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2018: Weniger Kohle – mehr Erneuerbare

Erneuerbare Energien wechseln auf die Überholspur: 2018 ist die Stromerzeugung aus Kohle zurückgegangen, während die Erneuerbaren Energien weiter auf Wachstumskurs sind.

Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) stieg der Beitrag der regenerativen Energien zum Erzeugungsmix 2018 auf insgesamt 35 Prozent (2017: 33 Prozent). Der Anteil des in Stein- und Braunkohlekraftwerken erzeugten Stroms hingegen sank auf 35 Prozent (2017: 37 Prozent). Damit ziehen die Erneuerbaren mit der Kohleverstromung gleich und wechseln mit Blick auf den weiteren regenerativen Zubau auf die Überholspur. Der Einsatz von Erdgas entspricht dem Vorjahreswert: Knapp 13 Prozent des erzeugten Stroms stammt aus Gaskraftwerken (2017: 13 Prozent). Kernenergie steuerte nahezu unverändert knapp 12 Prozent bei, sonstige Anlagen (u.a. Pumpspeicher- und Heizölkraftwerke) wie im Vorjahr 5 Prozent.

Energiewirtschaft auf Klima-Kurs

Der Rückgang der konventionellen Erzeugung führte 2018 wie in den Vorjahren erneut zu sinkenden Treibhausgas-Emissionen: In diesem Jahr sank der Ausstoß von CO2 gegenüber dem Vorjahr um ca. 11 Millionen Tonnen. „Damit bleibt die Energiewirtschaft auf dem Zielpfad einer Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent bis 2020 – im Gegensatz zu anderen Sektoren“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, heute in Berlin. „Die beschleunigte Verlagerung der Stromerzeugung aus CO2-intensiven hin zu CO2-armen und nahezu CO2-freien Energieträgern ist in vollem Gang. Die Energiewirtschaft ist mit Blick auf die Energie- und Klimaziele eindeutig auf Kurs.“

Mit Sorge blickte Kapferer auf die von der Bundesregierung veranlasste Verschiebung des Endberichts der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“: „Diese Verschiebung darf nicht dazu führen, dass die Kommission und ihre Arbeit bis zum neuen Abschlussdatum Anfang Februar 2019 in Frage gestellt und zerredet wird. Mit diesem Gremium besteht die vermutlich einmalige Chance auf einen breiten energiepolitischen Konsens mit Blick auf Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit sowie der Vermeidung von Strukturbrüchen in den betroffenen Regionen. Im energiewirtschaftlichen Bereich der Kommission waren wir auf einem guten Weg in Richtung eines tragfähigen Kompromisses. Das darf nicht leichtfertig verspielt werden.“

Netzausbau vorantreiben

Kapferer forderte zudem mehr Tempo beim Erneuerbaren-Ausbau: „Wir brauchen zügig Sonderausschreibungen für Wind offshore – hier wird bisher Potenzial verschenkt. Zudem brauchen wir Planungs- und Investitionssicherheit für Wind onshore-Projekte. Darüber hinaus muss die Förderung der Akzeptanz für Windkraftprojekte und des dringend notwendigen Netzausbaus ganz oben auf der energiepolitischen Agenda stehen.“

Kapferer sprach sich zudem erneut für eine CO2-Bepreisung in den Sektoren aus, die nicht dem europäischen Emissionshandel unterliegen: „Es ist höchste Zeit, dem CO2-Ausstoß auch in den Sektoren Verkehr und Wärme einen Preis zu geben. Außerdem sollte die Stromsteuer gesenkt werden, damit regenerativ erzeugter Strom attraktiver für den Mobilitäts- und Wärmesektor wird. Und wir brauchen endlich eine steuerliche Abschreibung für energetische Gebäudesanierungen, um das gewaltige CO2-Einsparpotenzial im Wärmemarkt zu heben.“

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KIWUH nimmt seine Arbeit auf

Das bundesweit agierende Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) hat am 1. Januar 2019 erstmals seine Arbeit aufgenommen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat zu Jahresbeginn den Startschuss für das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) unter dem Dach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gegeben.

„Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum bündeln wir wichtige Aufgaben und Kompetenzen im Bereich Wald und Holz an einem Standort. Gleichzeitig schaffen wir weitere hochqualifizierte Arbeitsplätze im ländlichen Raum in den neuen Bundesländern“, erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, anlässlich der Eröffnung des KIWUH.

Das Kompetenzzentrum wird im Auftrag des BMEL die FNR als Projektträger für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützen. Zudem obliegt dem KIWUH die Fach- und Verbraucherinformation rund um die Themen Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und Holzverwendung und deren Beitrag zum Klimaschutz.

Weniger CO2 durch Waldklimafonds

Eine zweite wichtige Fördersäule, die im KIWUH neu angesiedelt wird, ist die Projektträgerschaft der FNR für den von BMEL und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gemeinsam gesteuerten Waldklimafonds. Dieser 2013 eingerichtete Fonds ist der spezifischen Förderung von Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz gewidmet.

Das Kompetenz- und Informationszentrum ist mit insgesamt 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Abteilung innerhalb der FNR mit Sitz im mecklenburgischen Gülzow-Prüzen angesiedelt. Abteilungsleiter ist der studierte Forstwissenschaftler Marcus Kühling.

„Die Weltklimakonferenz im Dezember 2018 hat uns den dringenden Handlungsbedarf zur Erhaltung der Waldökosysteme und für eine nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft zugunsten von Klima- und Artenschutz erneut vor Augen geführt“, sagt Marcus Kühling. „Der Forst- und Holzsektor ist eine der Schlüsselbranchen auf dem Weg zu einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig handelnden Gesellschaft. Stabile und naturnah bewirtschaftete Wälder sind mit Blick auf Schonung und Ersatz endlicher Ressourcen nicht nur ein unverzichtbarer Rohstofflieferant. Sie sind Lebensräume für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten und der wichtigste Erholungsraum für die Menschen.“

Hintergrund

Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) trägt die Bundesregierung dem in der Waldstrategie 2020 und im Klimaschutzplan 2050 benannten wachsenden öffentlichen Informationsbedarf zu Fragen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und intelligenter Holzverwendung Rechnung.

Mit der Übertragung der Projektträgerschaft für den „Waldklimafonds“ auf die FNR übernimmt das KIWUH insgesamt über 150 laufende Forschungsvorhaben mit einem Fördermittelumfang von rund 50 Millionen Euro.

Aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ werden aktuell über 100 Projekte zur Stärkung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und zur Sicherung der Waldfunktionen sowie über 70 weitere Vorhaben zur nachhaltigen Holzwirtschaft mit einem Förderumfang von insgesamt rund 25 Millionen Euro unterstützt. Forschungsfelder sind hier beispielsweise die Züchtung von Forstsaatgut, das neuen Klima- und Nutzungsanforderungen entspricht, die Entwicklung von Strategien zur Optimierung des „naturnahen Waldbaus“ für die Rohstoffversorgung, das Entwickeln umweltfreundlicher Dämm- und Baumaterialien auf Basis des nachwachsenden Rohstoffes Holz oder der gesellschaftliche Dialog zu Bioökonomie und Nachhaltigkeit.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist seit 25 Jahren als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ aktiv. Bereits seit Gründung der FNR unterstützt die Fachagentur Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung. Die FNR ist seit 2016 zusätzlich mit den operativen Aufgaben bei der Umsetzung der Deutschen Waldtage sowie der Charta für Holz 2.0 betraut. Sie leistet darüber hinaus Fachinformationen und Öffentlichkeitsarbeit.

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Nutzen dezentraler Wohnraumlüftung wissenschaftlich bestätigt

Zwei voneinander unabhängige Studien haben nun das Vorurteil widerlegt, dass Pendellüfter für keinen oder nur geringen Austausch verbrauchter Raumluft sorgen würden.

Kontrollierte Wohnraumlüftung ist im Zuge des energieeffizienten Bauens und Sanierens aus der modernen Bauplanung kaum noch wegzudenken. Und so gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Konzepten und Produkten zur Wohnraumlüftung. Gelten zentrale Lüftungsanlagen für viele immer noch als das „Non Plus Ultra“ in der Wohnraumlüftung, so sind inzwischen die dezentralen Systeme auf dem Vormarsch und machen mit bemerkenswerten Absatzsteigerungen auf sich aufmerksam: Für den Zeitraum von 2014 bis 2018 geht beispielsweise die Interessengemeinschaft dezentrale Wohnraumlüftung (IGDWL) von einem Wachstum von mehr als 100 Prozent aus – und das bei einer aktuellen Absatzmenge von über 200.000 Stück allein in Deutschland.

Die positive Entwicklung könnte in naher Zukunft noch weitaus stärker ausfallen als derzeitige Prognosen annehmen. Denn aktuell wurde erstmals genauer untersucht, wie sich die alternierende Betriebsweise von dezentralen Push-Pull-Konzepten auf die Effizienz des Luftaustausches im Raum auswirkt: Zwei voneinander unabhängige wissenschaftliche Studien haben dabei das Vorurteil, dass Pendellüfter für keinen oder nur geringen Austausch der verbrauchten Raumluft sorgen würden, widerlegt: Zum einen die Doktorarbeit von Dr. Alexander Merzkirch an der Universität Luxemburg, zum anderen das Forschungsprojekt EwWalt der RWTH Aachen mit der Unterstützung des ITG Dresden.

Ideales Raumklima

Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass die raumweise- und raumübergreifende Lüftung mit dezentralen Pendellüftungssystemen für eine nahezu ideale Durchmischung von alter und neuer Luft sorgt.

Dr. Alexander Merzkirch führte im Rahmen seiner Dissertation „Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Kostenanalyse von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden: Feldtests von neuen Anlagen und Vorstellung bedarfsgeführter Prototypen“ (Shaker Verlag, 2015) an der Uni Luxemburg eine breit angelegte Analyse zur Funktion von Lüftungsgeräten durch. Dabei ermittelte er in einer Musterwohnung Lüftungseffizienzwerte von dezentralen Push-Pull-Systemen. Der Idealwert einer Mischlüftung von 0,5 wurde mit 0,45 dabei fast erreicht. Dies bedeutet, dass 50 Prozent der verbrauchten Luft bei geringer Strömungsgeschwindigkeit durch frische, sauerstoffhaltige Außenluft ausgetauscht wird und sich die Schadstoffkonzentration im Raum verdünnt. Durch diese Art der Mischlüftung wird durch die relativ niedrigen Luftgeschwindigkeiten für eine hohe gefühlte und tatsächliche Behaglichkeit gesorgt, da Temperaturen nur langsam ansteigen oder abfallen und Zugerscheinungen vermieden werden können.

Ergebnis bestätigt

Kurz danach wurde die Lüftungseffizienz von dezentralen Geräte ein zweites Mal überprüft, diesmal von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller. Das Forschungsvorhaben EwWalt unter dem Titel „Energetische Bewertung dezentraler Einrichtungen für die kontrollierte Wohnraumlüftung mit alternierender Betriebsweise“ forschte ab 2016 zwei Jahre lang zur Lüftungseffizienz und Beeinflussung der Wärmerückgewinnung bei Pendellüftern. Gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurden numerische Strömungssimulationen durchgeführt. Dabei wurden u.a. die Lüftungsqualität und die Verweildauer der Luft im Raum gemessen. Das Forschungsprojekt EwWalt kam schließlich zu ähnlichen Ergebnissen wie zuvor Dr. Merzkirch. Außerdem zeigte sich, dass die Positionierung der Push-Pull-Systeme in einer Wohneinheit kaum Einfluss auf die Lüftungseffizienz aufweist und somit die Raumluft eine annähernd perfekte Durchmischung erfährt.

Auf die „Lüftungseffizienz“ kommt es an

Die Lüftungseffizienz beschreibt bei gegebenem Luftvolumenstrom die Wirksamkeit der Lüftung im Raum. Sie ist eine charakteristische Kenngröße, wie die verbrauchte Raumluft sowie Schadstoffe aus dem Raum abgeführt werden. Einen großen Einfluss auf die Lüftungseffizienz hat dabei die Luftführung im Raum. Wichtig ist, dass die frische Zuluft nicht sogleich wieder nach draußen abgeführt wird („Kurzschlusslüftung“), sondern die verbrauchte Raumluft nach und nach ersetzt.

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Bioenergie nicht die erhoffte Rettung

Sie gilt als die Lösung für den hohen Energieverbrauch der Welt: Bioenergie. Die Ergebnisse einer jetzt veröffentlichten Studie stellen das deutlich in Frage.

Damit das Ausmaß des Klimawandels begrenzt werden kann, darf sich die Erdtemperatur bis zum Jahr 2100 nicht um mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erhöhen. Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen wie Raps, Mais, Ölpalme und Co. scheint die Antwort auf die Frage der Energie der Zukunft zu sein. Sie klingt im Vergleich zur Nutzung von fossilen Rohstoffen auch viel klimaschonender. Doch ein Forscherteam des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums der TU München (TUM) und der Durham University in Großbritannien hat jetzt eine neue Studie veröffentlicht, die andere Problematiken aufzeigt, welche sich durch die intensive Ausweitung der Anbauflächen ergeben würden.

Überraschende Ergebnisse

„Um den Klimawandel mit Energiepflanzen wirksam zu begrenzen, müssen sie bis 2100 auf circa 4,3 Prozent der globalen Landflächen angebaut werden – das entspricht fast der 1,5-fachen Fläche aller EU-Länder zusammen. Damit schaden wir der biologischen Vielfalt, die in diesen Gebieten bisher zuhause ist, gravierend. Die negativen Auswirkungen des Klimawandels, die mit maximaler Bioenergie-Nutzung verhindert werden könnten, werden diese Verluste nicht wettmachen“, erläutert Dr. Christian Hof, der die Studie am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt durchführte und jetzt an der TU München forscht. Sein Team erforschte erstmals global wie sich die Kombination aus Landnutzungs- und Klimawandel auf Säugetiere, Vögel und Amphibien auswirkt. In zwei Szenarien setzten sie sich mit der Frage auseinander, was für einen Effekt eine maximale Bioenergie-Nutzung, die einer Begrenzung der Erderwärmung auf rund 1,5 Grad entspricht, beziehungswiese eine minimale Bioenergie-Nutzung und ein Temperaturanstieg von circa drei Grad, auf die Tierwelt hätte. „Ob sich die Temperatur bis 2100 um 1,5 oder 3,0 Grad erhöht: Rund 36 Prozent der Lebensräume von Wirbeltieren sind entweder durch den Klimawandel oder die neue Landnutzung infolge des Anbaus von Bioenergie-Pflanzen massiv gefährdet. Die Auswirkungen auf die biologische Vielfalt sind also vergleichbar. Unterschiedlich ist nur, auf wessen Konto sie gehen“, erklärt Dr. Alke Voskamp vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum die erstaunlichen Ergebnisse.

Tropische Regionen besonders betroffen

Nicht nur das in vielen Gebieten Wirbeltieren die Vertreibung aus ihrem Lebensraum zu schaffen machen wird, sie leiden zusätzlich auch unter den Auswirkungen des Klimawandels. „Bei einem geringeren Temperaturanstieg bis 1,5 Grad, den wir durch die maximale Nutzung von Bioenergie erkaufen, könnten sogar größere Flächen unter dieser Doppelbelastung leiden. Unter diesem 1,5 Grad-Szenario wird insgesamt ein größerer Anteil der Verbreitungsräume von Wirbeltieren durch Klimawandel, Landnutzung oder beides beeinträchtigt“, so Dr. Voskamp. Das Paradoxe an der Situation? Insbesondere Amphibien mit kleinen Verbreitungsgebiet, die vor allem in den Tropen und Neotropen vorkommen, leiden wahrscheinlich deutlich mehr unter der intensiven Ausbreitung der Anbauflächen, als sie es durch eine Erderwärmung um bis zu 3,0 Grad würden. Doch gerade in diesen Regionen der Erde werden sich die Anbaugebiete für Bioenergie-Pflanzen stark ausweiten.

Neue Wege finden

„Der Klimawandel ist nach wie vor eine der größten Bedrohungen für die biologische Vielfalt und muss möglichst auf 1,5 Grad Temperaturerhöhung begrenzt werden. Wie unsere Studie zeigt, ist die Bioenergie und die massive Ausweitung der Anbauflächen hierfür aber der falsche Weg. Wir müssen stattdessen stärker daran arbeiten, Energie einzusparen“, sind sich Dr. Hof und sein Team mit Blick auf die Ergebnisse ihrer Studie einig.

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Kein „Efficiency First“ der Regierung in puncto Klimaschutz

Bundesregierung mit leeren Händen in Kattowitz. Mehrere führende Umweltverbände attestieren eine deutliche Blamage vor den Augen der Weltgemeinschaft.

„Ein klimaneutraler Gebäudebestand ist erklärter Kernbaustein der deutschen Klimaschutzstrategie”, stellt der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), Christian Noll, klar. Und genau hier nimmt die Bundesregierung gerade billigend in Kauf, dass energetische Maßnahmen für die Vermieter noch unattraktiver werden. Eine steuerliche Förderung der Gebäudesanierung die auf sich warten lässt sowie die Ankündigung die Sanierungsraten zu drosseln, bescherten der deutschen Regierung in Kattowitz einen peinlichen Auftritt. Die Pariser Klimaziele werden so sicherlich nicht erreicht und durch das Energiesammelgesetz wird die Energiewende in der Bundesrepublik weiter geschädigt. Noll erläuterte weiter, dass die Sanierungsraten, die bereits sehr niedrig seien, jetzt noch weiter sinken würden. Das sei nicht nur blamabel, sondern vor allem auch wirtschaftsschädlich. 600.000 Arbeitsplätze stellen deutsche Unternehmen im Bereich der Energieeffizienzlösungen und befinden sich damit weltweit an der Spitze.

Verpasste Chancen

Auch Sascha Müller-Kraenner, Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), schloss sich der Meinung des DENEFF an. Seinem Eindruck nach, stand Deutschland den anderen Staaten mit leeren Händen gegenüber. Hätte die Regierung sich ihren Leitspruch „Efficiency First“ wirklich zu Herzen genommen und dafür gesorgt, dass die steuerliche Förderung für Haussanier endlich umgesetzt wird, wäre sie nicht in eine solche Situation gekommen. Nicht nur für Vermieter, auch für Mieter können Sanierungen attraktiv sein. Auch können energetische Sanierungen sozialverträglich sein. Der Energieberaterverband GIH betonte, dass es in der Wohnungswirtschaft viele Unternehmen gibt, die dies hinbekommen würde. An dieser Stelle wäre es die Aufgabe der Bundesregierung gewesen Anreize zu schaffen, damit Vermieter sanieren wollen. Möglichkeiten gäbe es hierfür genug: Eine Neugestaltung des Mietspiegels, steuerliche Anreize oder staatliche Förderungen sind nur ein paar Beispiele.

Rück- statt Fortschritte

In Sachen Klimaschutz macht Deutschland weiter Rückschritte. Energieeffizienzdienstleistern legt die Bundesregierung Steine in den Weg: Die Mietrechtsänderung und auch das Energiesammelgesetz wurden verabschiedet. Neue Belastungen für die Wärme-Kraft-Kopplung und Kürzungen des Mieterstromzuschlags behindern den Klimaschutz. Um einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen, muss aber anspruchsvoll saniert werden. Dabei ist es nicht unmöglich Wohnraum sowohl nachhaltig als auch bezahlbar zu gestalten.

Diese Themen bewegten das Handwerk 2018

Fahrverbote, Mindestlohn, Meisterpflicht und DSGVO – das Jahr 2018 war turbulent. In unserem Jahresrückblick zeigen wir, was die Helden am Bau am meisten beschäftigte.

Der Anfang des Jahres stand ganz im Zeichen der neuen Mindestlohnregelungen für Dachdecker und dem Bauhauptgewerbe. Aber auch die neuen Tarifverträge für den Garten- und Landschaftsbau waren ein Gesprächsthema:

„Neuer Mindestlohn für Dachdecker ab Januar 2018“

„Mindestlohn im Bauhauptgewerbe steigt ab 2018“

„Neuer GaLaBau-Tarifvertrag mit sofortiger Lohnerhöhung“

Die zum Januar geänderten Buchführungsgrenzen betrafen ebenfalls viele Handwerker.

Erstes Quartal 2018

Neben den gesetzlichen Änderungen interessierten sich unsere Leser aber auch für globalere Themen. So handelte einer der beliebtesten Artikel im März von schwindendem Sand und künstlich aufgeschütteten Stränden. Schuld daran sei vor allem die Bauwirtschaft sowie die sogenannten Sand-Mafia: „Die Sand-Mafia – Das schmutzige Geschäft mit den Stränden“

Die größte Aufmerksamkeit bekam allerdings das Bundesverwaltungsgericht, das in einem Urteil den Weg für mögliche Diesel-Fahrverbote freimachte. Im Laufe des Jahres zeigte sich, dass viele Städte davon Gebrauch machten – sehr zum Leidwesen des Handwerks: „Handwerk kritisiert Diesel-Urteil“

Ausblick auf viele neue Aufträge machte das im Frühjahr angekündigte Baukindergeld. Wir erklärten die „Vor- und Nachteile des neuen Baukindergeldes“

Zweites Quartal 2018

Zu Beginn des zweiten Quartals stand zunächst alles im Zeichen der Fahrtzeit zur Baustelle. Ein unklar formulierter Tarifvertrag ändert nämlich nichts daran, dass Anfahrtszeit zur Montage in eine andere Stadt wie reguläre Arbeitszeit vergütet werden muss: „Fahrtzeit zur Baustelle ist Arbeitszeit“

Auf besonders großes Interesse stieß bei unseren Lesern in diesem Zusammenhang die vom EU-Parlament beschlossene Ausweitung der Tachographenpflicht: Denn auch Fahrzeuge zwischen 2,4 und 3,5 Tonnen, die gewerblich genutzt werden, müssen nun mit Fahrtenschreiber ausgestattet sein – mit Folgen für das Handwerk: „EU-Parlament beschließt Ausweitung der Tachographenpflicht“

Zudem gilt seit Juli 2018 eine Maut-Gebühr für Lkw ab 7,5 Tonnen, ähnlich wie auf Autobahnen, auch auf Bundesstraßen: „Maut auf Bundesstraßen kommt im Juli 2018“.

Die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) machte Anfang des Jahres vielen Unternehmen zu schaffen. Umso erfreulicher war für viele Leser Mitte des Jahres die Meldung, dass sich die große Koalition aktiv gegen den entstandenen Abmahnmissbrauch einsetzt: „Handwerk begrüßt DSGVO-Abmahnschutz“

Drittes Quartal 2018

Für Aufsehen sorgte im dritten Quartal eine neue Initiative der Bauwirtschaft, mit der Baukostenexplosionen verhindert werden sollen: „Streit bei öffentlichen Projekten: Jetzt greift Bauindustrie durch!“

Dass nicht immer alles mit rechten Dingen zugeht zeigte ein Urteil gegen das Edelstahl-Kartell: „205 Millionen Euro Strafe im Edelstahl-Kartell“

Auch organisierte Kriminalität und Schwarzarbeit auf Baustellen nehme laut Bundesvorsitzenden der IG Bau immer weiter zu, was auf großes Interesse unserer Leser stieß: „Baustellen: Organisierte Kriminalität nimmt zu“

Gute Nachrichten gab es hingegen für Dachdecker. So hatte die Sozialkasse der Dachdecker (Soka-Dach) bekannt gegeben, Einpersonenbetriebe künftig keine Berufsbildungsbeiträge mehr zu berechnen und bisherige Zahlungen zurückzuerstatten: „Soka-Dach entlastet Dachdecker“

Die Digitalisierung bringt auch neue Technologien und Werkzeuge für das Handwerk hervor. So nimmt die Anzahl an Drohnen stetig zu. Wir zeigten, was es alles zu beachten gilt: „Drohnen im Handwerk – dies gilt es zu beachten“

Viertes Quartal 2018

Neue Technologien erleichtern aber nicht nur die Arbeit, sie können sie zum Teil sogar ersetzen. Großen Anklang fand in diesem Zusammenhang daher sowohl die Meldung über handwerkende Roboter als auch aus dem 3-D Drucker stammende Häuser:

„Roboter als Handwerker – die Lösung des Fachkräftemangels?“

„Häuser aus dem 3D-Drucker – Das Ende des Handwerks?“

Neben Abmahnanwälten, die die Unsicherheit mit der neuen Datenschutzgrundverordnung auszunutzen versuchen, sorgte eine Warnung der Handwerkskammer vor einer falschen „Datenschutzauskunft-Zentrale“ für Aufsehen: „Falsche „Datenschutzauskunft-Zentrale“ bedroht Handwerk!“

In diesem Zusammenhang meldete sich schließlich auch der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) zu Wort und stellte klar, dass die oftmals von Generalunternehmern oder Hausverwaltungen geforderten „Auftragsverarbeitungs-Verträge“ weder nötig noch sachgerecht seien: „Datenschutz im Handwerk oftmals übertrieben“

Mit großem Interesse haben unsere Leser schließlich die Ergebnisse der Kommission zur Aufklärung des Grenfell Tower-Brandes in London verfolgt. Bei dem verheerendem Unglück kamen am 14. Juni 2017 insgesamt 79 Menschen ums Leben. Lange Zeit stand hierbei die Wärmedämmung als Brandursache oder zumindest als Brandbeschleuniger fest. Jetzt zeigte sich aber: „Londoner Hochhausbrand: Wärmedämmung unschuldig!“

Gegen Ende des Jahres sorgte eine Initiative der bayerischen Regierung für Aufsehen und viel Zustimmung im Handwerk. So setzte sich die Landesregierung im Bundesrat für die Wiedereinführung der Meisterpflicht ein. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) begrüßte die Initiative: „Bayern setzt sich für Meisterpflicht ein“

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Datenbank mit nachhaltigen Referenzgebäuden online

Klimaschutz wird auch bei der Planung und dem Bau von Immobilien immer wichtiger. Eine neue Datenbank zeigt nun etliche Referenzprojekte aus nachwachsenden Rohstoffen.

Das Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen findet immer mehr Anhänger, dabei bleibt das Holz der nachwachsende Baustoff Nummer eins. Holzgebäude erleben auf Grund ihrer vielen Vorteile, aber auch Dank aktualisierter Bauordnungen in mehreren Bundesländern derzeit einen Boom, der sich in vielen Leuchtturmprojekten widerspiegelt.

Dass es neben dem Holz auch weitere für den Baubereich praktische nachwachsende Rohstoffe gibt, zeigen die gesammelten Bauwerke der neu aufgelegten Referenzgebäudedatenbank. Hier geht es im Detail um die eingesetzte Dämmung (beispielsweise Stroh, Holzfaser, Hanf und Zellulose) oder um natürliche Baustoffe im Innenausbau wie Bodenbeläge, Wandoberflächen etc.

Rund 300 Gebäude in der Datenbank

Die Datenbank umfasst derzeit deutschlandweit ca. 300 Gebäude, unter anderem auch die Gewinner und Teilnehmer der Bundeswettbewerbe HolzbauPlus des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Die Gebäude sind in die Kategorien Wohnungsbau, Gewerbebau und Öffentlichen Bauen gegliedert, die Datenbank geht hierbei speziell auf Neubauten und Sanierungen ein. In Unterkategorien kann sich der interessierte Nutzer Ein- und Mehrfamilienhäuser, Kindergärten und Schulen, Bürogebäude und Hallen sowie Hotels, Ausstellungsgebäude und landwirtschaftliche Gebäude ansehen und sich gezielt in dem für ihn relevanten Bereich einen Überblick verschaffen. Die bebilderten Beispielgebäude sind kurz beschrieben und zur geografischen Einordnung auf einer Karte vermerkt.

Die Referenzgebäudedatenbank möchte dem Planer Anregungen für den Einsatz von nachwachsenden Rohstoffen und dem privaten Bauherren Hilfestellung bei der Ideenfindung geben. Weitere Projekte können von Architekten und Bauherren bei der FNR eingereicht werden. Die Referenzgebäudedatenbank ist unter https://referenzbauten.fnr.de/ verfügbar.

Ein glücklicher Zufall

Heute, liebe Leserinnen und Leser, möchten wir Ihnen zur Einstimmung auf die Feiertage eine kleine Geschichte erzählen.

Die Geschäfte waren festlich dekoriert, die Lichterketten leuchteten bereits in allen Farben und egal wo man hinkam, konnte man die Leckereien der Weihnachtsmärkte riechen. An vielen Ecken standen die Menschen in Trauben um die kleinen Buden herum, um sich bei einer heißen Schokolade oder einem Punsch die Hände zu wärmen. Andere hetzten von Geschäft zu Geschäft, um ihre Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Sie traten aus den warmen Läden in den kalten Winternachmittag hinaus, nur um kurz danach wieder schnell im nächsten zu verschwinden.

Unberührt von der ganzen Hektik um ihn herum, trank ein älterer Herr in einem Café ganz in Ruhe seinen Kaffee. Obwohl die Temperaturen bereits gefährlich nahe gegen null gingen, saß er draußen an einem der letzten dort noch aufgebauten Tische. Ein junger Mann, der sich seinen Weg durch die volle Innenstadt bahnte, kam an dem Café vorbei. Wie durch Zufall fiel ihm auf dieser Höhe etwas aus dem Rucksack, so dass der aufmerksame ältere Herr ihm etwas zurief. Der Jüngere drehte sich um und bedankte sich bei dem Herrn. „Alles gut, das ist ja selbstverständlich“, entgegnete er. „Wollen sie sich nicht auf einen Kaffee zu mir setzen und kurz ein wenig durchatmen? Sie sehen ja auch sehr schwer bepackt aus.“ Dem jungen Mann war das Erstaunen deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber nach kurzem Überlegen entschied er sich, das Angebot anzunehmen; sah der Herr doch wirklich sehr freundlich aus.

„Wissen Sie was? Das mache ich tatsächlich. Ich bin gerade auf dem Weg zum Bahnhof, um über die Feiertage nach Hause zu fahren. Aber mein Zug geht sowieso erst in einer Stunde. Da habe ich noch Zeit für einen Kaffee. Ich bin übrigens Freddy.“ „Freut mich dich kennenzulernen, Freddy. Mein Name ist Michael“, lächelte der ältere Herr, der ziemlich erstaunt war, dass der junge Mann sich tatsächlich zu ihm setzte. Und so kamen die beiden auf unerwartete Art und Weise ins Gespräch.

Freddy, der direkt zu Beginn das Gefühl verspürt hatte, dass Michael vielleicht jemandem zum Reden brauchte, hörte ihm aufmerksam zu. Michael erzählte, dass er in der Weihnachtszeit ehrenamtlich in der Grundschule arbeitete. Er war gelernter Tischler und freute sich, dass er den Kindern in seinem Ruhestand noch etwas beibringen konnte. „Jedes Jahr ab Mitte November komme ich zweimal in der Woche in die Schule. Die haben dort einen super ausgestatteten Werkraum, da zeige ich den Mädels und Jungs, wie sie mit Holz arbeiten können. Natürlich geht es bei den meisten vor allem darum, Weihnachtsgeschenke für die Eltern, Geschwister oder auch für Oma und Opa zu basteln. Das macht die Sache ganz besonders schön. Zu sehen wie sie so viel Ehrgeiz entwickeln, aber auch die Geduld aufbringen etwas Schönes für ihre Liebsten zu schaffen, das macht mich immer wieder aufs Neue richtig glücklich.“

Während er sprach, wurde sein Lächeln immer breiter. Freddy, dessen Tag bisher nicht so gut gelaufen war, bereute es gar nicht, sich zu ihm gesetzt zu haben. Ihm wurde bei den Erzählungen des älteren Herrn schon viel wärmer ums Herz. „Leider wird es in diesem Jahr wohl das letzte Mal sein, dass ich in der Schule war. So langsam werde ich wohl doch ein wenig zu alt und meine Hände machen nicht immer das, was sie sollen. Manchmal zittern sie so sehr, dass ich Werkzeuge aus der Hand legen muss aus Angst, dass ich sonst etwas fallenlasse.“ Michael wirkte sichtlich bekümmert. „Ich habe das immer so gerne gemacht, das wird mir wirklich fehlen. Aber dafür werde ich die letzte Woche bis zu den Weihnachtsferien nochmal so richtig genießen und nur an tollen Sachen mit den Kindern werkeln. Ich habe sie sogar schon tuscheln hören, dass sie zum Abschied eine Überraschung für mich planen.“ Er kicherte wie ein kleiner Junge, als er das sagte. „Aber wie unhöflich von mir! Quatsche hier die ganze Zeit vor mich hin, ohne dich auch mal zu Wort kommen zu lassen. Was machst du denn eigentlich?“ Erwartungsvoll schaute er Freddy an.

„Es ist wirklich ein sehr witziger Zufall, dass wir beide uns hier heute über den Weg gelaufen sind und du mir deine Geschichte erzählt hast. Ich mache nämlich gerade eine Ausbildung zum Tischler“, sagte Freddy. „Und wenn ich könnte, würde ich nächstes Jahr mit dir gemeinsam in die Schule gehen, damit du das nicht an den Nagel hängen musst. Das klingt nämlich wirklich nach einer tollen Sache.“

Bei diesen Worten huschte wieder ein Lächeln über Michaels Gesicht. „Das ist lieb von dir, das zu sagen. Aber mit einem Vollzeitjob hättest du ja gar keine Zeit dafür, das wäre ja viel zu viel.“ Doch Freddy ließ der Gedanke nicht los. Den Spaß, den der alte Mann bei seiner Arbeit in der Schule hatte, hatte er sogar bei diesem kurzen Gespräch gespürt. „Das stimmt, ich selber habe leider keine Zeit dafür. Aber weißt du was? Bei mir im Betrieb sind ja auch schon ein paar Leute in den Ruhestand gegangen. Was hältst du davon, wenn ich die mal frage? Ihr würdet euch mit Sicherheit gut verstehen und dann können die Kinder nächstes Jahr Weihnachten doch wieder an Geschenken basteln, werkeln, schnitzen und sägen.“ Jetzt strahlte Michael wie ein Honigkuchenpferd. „Oh junger Mann, du weißt ja gar nicht, was für ein riesiges Weihnachtsgeschenk du mir damit machen würdest.“

Und so tauschten die beiden ihre Telefonnummern aus und gingen ihrer Wege. Der eine völlig beschwingt davon, dass er sein Herzensprojekt doch nicht aufgeben muss, der andere glücklich, dass er jemand anderen pünktlich zu Weihnachten eine große Freude machen konnte.

 

Wir danken Ihnen für das entgegengebrachte Vertrauen und wünschen Ihnen ein schönes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

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Handwerk kritisiert Benachteiligung gegenüber Industrie

Die Stromrechnung bleibt auch in 2019 hoch. Trotz weiterer Entlastung bei der EEG-Umlage soll sie sogar leicht ansteigen.

Experten erklären die Prognose mit dem Anstieg anderer Kostenbestandteile wie dem Anschluss der Meereswindparks und den Beschäftigungskosten für Strom. Der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Holger Schwannecke, verlangt eine dringende Senkung der Umlage und des Strompreises. Mit Blick auf die anhaltend hohen Stromkosten für Handwerker sei es nicht genug, nur die Höhe der EEG-Umlage zu stabilisieren. Auch sollten milliardenschwere Begünstigungen der großen Stromverbraucher nicht durch die restlichen Verbraucher, sondern durch Bundesmittel finanziert werden.

Verursacher Beschaffungspreis

War in den Vorjahren noch die EEG-Umlage die Schuldige, treibt nun der Beschaffungspreis für Strom die Kosten in die Höhe. Mit einer Entlastung der Stromkunden sei so leider nicht zu rechnen, schätzt der Vorsitzende des Energieverbandes BDEW Stefan Kapferer die Lage ein. In den vergangen Jahren stieg der Preis für eine Megawattstunde von rund 30 Euro bereits auf 40 Euro. In 2019 soll der Kunde nun durchschnittlich 50 Euro zahlen müssen.

Ein Kraftwerk, dass bei der Stromerzeugung das klimaschädliche Kohlenstoffdioxid (CO2) produziert, muss für die sogenannten CO2-Zertifikate deutlich mehr bezahlen. Diese höheren Preise für Verschmutzungsrechte sowie höhere Kosten für Gas und Steinkohle, wirken sich auf den Preis für die Endkunden aus. Der höhere Preis für die Strombeschaffung führt aber auch zu einer geringeren EEG-Umlage. An der Strombörse gibt es mehr Geld für aus erneuerbaren Energien produzierten Strom, so dass die für den Ökostrom garantierten Preise weniger stark über die vom Großteil der Stromkunden zu zahlenden EEG-Umlage bezuschusst werden müssen.

Ein weiterer Faktor der den Strompreis bedingt, sind die Kosten für die Netzübertragung. Während sie für Fernnetze zwar zurückgehen, können sie auf regionaler Ebene je nach Ausbaunotwendigkeiten steigen.

Senkung aufs europarechtliche Minimum

Da der Strompreis für viele Kunden in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, fordern Wirtschaftsverbände eine Kürzung der Abgaben, Steuern und Umlagen. BDEW-Chef Kapferer schlägt eine Senkung der Stromsteuer auf das europarechtliche Minimum vor, um Stromkunden zu entlasten. Auch dass für die Industrie eine gesonderte Ausgleichsreglung gilt, sieht er kritisch. Wie auch das Handwerk fordert er die Finanzierung dieser Reglung über Steuern, statt über Vergünstigungen bei der EEG-Umlage.

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„Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen!“

Kürzungspläne zur Förderung neuer Solarmstromanlagen rufen heftige Kritik auf den Plan. Bundesverband Solarwirtschaft sieht Existenzen von Handwerksbetrieben bedroht.

Betroffen wäre von solchen Plänen besonders das PV-Anlagensegment mit einer Leistungsspanne von 40 bis 750 Kilowattpeak – was fast die Hälfte der jährlich neu in Betrieb genommenen PV-Leistung entspricht. Dabei verbuchte vor allem dieses Marktsegment in den letzten Jahren ein erfreuliches Wachstum, so dass in 2018 zum ersten Mal seit fünf Jahren das Zubauziel der Bundesregierung erreicht werden könnte.

Für Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), einer der vielen Gründe, warum die geplante Kürzung ein herber Rückschlag für die gesamte Energiewende ist, gerade wenn die Politik eine solche Zunahme eigentlich freuen sollte. „Diese erfreuliche Entwicklung gilt es zu stärken und nicht abzuwürgen“, merkte er mit Blick auf die Pläne an. Körnig und der Verband verlangen daher nun im Rahmen des parlamentarischen Verfahrens die Förderkürzung wenigstens zeitlich zu verschieben, damit auch der Vertrauensschutz der Branche gesichert werden kann.

Mögliche Insolvenz für Betriebe

Laut Referentenentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums vom ersten November soll eine Reduzierung der Förderung von bis zu 20 Prozent bereits mit Beginn des neuen Jahres greifen. Nicht nur, dass die Bundesregierung bei einer Umsetzung enorme Chancen auf dem Weg hin zur Energiewende verpassen würde, sie riskiert auch Existenzen von ausführenden Betrieben: „Eine so hohe Förderkürzung mit so kurzer Vorwarnung greift tief in die Planungssicherheit der Handwerksbetriebe ein. Viele Vertragsverpflichtungen und Finanzierungen werden sich nicht mehr erfüllen lassen. Das könnte in Einzelfällen sogar bis zur Insolvenz von Installationsbetrieben führen“, bringt Körnig die Problematik auf den Punkt. Aussagen des BSW zufolge, hätte sich eine gemäßigte Anpassung der Solarstromvergütung für neue Solarstromanlagen in nächster Zeit durch die in §49 EEG geregelten Degressionsmechanismus dabei sowieso von selbst ergeben.

Falsches Signal in puncto Klimaschutz

Der Hauptgeschäftsführer des BSW sieht vor allem fehlende Akzeptanz als Hindernis für eine zentralisierte Energiewende. „Die geplanten Einschnitte treffen einen der wichtigsten Motoren der Energiewende: Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, die oft von Bürgerhand und vom Mittelstand bezahlt und installiert werden. Unter diesen Vorzeichen wird weder ein Ausstiegspfad aus der Kohleverbrennung, geschweige denn eine Steigerung des Anteils Erneuerbarer Energien zu machen sein.“ So sende die Bundesregierung was die Energiewende angeht, ein komplett falsches Signal an die Bevölkerung und die Wirtschaft.

Allerdings braucht Deutschland insbesondere den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, um zum einen Strafzahlungen für zu hohe CO2-Emissionen abzuwenden und vor allem, um zum anderen die Klimaschutzziele zu erreichen. „Überzogene Fördereinschnitte stehen diesem Ziel ebenso im Wege wie der 52-Gigawatt-Förderdeckel, der spätestens im Verlauf des Jahres 2020 erreicht werden dürfte. Die Bundesregierung kann nicht auf der einen Seite den Eigenverbrauch und die Direktversorgung mit Solarstrom unter anderem durch die anteilige EEG-Umlage weiterhin massiv behindern und andererseits noch erforderliche EEG-Marktprämien zu schnell kappen“, kritisiert Körnig die Vorgehensweise der Regierung in der Energiepolitik.