbrückt werden und auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört zum System. Die Wissenschaftler hoffen, die regenerative Lücke so verkleinern zu können, die dadurch entsteht, dass Strom bereits viel aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird, Heizungen oder Warmwasserversorgungen allerdings noch überwiegend furch Erdgas und -öl betrieben werden.

Einfache Bedienung

Das gesamte Versorgungssystem soll über eine zentrale Steuereinheit bedienbar sein. Diese soll Bedienung, Regelung, Monitoring, Visualisierung und Energiemanagement enthalten und auch ein Wettervorhersagemodell soll integriert werden. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt und wird vom Bundeministerium für Wirtschaft und Energie mit rund drei Millionen Euro finanziert.

Einzelfeuerstätten – Planungshilfe für Architekten

Kamine und Öfen sind im Trend, aber ihre Planung ist anspruchsvoll. Die VdZ hat eine Broschüre veröffentlicht, um den Planungsprozess zu unterstützen.

Das Heizen mit Holz liegt Im Trend, es ist klimaneutral, komfortabel und ermöglicht ein gesundes Wohnklima. Doch die hohen Anforderungen, die ein modernes Gebäude an Feuerstätten stellt und die immer ausdifferenzierte Technik, sorgen bei Architekten und Planern zum Teil für Unsicherheit. Diese soll durch eine neue VdZ-Broschüre „Einzelfeuerstätten“ genommen werden, indem sie bei der Planung modernen Kamine und Öfen bestmöglich unterstützt.

In nur fünf Schritten zum Design-Feuer

Das erste Kapitel befasst sich mit dem Wärmebedarf. Besonders in Neubauten und gut sanierten Häusern muss dieser entsprechend angepasst sein. Daraufhin wird das Zusammenspiel von Feuerstätten und Lüftungsanlagen betrachtet. Wie soll die Verbrennungsluftversorgung erfolgen? Das Kernthema des dritten Kapitels ist der Schornstein. Hier wird sich unter anderem mit der Frage befasst, wie dieser dimensioniert und abgestimmt werden muss, damit er mit der Feuerstätte funktioniert. Das vierte Kapitel klärt die elektronischen Bedienungskonzepte zur optimalen Steuerung des Kamins, denn um sein Potential voll auszuschöpfen, muss er richtig bedient werden. Zuletzt geht es um die Einbindung der Einzelfeuerstätte in eine Zentralheizung. Ob in Kombination mit einer Wärmepumpe oder mit Solarthermie, eine moderne Feuerstätte mit Wassertasche kann als Teil einer Hybridheizung eingesetzt werden. Auf diese Weise können erneuerbare Energien in die Versorgung des Gebäudes eingebunden werden. 

Durch eine Tabelle zur Auswahlvielfalt der Ofenarten wird abgebildet, was mögliche Vor- und Nachteile der einzelnen Ofenarten sind und welche Ausbaumöglichkeiten es gibt. Die Broschüre steht online kostenlos zur Verfügung, oder kann gegen einen Einzelpreis von einem Euro, zuzüglich der Versandkosten, bei der VdZ bestellt werden.

Gebäudedämmung aus Altpapier

Die Firma Climacell kann Cellulose-Dämmstoffe aus recyceltem und überprüftem Zeitungspapier herstellen. Bei der Herstellung wird mehr C02 eingespart als aufgewendet wird.

So hat es sich das Unternehmen zur Aufgabe gemacht, umweltfreundliche Materialien für ihre Produkte zu verwenden, um so das Klima zu schonen und CO2-Ausstöße zu senken. Cellulose soll für diese Zwecke mit am besten geeignet sein. Laut der VDI ZRE Publikation „Kurzanalyse Nr. 7, 2014“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchgeführt wurde, ist der Energiebedarf bei der Herstellung von losen Zellulosefasern im Vergleich zu anderen Dämmstoffen „mit Abstand am geringsten“. „Bezogen auf die Nutzungsdauer wird bei einer Dämmung aus Cellulose wesentlich mehr Energie eingespart als für Herstellung, Transport und Entsorgung eingesetzt wird“, sagt Marcel Bailey, Geschäftsführer von Climacell. Das Unternehmen produziert zudem bereits seit Längerem ausschließlich grünen Strom aus Wasserkraft.

Cellulose wird aus Altpapier hergestellt

Für die Produktion der Cellulose wird ausschließlich geprüftes Altpapier verwendet. Letztlich benutze man wiederverwendetes Holz. Laut Bailey halte man so die Belastung des Klimas und den Verbrauch von wertvollen Ressourcen im Vergleich zu synthetischen Werkstoffen vergleichsweise am geringsten. Zudem besitzt Cellulose in der Herstellung eine positive C02-Bilanz: „Es wird mehr CO2 eingespart als bei der Herstellung aufgewendet wird, denn während des Pflanzenwachstums wird der Atmosphäre CO2 entzogen, das über die gesamte Nutzungsdauer im Dämmstoff gespeichert bleibt“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens. Die Fasern lassen sich außerdem auch bei Rückbau oder Modernisierungsarbeiten einsetzen. Cellulose eignet sich nicht nur für die Dämmung von Innen- und Außenwänden, sondern auch für Dach und Boden. „Durch das Einblasen des losen Dämmstoffs ist ein fugenloses Dämmen möglich“, so Bailey. „Wärmebrücken durch Lücken oder Fugen können so erst gar nicht entstehen.“ Auch wirkt sich die vollständige Hohlraumfüllung positiv auf den Schallschutz aus. Das Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Der „Öko-Dämmstoff“ habe sich durch seine guten bauphysikalischen Eigenschaften bereits als feste Größe auf dem europäischen Markt etabliert. Der Allrounder empfehle sich für viele private und industrielle Einsatzzwecke, so der Hersteller.

Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Corona-Quarantäne

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern wird oft Quarantäne angeordnet. Die Deutsche Anwaltsauskunft erklärt, was das rechtlich für die Betroffenen bedeutet.

Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankhaus oder zu Hause ausgeführt werden soll: Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss und dem muss auch Folge geleistet werden. Wenn nicht, kann die Anordnung gerichtlich vollstreckt werden und Betroffene können von der Polizei abgeholt werden. Besteht die Gefahr, dass die Quarantäne-Station selbstständig verlassen wird, kann das Krankhaus den Betroffenen, mit einer richterlichen Anordnung, dort einschließen. Wer die Quarantäne zu Hause verlässt, kann mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist abhängig vom Gehalt des Betroffenen.

Bekommt der Arbeitnehmer, der in Quarantäne ist, weiterhin sein Gehalt?

„Ist eine Person tatsächlich krank und wird krankgeschrieben, gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, erklärt Rechtsanwältin Doris-Maria Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im deutschen Anwaltsverein (DAV). Sechs Wochen lang wird das Gehalt vom Arbeitsgeber fortgezahlt, danach hat der Erkrankte Anspruch auf Krankengeld. Diesen muss der Arbeitnehmer selbstständig beim zuständigen Gesundheitsamt geltend machen.

Ist die Quarantäne allerdings eine vorsorgliche Maßnahme, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG). Betroffene haben nach dem IfSG einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes, das auch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt würde. Das sind 70 Prozent des Bruttogehalts, aber höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Zusätzlich gilt eine Deckelung bei 109,38 Euro am Tag.

Wer kommt bei Selbstständigen für den Verdienstausfall auf?

Selbstständige und Freiberufler erhalten eine Entschädigung nach dem IfSG. Diese berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen, das dem Finanzamt gemeldet ist. Aber auch hier ändert sich die Lage nach sechs Wochen: Nun beträgt die Entschädigung die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Bei Verdacht einfach zu Hause bleiben geht allerdings nicht, sondern das Gesundheitsamt muss die Isolation angeordnet haben.

Betriebsschließung wegen des Corona-Virus: Bekommen die Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt?

„Im Falle einer angeordneten Betriebsschließung müssen Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, soweit das möglich ist.“, erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert vom DAV. Sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht gegeben, oder die Tätigkeit erlaubt ein Homeoffice nicht, besteht weiterhin ein Anspruch auf den Lohn. „Ohne weiteres darf der Arbeitgeber Beschäftigte nicht zum Homeoffice verpflichten“, warnt Arbeitsrechtsexperte Eckert. Im Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort in aller Regel festgelegt. Kommt das Homeoffice dort nicht vor, ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einseitig das Homeoffice anzuordnen.

CO2-Preissteigerungen entgegenwirken

Die ab 2021 jährlich steigenden CO2-Preise in Verbindung mit Öl- und Erdgas-Heizkosten werden teuer. Verbraucher können daraus aber auch einen Vorteil ziehen.

So können Solarthermie-Anlagen Abhilfe schaffen, wenn es um steigende Kosten geht. Die neuen Anlagen können mit nahezu jedem anderen Heizsystem kombiniert und auch nachgerüstet werden. Mehr als 2 Millionen Haushalte nutzen derzeit laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) Solarwärme zur Warmwasser- und Raumwärmebereitstellung. Seit Anfang des Jahres werden Vorhaben mit dieser Heiztechnik auch ordentlich vom Staat gefördert: Das Marktreizprogramm (MAP) unterstützt den Austausch mit Solarheizungen mit bis zu 45 Prozent. Das passiert entweder in Form eines Direktzuschusses, einer zinsgünstigen Kreditvariante oder auch durch steuerliche Förderung. Die Kosten für die Anschaffung und der Einbau einer Solarthermieanlage oder eines hybriden Heizsystems aus Gasbrennwertkessel und Solarkollektoren ließen sich dabei auf die Einkommenssteuer anrechnen. Mittels Steuererklärung kann man so 20 Prozent der Investitionssumme ganz einfach zurückerhalten. Zu den förderfähigen Kosten gehören dabei nicht nur die Kosten der Solaranlage und des passenden Wärmespeichers, sondern auch der Einbau und die Inbetriebnahme. Für den Abbau, die Entsorgung des Öltanks oder die Optimierung des Heizsystems durch den Einbau moderner Flächenheizkörper gelten ebenfalls neue Förderungsansätze. Zuschüsse für Solarheizungen müssen allerdings immer vor Auftragsvergabe beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Die für die Förderung über die Einkommenssteuer nötige Bescheinigung stellt der Solarthermie-Fachbetrieb über das Finanzamt aus.

Frankreich setzt auf nachhaltigen Holzbau

Frankreich setzt radikal auf Nachhaltigkeit: Ab 2022 müssen alle öffentlichen Neubauten mindestens zu 50 Prozent aus Holz oder anderen nachhaltigen Materialien bestehen.

Als Vorzeigeprojekt für dieses Vorhaben fungieren die geplanten Bauten für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Denn die Anforderungen an die Nachhaltigkeit sind hoch. Das geht aus einem Bericht auf dem Newsportal GCR hervor. So sollen beispielsweise Gebäude mit mehr als acht Stockwerken vollständig aus Holz bestehen. „Wenn es für die Olympischen Spiele möglich ist, sollte dies auch für andere Bauten der Fall sein“, sagt Wohnungsminister Julien Denormandie. „Ich fordere alle öffentlichen Stellen, die die Entwicklung verwalten, auf, ihre Gebäude aus Material zu errichten, das zu mindestens 50 Prozent aus Holz oder anderem Material aus biologischem Anbau besteht.“ Die Nachhaltigkeitspläne erstrecken sich allerdings nicht nur über den Holzbau. Auch soll Paris rund 100 Urbane Farmen erhalten, die ersten 30 Projekte sollen bereits diesen Sommer feststehen. Hierzu sagt der Wohnungsminister: „Als Vater ziehe ich es vor, dass das, was auf den Tellern meiner Kinder landet, aus der Region stammt, anstatt vorher mit dem Flugzeug importiert zu werden.“ Des Weiteren sollen 90 Öko-Quartiere entstehen, die Organisation hierbei übernimmt die neugegründete Nachhaltigkeitsorganisation „France Ville Durable“.

Die Ladesäulenpflicht kommt

Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) sieht vor, dass Deutschland im Neubau, bei der Sanierung und im Bestand die Ladeinfrastruktur aufbaut.

Der Plan innerhalb des „Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität“ – kurz Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) – sieht vor, dass die EU-Vorgaben 1:1 in nationales Recht umgesetzt werden. Genauere Vorgaben dazu, wo und wann Lademöglichkeiten gebaut werden müssen und was sie erfüllen müssen, werden folgen. Konkret sieht das Gesetz vor, dass bei Neubau oder „größerer Renovierung“ von Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen künftig jeder Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten ist. Bei Nichtwohngebäuden gilt das für jeden fünften Stellplatz. Zusätzlich ist in Nichtwohngebäuden mindestens ein Ladepunkt zu errichten. Jedes Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen ist bis zum 1. Januar 2025 zudem mit einem oder mehr Ladepunkten auszustatten. Ausnahmen gelten ausschließlich für Gebäude, die sich im Eigentum von kleinen und mittelständischen Unternehmen befinden und auch von ihnen genutzt werden.

Kritik für den Gesetzentwurf

Seitens des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer (DgW) gibt es einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge für den Entwurf. So führe das ganze Vorhaben beispielsweise zur Erhöhung der Wohnkosten, wenn die E-Mobilität aus der Wohnraumvermietung finanziert werden soll. Der Verband fordert für diesen Fall Refinanzierungsmöglichkeiten aus der Ladeinfrastruktur und den Verkauf von Ladestrom. Auch hätten die Abstellflächen zum Laden von E-Fahrzeugen überwiegend nicht 1:1 die gleiche Fläche wie bereits vorhandene Stellplätze. Es müssten also möglicherweise neue Stellflächen geplant werden. Eigentümer befürchten außerdem zusätzliche bürokratische und finanzielle Anforderungen, die im aktuellen Entwurf über die Vorgaben der EU-Richtlinie hinausgehen.

Initiative Wohnen will nicht mehr reden, sondern handeln

Ganze 24 Unternehmen trafen sich in Berlin, um eine Initiative zu gründen, die endlich das Ziel umsetzen soll, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.

„Wir wollen nicht mehr über den Klimawandel reden. Wir wollen handeln.“ – So lautet das Motto der Unternehmen der Wohnungswirtschaften, die sich am 28. Januar zur Gründung der Initiative Wohnen.2050 (IW2050) trafen. Initiiert wurde der bundesweite Zusammenschluss von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. Der Zusammenschluss hat ein klimapolitisches Bündnis zum Ziel, welches neben der strategischen Kooperation und einem fachlichen Abgleich insbesondere auch wirtschaftliche und finanzielle Belange zur Erreichung der Vorgaben im Blickfeld hat. Schon am Gründungstag vertraten die anwesenden Unternehmen immerhin rund 1.050.000 Wohneinheiten und sechs der zehn größten deutschen Wohnungs-Unternehmen innerhalb des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alex Gedaschko, dem Präsidenten des GdW: „Für die Wohnungswirtschaft ist Klimaschutz eines der vordringlichsten Themen – und alle Beteiligten leisten seit langem einen kontinuierlichen Beitrag. Um das Zwei-Grad-Ziel und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, gilt es den Einsatz noch einmal deutlich zu erhöhen. Die Situation erfordert nicht nur Engagement, sondern Transformation“, erklärte Gedaschko.

Know-how der gesamten Branche wird geteilt

Die Lösungen für vorher gesammelte Probleme werden mit dem gesammelten Know-how der Unternehmen erarbeitet und diskutiert. So sollen auch kleinere Unternehmen die Chance erhalten, sich einzubringen und ihren Standpunkt klarzumachen. „Wir stehen vor der wohl größten Jahrhundertaufgabe unserer Zeit. Deswegen war für uns klar, dass wir eine Brancheninitiative brauchen, um dieser Herausforderung gemeinsam und partnerschaftlich zu begegnen“, so Dr. Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt und Vorstand der IW2050, über das Klimaschutz-Engagement. Die vier Hauptziele der Initiative sind neben der einheitlichen Positionierung, um finanzielle Unterstützung für die Klimaziele im Wohnungsbereich einzuwerben unter anderem auch, das Wissen aller Mitglieder für alle zugänglich zu machen und so mit einem reduzierten Ressourcenaufwand zeitnah Lösungen zu entwickeln. Außerdem sollen die Vorreiterrolle und das Klimaschutzengagement der Branche öffentlich gemacht werden. Zu guter Letzt sollen die Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen motiviert, befähigt und aktiviert werden, um zur Klimazielerreichung beizutragen. Auch soll das Thema den Kunden möglichst nahe gebracht werden.

Betriebsverbot für Ölheizungen wird verschärft

Der Bundesrat plant, das beabsichtigte Betriebsverbot für Ölheizungen nun auch auf Heizkessel auszuweiten, die mit festen fossilen Brennstoffen betrieben werden.

Grund dafür ist die hohe Treibhausgasbelastung beim Verbrennen der Stoffe. Das geht aus einer Stellungnahme vom 20. Dezember 2019 der 984. Sitzung zu dem geplanten Gebäudeenergiegesetz (GEG) hervor. Die Länder fordern, dass der Wärmesektor auch für synthetische Energieträger geöffnet wird. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, müssten alle Technologien zum Einsatz kommen. Des Weiteren hat der Bundesrat vor, Grubengas aus dem stillgelegten Steinkohlebergbau den erneuerbaren Energien gleichzusetzen. Das Gas könne ökologisch sinnvoll verwertet werden. Unter anderem bei der Durchführung der Energieberatung und den Angaben im Energieausweis schlägt der Bundesrat praktikablere Lösungen vor, verschärfen will er dahingegen die Stichprobenprüfungen von Klimaanlagen.

Austauschprämie für Ölheizungen

Das geplante Gebäudeenergiegesetz ist Teil des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung. Mit dem Gesetz ist ab 2026 ein Einbauverbot für Ölheizungen verbindlich und Gas- und Ölheizungen, die seit 1991 eingebaut oder aufgestellt wurden, dürfen nur 30 Jahre lang betrieben werden. Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Modell ersetzen will, kann künftig auf eine Austauschprämie (bis zu 45 Prozent) bauen. Die novellierte Richtlinie des Marktanreizprogramms (MAP) „Wärme aus erneuerbaren Energien“ sieht neben der Austauschprämie für Ölheizungen auch noch weitere Verbesserungen vor. So sollen auch energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen, die keine alten Ölheizungen ersetzen, finanziell bezuschusst werden. Das bedeutet 35 Prozent Zuschuss für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 Prozent für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mindestens 25 Prozent und außerdem 20 Prozent Zuschuss für Gas-Brennwertheizungen, die auf die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind.

„Mit der ‚Austauschprämie für Ölheizungen‘ fördern wir zukunftsfähige Investitionen mit bis zu 45 Prozent der Investitionskosten“, sagt der Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Torsten Safarik, und ergänzt: „Ab Januar 2020 können Bürgerinnen und Bürger die Austauschprämie beantragen. Der Umstieg auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien wird somit deutlich attraktiver.“ Die Investitionszuschüsse für energieeffiziente und klimafreundliche Heizungen können beim BAFA beantragt werden. Die Stellungnahme zum Thema wurde vom Bundesrat bereits an die Bundesregierung weitergeleitet. Sobald sie sich dazu geäußert hat, leitet sie sie einschließlich ihrer Gegenäußerung zur Beratung an den Bundestag weiter.