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Reparaturinitiativen bedrohen das Handwerk nicht

Immer mehr Reparaturinitiativen von Ehrenämtlern helfen bei kleinen Reparaturen. Die Befürchtung, dass sie das professionelle Handwerk bedrohen, sei aber unbegründet.

Hat man mal Reparaturbedarf und nicht die finanziellen oder zeitlichen Mittel, einen Handwerker zu rufen, sind sogenannte Reparaturinitiativen genau das richtige. Hier hilft jeder jedem – in einem zur Verfügung gestellten Raum und mit für jedermann nutzbaren Werkzeugen. Die Helfer selbst sind meistens nicht ausgebildet, vorhandenes Wissen kann aber unter allen Beteiligten geteilt werden. Das Ergebnis einer neuen Studie zeigt: die nachbarschaftliche Hilfe bei Reparaturen stellt keine Konkurrenz gegenüber dem professionellen Handwerk dar. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren der Studie „Handwerk und Reparatur – ökonomische Bedeutung und Kooperationsmöglichkeiten mit Reparaturinitiativen“. Durchgeführt wurde die Studie für das Umweltbundesamt vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen (ifh Göttingen). Sie haben mit Handwerksbetrieben selbst und auch mit Reparaturinitiativen gesprochen und sehen interessante Möglichkeiten der Kooperation.

Mit insgesamt 31 Milliarden Euro Umsatz im Bereich der Reparatur-Dienstleistungen hat dieser etwa sechs Prozent Anteil am Gesamtumsatz im Handwerk. Besonders häufig übernehmen Kleinbetriebe mit maximal vier Angestellten Reparaturservices. Am gesamten erwirtschafteten Umsatz durch Reparaturen haben Handwerksbetriebe einen Anteil von 44 Prozent.

Reparaturinitiativen haben andere Motive

Ein Unterschied beider Parteien wird deutlich, wenn man die Motive betrachtet. Haben die Handwerksbetriebe das Ziel, Neukunden zu gewinnen und Umsatz zu machen, wollen sich die gebildeten Initiativen vor allem ehrenamtlich engagieren und für Nachhaltigkeit sorgen. Das Problem bei den ehrenamtlichen Zusammenschlüssen sehen die Studienautoren allerdings darin, dass die Koordination und Gewinnung neuer Freiwilliger und vor allem die Verfügbarkeit von Räumlichkeiten und Ressourcen schwierig ist.

Potenzial für Kooperationen

Dass man eher mit- als gegeneinander arbeiten kann, da sind sich Handwerksbetriebe und Reparaturinitiativen einig: beide Akteure könnten sich verstärkt vernetzen und ihr Wissen digital weitergeben. Gemeinsame Reparatur-Siegel und Nachwuchswerbung wären für die Autoren der Studie denkbar. Das größte Kooperationspotenzial bieten laut der Studie die Aufgaben der Umsatzsteuerung, lokaler Kundenbindung und Nachwuchswerbung. Für die Reparaturinitiativen empfahlen die Autoren, dass sie ihre statistische Erfassung und Sichtbarkeit ausbauen, Handwerksbetriebe dagegen sollten sich verstärkt auf das Thema „Reparatur und Nachhaltigkeit“ konzentrieren.

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Wer ist für die Sicherung einer Baustelle zuständig?

Wird eine Grube ausgehoben, müssen die Handwerker die Baustelle danach sicher machen. Aber auch der Bauherr ist verantwortlich dafür, dass niemand hineinfällt.

Dass nicht nur das Unternehmen am Bau haftet, wenn ein Unfall mit anderen Menschen auf der Baustelle passiert, hat das Oberlandesgericht München entschieden. Auch derjenige, dem das betroffene Grundstück gehört, hat eine Mitschuld.

Der Hintergrund

Vor Gericht kam der Fall einer Baugrube: ein Unternehmen grub für die Bauarbeiten im Innenhof des Anwesens des Bauherrn einen Graben. Die Handwerker sicherten das Loch dann mit Flatterband. Da der Innenhof an ein Mietshaus und ein Restaurant angrenzt, hielten sich auch andere Menschen tags- und nachtsüber auf der Baustelle auf. Als der Koch des Restaurants in einer Nacht ein paar leere Kartons in die Mülltonnen entsorgen wollte, die im Innenhof stehen, fiel er in die Grube. Die zuständige Unfallversicherung übernahm die Behandlungskosten für seine schweren Verletzungen und verklagte anschließend sowohl den Bauunternehmer als auch den Bauherrn auf Schadenersatz.

Das Urteil

Das Urteil des Gerichts lautete: beide Parteien tragen Mitschuld an dem Unfall. Bauherr und Unternehmer müssen zu gleichen Teilen die Kosten für die Unfallfolgen tragen. Normalerweise übertrage der Bauherr die Verkehrssicherungspflicht für die Baustelle automatisch mit dem Auftrag auf den Unternehmer. Trotzdem sei er dafür zuständig, sich zumindest selbst von einer ausreichenden Sicherung vor Ort zu überzeugen und sei somit mitverantwortlich für Unfälle.

Die Grube sei mit dem Flatterband nicht ausreichend gesichert gewesen und der Bauherr habe dagegen nichts unternommen, weshalb er eine Mitschuld trägt. Außerdem hätte man laut Gericht angesichts der Lage des Gebäudes mit anderen Menschen rechnen müssen, die sich nahe der Baustelle aufhalten könnten.

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Deutschland liefert Fassadenelemente für London

2.400 vorgefertigte Fassadenelemente made in Germany wurden nach London ausgeliefert. Sie werden dort an einer technischen Hochschule und Universität verbaut.

Das „Imperial College of Science, Technology and Medicine“ (kurz: Imperial College) im Londoner Stadtteil White City erhält eine Verkleidung für das 2018 fertiggestellte Gebäude F. Es ist 35 Stockwerke und somit 140 Meter hoch und beherbergt rund 200 Apartments für das wichtigste Personal der Hochschule. Die etwa 2.400 vorgefertigten Fassadenelemente bestehen aus Glas, Keramik oder aus einer Kombination dieser beiden Materialien. Realisiert wurde die Fassade von den beiden deutschen Unternehmen Lindner Fassaden GmbH und Agrob Buchtal Architekturkeramik mit ihren lokalen Partnern. Die Elemente sind 1,5 Meter breit und 3,25 Meter hoch.

Produziert wurden die Platten im niederbayrischen Arnstorf, dem Sitz der Lindner Fassaden GmbH. Sie sind besonders dicht gegen Luft, Wasser und Schall. Die Logistik hinter dem gesamten Vorhaben war sehr ausgefeilt: so wurden die Fassadenelemente im Lkw nach einem bestimmten System auf Stahlpaletten verpackt. Eine Lkw-Ladung bestand aus 18 Regel-Elementen – bei rund 2.400 Platten ergibt das also über 100 Lkw-Ladungen. Das Entladen der Elemente musste zügig koordiniert werden, da das dicht besiedelte Gebiet rund um die Hochschule nicht viel Platz zum Entladen bietet.

Die Vorteile von Vorfertigung von allen möglichen Bauelementen außerhalb der Baustelle sind ein wichtiges Thema in der Baubranche: durch die Fertigstellung in Werkstätten und Fabriken ist man unabhängig von äußerlichen Wetterbedingungen und kann selbst ideale Bedingungen schaffen. Außerdem können die Elemente effizient montiert werden und erleichtern so vor allem das Zusammenbauen an Hochbaufassaden. Auch ist auf Baustellen in besiedelten Gebieten wenig Platz für die lange Lagerung von benötigten Verkleidungsmaterialien.

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Die neue Dimension der Verarbeitung

Mit der neuen Verarbeitungshilfe EASYSTICK wird die Maßfindung und die Einstellung der Anschläge an Bohr- und Beschlagsetzmaschinen für Tischler zum Kinderspiel.

Bei komplexen Beschlägen spielt die genaue Verarbeitung eine entscheidende Rolle. Denn nur die exakte Positionierung der Beschläge bringt volle Funktion im Alltag. Und genau hier setzt Blum an und bietet neue komfortable Unterstützung: Die Verarbeitungshilfe EASYSTICK erleichtert es Handwerkern, gebräuchliche Bohrbilder für Lochreihen, Korpusschienen, Frontbeschläge oder Scharniere exakt und effizient durchzuführen. Damit eröffnet sich eine völlig neue Dimension der Verarbeitung von Blum-Beschlägen im Tischleralltag. Zudem können die vom Korpuskonfigurator geplanten Werkstücke inklusive Bohrbilder von EASYSTICK übernommen und anschließend auf der Bohr- und Beschlagsetzmaschine MINIPRESS von Blum verarbeitet werden.

Auf Arbeitsweise der Verarbeiter angepasst

EASYSTICK für MINIPRESS besteht aus einem Lineal mit automatisierten Anschlägen und einem Computer mit Touchscreen. Die rechnergesteuerten Anschläge fahren automatisch in die richtige Position. Bohrpositionen an der Verarbeitungsmaschine zu ermitteln sowie Bohr- und Beschlagsetzmaschinen zu rüsten – all das wird deutlich vereinfacht. Die Bohrpositionen können direkt am Computer der Maschine manuell eingegeben werden. Der Verarbeiter kann das Möbelstück aber auch im Korpuskonfigurator planen und die Daten anschließend komfortabel auf EASYSTICK übertragen. Möbelhersteller, die bereits mit CNC-Maschinen arbeiten, können z.B. bei Kapazitätsengpässen Bohrungen sicher und bequem mittels EASYSTICK auf MINIPRESSMaschinen auslagern. Diese neue Lösung unterstützt die Verarbeitung unabhängig von der Arbeitsweise und dem Ausstattungsgrad des Möbelherstellers.

Investitionen der Verarbeiter stets im Auge

EASYSTICK gibt es in zwei Ausführungen: als Komplettpaket in Kombination mit der Bohr- und Beschlagsetzmaschine MINIPRESS oder als Nachrüst-Set für MINIPRESS ab Baujahr 2005. Doch Blum denkt bei dieser Lösung auch schon an künftige Investitionen der Verarbeiter, wenn z.B. der Kauf einer neuen Verarbeitungsmaschine ansteht. Deshalb wird EASYSTICK auch mit der nächsten Maschinen-Generation der MINIPRESS kombinierbar sein. Es ist sogar möglich, die komfortable Verarbeitungshilfe mit wenigen Handgriffen von der alten Maschine abzumontieren und auf der neuen anzubringen. EASYSTICK bildet gemeinsam mit dem Blum-Korpuskonfigurator und der Montage-App EASY ASSEMBLY ein stimmiges Service-Paket, das Verarbeiter entlang ihrer gesamten Prozesskette optimal unterstützt.

Weitere Informationen gibt es auf www.blum.com

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Mehr Wärme und weniger Licht

Mit den neuen HEATSCOPE® Heizstrahlern ist auch ein längerer Aufenthalt auf Terrasse und Balkon bis in den Abend hinein kein Problem mehr – selbst wenn es kälter wird.

Jeder, der privat oder in der Gastronomie und Hotellerie eine Terrasse, einen Balkon oder einen Wintergarten sein eigen nennt, kennt das: An manchen Tagen möchte man einfach gerne länger draußen sitzen bleiben und die Zeit im Freien genießen. Auch wenn es einmal kühler wird. Infrarot-Heizstrahler sind hier die perfekte Lösung, bieten sie doch Wärme auf Knopfdruck innerhalb von Sekunden. Dabei ist weniger oft mehr. „Weniger“ bedeutet in diesem Fall „weniger Licht“ – dafür umso „mehr Wärme“. Diesen Weg hat man bei HEATSCOPE® konsequent eingeschlagen: Einzigartiges Design kombiniert mit Ingenieurs-Kunst stehen bei jedem der neuen Ambiente-Heizstrahler im Mittelpunkt.

Wenn es draußen allmählich kühler wird, entfalten die neuen HEATSCOPE® Infrarot-Heizstrahler ihre volle Leistungsfähigkeit: nur 30 Sekunden nach dem Einschalten macht sich auf Terrasse, Balkon und Co. eine angenehme Wärme breit. Dabei erzeugt ein HEATSCOPE® nur maximal 15 bis 30 Prozent von dem Licht, das herkömmliche Heizstrahler erzeugen. So passt der Heizstrahler in viele Atmosphären perfekt hinein und macht im wahrsten Sinne des Wortes „schön“ warm.

Ob in der gehobenen Gastronomie und Hotellerie oder schlichtweg auf der eigenen Terrasse im privaten Heim: die Heizstrahler passen perfekt in jedes Umfeld, das etwas Besonderes verlangt und wo einfache Lösungen wie Heizpilze unangebracht erscheinen.

Die Doppel-Carbon-Heizelemente und die SCHOTT® NEXTREMA® Glasfront sorgen dafür, dass die Heizstrahler eine angenehme Wärme dezent im Hintergrund erzeugen. Beide Komponenten reduzieren das Licht auf ein kaum wahrnehmbares Minimum, die Infrarot-Strahlung bleibt dabei auf dem höchstmöglichen Level.

Vielfältige Lösungen für alle Umstände

Die zahlreichen Modelle ermöglichen vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Die Abstimmung des Modells ist das A und O wenn es darum geht, dass genau die Wärme-Menge im Raum ankommt, bei der man sich wohlfühlt und gerne länger bleibt. Je offener der Raum beziehungsweise Bereich, desto offener sollte auch der Strahler sein. In einem Wintergarten bietet sich daher zum Beispiel am ehesten der Ambiente-Strahler VISION mit seiner Glaskeramik-Front an, auf einer offenen Terrasse dagegen heizt man am besten mit dem Power-Strahler SPOT mit halboffener Lamellen-Front. Beide Modell-Reihen sind übrigens in fast jedes Smart Home System einbindbar. Per Knopfdruck auf der zugehörigen Fernbedienung oder integriert in die eigene Haus- oder Terrassensteuerung lassen sich die „Warmmacher“ einfach bedienen. Sowohl der Deckeneinbau mit automatischem Lift-System als auch die flexible Platzierung an jedem Ort mit freistehender, wetterfester Design-Standlösung sind möglich. Die Einsatzmöglichkeiten sind hier unbegrenzt – besonders im Segment der Gastronomie und Hotellerie.

Beratung für jedes Modell

Mit elektronischem Sachverstand und jahrzehntelangen Erfahrungen in der Forschung und Entwicklung ist es dem Team von HEATSCOPE® gelungen, einen Strahler für jede Situation und Umgebung zu entwickeln. Doch auch hier bleibt eine Beratung für den perfekten Strahler nicht aus. Das Team um Christian Luge von der MOONICH GmbH betreut alle Anfragen aus dem Bau- und Produktionsgewerbe, von Architekten, Handelsvertretungen und Designern in ganz Europa. Als eines der teilhabenden Unternehmen an der Produktion der HEATSCOPE® Design-Heizstrahler gehören Planungsunterstützung, Beratung, Service und Installations-Support zum festen Repertoire vom Team. Wo immer eine neue Installation geplant ist oder eine Heizlösung benötigt wird, stehen Christian Luge und seine Kollegen mit Erfahrung und Fachkenntnissen bereit.

Weitere Informationen und technische Daten gibt es unter www.heatscope.com

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Bald Pflichtpraktika im Handwerk?

Um mehr Auszubildende für das Handwerk zu gewinnen, fordert die IG BAU, das Bewusstsein für handwerkliche Berufe zu steigern und auf Praktika aufmerksam zu machen.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) möchte angesichts des steigenden Fachkräftemangels mehr Bewusstsein für die Handwerksberufe bei der jungen Generation schaffen. Dabei könne man sich vorstellen, ein kurzes verpflichtendes Praktikum im Handwerk zwischen der 7. und 12. Klasse anzubieten. Auch ließe sich die Dauer oder Anzahl der bisher bestehenden Pflichtpraktika verändern, damit in der Schulzeit wenigstens einmal eine handwerkliche Anlaufstelle infrage kommt. Momentan muss von den Schülern in den Sekundarstufen I und II jeweils ein Pflichtpraktikum absolviert werden.

Jugendliche informieren sich zu wenig über Bauberufe

„Der Bedarf an Fachleuten wird immer dramatischer – und zwar auch, weil viele Jugendliche zu wenig über die betriebliche Wirklichkeit beim Dachdeckerbetrieb, Maurer- oder Malermeister wissen“, meint der stellvertretende Vorsitzende der IG BAU, Dietmar Schäfers. Dabei hat die handwerkliche Ausbildung viele Vorteile: „Bau-Azubis sind heute die bestbezahlten Lehrlinge. Die Aufstiegschancen sind hervorragend. Und auch die Digitalisierung ist auf der Baustelle längst angekommen. Vom Grundriss auf dem Tablet bis hin zum Bauen per Roboter – die Jobs sind anspruchsvoller und für Jugendliche attraktiver geworden.“ Um mehr Jugendliche für diese Jobs anzuwerben und ihr Interesse zu wecken, kann sich die IG BAU beispielsweise eine Empfehlung von Handwerksberufen durch die Kultusministerkonferenz für die Pflichtpraktika vorstellen. Der Fachkräftemangel spitzt sich zu: in den letzten Jahren begann mehr als jeder zweite Schulabgänger ein Studium, die Zahl der Gesellenprüfungen sank zwischen 2007 und 2017 um etwa 27 Prozent.

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Staat soll bei Dachausbau helfen

Durch Ausbau leerstehender Dächer und den Ausbau von Wohnhäusern und Supermärkten können neue Wohnräume geschaffen werden. Das soll der Staat aktiv finanziell fördern.

Bislang gibt es zahlreiche Förderprogramme vom Staat: energetische Sanierungen von Häusern werden in vielerlei Hinsicht unterstützt und auch Handwerkskosten können steuerlich abgesetzt werden. Für den Dachausbau selbst erhält der Bauherr allerdings keinerlei Zuschüsse oder andere Förderungen. Dass sich das ändert, fordern jetzt die Grünen: der Staat solle zehn Prozent der Baukosten übernehmen, die bei einem Dachausbau und somit bei der Schaffung von neuem Wohnraum anfallen. Die maximale Förderungsgrenze soll jedoch bei 150 Euro pro Quadratmeter liegen. Durch den Ausbau von Dächern, Wohnhäusern und Supermärkten könnten in dieser Wahlperiode 100.000 zusätzliche Wohnungen entstehen, heißt es im Antrag der Grünen. Geht es nach dem aufgestellten Förderungsprogramm, sollen noch in diesem Jahr 10.000 Wohnungen mit etwa 90 Millionen Euro gefördert werden. Über drei Jahre plant die Partei Investitionen in Höhe von mehr als 800 Millionen Euro.

Schätzungen zufolge fehlen momentan in Deutschland etwa eine Millionen Wohnungen. Gegen diesen Missstand soll der Antrag ein erster Schritt sein. Tierschützer sehen den Ausbau kritisch: viele Tiere wie Vögel finden in den leeren Dächern einen Unterschlupf, den man mit einem Ausbau zerstören würde. Dadurch würden Nistplätze vernichtet und die Artenvielfalt bedroht.

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Ermäßigter Steuersatz für Wasseranschlüsse

Erhält ein Gebäude einen Hauswasseranschluss, so zählt diese Leistung als „Lieferung von Wasser“ und unterliegt deshalb einem ermäßigten Steuersatz.

Sieben Prozent Steuern müssen im Falle der Installation eines Wasseranschlusses vom Auftraggeber gezahlt werden. Das gilt nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS auch dann, wenn die Leitung von einem dritten Unternehmen gelegt wird, und nicht vom Wasserlieferanten selbst.  

Der Grund für diese Entscheidung

Zu der Entscheidung dieser Änderung führte der Fall eines Tiefbauunternehmens: dieser wurde vom örtlichen Zweckverband dazu beauftragt, in einem Gebäude einen Trinkwasseranschluss zu legen. In der Rechnung hatte das Unternehmen bereits den ermäßigten Steuersatz berechnet, was den Finanzbehörden allerdings nicht gefiel. In einem Bescheid hieß es, dass der volle Mehrwertsteuersatz gelten müsse. Eine Ermäßigung käme nur dann infrage, wenn die Leistung vom selben Unternehmen vollzogen worden wäre, die hinterher auch das Wasser liefert. Das Urteil der Richter vom Bundesfinanzhof sah dann allerdings anders aus: es sei für die Ermäßigung des Steuersatzes nicht relevant, ob der Wasserversorger selbst die Leistung erbringt, oder ob er einen Dritten damit beauftragt hat.

Für die Lieferung von Wasser galt bisher bereits, dass sie mit einem ermäßigten Satz von sieben Prozent versteuert wird. Dabei ist in vielen verschiedenen Fallkonstellationen oft immer noch nicht eindeutig, unter welchen Bedingungen die Leistung wie hoch versteuert werden muss.

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Verbände-Allianz gegen die Beschränkung der Solarförderung

Momentan werden nur Solarstromanlagen mit einer Leistung von bis zu 52 Gigawatt gefördert. Diese Höchstgrenze ist der Solarwirtschaft allerdings ein Dorn im Auge.

Der Bundesverband der Solarwirtschaft (BSW Solar) protestiert gegen den Förderdeckel: in Deutschland sind jetzt schon Solarstromanlagen in Betrieb, die eine Spitzenleistung von 46 Gigawatt haben. Diese werden staatlich gefördert. Ab einer Leistung von 52 Gigawatt allerdings bleibt diese Förderung aus. Der Förderdeckel im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde 2012 eingeführt und besagt seitdem, dass bei Erreichen dieses Wertes nicht mehr weiter gefördert wird.

Anstatt die Solarförderung zu kappen, müsse sie um einiges mehr gefördert werden, meint der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Solarwirtschaft (BSW Solar), Carsten Körnig. Laut ihm müssten nach dem Atom- und Kohleausstieg die jährlichen Ausbauziele der Solarenergiegewinnung sogar noch mindestens verdreifacht werden. Mit der aktuellen Beschränkung sei es nicht möglich, den nötigen Strombedarf Deutschlands zu decken. Diese Energielücke müsste Deutschland dann mit viel Strom aus Auslandsimporten füllen.

Nach Einschätzungen des BSW Solar sollen schon im nächsten Jahr viele Solarstromanlagen eine Photovoltaik-Kapazität von 52 Gigawatt erreichen. Viele Verbände haben sich nach der Forderung des BSW Solar der Bewegung angeschlossen. Darunter sind zum Beispiel der Deutsche Mieterbund, der Eigentümerverband Haus und Grund und der Deutsche Naturschutzring. Die Argumente gegen die Beschränkung liegen in den wichtigen Vorteilen der Anlagen. So sollen diese einen besonders niedrigen Flächenbedarf haben und einen sehr wichtigen Beitrag zur Energiewende darstellen. Viele befürchten, dass durch das Förderende ein abrupter Einbruch im Ausbau von Photovoltaik-Dachanlagen stattfinden würde, auch wenn die Preise neuer Anlagen sinken.

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Prognosen für Bauwirtschaftsumsatz 2019

Für 2019 erwartet die Bundesvereinigung Bauwirtschaft einen gesamten Umsatz von circa 350 Milliarden Euro in der Baubranche. Das entspricht einer Steigerung von 4,2 Prozent.

Diese Prognose gab Marcus Nachbauer, der neue Vorsitzende der Bundesvereinigung Bauwirtschaft, anlässlich der IHM in München bekannt. So sollen die rund 370.000 Mitgliedsbetriebe mit ihren rund 3,3 Millionen Beschäftigten diesen Umsatz erzielen. 2018 lag der Gesamtumsatz der Branche bei 339,3 Milliarden Euro, was gegenüber 2017 einem Plus von 5,5 Prozent entspricht. 2019 soll die Steigerung laut der Prognose bei 4,2 Prozent liegen. Der Grund für das Wachstum liegt laut dem Vorsitzenden allerdings vor allem an den steigenden Kosten zum Beispiel für Löhne und Rohmaterial. Man mache sich immer noch große Sorgen um den Fachkräftemangel, steigende Rohstoffkosten und die Folgen des Brexits und weiterer Handelskonflikte.

Starker Neubau – schwacher Ausbau

Betrachtet man die Bausparten im Einzelnen, gibt es hier im Wachstum ein paar Unterschiede: das Bauhauptgewerbe machte 2018 einen gesamten Umsatz von 117 Milliarden Euro, was im Vergleich zu 2017 einem Wachstum von ganzen 10,2 Prozent entspricht. Für 2019 erwarten die Experten ein Umsatzplus von 5,4 Prozent mit 123 Milliarden Euro Umsatz. Während das Bauhauptgewerbe und somit das Neubaugeschäft boomt, fiel der Umsatzanstieg in der Sparte Ausbau deutlich schwächer aus: mit einem erwarteten Umsatz von 92,4 Milliarden Euro entspricht das einem Umsatzplus von 3,5 Prozent. Auch die Sparte Gebäudetechnik macht mit 138 Milliarden Euro erwartetem Umsatz in 2019 ein Plus von nur 3,5 Prozent.