Image: iStock.com/mattjeacock

ZEBRA sorgt für sichere Brücken

Im Rahmen des Forschungsprojekts ZEBRA sollen Radarsensoren und Algorithmen kleinste Schäden an Bauwerken frühzeitig aufspüren und so für weniger (Bau-) Staus sorgen.

Angesichts des Einsturzes der Autobahnbrücke in Genua im August vergangenen Jahres, werden auch in Deutschland Zustand und verbleibende Lebensdauer von Brücken immer wieder öffentlich diskutiert. hForscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) entwickeln jetzt ein neuartiges Konzept zur Zustandsbestimmung von Brücken, um kleinste Veränderungen im Brückenbauwerk frühzeitig aufzuspüren.

Der stark zunehmende Auto- und Lastwagenverkehr belastet die oft in die Jahre gekommenen Bauwerke in einem Ausmaß, das nicht abzusehen war, als sie errichtet wurden. Da Schäden an der Bausubstanz im frühen Stadium auch mit sehr großem Aufwand kaum zu erkennen sind, bleibt der tatsächliche innere Zustand einer Brücke oftmals lange unbestimmt. Sanierungsmaßnahmen werden häufig erst verspätet und unter Zeitdruck ergriffen. Um dem Problem abzuhelfen, arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des KIT an einer Methode, den wahren Zustand von Brücken rechtzeitig zu ermitteln, ohne in die Bausubstanz eingreifen zu müssen.

Mit ZEBRA Staus vermeiden

Die Aufgabe ist gewaltig: Im Bundesfernstraßennetz nehmen knapp 40.000 Brücken eine Gesamtlänge von etwa 2100 Kilometern ein. Sie überqueren Straßen, Bahntrassen, Gewässer oder Täler und sind ein unersetzbarer Teil der kritischen Verkehrsinfrastruktur. Werden sie beschädigt, so sind Staus, Umwege und damit Belastungen für Umwelt und Wirtschaft die unmittelbare Folge. Eine einfache Methode, ihre Verfassung zu ermitteln, könnte somit sehr viel Geld sparen. Dr. Sina Keller vom Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung des KIT will das Problem im Projekt ZEBBRA mit Radarsensorik in Kombination mit intelligenten Algorithmen angehen.

„Wenn Fahrzeuge auf eine Brücke fahren, versetzen sie diese in Schwingung. Diese Bewegungen zeichnen wir mit hochpräzisen Radargeräten auf“, erklärt die Mathematikerin. Speziell entwickelte Computer-Algorithmen analysieren die Radarsignale, die das Schwingungsverhalten der Brücke wiedergeben. Diese werden unter anderem in Kooperation mit Forscherinnen und Forschern des Instituts für Automation und angewandte Informatik des KIT erarbeitet.

Punktgenaue Schadensüberwachung

„Gibt es dabei Abweichungen von der Norm der Schwingungen der jeweiligen Brücke, ist das ein Hinweis auf Schäden an der Bausubstanz“, so Keller. Mit der Methode lassen sich Veränderungen sehr genau lokalisieren, sodass sich auch Schäden in einzelnen Brückensegmenten wie Pfeilern oder Fahrbahnabschnitten aufspüren lassen.

Neben der neuen Methode wollen die Forscherinnen und Forscher auch leicht zu transportierendes Instrumentarium einsetzen. So können alle Messungen mobil vor Ort im laufenden Betrieb und ohne Verkehrsbehinderungen ablaufen. Es müssen auch keine Sensoren fest installiert werden. Das Prüfverfahren, so die Forscher, werde sich durch geringe Kosten und eine leichte Bedienbarkeit auszeichnen sowie Verkehrs- und Baubehörden die Möglichkeit geben, Sanierungsmaßnahmen längerfristiger und gezielter zu planen.

Das Projekt ZEBBRA läuft bis 2021 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. Weitere Partner des Projekts sind die ci-Tec GmbH, Karlsruhe, und das Büro für Strukturmechanik, Coburg.

Image: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Neue Kälte-Klima-Richtlinie in Kraft getreten

Am 1. Januar 2019 ist die novellierte Kälte-Klima-Richtlinie im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums in Kraft getreten.

In allen geförderten Anwendungsbereichen dürfen ab sofort nur noch nicht-halogenierte Kältemittel zum Einsatz kommen. Erstmals werden auch CO2-Fahrzeug-Klimaanlagen in Bussen und Bahnen gefördert. Die neuen Förderbedingungen ermöglichen den Umstieg auf zukunftsfähige Anlagen, die das Klima nachhaltig schützen.

Bei den stationären Anlagen ist die Förderung modular und umfassend aufgebaut. Gefördert werden Kälteerzeuger, zugehörige Komponenten und Systeme sowie thermische Speicher. Die geförderten Anlagen müssen besonders energieeffizient sein. Wer seine stationäre Kälte- oder Klima-Anlage noch nachhaltiger und klimaschonender betreiben will und auf eigene Kosten gleichzeitig eine Anlage zur Nutzung regenerativer Energien am Standort errichtet, kann einen Kombinationsbonus in Anspruch nehmen.

Von der Förderung profitieren können Unternehmen ebenso wie Kommunen und weitere Organisationen. Förderanträge zu der Richtlinie nimmt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ab sofort entgegen. Die Antragstellung erfolgt mit dem elektronischen Antragsverfahren.

Image: Fotolia/Wilm Ihlenfeld

Neue EU-Regelungen für Beleuchtung

Die EU-Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission haben sich auf neue Ökodesign-Regelungen für Beleuchtungsprodukte verständigt – sie sollen stromsparender werden.

Aktuell ist die tägliche Beleuchtung für rund zwölf Prozent des Stromverbrauchs in der EU verantwortlich. Um diesen Wert zu senken und Lampen stromsparender zu machen, haben sich die EU-Mitgliedstaaten und die Europäische Kommission auf neue Öko-design-Regelungen geeinigt.

Die durch das Bundesumweltministerium und das federführende Bundeswirtschaftsministerium vertretene Bundesregierung hatte sich im Ökodesign-Regelungsausschuss bei der Überarbeitung und Zusammenfassung der drei bestehenden Beleuchtungsverordnungen (EC No. 244/2009, EC No. 245/2009 und EU No. 1194/2012) für bessere Energie- und Ressourceneffizienzanforderungen eingesetzt.

Mehr LED-Lampen

Vor allem Halogenlampen sollen durch die Verschärfung der Energieeffizienzanforderungen durch die wesentlich effizienteren LED-Lampen ersetzt werden. Heutige Halogenlampen erfüllen die vorgesehenen neuen Energieeffizienzanforderungen in den meisten Fällen nämlich nicht. Zudem soll die neue Verordnung auch einen wichtigen Beitrag zum Ressourcenschutz leisten, da sie die Langlebigkeit von Beleuchtungen fördert. So sollen Leuchten künftig so gestaltet werden, dass das Leuchtmittel einfach ersetzt werden kann. Ist dies aus technischen Gründen nicht möglich, müssen Verbrauch darüber informiert werden.

Übergangszeit vereinbart

Die neuen Regelungen sollen ab dem 1. September 2021 angewendet werden. Für Beleuchtungsprodukte, die nur schwer auf LED umgestellt werden können, gilt eine Übergangszeit bis zum 1. September 2023. Dies betrifft beispielsweise bestimmte T8-Leuchtstoffröhren oder besonders kleine Halogenbirnchen. Für bestimmte seltene Anwendungen in Kunst und Wissenschaft sollen ebenfalls Ausnahmeregelungen geschaffen werden.

Der Rat der Europäischen Union und das Europäische Parlament müssen der Verordnung noch zustimmen.

Image: iStock.com/Pali Rao

KIWUH nimmt seine Arbeit auf

Das bundesweit agierende Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) hat am 1. Januar 2019 erstmals seine Arbeit aufgenommen.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat zu Jahresbeginn den Startschuss für das Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) unter dem Dach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gegeben.

„Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum bündeln wir wichtige Aufgaben und Kompetenzen im Bereich Wald und Holz an einem Standort. Gleichzeitig schaffen wir weitere hochqualifizierte Arbeitsplätze im ländlichen Raum in den neuen Bundesländern“, erklärt die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Julia Klöckner, anlässlich der Eröffnung des KIWUH.

Das Kompetenzzentrum wird im Auftrag des BMEL die FNR als Projektträger für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützen. Zudem obliegt dem KIWUH die Fach- und Verbraucherinformation rund um die Themen Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und Holzverwendung und deren Beitrag zum Klimaschutz.

Weniger CO2 durch Waldklimafonds

Eine zweite wichtige Fördersäule, die im KIWUH neu angesiedelt wird, ist die Projektträgerschaft der FNR für den von BMEL und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gemeinsam gesteuerten Waldklimafonds. Dieser 2013 eingerichtete Fonds ist der spezifischen Förderung von Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz gewidmet.

Das Kompetenz- und Informationszentrum ist mit insgesamt 41 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Abteilung innerhalb der FNR mit Sitz im mecklenburgischen Gülzow-Prüzen angesiedelt. Abteilungsleiter ist der studierte Forstwissenschaftler Marcus Kühling.

„Die Weltklimakonferenz im Dezember 2018 hat uns den dringenden Handlungsbedarf zur Erhaltung der Waldökosysteme und für eine nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft zugunsten von Klima- und Artenschutz erneut vor Augen geführt“, sagt Marcus Kühling. „Der Forst- und Holzsektor ist eine der Schlüsselbranchen auf dem Weg zu einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig handelnden Gesellschaft. Stabile und naturnah bewirtschaftete Wälder sind mit Blick auf Schonung und Ersatz endlicher Ressourcen nicht nur ein unverzichtbarer Rohstofflieferant. Sie sind Lebensräume für viele geschützte Tier- und Pflanzenarten und der wichtigste Erholungsraum für die Menschen.“

Hintergrund

Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) trägt die Bundesregierung dem in der Waldstrategie 2020 und im Klimaschutzplan 2050 benannten wachsenden öffentlichen Informationsbedarf zu Fragen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und intelligenter Holzverwendung Rechnung.

Mit der Übertragung der Projektträgerschaft für den „Waldklimafonds“ auf die FNR übernimmt das KIWUH insgesamt über 150 laufende Forschungsvorhaben mit einem Fördermittelumfang von rund 50 Millionen Euro.

Aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ werden aktuell über 100 Projekte zur Stärkung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und zur Sicherung der Waldfunktionen sowie über 70 weitere Vorhaben zur nachhaltigen Holzwirtschaft mit einem Förderumfang von insgesamt rund 25 Millionen Euro unterstützt. Forschungsfelder sind hier beispielsweise die Züchtung von Forstsaatgut, das neuen Klima- und Nutzungsanforderungen entspricht, die Entwicklung von Strategien zur Optimierung des „naturnahen Waldbaus“ für die Rohstoffversorgung, das Entwickeln umweltfreundlicher Dämm- und Baumaterialien auf Basis des nachwachsenden Rohstoffes Holz oder der gesellschaftliche Dialog zu Bioökonomie und Nachhaltigkeit.

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist seit 25 Jahren als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ aktiv. Bereits seit Gründung der FNR unterstützt die Fachagentur Forschungsthemen in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung. Die FNR ist seit 2016 zusätzlich mit den operativen Aufgaben bei der Umsetzung der Deutschen Waldtage sowie der Charta für Holz 2.0 betraut. Sie leistet darüber hinaus Fachinformationen und Öffentlichkeitsarbeit.

Image: Knauf Gips KG

Knauf Werktage 2019

Die sechsten Knauf Werktage stehen unter dem Motto: Erleben. Vernetzen. Bauen. Neben einem vielfältigen Programm erwartet die Fachbesucher ein reger Meinungsaustausch.

Die Knauf Werktage, das Branchenereignis der Bauwirtschaft, starten am 11. Januar in die sechste Runde. An sechs Terminen und Standorten laden die Unternehmen der Knauf Gruppe Fachbesucher zum Informations- und Meinungsaustausch über Neuheiten, Systemlösungen und Trends der Branche ein – immer getreu dem aktuellen Werktage-Motto: Erleben. Vernetzen. Bauen.

Wie von den Werktagen gewohnt reicht die Bandbreite der vorgestellten Innovationen und Systemlösungen über nahezu alle Bereiche des modernen Bauens. Einen besonders großen Stellenwert wird diesmal der Bereich Digitalisierung und digitale Lösungen einnehmen. Das macht schon der im aktuellen Werktage Motto integrierte Begriff „Vernetzen“ deutlich, wodurch die Veranstaltung der immer stärker wachsenden Bedeutung digitaler Lösungen gerecht wird. Im Fokus steht hierbei besonders der Praxisbezug: Gebündelt in einem eigenen Bereich sowie angedockt an einzelne Themenfelder werden Nutzen und die Vorteile der digitalen Knauf Services und Angebote für das tägliche Geschäft demonstriert.

Deutschlandweite Termine

Los geht es am 11. und 12. Januar in Berlin. Von Mainz (23. und 24. Januar) über Stuttgart (30. und 31. Januar), Düsseldorf (6. und 7. Februar), Nürnberg (13. und 14. Februar) bis nach Hannover (30. und 21. Februar) öffnen die Werktage dann verteilt über die gesamte Republik ihre Tore für das Fachpublikum aus Profihandwerk, Handel und Architektur.

Im Mittelpunkt steht die komplette Ausbau-Kompetenz von Knauf. Anschaulich demonstriert mit jeder Menge Praxis zum Staunen und Mitmachen. In Form von anschaulichen und praxisnahen Exponaten liefern die Knauf Experten die nötigen Hintergrundinformationen. Immer an erster Stelle steht dabei der intensive fachliche Dialog und Meinungsaustausch mit dem Fachpublikum. Genau diese ganz besondere Mischung ist es, die den Wert und den Erfolg der Knauf Werktage ausmacht. Gleich anmelden unter www.knauf-werktage.de.

Image: DOYMA GmbH and Co

DOYMA: Hauseinführungen weitergedacht

Mit den Bauherrenpakten All inclusive präsentiert DOYMA erstmals Mehrsparten-Hauseinführungen für Gebäude mit und ohne Keller, die als Komplett-Sets ausgeliefert werden.

Die Bauherrenpakete All inclusive wurden konzipiert, um Architekten, ausführenden Handwerksbetrieben, Fachplanern und Bauherren eine einfache Rundumsorglos-Lösung an die Hand zu geben, die garantiert alle erforderlichen Teile enthält, weit vorgefertigt ist, eine schnelle Montage ermöglicht und parallel mit mehreren Medienleitungen bestückt werden kann. Die richtungsweisenden Pakete werden erstmalig auf der BAU 2019 in München vorgestellt.

Viele Vorteile

Bei den Bauherrenpaketen All inclusive sind alle Dichtelemente werkseitig vormontiert, was für ausführende Handwerksbetriebe eine große Zeitersparnis bedeutet, da der Arbeitsaufwand im Vorfeld des Einbaus deutlich reduziert wird. Zudem sind die Gewerke mit Blindstopfen vorbelegt. Damit ist die Hauseinführung mit dem Einbau gas- und wasserdicht. Das bedeutet auch sicheren Schutz vor dem radioaktiven Bodengas Radon. Dadurch, dass alle erforderlichen Komponenten – auch die Abdichtung für das Gasgewerk (RMA und Schuck) im Set enthalten sind – kann stets termingerecht gearbeitet werden. Natürlich sind darüber hinaus eine flexible Belegung der einzelnen Sparten – unabhängig vom Baufortschritt – und auch ein späteres Relining möglich.

Das Bauherrenpaket All inclusive für nicht unterkellerte Gebäude beinhaltet zudem eine Abdichtung für die Entsorgungsleitung. Auf alle Bauherrenpakete gewährt DOYMA 25 Jahre Garantie – weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Wer sich für die All inclusive-Lösungen entscheidet, darf sich auf eine definierte Kostensicherheit und eine deutliche Ersparnis im Vergleich zum Einzelkauf freuen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bauherrenpaket.de

 

Kontakt

DOYMA GmbH & Co

Industriestraße 43-57

28876 Oyten

Fon: 0 42 07/91 66-0

Telefax: 0 42 07/91 66-199

Email: info@doyma.de

Internet: www.doyma.de

Image: iStock.com/Bogdanhoda

Bundeskartellamt: Millionenstrafe für Asphalthersteller

Wegen unrechtmäßiger Preis-, Gebiets- und Quotenabsprachen wurden vom Bundeskartellamt hohe Geldstrafen gegen Asphalthersteller verhängt – einige gingen straffrei aus.

Wie das Bundeskartellamt nun mitteilte, wurde eine Geldbuße in Höhe von 1,43 Millionen Euro gegen die Gaul GmbH, einen Hersteller von Asphaltmischgut, wegen der Beteiligung an einer Kartellabsprache verhängt. Seit 2011 ist Gaul eine Tochtergesellschaft des STRABAG-Konzerns. Die Absprachen betrafen demnach Preis-, Gebiets-, Kunden- und Quotenabsprachen bei der Belieferung von Bauunternehmen im westlichen Rhein-Main-Gebiet in Form von Liefergemeinschaften seit mindestens 2005 bis 2013.

An den Absprachen beteiligt gewesen seien außerdem die Südhessische Asphalt-Mischwerke GmbH & Co. KG („SHM“) sowie die damalige Tochtergesellschaften der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie AG („MHI“). Die SHM legte die Absprache 2013 laut Bundeskartellamt allerdings durch einen Kronzeugenantrag offen und blieb deshalb straffrei. Das Verfahren gegen eine bestehende MHI-Tochtergesellschaft wurde mangels wirksamer Rechtsnachfolge, das Verfahren gegen die MHI AG aus Ermessensgründen eingestellt.

Unrechtmäßige Liefergemeinschaften

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes sagte dazu: „Die beteiligten Unternehmen haben über Jahre hinweg für größere Lieferaufträge an Asphaltmischgut regelmäßig Liefergemeinschaften gebildet, obwohl die meisten Aufträge auch von einem dieser Unternehmen allein hätten ausgeführt werden können.“ Die Liefergemeinschaften dienten daher vor allem einer Marktberuhigung, um einen Preis- und Bieterkampf unter den beteiligten Unternehmen zu vermeiden. „Der Wettbewerb wurde auch durch Gebiets- und Kundenzuweisungen sowie miteinander abgestimmte Preislisten für Kleinaufträge ausgehebelt. Straßenbauunternehmen als Abnehmer des Asphaltmischguts und letztlich der Staat als Auftraggeber für den Straßenbau gehörten zu den Leidtragenden.“

Asphaltmischgut wird in Mischanlagen aus Gesteinskörnungen unter Zugabe von Bindemitteln wie Bitumen hergestellt. Direkte Abnehmer sind vor allem die Straßenbauunternehmen. Gaul verfügte demnach sowohl in Büttelborn, Ludwigshafen und Sprendlingen als auch in Wiesbaden über eigene Asphaltmischanlagen. Bereits seit Ende der 90er Jahre stimmten sich die genannten Asphalthersteller laut Bundeskartellamt über Aufträge ab und bildeten Liefergemeinschaften, die von den Kapazitäten her häufig nicht erforderlich waren beziehungsweise nicht daraufhin geprüft wurden. Im betrachteten Tatzeitraum seit 2005 kam es zu mehr als 100 bi- und trilaterale Liefergemeinschaften, die auf die Absprache zurückgingen.

Vorwürfe bestätigt

Die Verfahren gegen einige kleine Hersteller von Asphaltmischgut wurden eingestellt, da sich der anfängliche Tatverdacht der Beteiligung an den Absprachen letztlich nicht erhärtete.

Wie das Bundeskartellamt meldet, hat Gaul die gegen sie erhobenen Vorwürfe eingeräumt und einer einvernehmlichen Verfahrensbeendigung zugestimmt. Die verhängte Geldbuße ist allerdings noch nicht rechtskräftig, sodass gegen den Bescheid noch Einspruch eingelegt werden kann, über den das Oberlandesgericht Düsseldorf entscheiden würde.

Mit den Grenzen zulässiger Liefergemeinschaften hat sich das Bundeskartellamt bereits in seinen Sektoruntersuchungen „Walzasphalt“ sowie „Zement und Transportbeton“ befasst. Zeitgleich zu dem nun abgeschlossenen Bußgeldverfahren begleitete das Bundeskartellamt die Erstellung von Leitlinien des Deutschen Asphaltverbandes (DAV) e.V. für die Prüfung der kartellrechtlichen Zulässigkeit von Arbeits- bzw. Liefergemeinschaften. Diese Leitlinien wurden nun branchenweit veröffentlicht. Ähnliche Leitlinien werden von weiteren Verbänden im Baustoffbereich geplant.

Leitlinien zur Orientierung

„Diese Leitlinien sind gute Leitplanken für eine kartellrechtliche Bewertung entsprechender Kooperationen zwischen Bietern oder Lieferanten“, so Mundt. „Wenn sich die Hersteller von Asphaltmischgut daran orientieren, sind sie auf der sicheren Seite. In Zweifelsfällen können sich die Unternehmen natürlich auch an uns wenden.“

Ein Fallbericht zum Verfahren mit den Inhalten des § 53 Abs. 5 GWB wird in Kürze auf der Internetseite des Bundeskartellamts veröffentlicht werden. Der Fallbericht wird auch weitere Informationen zu den „Leitlinien für die Prüfung der kartellrechtlichen Zulässigkeit von Arbeits- bzw. Liefergemeinschaften“ des DAV enthalten.

Image: Lucian Milasan – stock.adobe.com

Mit smarter Technik Wasserschäden gering halten

Grohe AG kooperiert mit der Deutschen Telekom um Wasserschäden frühzeitig zu bemerken. Das Magenta SmartHome System kann jetzt mit dem Grohe Sense verbunden werden.

The ConsumerView berichtete im Januar 2017, dass nur rund 44 Prozent der Europäer davon ausgehen, dass ein Wasserschaden gravierende Schäden anrichten kann. In mehr als der Hälfte der europäischen Haushalte (54 Prozent) kam es aber bereits schon mindestens einmal zu einem Wasserschaden. Dabei sind Schutzmaßnahmen vor Feuer, Rauch und Einbrüchen für einen Großteil der Menschen mittlerweile selbstverständlich, oftmals sogar verpflichtend.

In Kombination mit SmartHome

Hier möchte Grohe mit seinem Grohe Sense oder dem Grohe Sense Guard ansetzten: Die Sensoren der Schutzsysteme bemerken Wasser und Temperaturstürze unter drei Grad. Gekoppelt mit der Magenta SmartHome App erhalten die Nutzer in einem solchem Fall dann eine Benachrichtigung auf ihr Smartphone. Zusätzlich kann der Alarm auch noch optisch oder akustisch erfolgen, wenn Leuchten oder Lautsprecher entsprechend vernetzt sind.

Vorteile für alle Beteiligten

Laut ISH 2017-Bericht hätten durch solche Systeme 93 Prozent der Schäden verhindert werden können. Das ist zum einen attraktiv für Haus- und Wohnungseigentümer, da sich bei entstehender Feuchtigkeit innerhalb von nur 24 Stunden Schimmel bilden kann. Die gesundheitlichen Risiken sind dabei hoch, kann dieser Atemwegsbeschwerden, Allergien oder auch Asthma auslösen. Aber auch die Versicherungsgesellschaften profitieren von einem solchen Warnsystem: 2015 beliefen sich die Reparaturkosten in Europa infolge von Wasserschäden für Hausratsversicherer auf rund 230 Millionen Euro. Gebäudeversicherer mussten mit 2,3 Milliarden Euro sogar noch tiefer in die Tasche greifen.

Image: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz

Nutzen dezentraler Wohnraumlüftung wissenschaftlich bestätigt

Zwei voneinander unabhängige Studien haben nun das Vorurteil widerlegt, dass Pendellüfter für keinen oder nur geringen Austausch verbrauchter Raumluft sorgen würden.

Kontrollierte Wohnraumlüftung ist im Zuge des energieeffizienten Bauens und Sanierens aus der modernen Bauplanung kaum noch wegzudenken. Und so gibt es mittlerweile eine Vielfalt an Konzepten und Produkten zur Wohnraumlüftung. Gelten zentrale Lüftungsanlagen für viele immer noch als das „Non Plus Ultra“ in der Wohnraumlüftung, so sind inzwischen die dezentralen Systeme auf dem Vormarsch und machen mit bemerkenswerten Absatzsteigerungen auf sich aufmerksam: Für den Zeitraum von 2014 bis 2018 geht beispielsweise die Interessengemeinschaft dezentrale Wohnraumlüftung (IGDWL) von einem Wachstum von mehr als 100 Prozent aus – und das bei einer aktuellen Absatzmenge von über 200.000 Stück allein in Deutschland.

Die positive Entwicklung könnte in naher Zukunft noch weitaus stärker ausfallen als derzeitige Prognosen annehmen. Denn aktuell wurde erstmals genauer untersucht, wie sich die alternierende Betriebsweise von dezentralen Push-Pull-Konzepten auf die Effizienz des Luftaustausches im Raum auswirkt: Zwei voneinander unabhängige wissenschaftliche Studien haben dabei das Vorurteil, dass Pendellüfter für keinen oder nur geringen Austausch der verbrauchten Raumluft sorgen würden, widerlegt: Zum einen die Doktorarbeit von Dr. Alexander Merzkirch an der Universität Luxemburg, zum anderen das Forschungsprojekt EwWalt der RWTH Aachen mit der Unterstützung des ITG Dresden.

Ideales Raumklima

Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass die raumweise- und raumübergreifende Lüftung mit dezentralen Pendellüftungssystemen für eine nahezu ideale Durchmischung von alter und neuer Luft sorgt.

Dr. Alexander Merzkirch führte im Rahmen seiner Dissertation „Energieeffizienz, Nutzerkomfort und Kostenanalyse von Lüftungsanlagen in Wohngebäuden: Feldtests von neuen Anlagen und Vorstellung bedarfsgeführter Prototypen“ (Shaker Verlag, 2015) an der Uni Luxemburg eine breit angelegte Analyse zur Funktion von Lüftungsgeräten durch. Dabei ermittelte er in einer Musterwohnung Lüftungseffizienzwerte von dezentralen Push-Pull-Systemen. Der Idealwert einer Mischlüftung von 0,5 wurde mit 0,45 dabei fast erreicht. Dies bedeutet, dass 50 Prozent der verbrauchten Luft bei geringer Strömungsgeschwindigkeit durch frische, sauerstoffhaltige Außenluft ausgetauscht wird und sich die Schadstoffkonzentration im Raum verdünnt. Durch diese Art der Mischlüftung wird durch die relativ niedrigen Luftgeschwindigkeiten für eine hohe gefühlte und tatsächliche Behaglichkeit gesorgt, da Temperaturen nur langsam ansteigen oder abfallen und Zugerscheinungen vermieden werden können.

Ergebnis bestätigt

Kurz danach wurde die Lüftungseffizienz von dezentralen Geräte ein zweites Mal überprüft, diesmal von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH) unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dirk Müller. Das Forschungsvorhaben EwWalt unter dem Titel „Energetische Bewertung dezentraler Einrichtungen für die kontrollierte Wohnraumlüftung mit alternierender Betriebsweise“ forschte ab 2016 zwei Jahre lang zur Lüftungseffizienz und Beeinflussung der Wärmerückgewinnung bei Pendellüftern. Gefördert durch das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) wurden numerische Strömungssimulationen durchgeführt. Dabei wurden u.a. die Lüftungsqualität und die Verweildauer der Luft im Raum gemessen. Das Forschungsprojekt EwWalt kam schließlich zu ähnlichen Ergebnissen wie zuvor Dr. Merzkirch. Außerdem zeigte sich, dass die Positionierung der Push-Pull-Systeme in einer Wohneinheit kaum Einfluss auf die Lüftungseffizienz aufweist und somit die Raumluft eine annähernd perfekte Durchmischung erfährt.

Auf die „Lüftungseffizienz“ kommt es an

Die Lüftungseffizienz beschreibt bei gegebenem Luftvolumenstrom die Wirksamkeit der Lüftung im Raum. Sie ist eine charakteristische Kenngröße, wie die verbrauchte Raumluft sowie Schadstoffe aus dem Raum abgeführt werden. Einen großen Einfluss auf die Lüftungseffizienz hat dabei die Luftführung im Raum. Wichtig ist, dass die frische Zuluft nicht sogleich wieder nach draußen abgeführt wird („Kurzschlusslüftung“), sondern die verbrauchte Raumluft nach und nach ersetzt.

Image: Chlorophylle – stock.adobe.com

Förderung des Holzbaus stößt auf Unmut

Die Baden-Württembergische Regierung plant den Holzbau stärker zu fördern. Die einseitige Unterstützung stößt bei Vertretern des Mauerwerks auf Gegenwind.

„Was würde passieren, wenn Baden-Württemberg die aktuelle Investitionsinitiative pro E-Mobilität von VW unterstützt, indem es die Behörden des Landes anweist, ab sofort nur noch VW-Fahrzeuge als Dienstwagen anzuschaffen? Ein Sturm der Entrüstung würde durchs Ländle fegen“, bringt Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM), die Situation in Baden-Württemberg auf den Punkt. Die Landesregierung plant zwar den Holzbau intensiver zu fördern, den des Mauerwerks hingegen nicht. Damit greift sie in den Wettbewerb der Bauweisen ein.

Baden-Württemberg als Gewinner

Bedenkt man dabei, dass das Bundesland der größte Waldbesitzer ist und mit Verkauf von Holz aus staatlichem Besitz in 2011 mehr als 150 Millionen Euro mit einer Umsatzrendite von fast 25 Prozent erwirtschaftet wurden, bekommt die Situation eine ganz andere Brisanz. So würde vor allem Baden-Württemberg selbst von der Förderung profitieren. 

Dabei ist die Errichtung von Ein-und Mehrfamilienhäusern mit Mauerwerk rund zehn Prozent günstiger, als der Bau mit Holz. Die Kommunen und das Land, die per Vergaberecht daran gebunden sind wirtschaftlich zu handeln, investieren Steuergelder in öffentliche Bauten. Trotzdem bleibt eine Begründung dafür aus, warum die Holzbauweise dennoch bevorzugt werden sollte. Tritt die geplante Förderung in Kraft, werden die mit der Holzbauweise konkurrierenden Branchen kategorisch außen vor bleiben. In Baden-Württemberg sind das rund 45.000 Beschäftige, die indirekt oder direkt im Wohnbau mit Mauerwerken tätig sind.

Klare Zielvorgaben

Die Haltung von Ronald Rast von der DGfM ist daher klar: „Es müssen faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden und klare Zielvorgaben festgelegt werden.“ Denn nur so könne man schnell, kostengünstig und nachhaltig bauen. Es solle dem Sachverstand der Marktteilnehmer überlassen werden, welche Bauweise die bessere ist. Planungs- und Genehmigungsverfahren müssten entschlackt werden, optimierte Baunutzungsverordnungen und eine optimale Infrastruktur für die Zukunft des Bauens geschaffen werden. Vollkommen unnötig seien dagegen Festlegungen und Bauweisen, die von der Politik vorgeschrieben werden.