„Streitlösungsordnung für das Bauwesen SL Bau“ aktualisiert

Ein Streit am Bau führt häufig in eine Eskalationsspirale. Bei der Vermeidung davon hilft die „Streitlösungsordnung für das Bauwesen SL Bau“.

Ein Streit am Bau schaukelt sich oftmals sehr hoch. Der Weg zu einem staatlichen Gericht wird oftmals aber erst nach Fertigstellung der Baumaßnahmen beschritten. Dadurch entstehen hohe Friktionskosten auf Seiten der Streitbeteiligten. Eine einfachere und kostengünstigere Lösung bietet die „Streitlösungsordnung für das Bauwesen“. Sie gibt unterschiedliche Streitlösungsverfahren vor, die auf die Bedürfnisse der Baubranche angepasst sind. Mithilfe eines kompetenten Streitlösers aus den Bereichen Technik und Recht können die Konfliktparteien den Streit schon während der Planungs- und Bauphase zügig zu beenden, oder zumindest in einigen Streitpunkten Einigung finden. So wird sichergestellt, dass trotz der Uneinigkeiten weiter zusammen gearbeitet werden kann.

Die Verfahren der SL Bau, die sowohl selektiv als auch kumulativ angewendet werden können, sind:

Die Meditation: Sie hat zum Ziel, Konflikte am Bau zu verhindern. Durch einen Mediator werden die Parteien dabei unterstützt, eigenverantwortlich und einvernehmlich eine Lösung zu finden.

Die Schlichtung: Durch sie soll eine kooperative Verhaltensweise der Parteien gefördert werden und auf eine einvernehmliche Lösung hinwirken. Sie kann zu einem Schlichterspruch führen, dessen Wirksamkeit liegt allerdings bei der Akzeptanz der Parteien.

Die Adjudikation: Durch sie soll während der Planungs- und Bauphase eine schnelle und vorläufig bindende Entscheidung getroffen werden. Diese kann bei Bedarf später durch einen Schiedsrichter oder ein staatliches Gericht geprüft werden.

Das Schiedsgericht: Dieses entscheidet unter Ausschluss des ordentlichen Rechtsweges über Streitigkeiten. Hierbei ist es möglich, Dritte einzubeziehen.

Das Schiedsgutachtenverfahren: Durch dieses wird den Parteien die Möglichkeit gegeben, technische, rechtliche und betriebswirtschaftliche Fragestellungen hinsichtlich einzelner (Teil-)Streitigkeiten außerhalb des gerichtlichen Verfahrens zu beurteilen. Damit können die Parteien bereits Fragestellungen verbindlich treffen, auch für den Fall eines späteren Gerichtsverfahrens.

Erstmals herausgegeben wurde die „Streitlösungsordnung für das Bauwesen SL Bau“ von der Deutschen Gesellschaft für Baurecht e.V. (DGfB) und dem Deutschen Beton- und Bautechnik-Verein (DBV) im Jahr 2010. Nach den Neufassungen 2013 und 2016 wurden 2019 eine Befragung und ein Workshop durchgeführt, die nun die Grundlage für die Neubearbeitung bilden, die am 1. Juli 2020 in Kraft tritt. Diese steht bei der DGfB und dem DBV zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bau 2021 findet statt

Sinkende Infektionszahlen lassen hoffen: Die Bau 2021 soll im Januar in München stattfinden, mit internationalen Ausstellern und genügend Abstand.

Die Bau 2021 soll vom 11. bis 16. Januar auf dem Münchener Messegelände stattfinden. Das ist das Ergebnis der jüngsten Sitzung von dem Fachbeirat und Kuratorium mit Vertretern der Aussteller und Fachverbände. Angesichts sinkender Infektionszahlen und Lockerungen äußert sich Reinhard Pfeiffer, stellvertretender Vorsitzender der Messe München, zuversichtlich: „Die BAU ist nach wie vor hervorragend gebucht, vor allem aus dem Ausland ist die Nachfrage hoch. Ich bin mir außerdem sicher, dass das Geschäftsleben über den Sommer und Herbst weiter an Fahrt aufnehmen wird. Mit dem 15-prozentigen Bonus wollen wir unseren Ausstellern die Möglichkeit geben, verstärkt in die Einladung ihrer Kunden zu investieren. Sicher werden wir bei der Besucherzahl diesmal Abstriche machen müssen. Aber mit unseren gemeinsamen Anstrengungen werden sich Qualität und auch Quantität der Besucher wieder auf einem hohen Niveau bewegen.“

Eine sichere und internationale Plattform

Nach einem Beschluss vom 27. Mai dürfen Messen in Bayern wieder stattfinden. Dazu wurde ein Schutz- und Hygienekonzept ausgearbeitet, zu dem unter anderem die Einhaltung des Abstandsgebotes, eine verstärkte Hygiene und Nachverfolgbarkeit der Teilnehmer gehören. Bei der Maskenpflicht ist der aktuelle Stand, dass diese zumindest bei einem Kundengespräch an Tischen abgenommen werden darf. Auch wenn sich einige bekannte Namen gegen eine Teilnahme entschieden haben, sind bereits etwa 80 Prozent der Fläche, also rund 100.000 Quadratmeter, vergeben und man geht davon aus, wieder alle 18 Messehallen füllen zu können. Etwa ein Drittel wurde von ausländischen Teilnehmern gebucht, besonders aus Belgien und Polen. Aber auch Länder, die stark unter der Corona-Pandemie gelitten haben, wie Italien und Spanien, sind vertreten.

Kritik am Wiederaufbauplan der EU-Kommission

Die geplante Finanzierung des Wiederaufbauplans der Europäischen Kommission geht mit Lasten für die Unternehmen einher, das kritisiert der DIHK.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnt davor, dass die Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr geraten könnte „Auf die Staats- und Regierungschefs der EU kommt bei den Beratungen zum mehrjährigen Finanzrahmen und zum Corona-Wiederaufbaufonds eine Mammut-Aufgabe zu“, betont DIHK-Präsident Eric Schweitzer. Gerade für exportorientierte Nationen wie Deutschland sei es wichtig, dass sich die Mitgliedsstaaten schnell über die Finanzierung der Zukunft einigen. Schweitzer ist der Meinung, dass Europa nur als Ganzes erfolgreich aus dieser Krise gehen kann, da viele Unternehmen in Europa über Wertschöpfungsketten stark miteinander verbunden sind.

Zu viele Unklarheiten

Schweitzer kritisiert, dass vorliegende Vorschläge der EU-Kommission noch viele Fragen aufwerfen. Fest steht, dass die Mittel zur Wiederherstellung in solche Aktivitäten investiert werden müssen, die zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beitragen und den jeweiligen Ländern ein klares Bekenntnis zu notwendigen wirtschaftspolitischen Reformen abverlangen. Auch sollte die Einhaltung der haushalts- und wirtschaftspolitischen Empfehlungen der Kommission für die Mitgliedstaaten künftig verbindlich sein. Allerdings sind die Finanzquellen und der Tilgungs-Zeitraum noch unklar. Vor allem in den diskutierten Unternehmenssteuern als EU-Eigenmittel sieht Schweitzer die Gefahr, dass die Unternehmen in ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit ausgebremst würden.

Absatz von Bodenbelägen leidet stark unter dem Shutdown

In den letzten Jahren wuchs der Markt für Bodenbeläge und Parkett in Deutschland konstant. Doch Corona hat dem Aufschwung jetzt den Garaus gemacht.

In einer aktuellen Marktstudie zu Bodenbelägen und Parkett prognostiziert Branchenradar.com einen Rückgang von 3,6 Prozent gegenüber 2019. Letztes Jahr wuchsen die Hersteller-Erlöse um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und stiegen somit auf 2,75 Milliarden Euro. Zum Wachstum beigetragen hat allerdings nur der Wohnungsbau.  Besonderer Beliebtheit erfreuten sich PVC-Beläge und Parkett imitierende Vinylbeläge mit einem Zuwachs von 5 Prozent, echtes Parkett über ein Wachstum von 2,8 Prozent (gegenüber 2018). Der Absatz von klassischen elastischen Bodenbelägen wuchs annähernd mit dem Markt, der von textilen Bodenbeläge verzeichnete keine Veränderung und Laminat war einmal mehr rückläufig. Der Rückgang, der 2020 aufgrund des weitreichenden Shutdowns zu erwarten ist, zieht sich vermutlich durch alle Produktsegmente. Besonders  getroffen werden dürften aber objektlastige Produktsegmente, wie textile Bodenbeläge, Laminat und klassische elastische Bodenbeläge.

SHK Essen 2020 abgesagt

Die Messe Essen hat alles versucht, um die Fachmesse in diesem Jahr in anderer Form stattfinden zu lassen, doch auch davon muss abgesehen werden.

Die SHK Essen war in diesem Jahr für den 10. bis 13. März angesetzt und wurde zunächst auf den 1. bis 4. September verschoben. Die Messe Essen hatte im Mai darüber informiert, dass die Fachmesse in diesem Jahr einmalig in einer anderen Form stattfinden soll. In den vergangenen Wochen wurde im Gespräch mit den Ausstellern allerdings klar, dass auch davon abgesehen werden muss. Denn so sehr sich die Branche eine Präsentationsplattform wünscht, ist die Verunsicherung durch die neu entstandene Coronavirus-Situation in NRW zu groß. Aus diesem Grund wird erst im nächsten Jahr wieder zur SHK Essen geladen. Diese wird turnusgemäß vom 8. bis zum 11. März stattfinden. Diejenigen, die bereits ein Ticket für die SHK Essen 2020 erworben haben, bekommen den Kaufpreis zurück erstattet.

Schloss- und Beschlagindustrie ist zuversichtlich

Die Schloss- und Beschlagindustrie bespricht die Entwicklungen im Jahr 2019 und geht davon aus, die Krise mit einem blauen Auge zu überstehen.

Am 17. Juni fand die Jahresmitgliederversammlung des Fachverbandes Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) statt – in diesem Jahr online. Holger Koch, stellvertretender FVSB-geschäftsführer, berichtet vor den 30 teilnehmenden Vertretern der Mitgliedsunternehmen von den Entwicklungen im vergangen Jahr. Zwar ist der Umsatz 2019 um 2,6 Prozent, auf 7 Milliarden Euro gesunken, aber der Gebäudebereich konnte ein starkes Plus von 2,8 Prozent verbuchen. Für das Jahr 2020 wird davon ausgegangen, dass die hohen Auftragsbestände die Corona-bedingten Konjunktureinbrüche abfangen. Die Unternehmen im Bereich der Baubranche hatten einen guten Start in das Jahr. Im ersten Quartal konnte – trotz des Ausbruchs des Virus in der zweiten Märzhälfte – teilweise ein Umsatzzuwachs verbucht werden.

Was beim Maskentragen bei Hitze beachtet werden muss

Der Sommer 2020 wird heiß und muss mit Maske überstanden werden. Das kann besonders bei körperlicher Arbeit schwierig und sogar gefährlich werden.

2020 wird voraussichtlich wieder alle Hitzerekorde brechen. Und dieses Jahr kommt noch eine Schwierigkeit dazu: Die Tragepflicht einer Mund-Nasen-Abdeckung. Besonders Handwerker, die schwere körperliche Arbeiten zu verrichten haben, werden darunter leiden. Dazu kommt, dass die Masken durch vermehrtes Schwitzen feucht werden, was die Lebensbedingungen von Viren verlängert. Und auch können Anzeichen von Hitzeerkrankungen, wie eine veränderte Gesichtsfarbe oder eine verwaschene Sprache, schwerer erkannt werden.

Das sollte beim Maskentragen bei Hitze beachtet werden

Sobald die Maske durchfeuchtet, sollte sie gewechselt werden. Deswegen ist es wichtig, dass immer eine ausreichend große Anzahl an Masken zur Verfügung und dass die Masken ordnungsgemäß entsorgt, zwischengelagert und gereinigt werden. Zudem ist es wichtig, dass die zusätzliche Belastung durch das Tragen der Maske durch häufigere Ruhezeiten ausgeglichen wird. Wenn hierbei der Mindestabstand eingehalten wird, kann die Maske auch einmal abgenommen und ungehindert durchgeatmet werden. Aber trotz häufigerer Pausen sollten die Beschäftigten aufmerksam bleiben um Anzeichen einer Hitzeerkrankung bei Kollegen und sich selber zu erkennen.

Der geeignete Maskenstoff bei Hitze

Der Stoff, durch den es sich am besten atmen lässt, ist Baumwolle. Entscheidend dabei ist das Gewicht: Der Stoff sollte maximal 100 bis 120 Gramm wiegen, bei zwei Stofflagen hat man damit die nötige Dichte, um vor dem Virus zu schützen und zugleich eine atmungsaktive Maske. Insbesondere zu empfehlen sind Baumwollstoffe mit der Bezeichnung „Standard 100 by Oeko-tex“. Diese sind auf Schadstoffe geprüft und mit einem Preis von etwa 20 Euro pro Meter auch preiswerter als Papiermasken, die man viel häufiger erneuern muss.

Aber neben dem passenden Stoff sollte auch auf den Tragekomfort geachtet werden. Viele Menschen berichten, dass sie eher rund geschnittene Masken bei der Arbeit bevorzugen. Beim Testen, welche Maske die passende ist, sollte man auf den Sitz der Maske und die Position der Bänder achten. Brillenträger sollten auch testen, ob die Brille beschlägt.

Wirtschaftswachstum stagniert ab 2040

Die Corona-Krise lässt uns andere Herausforderungen der deutschen Volkswirtschaft vergessen, aber der Fachkräftemangel stellt ein großes Problem dar.

Eine Studie von KfW Research hat die aktuellen Fachkräfteengpässe und die mögliche Entwicklung bis 2040 analysiert. Die Studie zeigt, dass der Fachkräftemangel weite Teile der Wirtschaft ergriffen hat. Im Vergleich zu dem Fachkräfteangebot von vor zehn Jahren können heute zwei Drittel der Berufe als Mangelberufe eingestuft werden. Bauberufe gehören zu denjenigen Berufen, in denen der Engpass am stärksten ist.

Die Ursachen des Fachkräftemangels

Diese Entwicklung hat zwei Hauptursachen. Zum einen hat die inländische Bevölkerung seit 2004 bereits um 2 Millionen Menschen abgenommen und mit einer schrumpfenden Bevölkerung schrumpft auch das Angebot an Fachkräften. Deswegen wird die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte immer wichtiger. In den letzten drei Jahren ging die Hälfte des Beschäftigungszuwachses auf Arbeitskräfte aus dem Ausland zurück, Tendenz steigend. Zum anderen ist die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigem in Deutschland zwischen 2005 und 2019 um nur noch 0,5 Prozent pro Jahr gestiegen. Für ein stärkeres Wachstum des deutschen BIP ist also entweder eine Steigerung des Produktivitätswachstums oder der Erwerbstätigenzahl notwendig.

Was passiert, wenn sich nichts ändert?

Zwar würde die Wirtschaft bei unveränderten Bedingungen vorerst weiter wachsen, spätestens bis 2040 würde das Wachstum allerdings gegen Null tendieren. Dies würde zu zunehmenden Lücken im Güter- und Dienstleistungsangebot führen. Dazu kommt, dass immer weniger Erwerbstätige die Rente von immer mehr Menschen zu bezahlen hätten. Durch die geburtenstarken Jahrgänge und die Zunahme der Lebenserwartung steigt die Bevölkerung im Alter ab 67 Jahren bis 2040 um mehr als 5 Millionen Menschen auf über 21,4 Millionen. „Die deutsche Wirtschaft kann dem Fachkräftemangel und der Produktivitätsschwäche vor allem mit mehr Investitionen, Innovationen und Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen entgegenwirken. Diese Zutaten benötigt unsere Wirtschaft auch, um die Corona-Krise und ihre Folgen möglichst schnell zu überwinden. Wir brauchen deshalb für die kommenden Jahre eine langfristig angelegte Wachstums- und Investitionsinitiative von Staat und Wirtschaft – und das nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Zentrale Handlungsfelder sind Krisenfestigkeit, Klimaschutz, und Produktivitätssteigerungen durch Innovation und Digitalisierung“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe.

Europa hinkt hinterher

Wärmepumpen haben ein großes Klimaschutzpotential, allerdings sind sie in Europa – und besonders in Deutschland – vergleichsweise wenig verbreitet.

China, Japan und die USA sind mit mehr als 80 Prozent der neu installierten Wärmepumpen in 2017 die Länder, die den Wärmepumpen-Absatz maßgeblich vorantreiben. Gefördert wird dies durch Steuernachlässe und staatliche Kaufanreize. Europa hinkt hier stark hinterher: 2017 wurden nur 1,1 Millionen Geräte installiert, die meisten in skandinavischen Ländern. Dabei schätzt der Europäische Wärmepumpenverband (EHPA) das potentielle Absatzvolumen auf jährlich 6,8 Millionen Geräte. Und besonders Deutschland hat Aufholbedarf – während 2017 in Norwegen der Anteil von Wärmepumpen bei 34,3 Geräten pro 1.000 Haushalten lag, lag er in Deutschland bei einem Anteil von 2,3 installierten Geräten.

Die größten Vorteile von Wärmepumpen

Zwar finden Wärmepumpen bei Wohnungsneubauten immer stärkere Verbreitung, einen viel größeren Anteil stellt allerdings der Austausch in Bestandsgebäuden dar. Dort beträgt der Anteil an Wärmepumpen momentan nur sechs Prozent und könnte somit noch einen deutlich größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP), Kai Schiefelbein, kommentiert: „Die Studie zeigt außerdem einen industriepolitischen Aspekt auf, der häufig übersehen wird:  Die deutsche Heizungsindustrie besteht aus mittelständischen Unternehmen mit Standorten in ländlichen und zum Teil strukturschwachen Regionen. Eine klare Ausrichtung des Heimatmarkts auf die Klimaschutztechnologie Wärmepumpe ist essenziell, damit unsere Unternehmen auch zukünftig im globalen Wettbewerb bestehen können.“ Das Niveau von Schweden zu erreichen, wäre zielführend, um den Klimaschutz im Gebäudesektor zu erhöhen und zugleich die Technologieführung der deutschen Heizungsbranche zu erhalten.

Mehrwertsteuersenkung schafft mehr Bürokratie

Eigentlich sollte die Mehrwertsteuersenkung ein möglichst unbürokratisches Instrument zur Preisreduktion und Unterstützung der Wirtschaft sein.

Zwischen dem 1. Juli und dem 31. Dezember 2020 wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 beziehungsweise von 7 auf 5 Prozent gesenkt. Das ist Teil des Konjunkturpaketes, das am 3. Juni beschlossen wurde. Die Intention: Die Senkung soll durch den Handel möglichst kostengünstig und unbürokratisch an die Kundinnen und Kunden weitergegeben werden. Eine große Schwierigkeit wurde gelöst, denn damit nicht über Nacht in allen Geschäften sämtliche Preisschilder ausgetauscht werden müssen, können pauschale Rabatte an der Kasse gewährt werden.

Doch scheint die Politik ein Problem, das großen bürokratischen Aufwand bedeutet und besonders den Bausektor betrifft, vergessen zu haben. Denn Bauprojekte dauern zumeist länger als sechs Monate. „Die bürokratischen Hemmnisse ergeben sich daraus, dass wegen der temporären Mehrwertsteuer.-Absenkung für die Leistungsabrechnung, Bauleistungen entsprechend des Leistungszeitraumes detailliert in bis zu drei Zeiträume aufgesplittet werden müssen. Beispielsweise sind dann Abschlagsrechnungen im zweiten Halbjahr 2020 mit 16 Prozent Mehrwertsteuer zu stellen, bei Fertigstellung des Bauwerkes in 2021 wieder entsprechend zu stornieren und die gesamte Leistung mit 19 Prozent abzurechnen. Umgekehrt wäre es mit Leistungen, die vor dem 1. Juli begonnen wurden, wo Abschläge mit 19 Prozent gestellt wurden und die nun mit 16 Prozent endabgerechnet werden“, kritisiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe. „Hier bleibt für das parlamentarische Verfahren beziehungsweise für einen auslegenden Erlass Korrekturbedarf, um zu einer unbürokratischen und praxistauglichen Regelung für unsere Branche zu gelangen.“