Durch BIM kostenschwere Fehler vermeiden

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe und die Bundesingenieur- und Bundesarchitektenkammer fördern durch einheitliche Fortbildung die Zusammenarbeit am Bau.

Martin Falenski, Hauptgeschäftsführer der Bundesingenieurkammer (BIngK), Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) und Dr. Tillman Prinz, Bundesgeschäftsführer der Bundesarchitektenkammer (BAK) haben ein gemeinsames Vorgehen bei der Fort- und Weiterbildung im Bereich Building Information Modeling (BIM) beschlossen. Künftig sollen Schulungen nach dem „BIM Standard Deutscher Architekten- und Ingenieurkammern“ angeboten werden. Durch diese Kooperation sollen alle am Bau Beteiligten – von Planung bis Fertigstellung – in der BIM-Methodik geschult werden, um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln.

„Eine intensive Kooperation der an einem Bauwerk Beteiligten setzt voraus, dass Architekten, Planer und Bauunternehmer die Sichtweise des jeweils anderen kennen.“, sagt Pakleppa. „Gerade durch das Arbeiten mit BIM können aufgrund frühzeitiger Abstimmung kostenträchtige Fehler und Kollisionen vermieden werden. Wie das effizient geschehen kann, erfahren die Beteiligten in den gemeinsamen Fortbildungen. Dass diese Abstimmung künftig digital stattfindet, macht den ganzen Prozess erst effizient.“

Corona-Pandemie führt zum Preiskampf in der Baubranche

Die sinkenden Auftragszahlen sorgen dafür, dass Bauunternehmen ihre Leistungen immer günstiger anbieten müssen, um weiterhin Aufträge zu generieren.

Bisher ist die Baubranche gut durch die Corona-Krise gekommen, doch kann man davon ausgehen, dass der Einbruch der Baukonjunktur erst 2021 kommen wird. Bisher werden die Aufträge bearbeitet, die vor der Krise eingegangen sind. Daher appellieren der hessische Baugewerbeverband und die Hessische Handwerkskammern an Bund, Länder und Kommunen, verstärkt in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren. Ein anderes großes Problem sehen sie allerdings in der Schwarzarbeit. „Die Handwerkskammern in Hessen haben im Jahr 2019 selbst 1.188 Strafanzeigen wegen Schwarzarbeit gestellt, ein Großteil davon im Bau- und Ausbaugewerbe“, erklärt Heinrich Klingel von der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Handwerkskammern. Auf einer gemeinsamen Sitzung wurde die Bekämpfung der Schwarzarbeit als ein vorrangiges Thema diskutiert. Klingel betont, dass das Personal zur Verfolgung von Schwarzarbeit fehle, was untragbar sei, da sich die Kosten bei einer erfolgreichen Verfolgung der Straftaten ausgleichen würden. Vor allem bei der sinkenden Anzahl neuer Projekte sei es wichtig, Schwarzarbeit zu sehr niedrigen Preisen zu verhindern. Die Corona-Pandemie habe bereits jetzt einen starken Preiskampf in der Baubranche ausgelöst. Frank Dittmar, Verbandspräsident vom Hessischen Baugewerbeverband, sieht bei den wenigen Ausschreibungen diejenigen Unternehmen im Vorteil, die Preise und Löhne drücken.

Handwerk kritisiert EU-Klimaziele

Das Handwerk befürchtet, dass eine Absenkung der CO2-Emission um 60 Prozent bis 2030 die Wirtschaft in der aktuellen Lage zu sehr belasten wird.

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat den Bericht für das europäische Klimagesetz verabschiedet. Ziel ist, dass Europa bis 2050 klimaneutral ist und bis 2030 die CO2-Emission im Vergleich zu 1990 um 60 Prozent gesunken ist. Dies beunruhigt den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH): „Sollten Parlament und Rat in den bevorstehenden Trilogverhandlungen einen Kompromiss nahe diesem Wert vereinbaren, wäre das ein Belastungstest für die Handwerksbetriebe. Um einen 60-prozentigen Emissionsrückgang bis 2030 zu erreichen, müssten kleine und mittelständische Betriebe ihren CO2-Ausstoß unverhältnismäßig senken“, sagt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Besonders in Anbetracht der momentanen Belastung der Wirtschaft durch die Corona-Pandemie fordert er eine ausgewogene Lösung, bei der sichergestellt ist, dass die Wirtschaft nicht weiteren Schaden nimmt. Er betont, dass gerade die Handwerksbetriebe einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Wirtschaften leisten. Aus diesem Grund sei es kontraproduktiv, ihre Leistungsfähigkeit durch zusätzliche Belastung zu gefährden. Deswegen sei es erforderlich, dass die Zielvorgaben auf einer belastbaren und wissenschaftlich fundierten Grundlage zustande kommen und eine Folgenabschätzung für den Mittelstand mit einbezogen wird.

Handwerk fordert Steuerentlastungen

Für das kommende Jahr 2021 ist mit knapp 20 Milliarden Euro weniger in der Staatskasse zu rechnen. Dennoch fordert das Handwerk Steuerentlastungen.

Die Corona-Krise wird ein großes Loch in die Finanzen von Bund, Ländern und Kommunen reißen. Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sieht darin allerdings keinen Grund, „in der Steuerpolitik weiter untätig zu bleiben“. Um der Wirtschaft nach der Krise den Neustart zu erleichtern und somit Beschäftigung und Steuereinnahmen zu sichern, fordert er eine zügige Reform der Unternehmensbesteuerung. „Die Steuerbelastung der in Deutschland tätigen Unternehmen und Betriebe muss wieder auf ein international wettbewerbsfähiges Niveau zurückgeführt werden. Zu einer zukunftsorientierten Steuerpolitik gehören daher vor allem auch Steuerentlastungen, da Deutschland mittlerweile unter den Industrieländern den Spitzenplatz bei der Steuer- und Abgabenlast einnimmt“, so Schwannecke.

Die Besteuerung muss mittelstandsgerechter werden

Der ZDH fordert ein „konkretes Ausstiegszenario“ aus dem Solidaritätszuschlag für alle Steuerpflichtigen. Zudem müsse die Besteuerung mittelstandsgerechter gestaltet werden. „Ein wichtiger Schritt wäre etwa, einbehaltene Gewinne von Personengesellschaften praxisgerecht zu besteuern und die Anrechnung der Gewerbesteuer zu verbessern. Auch die Benachteiligung bei der Besteuerung von Personengesellschaften gegenüber Kapitalgesellschaften muss beseitigt werden.“ Es wird gefordert, dass die beschlossenen steuerlichen Sofortmaßnahmen bedarfsgerecht weiterentwickelt werden. Ein Defizit der momentanen Instrumente zur Stabilisierung der Betriebe sieht Schwannecke darin, dass sie nur bestehende Strukturen enthalten. „Stattdessen sollten sie Impulse für unternehmerische Anpassungsstrategien an das veränderte Marktumfeld setzen, damit die Betriebe auch nachhaltig bestehen können.“

Die Neuentwicklungen der Baumaschinenhersteller

Ein Blick auf die Neuheiten in diesem Herbst zeigt die Trends bei der Entwicklung neuer Lader und Bagger: Umweltschutz, Sicherheit und Flexibilität.

Normalerweise können die Neuentwicklungen der Baumaschinenhersteller auf der Messe GaLaBau physisch bestaunt und geprüft werden, doch auch wenn das in diesem Jahr nicht möglich ist, lohnt sich ein Blick darauf, was in letzter Zeit entwickelt wurde. Dabei scheinen alle den gleichen Fokus gelegt zu haben: Umweltschutz, Sicherheit und Flexibilität wurden vielfältig gesteigert.

Caterpillar Minibagger

Caterpillar hat eine neue Generation an Minibaggern herausgebracht – Cat 301.5 bis 302 CR. Die zwischen 985 kg und 2670 kg schweren Geräte haben eine Motorleistung zwischen 13,7kW bis 17,9 kW und eine Grabtiefe zwischen 1,7 und 2,7 Metern. Da sie mit einem Stufe-V-Motor Cat C1.1 ausgestattet sind, wird eine Abgasnachbehandlung hinfällig. Für einen besseren Schutz sorgt, dass der Hubzylinder oben am Ausleger montiert ist. Zudem wurde das Abstützplanierschild mit Schwimmfunktion verlängert. Durch eine verbesserte Kinematik ist nun mit langem Stil das Graben bis zum Schild möglich. Die Minibagger sind wahlweise mit Schutzdach oder Vollkabine einsetzbar. Die Kabine ist für die Wartung kippbar, leicht zugänglich und bietet viel Platz. Sie kann optional mit einer Klimaanlage ausgestattet werden. Über einen LCD-Monitor ist die bequeme Einstellung der Arbeitshydraulik und der Wegfahrsperre möglich. Auch Radio, Heizung, Lüftung und Klimaanlage werden über den Monitor bedient. Der Unterwagen ist mit einer hydraulisch verstellbaren Spurweite ausgerüstet und kann wahlweise mit Stahlketten ausgerüstet werden. Ganz neu in dieser Klasse ist eine Joystick-Lenkung, mit der das Abstützplanierschild gesteuert werden kann. Wer besonders auf die Umwelt achtet, sollte sich die Modelle Cat 300.9D VPS und 302.7D CR genauer ansehen, die wahlweise mit Diesel- oder Elektroantrieb arbeiten. Im Elektromodus treibt ein Elektromotor mit Kabelversorgung eine separate Hydraulikpumpe an, die die Maschinenhydraulik mit dem erforderlichen Ölstrom versorgt. Dies ist besonders für innerstädtische Baustellen gut geeignet.

Wacker Neusen steuert eine emissionsfreie Zukunft an

Im Herbst präsentiert das Unternehmen Neuheiten und bewährte Maschinen mit Elektroantrieb. Eines der Geräte ist der elektrische Zero Tail Bagger EZ17e, der ohne Emissionen und nahezu geräuschlos arbeitet. Durch die hohe Leistung und Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie entsprechen alle hydraulischen Funktionen der Leistung eines konventionellen Modells der gleichen Klasse. Das Gerät kann kabellos eingesetzt oder während stationärer Tätigkeit im Betrieb geladen werden. Dies kann entweder über eine normale Haushaltssteckdose (110-230 V) oder über Starkstrom geschehen. Neue Geräte stellt Wacker Neusen im Bereich der Kettenbagger in der 4- bis 5-Tonnen-Klasse vor: Der Zero Tail Bagger EZ50 ohne Hecküberstand und der ET 42.

Neue und überarbeitete Lader von Kramer

Die allradgelenkten Radlader 5035 und 5040 sind insbesondere im Verhältnis von Leistung, kompakten Maßen und geringem Eigengewicht optimiert. Beide Geräte sind mit Motoren der Abgasstufe V ausgestattet. Der Lader 5035 ist bereits bekannt. Er verfügt über eine Leistung von 18,3 kW 25,2 PS, eine Schaufelkipplast von 1140 kg und ein Betriebsgewicht von 1920 kg. Der Lader 5040 ist neu. Er ist mit einem 28,5 kW/38,8 PS-Yanmar Motor ausgestattet, hat ein Betriebsgewicht von 2 Tonnen und eine Schaufelkipplasten bis zu 1400 kg. Die niedrigen und schmalen Geräte kommen problemlos durch enge Durchfahrten und können dank des niedrigen Gewichts auch auf PKW-Anhängern transportiert werden. Ein neues Rahmenkonzept sorgt für eine gesteigerte Wendigkeit bei gleichbleibender Standsicherheit. Die Geräte verfügen über drei Lenkarten: Allradlenkung in Serie sowie die optionale Vorderachs- und Hundeganglenkung, die erstmals für diese Größenklasse verfügbar ist. Durch eine mechanische Umschaltung kann der Fahrer einfach und schnell zwischen den Lenkarten wechseln. Auch das Kabinendesign wurde überarbeitet. Es bietet mehr Komfort und Bedienfreundlichkeit mit einem breiten Einstieg und zusätzlichen Trittstufen. Durch große Glasflächen hat der Fahrer eine gute Rundumsicht. Der neue Radlader 5040 verfügt optional über das neue System Smart Driving PRO, das drei verschiedene Fahrmodi erlaubt, wodurch die Maschine entlastet und Kraftstoff gespart werden kann. Die Ladeanlage mit Z-Kinematik gestattet große Hub- und Reißkräfte, sowie eine exakte Parallelführung über die gesamte Höhe hinweg. Der Radlader 5040 verfügt zudem über eine optionale Powerflow Zusatzhydraulik.

Auftragspolster schrumpft

Eine Befragung des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) zeigt: Insgesamt werden in der Baubranche zurzeit mehr Aufträge abgearbeitet, als neue hinzukommen.

Laut einer Befragung unter den Mitgliedsunternehmen spürt dies besonders der Wirtschaftsbau, da sich Corona-bedingte Einbußen in der Industrie und im Dienstleistungssektor auf die Investitionsbereitschaft auswirken. Der Auftragsbestand im Hochbau liegt momentan bei 3,5 Monaten – im Vorjahreszeitraum lag er bei mehr als vier Monaten. Im Tiefbau liegt er bei knapp drei Monaten, wobei hier der stärkste Rückgang im Straßenbau zu verzeichnen ist. Aufgrund der insgesamt rückläufigen Entwicklung der Auftragslage sehen Unternehmer kaum die Möglichkeit, erhöhte Baupreise am Markt umzusetzen. Die Geräteauslastung verharrt auf Vormonatsniveau – im Hochbau bei 75 Prozent und im Tiefbau bei 72 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie bei jeweils fast 80 Prozent. Bei den Investitionstätigkeiten der Bauunternehmen handelt es sich überwiegend um Ersatzbeschaffungen.

Erwartungen zur Geschäftsentwicklung verhalten

Grundsätzlich wird die Geschäftslage in den einzelnen Bausparten auch im August uneinheitlich bewertet. Während das Urteil im Wohnungsbau überwiegend „gut“ ausfällt, ist es im Wirtschaftsbau und Straßenbau nur „befriedigend“. Im sonstigen Tiefbau und dem öffentlichen Hochbau scheint sich die Lage zu bessern, sodass die Stimmung auf „befriedigend“ bis vereinzelt gut“ steigt. Die wenigen neuen Impulse bei der Nachfrage nach Bauleistungen beschränken sich auf den Wohnungsbau. Dementsprechend sind die Erwartungen zur Geschäftsentwicklung der kommenden drei Monate überwiegend verhalten.

Sieben Klagen gegen den Bau des Ostseetunnels

Ist der Tunnel zwischen Dänemark und Fehmarn eines der wichtigsten europäischen Infrastruktur-Projekte oder die größte Umweltsünde im Ostseeraum?

Der 18 Kilometer lange Tunnel soll ab 2029 die deutsche Insel Fehmarn mit Dänemark verbinden. Eine vierspurige Autobahn und eine zweigleisige Bahnstrecke sind geplant. Doch sind die Folgen für die Umwelt vielen zu hoch. Dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig liegen sieben Klagen gegen die Baugenehmigung vor und am 22. September soll der Verhandlungsmarathon starten.

Der Lebensraum unzähliger Tiere würde bedroht

„Der Bau des Tunnels wäre eine ökologische Katastrophe“, warnt Kim Detloff, Meeresschutz-Experte des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). „Dadurch werden wertvolle Riffe direkt auf und an der Trasse zerstört, und der Baulärm wird die Schweinswale aus ihrem Schutzgebiet im Fehmarnbelt vertreiben.“ Malte Siegert vom Nabu Schleswig-Holstein verweist auf den mangelnden Bedarf. „Im Planfeststellungsbeschluss ist von gerade mal 12.000 Fahrzeugen täglich die Rede, die sich der Vorhabenträger auch noch mit dem Fährbetreiber Scandlines wird teilen müssen“, sagt er. Dafür würde in Deutschland nicht mal eine Ortsumgehung gebaut. Auch das Aktionsbündnis gegen eine feste Beltquerung klagt gegen die Baugenehmigung, die Schleswig-Holstein 2019 erteilt hat.

Der Tourismus würde durch die Langzeit-Baustelle einbrechen

Tunnel-Gegner geben auch zu bedenken, dass der Bau gravierende Auswirkungen auf den Tourismus haben wird. „Fehmarn wird für viele Jahre eine Großbaustelle sein, wo kein Mensch mehr Urlaub machen möchte.“, warnt Karin Neumann von der Initiative Beltretter. Bereits im April 2015 hat das dänische Parlament ein Baugesetz auf Basis einer Umweltverträglichkeitsstudie verabschiedet. Im Rahmen der Anhörung waren nach Angaben des Kieler Verkehrsministeriums in Dänemark 41 Stellungnahmen von Behörden, Interessenverbänden, Unternehmen und Bürgern eingegangen – in Deutschland gab es mehr als 12.000 Einwendungen. Neben dem Nabu klagen auch zwei Fähr-Reedereien, ein Landwirt und Kommunen gegen das Projekt. Die Stadt Fehmarn wendet sich dagegen, von Beginn der Bauarbeiten an für den Brandschutz im deutschen Teil des Tunnels zuständig zu sein.

1,3 Millionen Menschen profitieren von dem Tunnel

„Der Fehmarnbelt-Tunnel wird der weltweit längste Absenktunnel für den kombinierten Schienen- und Straßenverkehr werden“, sagt Denise Juchem von der dänischen Femern A/S, die für den Bau und den Betrieb des Tunnels zuständig ist. Die Kosten für Planung, Bau und Betrieb werden auf 7,4 Milliarden Euro geschätzt und von Dänemark getragen. Für die Straßen- und Schienenanbindung des Tunnels auf deutscher Seite muss die Bundesrepublik aufkommen, diese Kosten werden auf 3,5 Milliarden Euro geschätzt. Grundlage für den Bau ist der im September 2008 unterzeichnete Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Königreich Dänemark. Doch bereits seit 1940 gibt es erste Überlegungen, sowohl den Fehmarnsund als auch den Fehmarnbelt mit Brücken zu überqueren. Das Fehmarnbelt ist der Meinung, dass 1,3 Millionen Menschen zwischen Lübeck und der dänischen Region Sjaelland von dem Bau profitieren würden.

Ein Baustein für die europäische Integration

Für die Befürworter, die überwiegend aus Reihen der Wirtschaft kommen, ist die feste Beltquerung mehr als ein Infrastrukturprojekt „Sie ist ein Baustein für die weitere europäische Integration in derzeit für Europa herausfordernden Zeiten“, sagt Arno Probst, Vorsitzender des Fehmarnbelt Business Council (FBBC), eines Zusammenschlusses von elf Wirtschaftsverbänden aus Norddeutschland, Dänemark und Südschweden. Das Projekt wird von der EU-Kommission als prioritär eingeschätzt und als Teil des Transeuropäischen Verkehrsnetzes betrachtet.

Wie sieht der Alltag auf den Baustellen in fünf Jahren aus?

Das Marktforschungsinstitut BauInfoConsult wollte wissen, wie die Beteiligten am Bau die weiteren Entwicklungen der Digitalisierung einschätzen.

Diese Frage wurde im Rahmen der Studie „Kommunikationsmonitor 2020“ rund 600 Architekten und Verarbeitern gestellt. Dabei lässt sich eine sichere Tendenz ausmachen: Das Internet wird immer präsenter. Prozesse zur Materialentscheidung und –beschaffung werden über Building Information Modeling (BIM)-Plattformen laufen. Doch eine Bündelung aller Bauprozesse durch BIM liegt noch in ferner Zukunft. Schon jetzt merkt man aber, wie Medien auf dem Bau einziehen. Das Internet wird als wichtige Quelle für Informationen wahrgenommen, weil es immer aufrufbar ist und schnell die Informationen liefert, die gerade benötigt werden. Aber auch die Kommunikation wird durch das Smartphone erleichtert. Besonders die Corona-Krise hat einen Schub in Sachen Digitalisierung ausgelöst.

Wie sich Hersteller und Händler auf die Veränderungen vorbereiten

Für Hersteller ist es wichtig, sich auf die sich wandelnden Umstände einzustellen und eine Inventur der digitalen Bordmittel zu machen. Die eigene Webseite muss geprüft werden, besonders hinsichtlich der Frage, ob die Kunden schnell zum Ziel ihrer Recherche finden. Auf längere Sicht sollten Informationen zu BIM und E-Commerce in die eigenen Informationsquellen integriert werden. Es stellt sich die Frage, wie lange es noch dauert, bis auch am Bau nur noch online gekauft wird, oder ob der persönliche Kontakt mit Herstellern, Kollegen und Händlern nicht doch zu wichtig ist. 

Mantelverordnung in der Kritik

Die Mantelverordnung für Ersatzbaustoffe und Bodenschutz definiert bundesweite Grundlagen für Baustoffrecycling und den Einsatz recycelter Stoffe.

Doch sowohl der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, als auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie sind der Meinung, dass der Anfang Mai 2020 beschlossene Entwurf diese Aufgabe nicht erfüllt.

HDB sieht eine Bremse für die Modernisierung der Infrastruktur

Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) erwartet einen Anstieg der Entsorgungskosten, wodurch insbesondere die Modernisierung der Infrastruktur teurer werde. Unter anderem deshalb hält HDB-Präsident Peter Hübner die Verordnung nicht für einen konsistenten, ökologisch verantwortlichen und zugleich wirtschaftlich tragbaren Rechtsrahmen zur Planung und Abwicklung von Bauvorhaben. Hübner sieht den aktuellen Fokus der Beratung auf der Entsorgung von Stoffen wie Stahlwerkschlacke, Material aus Kupferhütten und Asche auf Kohlekraftwerken. Die Verwertung von Bodenaushub und Baustoffrecycling komme zu kurz. Da mehr als 80 Prozent der etwa 275 Millionen Tonnen mineralischer Abfälle Bauabfälle seien, müssen „praxistaugliche und gut vollziehbare Regelungen für die Entsorgung von mineralischen Bau-Abfällen“ primäre Themen sein. Diese Kritik ändert allerdings nicht die grundsätzlich positive Einstellung gegenüber einer Mantelverordnung. „Die Bauwirtschaft hat ein sehr starkes Interesse an rechtssicheren und bundeseinheitlichen Regelungen für die ordnungsgemäße und schadlose Verwertung mineralischer Bauabfälle und Böden“, heißt es in der Mitteilung des Verbandes.

ZDB warnt vor immer länger werdenden Wegen zur Deponierung

Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) warnt vor hohen Entsorgungskosten anlässlich der Diskussion um die Mantelverordnung. Der Verband sieht hohe Barrieren für eine effektive Kreislaufwirtschaft und mahnt ortsnahe Verwertungsmöglichkeiten auf Deponien an. Aufgrund eines immer größeren Mangels an Deponieraum werden immer längere und teurere Transportwege nötig. Das zeigt auch eine Umfrage, die der ZDB im Juni 2020 durchgeführt hat. Über die Hälfte der Befragten gab an, dass die Entsorgungskosten bis zu 25 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, etwa ein Drittel ordnet die Kosten der Entsorgung sogar zwischen 25 und 50 Prozent der Gesamtkosten ein. Insbesondere die Entsorgung von Bodenaushub minderer Qualität stellt ein Problem dar. Da Baustoffrecycling für Böden der Materialklasse II praktisch unmöglich sei, muss dieser Aushub meistens deponiert werden. Mit sinkender Qualität werden die Entsorgungswege immer länger. 20 Prozent der befragten Unternehmen fahren über 100 Kilometer für die Deponie dieses Aushubs. Auch der ZDB mahnt eine Nachbesserung des aktuellen Entwurfs an. „Baustoffrecycling wird eher gehemmt als gefördert.”

Holpriger Start für die Autobahngesellschaft

Die Bauindustrie geht davon aus, dass im kommenden Jahr 2021 eine Milliarden Euro weniger in das Bundesfernstraßennetz investiert werden können.

Ab Januar wird die Verantwortung über Planung, Bau und Betrieb des bundesweiten Fernstraßennetzes unter einem Dach vereinheitlicht. Bislang haben die Bundesländer die Verantwortung über ihre jeweiligen Abschnitte. Mit der neuen Autobahngesellschaft sollen Baustellen schneller abgeschlossen sein, Sanierungsarbeiten einheitlich geplant werden und Menschen am Ende weniger im Stau stehen. Das bedeutet auch, dass ein riesiges neues Unternehmen mit bis zu 15.000 Beschäftigten im Januar von einem auf den anderen Tag reibungslos laufen muss. Doch das sieht Peter Hübner, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie noch nicht: „Das ist eine Mörderaufgabe, da muss man sich nichts vormachen.“ Es bestehe die Gefahr, dass zunächst ein gewisser „Workflow in den Ausschreibungen von neuen Projekten“ verloren gehe.

Finanzlücke von einer Milliarden Euro droht

Die Bauindustrie fürchtet, dass geplante Investitionen in die Bundesfernstraßen stattdessen in den Verwaltungsaufbau fließen. In einem Schreiben des Verbandes an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) heißt es, dass eine Finanzlücke von einer Milliarde Euro drohe. „Es wäre ein verheerendes Signal, wenn die Investitionen in den Bundesfernstraßenbau nicht in der vorgesehenen Höhe getätigt würden.“ Dennoch begrüßt Hübner den Plan einer Autobahngesellschaft, denn durch eine Vereinheitlichung der Prozesse wird bundesweit an einem Strang gezogen. „Ich bin immer noch großer Fan davon“, sagte er und sprach sich dafür aus, zunächst an den bestehenden Strukturen, Prozessen und IT-Systemen festzuhalten und Änderungen erst nacheinander einzuführen.