Frankreich setzt auf nachhaltigen Holzbau

Frankreich setzt radikal auf Nachhaltigkeit: Ab 2022 müssen alle öffentlichen Neubauten mindestens zu 50 Prozent aus Holz oder anderen nachhaltigen Materialien bestehen.

Als Vorzeigeprojekt für dieses Vorhaben fungieren die geplanten Bauten für die Olympischen Spiele 2024 in Paris. Denn die Anforderungen an die Nachhaltigkeit sind hoch. Das geht aus einem Bericht auf dem Newsportal GCR hervor. So sollen beispielsweise Gebäude mit mehr als acht Stockwerken vollständig aus Holz bestehen. „Wenn es für die Olympischen Spiele möglich ist, sollte dies auch für andere Bauten der Fall sein“, sagt Wohnungsminister Julien Denormandie. „Ich fordere alle öffentlichen Stellen, die die Entwicklung verwalten, auf, ihre Gebäude aus Material zu errichten, das zu mindestens 50 Prozent aus Holz oder anderem Material aus biologischem Anbau besteht.“ Die Nachhaltigkeitspläne erstrecken sich allerdings nicht nur über den Holzbau. Auch soll Paris rund 100 Urbane Farmen erhalten, die ersten 30 Projekte sollen bereits diesen Sommer feststehen. Hierzu sagt der Wohnungsminister: „Als Vater ziehe ich es vor, dass das, was auf den Tellern meiner Kinder landet, aus der Region stammt, anstatt vorher mit dem Flugzeug importiert zu werden.“ Des Weiteren sollen 90 Öko-Quartiere entstehen, die Organisation hierbei übernimmt die neugegründete Nachhaltigkeitsorganisation „France Ville Durable“.

Die Ladesäulenpflicht kommt

Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) sieht vor, dass Deutschland im Neubau, bei der Sanierung und im Bestand die Ladeinfrastruktur aufbaut.

Der Plan innerhalb des „Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität“ – kurz Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) – sieht vor, dass die EU-Vorgaben 1:1 in nationales Recht umgesetzt werden. Genauere Vorgaben dazu, wo und wann Lademöglichkeiten gebaut werden müssen und was sie erfüllen müssen, werden folgen. Konkret sieht das Gesetz vor, dass bei Neubau oder „größerer Renovierung“ von Wohngebäuden mit mehr als zehn Stellplätzen künftig jeder Stellplatz mit Schutzrohren für Elektrokabel auszustatten ist. Bei Nichtwohngebäuden gilt das für jeden fünften Stellplatz. Zusätzlich ist in Nichtwohngebäuden mindestens ein Ladepunkt zu errichten. Jedes Nichtwohngebäude mit mehr als 20 Stellplätzen ist bis zum 1. Januar 2025 zudem mit einem oder mehr Ladepunkten auszustatten. Ausnahmen gelten ausschließlich für Gebäude, die sich im Eigentum von kleinen und mittelständischen Unternehmen befinden und auch von ihnen genutzt werden.

Kritik für den Gesetzentwurf

Seitens des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer (DgW) gibt es einige Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge für den Entwurf. So führe das ganze Vorhaben beispielsweise zur Erhöhung der Wohnkosten, wenn die E-Mobilität aus der Wohnraumvermietung finanziert werden soll. Der Verband fordert für diesen Fall Refinanzierungsmöglichkeiten aus der Ladeinfrastruktur und den Verkauf von Ladestrom. Auch hätten die Abstellflächen zum Laden von E-Fahrzeugen überwiegend nicht 1:1 die gleiche Fläche wie bereits vorhandene Stellplätze. Es müssten also möglicherweise neue Stellflächen geplant werden. Eigentümer befürchten außerdem zusätzliche bürokratische und finanzielle Anforderungen, die im aktuellen Entwurf über die Vorgaben der EU-Richtlinie hinausgehen.

Handwerk braucht mehr Arbeitnehmer, die digital fit sind

Acht von zehn Mittelständlern brauchen Mitarbeiter, die sich mit neuen digitalen Technologien auskennen. Dabei kann nur ein Drittel diesen Bedarf überhaupt decken.

Zwar könnte Weiterbildung diese Lücke füllen, doch nur die wenigsten Unternehmen können sich die hohen Kosten und den Arbeitsausfall dafür leisten. E-Learning bietet sich hier als Alternative an. Das sind unter anderem die Kernergebnisse einer Sonderumfrage des KfW zur Digitalisierung des Mittelstandes. So führen immer mehr kleine und mittlere Unternehmen Digitalisierungsprojekte durch. Digitale Prozesse kommen also zunehmend in Prozessen, Produkten und in der Kommunikation vor. Durch die mangelnden Kompetenzen der Mitarbeiter werden die Fortschritte in dem Gebiet aber oftmals ausgebremst. Ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen kann den Bedarf an digitalem Knowhow und Fähigkeiten aktuell nicht decken, heißt es. 38 Prozent der Firmen sahen 2019 fehlende Kenntnisse des Personals als Digitalisierungshürde, so die Forscher der KfW. Zwei Jahre zuvor betrug dieser Anteil noch 29 Prozent. Und dabei ist mittlerweile für acht von zehn Mittelständlern in Deutschland mindestens eine Digitalkompetenz von Bedeutung.

Digitale Endgeräte in Arbeitsalltag integriert

78 Prozent der befragten Mittelständler gaben an, einen großen Bedarf an der Bedienung von Standardsoftware und digitalen Endgeräten zu haben. Onlinekompetenzen wie zum Beispiel Internetrecherchen, Onlinemarketing oder der Umgang mit sozialen Medien sind für die Hälfte der Mittelständler von großer Bedeutung. 45 Prozent finden außerdem die Bedienung von Spezialsoftware oder digitalen Produktionsmaschinen wichtig und immerhin 24 Prozent der mittelständischen Unternehmen benötigen Mitarbeiter mit fortgeschrittenen Digitalkompetenzen wie Programmieren oder statistischer Datenanalyse. Die Hürde, neue Mitarbeiter für diese Kompetenzen zu rekrutieren, ist für kleine Unternehmen besonders hoch. Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, rät auf digitale Lernformate zu setzen. Sie seien sind in den letzten Jahren technisch und didaktisch besser geworden und könnten so die berufliche Weiterbildung in Deutschland beleben. „E-Learning ermöglicht flexibles, zeit- und ortsunabhängiges Lernen – damit passt es besonders gut zu den Anforderungen kleiner Unternehmen.“

Akuter Fachkräftemangel betrifft auch Sachverständige

Längere Verfahrenslaufzeiten wegen des Sachverständiger-Mangels betreffen nicht nur die Justiz, sondern auch die Verbraucher. Eine Studie zeigt die Auswirkungen.

Bis zu 15 Prozent weniger tätige öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige wird es voraussichtlich in den nächsten vier bis fünf Jahren geben. Dadurch drohen sich viele Verfahren vor allem in Zivil- und Strafprozessen unnötig in die Länge zu ziehen. Das ergab eine 2018 durchgeführte Studie des Instituts für Sachverständigenwesen e.V. (IfS) in Köln. So betrage der zeitliche Anteil des Sachverständigenbeweises an Gerichtsverfahren mit Sachverständigen in etwa 40 Prozent. Darin enthalten ist auch die Zeit der Suche nach geeigneten Sachverständigen. Steigt die Auslastung bei gleichzeitig weniger tätigen Sachverständigen in den kommenden Jahren, ist mit sinkender Verfahrenseffizienz und damit längeren Verfahrenslaufzeiten zu rechnen. Auch auffällig ist das Ergebnis einer Auswertung im Auftrag des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz aus dem Januar 2019. Demnach sind deutsche öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige in Deutschland durchschnittlich 59 Jahre alt. 2018 befanden sich 59 Prozent der Angestellten innerhalb des Altersintervalls von 51 bis 65 Jahren. 24 Prozent sind sogar älter als 65.

Wie entwickeln sich diese Zahlen in den nächsten vier Jahren?

In insgesamt vier möglichen Zukunftsszenarien versucht die Studie verlässliche Angaben zur Entwicklung der Anzahl der öffentlich bestellten Sachverständigen in den nächsten vier Jahren in einzelnen Sachgebieten zu geben. Das erste Szenario geht beispielsweise davon aus, dass in den nächsten vier Jahren durchschnittlich genauso viele Sachverständige in den einzelnen Sachgebieten erstmals bestellt werden wie zuvor in den Jahren 2013 bis 2017. Im zweiten Szenario geht man hingegen von einer rückläufigen Anzahl der Neubestellungen von 20 Prozent aus. Die letzten beiden Szenarien sind etwas komplizierter, spielen in Bezug auf das Fazit aber keine wesentliche Rolle, denn: Wenn sich nur ein Teil der vorgestellten Szenarien realisiert, wird es bereits kurzfristig weniger öffentlich bestellte Sachverständige geben. Die Auslastung der Sachverständigen wird längere Bearbeitungszeiten bei der Begutachtung nach sich ziehen, was allgemein längere Verfahrenslaufzeiten bedeuten wird.

Beton ohne CO2-Fußabdruck

Der Baustoffproduzent Holcim hat den bundesweit ersten CO2-neutralen Beton entwickelt. Erreicht wird dies unter anderem durch eine veränderte Betonrezeptur.

Widerstand gegen Druck, im Verarbeitungszustand gießbar und somit formbar – diese und viele weitere Vorteile bietet das robuste Baumaterial. José Luis Moros beschreibt in seinem Fachbuch „Baukonstruktion – vom Prinzip zum Detail“ auch, wie Beton es erlaubt, fugenlose monolithische Strukturen in größeren Maßstäben zu schaffen, bis hin zum kompletten Bauwerk. Betrachtet man die Auswirkungen von Beton auf das Klima und die Umwelt, kommen allerdings auch immer mehr Nachteile zum Vorschein. So entstehen bei der Produktion von Beton etwa fünf bis zehn Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Bauwerke allgemein sind sogar für ganze 40 Prozent der Treibhausgasemissionen und des Energieverbrauchs verantwortlich. Auch sorgt die Gebäudesparte für 50 Prozent der Rohstoffentnahme aus der Natur sowie der Abfallmassen. Zu diesen Ergebnissen kommt das Bauwende Bündnis. Statista, das die Treibhausgasemissionen des deutsche Baugewerbes in den Jahren 1995 bis 2017 ermittelt hat, kommt ebenfalls zu einem solchen Ergebnis: Im Jahr 2017 verursachte das deutsche Baugewerbe rund 4,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Viele Hersteller arbeiten bereits an CO2-neutralem Beton

Alternative Bauweisen, wie beispielsweise die Bauweise mit Holz, nehmen seit jeher zu. Aber auch im Bereich des Zements und Beton geben viele Hersteller nicht auf. So hat der Baustoffproduzent Holcim erst im Januar 2020 bekanntgegeben, dass der bundesweit erste CO2-neutrale Beton entwickelt worden sei. Auch gibt das Unternehmen an, seit 2019 bereits mehr als 90 Prozent seiner Betone mit CO2-reduzierten Zementen zu produzieren. Der Name des Produktes verspricht viel: Ecopact Zero heißt der neuartige Beton. Noch im ersten Quartal 2020 soll er erstmals innerhalb Deutschlands ausgeliefert werden. Eine tragende Rolle bei der Produktion habe der Einsatz klinkerreduzierter Zemente und die Optimierung der Bindemittel-Gehalte gespielt, heißt es von dem Hamburger Unternehmen. Das allein soll allerdings nicht ausgereicht haben. So werde der weiterhin unvermeidbare CO2-Fußabdruck bei der Produktion von Ecopart Zero beispielsweise durch den Erwerb von MoorFutures-Zertifikaten kompensiert. MoorFutures fördert Wiedervernässungs-Projekte von Mooren in verschiedenen Bundesländern. So könne eine Wiedervernässung der drainierten Moore Deutschlands theoretisch bis zu 35 Millionen Tonnen CO2- pro Jahr einsparen, schreibt Stefan Zerbe in seinem Buch „Renaturierung von Ökosystemen im Spannungsfeld von Mensch und Umwelt“.

Bauindustrie fordert einheitliche Datenstandards

In den Augen von Bauunternehmen und Maschinenherstellern ist die Digitalisierung ohne einheitliche Datenformate und zugängliche Plattformen zum Scheitern verurteilt.

Auf einer Podiumsdiskussion im November 2019 diskutierten zahlreiche Experten über „Smart Construction und die intelligente Baustelle“. So liefern und verarbeiten Baumaschinen bisher bereits eine Unmenge an Daten – diese sind allerdings nicht universell lesbar und ergeben nur im Ökosystem des jeweiligen Herstellers gelesen einen Sinn. Hans Jörg Klingelhöfer, Head of Digitalisation bei der Strabag, stellt fest: „Wir sind auf dem Stand der sechziger Jahre stehen geblieben. Das müssen wir ganz dringend ändern.“ Denn: Idealerweise würden sämtliche im Bauprozess anfallende Daten in einer Baustellencloud gespeichert und in Onlineportalen ausgewertet und aufbereitet werden. Dafür müssten die Daten allerdings ein einheitliches Format besitzen, was bisher nicht möglich ist. Auch unklar ist, bei wem die Verantwortung für den ersten Schritt in die richtige Richtung liegt. Die Industrie sieht die Verantwortung dafür bei den Bauunternehmen, die wiederum nehmen die Industrie in die Pflicht. „Schöner und einfacher ist es natürlich für die Hersteller, wenn Sie integrierte Lösungen im eigenen System haben – wir möchten aber offene Schnittstellen“, sagt Margit Dietz, Geschäftsführerin der Jean Bratengeier Bau GmbH und Sprecherin der Bauunternehmerinnen im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes. „Der direkte Austausch mit der Konkurrenz hat keine Tradition in der Bauindustrie“, gibt Strabag-Mann Klingelhöfer zu bedenken. Und auch Dietz‘ Optimismus ist gedämpft: „Aus meiner Sicht wird es noch dauern, bis es Datenstandards für Baustellen geben wird.“

Erste Lösungsversuche

Im Rahmen der Forderungen, einheitliche Datenstandards zu schaffen, hat der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) über seinen Arbeitskreis Telematik die Grundlagen der ISO-Norm 15143-3 zur Datenstandardisierung von Erdbaumaschinen geschaffen, die als Arbeitsgrundlage auf dem Weg zu einer herstellerübergreifenden Standardisierung gedacht ist. Viele Bauunternehmen halten die Schaffung einer Plattform für alle Maschinen schon lange für unabdingbar. „Wenn jeder Hersteller seinen eigenen Standard etabliert, dann werden wir nicht zusammenarbeiten können“, warnt zum Beispiel Dr. Rainer Bareiß, Prokurist der Wolff & Müller Holding GmbH & Co. KG. Außerdem befinden sich verschiedene Hersteller von Anbaugeräten bereits im Austausch und erarbeiten für ihre Daten Schnittstellen und einheitliche Standards.

Bundesverkehrsministerium in der Kritik

Beim Einsatz Öffentlich-Privater Partnerschaften ist sich die Bauwirtschaft uneinig. So übt das Baugewerbe daran Kritik aus, die Bauindustrie weist die Vorwürfe zurück.

Für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hagelt es momentan viel Kritik wegen des geplanten Vorgehens beim Autobahnbau. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD wurde vereinbart, die noch nicht fertiggestellten Öffentlich-Privaten Partnerschaften (ÖPP) der ersten bis dritten Staffel nur dann zu realisieren, „wenn deren Wirtschaftlichkeit auf Basis der mit dem Bundesrechnungshof abgestimmten Regularien transparent nachgewiesen worden ist”. Ferner heißt es: „Die Wirtschaftlichkeitsuntersuchung und die Konzessionsverträge werden wir nach Vergabe bei Zustimmung des Konzessionsnehmers im Internet veröffentlichen.” Wie die Tageszeitung „Welt“ berichtet, habe das Verkehrsministerium lediglich mitgeteilt, dass eine mit einem fiktiven Beispiel unterlegte Musterwirtschaftlichkeitsuntersuchung erstellt und veröffentlicht werden solle. Aus Sicht des haushaltspolitischen Sprechers der Grünen, Sven-Christian Kindler, ist das „ein offener Bruch mit dem Koalitionsvertrag”. Aus Sicht des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) entstehe dieser Vorwurf aufgrund einer bisher fehlenden Umsetzung des Auftrags im Koalitionsvertrag, „ÖPP-Verträge offenlegen zu wollen“. So wundert sich HDB-Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel: „Ich bewundere jedes Mal aufs Neue die Kreativität der Oppositionsarbeit, bereits nach der ersten Halbzeit das Endergebnis sehen zu wollen.“ Aus Sicht Babiels weisen Projekte mit Öffentlich-Privater-Partnerschaft bereits jetzt ein hohes Maß an Transparenz auf, da jedes Projekt im Bundesfernstraßenbereich mit allen Kosten und für jeden nachlesbar im Bundeshaushalt stehe.

ÖPP-Projekte im Autobahnbau seien intransparent

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) nennt die ÖPP-Projekte im Autobahnbau außerdem intransparent, unwirtschaftlich und mittelstandsfeindlich. Es sei nicht nachvollziehbar, weshalb die Bundesregierung „die Wirtschaftlichkeit von ÖPP-Projekten nicht anhand konkreter, real existierender Bauvorhaben belegt“, erklärt Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des ZDB. So müssten sich Bauprojekte an der Praxis messen lassen und am konkreten Fall durchgerechnet werden. Ginge es nach Pakleppa, wären ÖPP-Projekte längst Geschichte. Sein Hauptargument liegt dabei vor allem in der wirtschaftlichen Ineffizienz von Öffentlich-Privaten-Partnerschaften. Außerdem würden mittelständische Unternehmen bei einer ÖPP-Ausschreibung aus seiner Sicht vom Bauprozess ausgeschlossen werden. Demnach müsse man die Ausschreibung so ausgestalten, „dass auch mittelständische Firmen und nicht nur internationale Großkonzerne am Autobahnbau beteiligt bleiben“.

Weltweit erstes Gebäude aus Carbonbeton

In Dresden wird momentan das erste Gebäude aus Carbonbeton gebaut. Der Beton ist mit einer Bewehrung aus Kohlenstofffasern nachhaltiger als herkömmlicher Stahlbeton.

Mitten in Dresden soll das neuartige Gebäude die Möglichkeiten des neuartigen Verbundwerkstoffs öffentlichkeitswirksam inszenieren. Stahlbeton steht in Hinblick auf den Klimawandel schon länger in der Kritik: viel zu dicke Betonschichten, die zum Schutz des Stahls benötigt werden und auch der verbrauchte Zement verursacht viel zu viel CO2. Die Technische Universität (TU Dresden) sieht deshalb eine überwiegende Nutzung von sogenanntem Carbonbeton als zukunftsfähige Lösung. Es handelt sich hierbei um einen Materialverbund aus einer nichtrostenden Kohlenstofffaser-Bewehrung und Hochleistungsbeton. So schreibt die TU Dresden, dass der Materialwechsel hin zu Carbonbeton den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Instandsetzung von Bauwerken um bis zur Hälfte reduzieren und wertvolle Ressourcen schonen könnte. Die Ergebnisse ihrer umfangreichen Carbonbeton-Forschungsoffensive will die TU Dresden nun einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Deshalb wird in der Landeshauptstadt Sachsens nun das weltweit erste Gebäude aus diesem Materialverbund entstehen. Bis Ende 2020 soll es fertiggestellt sein. Es entsteht ein 220 Quadratmeter großer Experimentalbau, der gleichzeitig als Versuchsstand dienen soll. Das Gebäude soll „Cube“ heißen und war ursprünglich in Form eines Würfels geplant. Nun werden zwei symmetrisch gegenüber angeordnete Twist-Elemente gleichzeitig den seitlichen sowie oberen Raumabschluss bilden und das außerordentliche Anwendungsspektrum der Carbonbetonweise veranschaulichen.

Initiative Wohnen will nicht mehr reden, sondern handeln

Ganze 24 Unternehmen trafen sich in Berlin, um eine Initiative zu gründen, die endlich das Ziel umsetzen soll, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.

„Wir wollen nicht mehr über den Klimawandel reden. Wir wollen handeln.“ – So lautet das Motto der Unternehmen der Wohnungswirtschaften, die sich am 28. Januar zur Gründung der Initiative Wohnen.2050 (IW2050) trafen. Initiiert wurde der bundesweite Zusammenschluss von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. Der Zusammenschluss hat ein klimapolitisches Bündnis zum Ziel, welches neben der strategischen Kooperation und einem fachlichen Abgleich insbesondere auch wirtschaftliche und finanzielle Belange zur Erreichung der Vorgaben im Blickfeld hat. Schon am Gründungstag vertraten die anwesenden Unternehmen immerhin rund 1.050.000 Wohneinheiten und sechs der zehn größten deutschen Wohnungs-Unternehmen innerhalb des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alex Gedaschko, dem Präsidenten des GdW: „Für die Wohnungswirtschaft ist Klimaschutz eines der vordringlichsten Themen – und alle Beteiligten leisten seit langem einen kontinuierlichen Beitrag. Um das Zwei-Grad-Ziel und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, gilt es den Einsatz noch einmal deutlich zu erhöhen. Die Situation erfordert nicht nur Engagement, sondern Transformation“, erklärte Gedaschko.

Know-how der gesamten Branche wird geteilt

Die Lösungen für vorher gesammelte Probleme werden mit dem gesammelten Know-how der Unternehmen erarbeitet und diskutiert. So sollen auch kleinere Unternehmen die Chance erhalten, sich einzubringen und ihren Standpunkt klarzumachen. „Wir stehen vor der wohl größten Jahrhundertaufgabe unserer Zeit. Deswegen war für uns klar, dass wir eine Brancheninitiative brauchen, um dieser Herausforderung gemeinsam und partnerschaftlich zu begegnen“, so Dr. Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt und Vorstand der IW2050, über das Klimaschutz-Engagement. Die vier Hauptziele der Initiative sind neben der einheitlichen Positionierung, um finanzielle Unterstützung für die Klimaziele im Wohnungsbereich einzuwerben unter anderem auch, das Wissen aller Mitglieder für alle zugänglich zu machen und so mit einem reduzierten Ressourcenaufwand zeitnah Lösungen zu entwickeln. Außerdem sollen die Vorreiterrolle und das Klimaschutzengagement der Branche öffentlich gemacht werden. Zu guter Letzt sollen die Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen motiviert, befähigt und aktiviert werden, um zur Klimazielerreichung beizutragen. Auch soll das Thema den Kunden möglichst nahe gebracht werden.

Digitalisierungs-Revolution im Bau ist in vollem Gange

Eine Vielzahl an Veranstaltungen zur Digitalisierung und die Häufigkeit von digitalisierten Instrumenten in der Baubranche zeigen, dass die Digitalisierung angekommen ist.

Immer mehr Fachleute stimmen zu, dass die Digitalisierung Möglichkeiten und Chancen bietet: „Aus ‘Zukunftsmusik’ ist längst Branchenrealität geworden”, erklärt Florian Kaiser, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Bauzulieferindustrie, Dr. Wieselhuber & Partner. Innovative und digitale Ideen heben Leistungsangebote und Prozesse auf ein ganz neues Niveau. Kunden verlangen mittlerweile klare saubere Abbildungen, detaillierte Kenntnisse und die Verbindung mit einem effizienten Datenmodell. In vielen Baubetrieben ist das allerdings noch keine Realität. Geht es um traditionelle Geschäftsideen wie zum Beispiel die Rolle des Großhandels, werden wertvolle Chancen für eine Digitalisierung oftmals außer Acht gelassen. Neue Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Startup-Messe TECH IN CONSTRUCTION in Berlin oder auch junge Kongresse wie die BIM-World oder das Construction Equipment Forum sensibilisieren für das Thema und geben einen umfangreichen Marktüberblick über die Innovationen der Baubranche. Die sehr gute Auftragslage bei den führenden Herstellern und Verarbeitern bieten nicht Chancen der Digitalisierung, sondern machen sie fast schon nötig, um hinterherzukommen. Kaiser mahnt, dass es in dieser Phase besonders wichtig ist, vorausschauend in die Zukunft zu blicken. Jeder solle unter dem Motto „integrale Planung/Digitalisierung“ seine traditionellen Verhaltensweisen überdenken. Im Februar dieses Jahres findet zum ersten Mal die neue Digitalmesse digitalBAU in Köln statt. Hier wird deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung in der Bau-Wertschöpfungskette keine Zukunftsmusik mehr ist. Sie ist längst zur Realität geworden. Den Zeitpunkt für die Messe findet Kaiser optimal, da einige Entscheider durch die vielversprechenden Ansätze „endlich aufgerüttelt“ und motiviert werden wurden, die eigene Zukunftsfähigkeit auszugestalten. So könnte der Bau in fünf bis zehn Jahren von sich selbst behaupten, dass er vollständig digital geworden sei.