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Solaranlagen auf dem Dach: ganz oder gar nicht!

Hausbesitzer, die ihr Dach mit Solarmodulen auskleiden wollen, sollten lieber gleich die ganze Fläche nutzen. Alles andere lohnt sich nicht, sagt eine neue Untersuchung.

Wenn schon, denn schon: wer das gesamte Dach für eine Photovoltaikanlage ausnutzt, der holt die höchste Rendite raus. Zu diesem Schluss kommt eine von der Verbraucherzentrale NRW beauftragte Untersuchung. Diese führte die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin am Beispiel von drei exemplarischen Haushalten durch.

Nach vielen Simulationen und Berechnungen können die Experten zusammenfassend sagen: nutzt man nicht die gesamte Fläche seines Dachs und richtet die Größe der installierten Fläche nur nach dem Stromverbrauch des Haushalts aus, gehen sowohl die potentiell hohe Wirtschaftlichkeit als auch der Aspekt des Klimaschutzes verloren.

Knackpunkt Batteriespeicher

Eine weitere Rolle spielen Batteriespeicher, die negative Auswirkungen auf die Rendite haben. Deshalb raten die Experten eher dazu, möglichst viele Module zu nutzen, anstatt einen Speicher anzuschaffen. Insgesamt 20 Vergütungsjahre hat die Photovoltaikanlage, nach etwa zehn bis 15 Jahren sei allerdings wahrscheinlich der Austausch des Speichers nötig. Damit kommt die Gesamtinvestition auf eine viel höhere Summe, als wenn man von vornherein mehr in eine größere Fläche investiert hätte. Ein angeschaffter Speicher holt diese Kosten in der gesamten Nutzung nicht raus. Hat man nur eine kleine Anlage, die noch nicht einmal zur Deckung des Haushaltsstrombedarfs ausreicht, können außerdem sogenannte Smart Meter unwirtschaftlich wirken. Die intelligenten Stromzähler, die in ein Kommunikationsnetz eingebunden sind, fallen oft mit hohen Anschaffungs- und Wartungskosten ins Gewicht. Für eine kleine, private Anlage lohnt sich die Anschaffung eines solchen Systems also nicht.

Mögliche Renditen

Dass die Anschaffung einer Photovoltaikanlage sich aber durchaus sehr lohnen kann, zeigen folgende Ergebnisse: neue Anlagen können unter aktuellen Bedingungen Renditen von 2,8 bis 4,7 Prozent erzielen. Und sogar bei größeren Anlagen, bei der eine EEG-Umlage nötig ist, können immer noch gute Renditen erzielt werden. Die gesamte Studie finden Interessierte auf der Website der Verbraucherzentrale NRW.

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„Graue Energie“ soll ins GEG

Die Umweltbelastungen im Rahmen des Baus eines Gebäudes sollen im Gebäudeenergiegesetz berücksichtigt werden, um gewisse Potenziale zu nutzen –fordert jetzt ein Bündnis.

Das Bauwende-Bündnis ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Akteuren, die sich mit nachhaltigem und klimaschützendem Bauen befassen. Die sogenannte „graue Energie“ und die „grauen Emissionen“ stecken in Baustoffen und bezeichnen den Energieverbrauch und die Emissionen von Treibhausgasen, die bei Herstellung, Transport, Verarbeitung und Entsorgung dieser Baustoffe entstehen. Kurz gesagt geht es um die gesamte Umweltbelastung, die durch den Bau eines Gebäudes entsteht. Die Initiative Bauwende, die der Koordinator Dr. Uli Wischnath zusammen mit dem Umweltlabel natureplus gegründet hat, fordert, dass diese graue Energie ab sofort im Gebäudeenergiegesetz (GEG) berücksichtigt wird. Der aktuelle Referentenentwurf zum GEG regelt lediglich die Anforderungen an den Energiebedarf der Gebäude, während sie genutzt werden. Laut Dr. Wischnath müsse der Aufwand für die Herstellung allerdings genauso mit aufgenommen werden – und das am besten bis zum 1. Januar 2021.

Der Hochbau ist momentan für sechs Prozent des globalen Energieverbrauchs und für ganze elf Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um diese Zahlen transparenter zu machen und langfristig zu dokumentieren und zu reduzieren, sollte man die Gelegenheit nutzen und sie in das GEG aufnehmen. „Das Gebäudeenergiegesetz als zentrales Instrument zur Regelung des Energieverbrauchs und der Klimawirkungen von Gebäuden sollte neben der Nutzungsphase auch die Herstellungsphase adressieren. Andernfalls droht ein schlecht koordiniertes Nebeneinander verschiedener Regelungen ähnlich dem Zustand, der durch die geplante Zusammenlegung mehrerer Gesetze im GEG eigentlich behoben werden soll“, meint Dr. Wischnath.

Jetzt oder nie

In den nächsten fünf Jahren sollen in Deutschland etwa 1,5 Millionen neue Wohnungen gebaut werden. Für das Bündnis ist das eine günstige Gelegenheit, einen relevanten Schritt zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft zu machen. Es sollte der komplette Lebenszyklus des Gebäudes in Form einer Ökobilanz dokumentiert werden.

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Verbände-Allianz gegen die Beschränkung der Solarförderung

Momentan werden nur Solarstromanlagen mit einer Leistung von bis zu 52 Gigawatt gefördert. Diese Höchstgrenze ist der Solarwirtschaft allerdings ein Dorn im Auge.

Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW Solar) protestiert gegen den Förderdeckel: in Deutschland sind jetzt schon Solarstromanlagen in Betrieb, die eine Spitzenleistung von 46 Gigawatt haben. Diese werden staatlich gefördert. Ab einer Leistung von 52 Gigawatt allerdings bleibt diese Förderung aus. Der Förderdeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde 2012 eingeführt und besagt seitdem, dass bei Erreichen dieses Wertes nicht mehr weiter gefördert wird.

Anstatt die Solarförderung zu kappen, müsse sie um einiges mehr gefördert werden, meint der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW Solar), Carsten Körnig. Laut ihm müssten nach dem Atom- und Kohleausstieg die jährlichen Ausbauziele der Solarenergiegewinnung sogar noch mindestens verdreifacht werden. Mit der aktuellen Beschränkung sei es nicht möglich, den nötigen Strombedarf Deutschlands zu decken. Diese Energielücke müsste Deutschland dann mit viel Strom aus Auslandsimporten füllen.

Nach Einschätzungen des BSW Solar sollen schon im nächsten Jahr viele Solarstromanlagen eine Photovoltaik-Kapazität von 52 Gigawatt erreichen. Viele Verbände haben sich nach der Forderung des BSW Solar der Bewegung angeschlossen. Darunter sind zum Beispiel der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus und Grund und der Deutsche Naturschutzring. Die Argumente gegen die Beschränkung liegen in den wichtigen Vorteilen der Anlagen. So sollen diese einen besonders niedrigen Flächenbedarf haben und einen sehr wichtigen Beitrag zur Energiewende darstellen. Viele befürchten, dass durch das Förderende ein abrupter Einbruch im Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen stattfinden würde, auch wenn die Preise neuer Anlagen sinken.

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Nachhaltige Gebäude gesucht

Im November wird der „Deutsche Nachhaltigkeitspreis Architektur“ verliehen. Die Juroren suchen innovative Gebäude mit hoher gestalterischer Qualität und Nachhaltigkeit.

Erstmals unter dem Namen „Deutscher Nachhaltigkeitspreis Architektur“ verleihen dieses Jahr die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis und die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) wieder den wichtigsten deutschen Preis für innovative Bauten. Ab sofort und noch bis zum 7. Juni können sowohl Architekten und Bauherren als auch Nutzer ein Gebäude nominieren. Hierzu muss ein Online-Fragebogen unter www.nachhaltigkeitspreis.de ausgefüllt werden. In der Jury sitzen neben namhaften Architekten auch andere Vertreter der Baubranche. Beraten werden diese außerdem durch Fachleute aus Unternehmen, Forschung und Politik. Vor allem die gestalterische Qualität, innovative Lösungen sowie eine ganzheitliche Nachhaltigkeit werden kritisch beäugt.

Führender Architekturpreis

„In den vergangenen Jahren hat sich unsere Auszeichnung zum führenden Architekturpreis für nachhaltige Gebäude in Deutschland entwickelt“, freut sich DGNB-Präsident Prof. Alexander Rudolphi. „Diesen Erfolgsweg wollen wir auch in Zukunft weiter fortführen und herausragenden Projekten, die vorbildhaft zeigen, was heute schon möglich ist, eine Plattform bieten.“

Bereits zum 7. Mal wird der Preis verliehen, den man bisher unter dem Namen „DGNB Preis – Nachhaltiges Bauen“ kannte und welcher lediglich eine Sonderauszeichnung war. Im letzten Jahr ging er an das Neue Rathaus in Freiburg, das mit seinen ökologischen sowie architektonischen Standards beeindruckte.

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Viele Energieausweise werden dieses Jahr ungültig

Seit 2009 ist er Pflicht: der Energieausweis. Die Ausweise, die in dem Jahr ausgestellt wurden, werden dieses Jahr ungültig. Aber wo kriegt man einen neuen her?

Besitzer von Häusern, die 1966 oder früher erbaut worden sind, bekommen seit 2009 den Energieausweis. Da dieser aber nur zehn Jahre gültig ist, läuft seine Gültigkeit in diesem Jahr aus; genau genommen am 1. Juli 2019. Zu einem solchen Ausweis sind alle Hauseigentümer verpflichtet, die ihr Haus verkaufen, vermieten oder verpachten wollen. Einen neuen Ausweis kann jeder Hauseigentümer bei einem qualifizierten Energieberater beantragen. Alle Experten in dieser Branche sind unter www.energie-effizienz-experten.de eingetragen und kontaktierbar.

Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) verweist bei einer Neuanschaffung jedoch darauf, dass man anstatt eines Verbrauchsausweises lieber einen sogenannten Bedarfsausweis beantragen sollte. Der Verbrauchsausweis basiert, wie der Name es vermuten lässt, auf den vergangenen Verbrauchswerten der letzten drei Jahre. Somit sind die Werte sehr stark vom Verhalten der Bewohner selbst abhängig und teilweise nicht ganz repräsentativ für den Energieverbrauch eines Hauses. Zur Ausstellung eines Bedarfsausweises hingegen berechnet der Energieberater den energetischen Zustand des Hauses, zum Beispiel die Qualität von Fenstern und Außenwänden und allen Anlagen wie Heizung und Lüftung. Anhand dessen kann er dann einen Energiebedarf für die Räumlichkeiten berechnen. Auch lassen sich mögliche Sanierungsmaßnahmen zur Verbesserung des energetischen Zustands eines Hauses so besser aufzeigen.

Für wen der Bedarfsausweis wichtig ist

Abgesehen von der eindeutigen Empfehlung der dena, sich einen Bedarfsausweis ausstellen zu lassen, haben Eigentümer generell die Wahl zwischen beiden Alternativen. Als einzige verpflichtet zu einem Bedarfsausweis sind jedoch Eigentümer von Bestandsgebäuden mit bis zu vier Wohnungen, die bisher noch nicht saniert, und deren Bauanträge vor dem 1. November 1977 gestellt wurden.

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Kamine und Holzöfen – wirklich so umweltfreundlich?

Etwa elf Millionen Brennholzöfen sind in Deutschlands Haushalten im Einsatz. Optisch ein Hingucker und vermeintlich gut für die Umwelt. Letzteres ist aber umstritten.

Wegen der fehlenden fossilen Energieträger beim Heizen mit dem Kamin oder Ofen behaupten viele Nutzer, es sei umweltfreundlicher und weniger schädlich für die Gesundheit. Das ZDF-Magazin Frontal 21 räumt mit diesem Fakt allerdings auf. Dabei werden die Brennholzöfen sogar als „unterschätzte Dreckschleudern“ bezeichnet. So erzeugt Holz beim Verbrennen deutlich mehr Feinstaub als die Alternativen Öl und Gas und auch mehr als der Straßenverkehr. Viele Schornsteinfeger sehen diese Einschätzung allerdings als falsch und finden, dass bei der Messung dahinter viele andere wichtige Faktoren an Ausstößen von Autos nicht beachtet wurden. Als Beispiel wurden als Experiment Luft-Messstationen an einer großen Hauptstraße in Berlin und an einem Berliner Stadtrand installiert. Die gemessenen Feinstaub-Werte lagen erschreckend nah beieinander, dafür verantwortlich sei der Feinstaub aus Holzöfen.

Feinstaub-Partikel und die Gesundheit

Die durch die Holzverbrennung freigesetzten Staubpartikel seien laut einem Forscher in dem Beitrag besonders gesundheitsschädlich für den Menschen: sie dringen bis tief in die Lunge ein und kommen im Holzrauch viel stärker vor als zum Beispiel in Dieselabgasen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat bereits vor Jahren einen Grenzwert für das Auftreten von kleinen Feinstaub-Partikeln mit 2,5 Mikrometer Größe aufgestellt. Bei flächendeckenden Messungen in Deutschland lag der Messwert aber deutlich über diesem Grenzwert.

Zu wenige Vorgaben und Regeln für Öfen

Im Beitrag kam dadurch zunehmend die Frage auf, wieso niemand diese Werte und deren Ursprung kontrolliert. Bei Dieselfahrzeugen zum Beispiel gibt es einen Partikelfilter, bei Holzöfen sind sie aber keine Pflicht. Auch wird an Kaminen und Öfen vom Schornsteinfeger nichts direkt gemessen. Laut einem Schornsteinfeger, der für das Magazin im Einsatz war, gibt es keine immissionsschutzrechtlichen Messungen. Es wird stattdessen anhand von verschiedenen Parametern erfragt, was ein Ofen ausstößt. Diese Werte werden vom Hersteller erhoben und angegeben, vorher wurden sie von einer Prüfstelle bestätigt.

Doch auch hier folgt erneut eine Ernüchterung für die Zuschauer: Mitarbeiter des Deutschen Biomasseforschungszentrums haben herausgefunden, dass bei diesen Tests durch die Hersteller und Prüfstellen oftmals die Feinstaubemissionen die Grenzwerte überstiegen haben, obwohl die gemessenen Öfen diesen Wert eigentlich nicht übersteigen dürfen. Dass solche Öfen trotzdem zugelassen sind und sich in täglicher Benutzung befinden, wird im Beitrag folgendermaßen erläutert: So würden die Hersteller die Prüfungen selbst beauftragen und bezahlen und notfalls könne sie sogar wiederholt werden. Außerdem geben die Forscher in dem Beitrag an, dass die Prüfungen darauf abzielen würden, in einer Laborsituation möglichst optimale Bedingungen für die zu messenden Werte zu schaffen.

Der ganze Beitrag geht mit dem Ziel voraus, Fehleinschätzungen bezüglich der momentanen Debatte um saubere Luft aufzuklären und auch andere wichtige Verursacher aufzuzeigen. Kritisiert wird dabei, dass in dieser Debatte der Straßenverkehr und vor allem Dieselfahrzeuge in den Fokus rücken, dass dieser Fokus allerdings häufig zu engstirnig gesetzt wird.

Der Beitrag vom 5. März kann kostenlos in der ZDF Mediathek angeschaut werden. https://www.zdf.de/politik/frontal-21/feinstaub-aus-brennholzoefen-100.html

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Neue Richtlinien für Klimaschutz

Attraktive Stadtplanung betreiben, gleichzeitig aber die Auswirkungen auf den Klimawandel berücksichtigen – die neue Richtlinie „VDI 3787 Blatt 8“ soll dies vereinfachen.

Die Kommission „Reinhaltung der Luft“ des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Deutschen Instituts für Normen (DIN) planen für den 5. Juni ein Expertenforum zur „Stadtentwicklung im Klimawandel“ in Frankfurt am Main. Hierbei stellen sie ihre neue Richtlinie „VDI 3787 Blatt 8“ vor, die den Städten die komplexen Zusammenhänge zwischen stadtklimatischen Charakteristika und planungsrelevantem Agieren aufzeigen soll. Während der Veranstaltung sollen demnach auch bereits realisierte Beispiele aus verschiedenen Städten vorgestellt werden.

Der Grund für das neue 41-seitige Dokument liegt in der aktuellen kommunalen Entwicklung: hier stehen oft keine eindeutigen Strategien und Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung des Ausstoßes von klimarelevanten Treibhausgasen. Häufig stehen die Gemeinden und Landkreise vor finanziellen Engpässen und Unsicherheiten bezüglich möglichen Klimafolgen, die ihnen diese gewünschte Vermeidung von Klimaschäden erschweren. VDI und DIN sind der Meinung, dass die Ansätze Klimaschutz und Klimaanpassung momentan noch weitgehend unabhängig voneinander betrachtet werden, obwohl sie eigentlich in einer engen Wechselbeziehung zueinander stehen sollten. Zwischen den beiden Ansätzen gebe es Konflikte, die gelöst werden müssen, aber auch Synergieeffekte, die genutzt werden sollten.

Interessierte Behörden und Unternehmen können sich auf der Internetseite des VDI zu der Veranstaltung anmelden, die über den ganzen Tag läuft. Alle Teilnehmer erhalten vor der Tagung die Unterlagen zum neuen Richtlinienblatt.

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Die Zunahme von Solarheizungen geht zurück

Wurden 2017 noch rund 78.000 neue Anlagen installiert, so ging die Zahl 2018 auf etwa 71.000 zurück. Das entspricht flächenmäßig einem Rückgang von ungefähr 8 Prozent.

Neue Zahlen des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) und des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar) zeigen: das Wachstum vom Interesse am Heizen mit Solarenergie hatte im Jahr 2018 nicht gerade seinen Höhepunkt. Insgesamt erzeugten gegen Ende des Jahres etwa 2,4 Millionen Solarthermieanlagen Solarenergie. Die Fläche aller Solarkollektoren betrug zum Jahresende circa 20,5 Millionen Quadratmeter. Im Vergleich zum Jahr 2017 ist die Zahl der Quadratmeter nur um 0,5 Millionen gestiegen. Zum Vergleich: In den Jahren 2013 und 2014 gab es dagegen noch einen Anstieg von etwa 0,9 Millionen Quadratmetern.

Probleme in der Unterstützung

„Solarheizungen sind populär, weil sie sich mit nahezu allen anderen Heizsystemen kombinieren und unkompliziert nachrüsten lassen. Trotzdem wächst die Zahl der Solarwärmeanlagen nicht im gewünschten Maße“, konstatierte BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. „Bei zu vielen Neubauten und Heizungssanierungen bleibt die Kraft der Sonne ungenutzt. Staatliche Förderprogramme sind oft unbekannt und weisen Lücken auf.“ Deshalb fordern beide Bundesverbände gemeinsam, dass bessere Anreize für das Installieren solcher Anlagen geschaffen werden. Dabei dürften erneuerbare Energien und Energieeffizienz nicht gegeneinander gestellt und ausgespielt werden.

„Die Kombination von effizienter Heiztechnik und Solarthermie ist eine lohnende Investition. Gegenüber einer Altanlage lassen sich Energieeinsparungen von bis zu 40 Prozent realisieren. Dies macht sich nicht nur finanziell bemerkbar, sondern ist auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH.

Der momentane Stand in Sachen Förderung

Einen staatlichen Zuschuss kann in Höhe von mindestens 2.000 Euro kann erwarten, wer die Heizung im Eigenheim in Richtung Solarenergie modernisieren möchte. In der Regel erhält man sogar 3.600 Euro. Entscheidet man sich für eine Solaranlage, die lediglich zur Warmwasserbereitstellung dient, erhält man mindestens 500, maximal 2.000 Euro. Auch fördert der Staat die Erweiterung einer bereits bestehenden „Sonnenheizung“ mit bis zu 2.000 Euro. Dazu muss die bisherige Kollektorfläche allerdings zwischen vier und 40 Quadratmetern groß sein und bereits zwei Jahre in Betrieb gewesen sein. Im Neubau wird der Bau von Solaranlagen bisher nicht gefördert, hier stehen die erneuerbaren Energien im Wettbewerb zu zum Beispiel Photovoltaik-Wärmepumpen-Kombinationen.

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Das effizienteste Gewächshaus aller Zeiten

Das niederländische Unternehmen Technokas hat ein neuartiges Gewächshaus entwickelt, das nicht nur Energie spart, sondern auch gewinnt. Der Schlüssel dazu: Plexiglas.

Das Betreiben eines Gewächshauses kostet den Besitzer viel Geld: gleichmäßige Temperaturen, gleichmäßige Lichtverhältnisse und genügend Sonnenschutz. Das alles braucht die Pflanzen und das alles kostet Geld. Der Ursprung der Idee zu einem neuen Gewächshaus, das diese Probleme löst, lag bei einem der drei Geschäftsführer des Unternehmens, Hans van Tilborgh. Er sah das Problem, dass nicht alle Sonnenstrahlen, die durch das Glas eines Gewächshauses einfallen, auch von den Pflanzen zum Wachsen gebraucht werden. „Unsere Ausgangsfrage war daher: Wie können wir die überschüssige Sonnenenergie, die ein Treibhaus aufnimmt und nicht verbraucht, nutzbar machen?“, so van Tilborgh. Er arbeitet bereits seit 26 Jahren in der Branche und entwickelt Gewächshausprojekte, Klimaanlagen und Geschäftsräume in den Niederlanden.

Die Lösung

Das entwickelte Gewächshaus hat ein Glasdach, welches die überflüssigen Sonnenstrahlen bündelt und in Energie umwandelt. Dennoch lässt es genügend Strahlen ins Innere, welches die Pflanzen benötigen. Die Idee für das so genannte „Daylight Greenhouse“ stand. Dann ging es an die zehn Jahre lange Entwicklungsphase. Entwickelt wurde dabei das entscheidende Hauptglied der Konstruktion: ein spezielles Dach. Dieses Dach „besteht aus Paneelen mit einer gut isolierenden Doppelverglasung mit darin eingeschlossenen Fresnellinsen. Diese konzentrieren das einfallende Sonnenlicht auf einen Kollektor, der auf zwei Achsen dem Lauf der Sonne folgt und wiederum das Licht in Wärmeenergie umwandelt“, so die Beschreibung des Herstellers. „Das Konzept funktioniert nur im Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten“, erläutert van Tilborgh. „Die gewonnene Energie kann dann entweder zum Heizen bei Nacht oder für den Winter gespeichert werden.“

Herausforderungen in der Entwicklung

Als das Konzept mit den gebrauchten Linsen feststand, ging es an die Suche nach einem geeigneten Material für diese Linsen. Nach viele Tests mit verschiedenen Materialien bewiesen dann aber die Linsen des Kunststoffspezialisten Pekago Covering Technology aus Plexiglas Solar ihr Können. „Wir haben uns für Plexiglas entschieden, weil es über eine hohe Lichtdurchlässigkeit verfügt und – besonders im Vergleich zu anderen Kunststoffen – langfristig stabil ist“, erläutert van Tilborgh.

Die Praxis überzeugt

Seit 2014 bewährt sich in den Niederlanden das erste Daylight Greenhouse, das rund 4.000 Quadratmeter groß ist. Es wird vom Betreiber Teer Laak Orchids genutzt, dieser ist begeistert: „Wir sparen dabei nun 40 Prozent bei den Heizkosten und etwa die Hälfte der Energie, die wir noch benötigen, produziert das Gewächshaus selbst“. Wegen des ausgeglichenen Klimas verliert der Betreibe außerdem merklich weniger Pflanzen an Pilze und Krankheiten. Diese Gründe führten dazu, dass Teer Laak Orchids im Sommer letzten Jahres auch noch ein zweites der Gewächshäuser in Betrieb nahm, welches mehr als zehnmal so groß ist, wie das erste.

Außer für Orchideen eigne sich das Daylight Greenhouse auch für andere Pflanzen, die nicht allzu viel Sonnenlicht brauchen und gut im Schatten gedeihen. „Das trifft beispielsweise auf viele Topfpflanzen zu. Gemüse wie Tomaten oder Gurken hingegen benötigen in der Regel so viel Sonnenlicht wie möglich“, so der Gewächshausbauer van Tilborgh.

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Klimatische Gebäudesanierung: Bundesregierung muss liefern

Die Deutsche Umwelthilfe fordert nach der voraussichtlichen Absage der Gebäudekommission einen neuen Maßnahmenplan zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich.

Um die Klimaziele gemäß Klimaschutzplan bis 2050 erreichen zu können, müssen die CO2-Emissionen im Gebäudesektor von 119 Millionen Tonnen (Stand 2014) auf 70 bis 72 Millionen Tonnen sinken. Dies sei laut Deutscher Umwelthilfe (DUH) mit den aktuell verabschiedeten Maßnahmen allerdings nicht erreichbar. Aufgrund langer Investitionszyklen müssten daher bereits heute die richtigen Weichen gestellt werden.

Laut Medienberichten möchte die Bundesregierung allerdings die Kommission „Zukunft der Gebäude“ absagen. Nach der langwierigen Diskussion über ihre Einsetzung kritisiert die Deutsche Umwelthilfe diese Entscheidung, da ein Maßnahmenpakt zur Erreichung der Klimaziele notwendig bleibe. Dieser müsse bis spätestens Juli 2019 als Beitrag für das geplante Klimaschutzgesetz vorliegen, da aufgrund langer Investitionszyklen schon früh die richtigen Weichen gestellt werden müssten.

Taten statt Worte

Dazu erklärt Constantin Zerger, Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der DUH: „Uns kommt es auf wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich an. Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung Taten angekündigt, geliefert hat sie bis heute nicht. Die Absage der Gebäudekommission ist ein weiterer Tiefpunkt für den Klimaschutz beim Bauen und Wohnen. Dabei drängt die Zeit: Die Bundesregierung und ihre Experten müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und ein konkretes Maßnahmenpaket zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudebereich vorlegen.“

Ein Maßnahmenplan für den Gebäudebereich müsse zu einer CO2-Einsparung von mindestens 50 Millionen Tonnen bis 2030 führen. Zu dieser Einsparung hat sich die Bundesregierung in ihrem Klimaschutzplan verpflichtet. Notwendig sei dafür ein anspruchsvoller Niedrigstenergiestandard für Neubauten, eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate für Bestandsgebäude und eine Wärmeversorgung auf der Basis von erneuerbaren Energien. Da der bereits vorliegende Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes weit hinter diesen Forderungen zurückbleibt, müsse dieser deutlich nachgebessert oder gar ganz zurückgezogen werden.

Aktueller Entwurf unzureichend

Dazu Paula Brandmeyer, Stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz der DUH: „Dieser aktuelle Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes hilft nicht, er rückt die Erreichung der Klimaziele in weitere Ferne. Im Entwurf möchte die Bundesregierung den Energiestandard auf dem heutigen Niveau festschreiben. Das ist Irrsinn: Um die Klimaziele zu erreichen, müssten damit auch die Neubauten von heute vor 2050 noch einmal saniert werden. Das kostet zusätzlich und belastet Eigentümer und Mieter.“

Im aktuellen Entwurf des Gebäudeenergiegesetzes solle lediglich das geltende Anforderungsniveau der Energieeinsparverordnung (ENEV)-2016 fortgeschrieben werden. Dagegen fordert die DUH eine Anhebung auf den KfW-40 Standard. Zudem müssen Schlupflöcher und bürokratische Regelungen aus dem Gesetzentwurf gestrichen werden. Doch nicht nur der Neubau benötige bessere energetische Standards. Um die Klimaziele bis 2050 zu erreichen, sei vor allem eine höhere Sanierungsrate von mindestens zwei Prozent bei Bestandsgebäuden von Nöten. Diese liege aktuell bei unter einem Prozent. Entscheidend sei aber auch die Sanierungstiefe – wenn saniert wird, dann richtig und auf einen guten Standard.