Dachbegrünung: Über Artenschutz und Klimaanpassung

Wie die Begrünung von Dächern in Zukunft nicht nur den Klimaschutz sichern kann, sondern auch Artenschutz leistet, wird im Herbst in sieben Städten ein großes Thema.

In Würzburg, Saarbrücken, Ingelheim, Erfurt, Wuppertal, Bremen und auf der Insel Mainau ist es ab dem 19. September wieder so weit: Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) geht wieder auf Deutschlandtour und stellt in diesen sieben Städten das Thema der Dachbegrünung vor. Bis zum 26. November laufen die Halbtagsseminare, die in Kooperation mit den jeweiligen Städten stattfinden. Das große Thema: Begrünte Dächer und ihre Rolle beim Artenschutz, der Überflutungsvorsorge und der Klimaanpassung. Auch die Förderung und Festschreibung der grünen Dächer werden thematisiert. Die Teilnehmer können sich auf zahlreiche Vorträge zu allgemeinen Planungsgrundlagen von Dachabdichtung, Wärmedämmung und Dachbegrünung und zu speziellen Fachthemen wie zum Beispiel Biodiversität, Solar Gründächer und Regenwasserbewirtschaftung freuen. Unterstützt werden die Foren durch Unternehmen der Branche wie Brauder, FDT, Foamglas, Optigrün, Triflex und Zinco. Auch einige Fachvorträge werden von diesen Unternehmen beigetragen. Außerdem sind die Landesverbände der Landschaftsarchitekten sowie Garten-, Landschafts- und Sportplatzbauern große Kooperationspartner.

Eine passende Fachausstellung der BuGG-Mitglieder sorgt dafür, dass kein Besucher gelangweilt nach Hause geht. Die Veranstaltungen sind allesamt kostenfrei und richten sich an interessierte Planer, Städtevertreter, Unternehmer und Ausführungsbetriebe. Die Anmeldung erfolgt über die Website des Bundesverbandes GebäudeGrün. Auf dem Veranstaltungsplan lässt sich eine Liste mit den sieben Städten finden, in denen die Foren stattfinden werden. Interessierte können sich dann für die gewünschte Veranstaltung anmelden.

Recycling auf der Baustelle: es wird!

Gerade auf Baustellen fällt viel Müll an. Mit dem Ergebnis eines aktuellen Projektes zeigt sich aber: bald könnte der erste Kunststoff-Abfall vom Bau recycelt werden.

Bauschaum findet gerade in der Herstellung von Fertighäusern seine Verwendung. Dabei ist die Verwendung nicht gerade umweltfreundlich: Denn der Stoff wird in Dosen gelagert und wenn sie leer sind, sind sie nicht mehr zu gebrauchen – bisher jedenfalls. Im kürzlich abgeschlossenen Pilotprojekt vom Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) und der Spezialist für stoffliches Recycling PDR wurde deutlich, dass sich Bauschaumdosen durchaus effektiv recyclen lassen. Vom Gesetzgeber werden die Dosen als gefährlicher Abfall eingestuft, die Bilanz des 5-monatigen Versuchs in der Praxis hingegen zeigen neben dem möglichen Recycling sogar auf, dass das Recyclen von PU-Schaumdosen auch noch großflächig organisierbar ist, sodass eine überregionale Baustellenentsorgung möglich wird. Der wichtigste Punkt im Prozess ist dabei die Planung der Entsorgung im Vorfeld. Von insgesamt 5 Fertighausherstellern hat die BDF-Projektgruppe die Rückgabe der PU-Schaumdosen getestet. Verschiedenste Sammelmethode wurden dabei ausprobiert und bewertet. Zur richtigen Planung der Entsorgung gehört vor allem, dass man die Dosen nicht im Baumischcontainer loswerden kann, sondern die Entsorgung bis hin zum Recycling planen muss. Zwar gestaltete sich die Rücknahme der leeren PU-Schaumdosen anfangs etwas schwierig, durch gute Organisation ließ sich später die Anzahl allerdings um das Anderthalbfache zum gesamten Vorjahr steigern.

Der Weg von der Baustelle zur Wiederverwertung

Damit die Kartonabholung von Bauschaum-Dosen reibungslos und kostenlos erfolgen kann, müssen diese zur fachgerechten Entsorgung von der Baustelle zurück zum Werk transportiert werden. Der PDR kann die Dosen dann kostenlos abholen und sie nach Oberfranken transportieren, wo sich die zuständige Recyclinganlage befindet. Dabei kommen auf die Fertighaushersteller keine zusätzlichen Kosten zu. Noch einfacher ist die Rückgabe im Falle der Nutzung eines Baustellenlieferservices: Diese nehmen die leeren Dosen auch kostenlos direkt von der Baustelle wieder mit. 2.900 Rückgabestellen der PDR ermöglichen außerdem eine leichte Rückgabe des Abfalls. Auf der Website der PDR lässt sich die nächste dieser Rückgabestellen finden. Mit der alternativen Entsorgung, die das Projekt möglich gemacht hat, können in Zukunft wichtige und wertvolle Ressourcen geschont werden. Kurze Wege sind dabei das A und O, am besten sollten die leeren Dosen auf direktem Wege von der Baustelle zum Recycling ins Werk transportiert werden. Das spart nicht nur unnötige Lagerkosten, sondern auch weitere Ressourcen.

Gemischte Reaktionen auf Empfehlungen der Baulandkommission

Die Baulandkommission hat nach neun Monaten Arbeit einen Entwurf mit vielen Empfehlungen zur nachhaltigen Baulandmobilisierung und Bodenpolitik vorgelegt.

Die Reaktionen auf das 13-seitige Dokument fallen sehr gemischt aus. Anfang Juli veröffentlichte die Expertenkommission „Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik“ (Baulandkommission) ihre Handlungsempfehlungen für den nachhaltigen Bau und die Bodenpolitik. Kernpunkte der empfohlenen Maßnahmen sind vor allem:

– die Umsetzungsunterstützung durch die Länder, um öffentliche Grundstücke von Ländern und Kommunen vergünstigt zur Verfügung stellen zu können,
– die Anpassung der Haushaltsordnungen auf allen öffentlichen Ebenen,
– die Einführung einer Experimentierklausel zum Lärmschutz und Anpassung des Geruchsemissionenschutzes,
– die Erleichterung der Genehmigung begünstigter Vorhaben im Außenbereich bei Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden in Wohnungen
– und verstärktes finanzielles Engagement des Bundes und der Länder bei zum Beispiel der Reaktivierung von Branchen und Entlastungen bei der Grunderwerbsteuer.

Marco Wanderwitz (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbauministerium, möchte die empfohlenen Maßnahmen schnell umsetzen und die Umsetzung an folgenden Punkten anpacken: „Die Umsetzung der Handlungsempfehlungen bedarf des weiteren Engagements der Akteure der Planungs-, Bau- und Bodenpolitik. Wir müssen umgehend die notwendigen Personalkapazitäten in Planungsämtern und weiteren relevanten Einrichtungen auf allen föderalen Ebenen schaffen. Für die anstehenden Aufgaben brauchen wir dauerhaft fachlich gut ausgebildeten Nachwuchs. Die Baulandkommission hat sich für eine Ausbildungs- und Einstellungsoffensive für technische Berufe ausgesprochen. Das ist ein deutliches Signal. Mir ist wichtig, dem fachlichen Nachwuchs verlässliche Perspektiven zu geben und gemeinsam mit den künftigen Nutzern unserer Städte die Zukunft zu gestalten.“

Skepsis vieler Verbände

Anders als Wanderwitz sehen viele Verbände die vorgelegten Vorschläge skeptisch. Der Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), Jürgen Michael Schick, sieht neben den guten Ansätzen einen falsch gelegten Fokus: „So zielen die Lösungsempfehlungen vor allem darauf, den Kommunen weitere Möglichkeiten zur Regulierung des Grundstücksmarktes zu verschaffen. Aber nur mit Instrumenten der Marktwirtschaft lässt sich die Wohnungsknappheit beheben. Diese Berücksichtigung fand leider nicht statt.“ Laut IVD müsse das Angebot an bebaubaren Grundstücken deutlich und spürbar ausgeweitet werden, um die Engpässe beim Wohnungsbau zu beseitigen. Auch der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) warnt vor den geplanten Maßnahmen: „Solange Bauland Mangelware bleibt, weil die Kommunen zu wenig und zu langsam Bauland ausweisen, wird es keine gerechte Bodenpolitik und keine Lösung des Wohnraummangels geben. Akuter Wohnraummangel muss daher zu einer Planungspflicht der Kommunen führen. Wer stattdessen zusätzliche dirigistische Eingriffe der Kommunen empfiehlt, verwechselt Ursache und Wirkung und setzt damit falsche Schwerpunkte“.

Handwerk begrüßt Empfehlungen

Anders als die genannten Verbände, reagieren die Zentralverbände des Deutschen Handwerks (ZDH) und des Deutschen Baugewerbes (ZDB) größtenteils positiv auf die Empfehlungen: „Das heute beschlossene Empfehlungspaket von Bund und Ländern ist als wichtiger Beitrag zu begrüßen, um die Bereitstellung von Wohnbauland zu beschleunigen. Zusammen mit der in der letzten Woche verabschiedeten Sonderabschreibungsmöglichkeit für Mietwohnungsbau ist durch die Empfehlungen der Baulandkommission ein weiterer wichtiger Schritt zur Entspannung des Wohnungsbaumarktes erfolgt. Bund, Länder und Kommunen sind nun aufgefordert, schnellstens alle notwendigen gesetzgeberischen und organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen“, meint Holger Schwannecke, Generalsekretär des ZDH.

Honorarordnung für Architekten und Ingenieure gekippt

Die deutschen Mindest- und Höchstsätze für Architekten und Ingenieure sind unzulässig und tun nichts für den Verbraucherschutz – erklärte der Europäische Gerichtshof.

Nachdem die EU-Kommission bereits Ende 2016 Deutschland verklagte, kippt der Europäische Gerichtshof nun die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Bei der HOAI handelt es sich um festgelegte Mindest- und Höchstpreise für die Planungsarbeit von Architekten und Ingenieuren. Der Mindestsatz darf nur in besonderen rechtlichen Fällen unterschritten werden. Das gleiche gilt für die Überschreitung des Höchstsatzes. Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, sowohl dem Architekten beziehungsweise Ingenieur ein angemessenes Honorar zu sichern, als auch die Sicherung der Qualität der erbrachten Leistungen für den Bauherrn.

In der Anklage gegen Deutschland Ende 2016 forderte Binnenmarktkommissarin Elzbieta Bienowksa, dass das Anbieten von Dienstleistungen erleichtert werden soll, sodass Verbraucher mehr Auswahl und niedrigere Preise bekommen. Mit der Honorarordnung würde die Bundesrepublik Unternehmen aber daran hindern, über den Preis miteinander zu konkurrieren, hatte der EU-Gutachter Maciej Szpunar bereits im Februar festgestellt. Für Szpunar sei nicht klar, warum ein Mindestpreis nötig sei, um Verbraucherschutz und hohe Qualität zu sichern. Und obwohl es nach einer entsprechenden EU-Richtlinie möglich ist, Mindest- und Höchstpreise unter bestimmten Bedingungen vorzuschreiben, erklärten die Richter trotzdem, dass die Deutsche Honorarordnung für Architekten und Ingenieure nicht den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit erfülle. Die Begründung: Die Mindestsätze gelten nur für Architekten und Ingenieure. Da aber auch andere Dienstleister entsprechende Leistungen erbringen können und dafür keine fachliche Eignung nachweisen müssen, seien die Mindestsätze ungeeignet, hohe Qualitätsstandards und den Verbraucherschutz zu sichern.

Aufschrei in der Bundesarchitektenkammer

„Die HOAI in ihrer bisherigen Form verhindern einen ruinösen Preiswettbewerb, um Auftraggebern die bestmöglichen Leistungen zu sichern, deren Qualität kaum im Voraus bewertet werden kann und gleichzeitig besonders großen Einfluss auf das Leben der Menschen hat“, warnt die Bundesarchitektenkammer vor der aktuellen Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs. „Sowohl für unseren Berufsstand als auch für die Auftraggeber bedeutet diese Entscheidung einen bedeutsamen Einschnitt, da die wissenschaftlich ermittelten Honorarsätze zukünftig nicht mehr verpflichtend gelten, und wir neben Leistung und Qualität verstärkt auch über den Preis verhandeln müssen,“ sagte die Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Barbara Ettinger-Brinckmann, direkt nach der Entscheidung des EuGh. „Wichtig ist uns, auch weiterhin auf Basis angemessener Honorare arbeiten zu können, um Auftraggebern den ganzheitlichen Leistungsumfang zukommen lassen zu können, der zur optimalen Lösung baulicher Aufgaben notwendig ist, und zwar sowohl im Interesse der Auftraggeber als auch im Interesse der Allgemeinheit, denn Bauen ist nie nur privat. Wie sorgfältig wir unsere Gebäude planen und wie nachhaltig wir sie bauen und betreiben, trägt maßgeblich zur Qualität der gebauten Umwelt und auch zum Klimaschutz bei.“ Man werde in der nächsten Zeit intensive Gespräche mit dem Bundeswirtschaftsministerium führen, um die Honorarsätze zumindest in einem kleineren Rahmen erhalten zu können.

Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau

Der Bundesrat hat den Sonderabschreibungen bei Mietwohnungsneubau zugestimmt. Damit bieten sich privaten Investoren nun neue Planungssicherheiten.

„Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert“, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes (ZDB). Es geht um die ab sofort möglichen Sonderabschreibungen, die es privaten Investoren im Mietwohnungsneubau erlauben, bis zu 28 Prozent steuerlich abzusetzen. Fünf Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten einer neuen Mietwohnung können Investoren ab sofort bei der Steuer geltend machen, dazu kommt die bereits geltende lineare Abschreibung für Abnutzung über zwei Prozent. Diese Sonderabschreibung ist befristet auf vier Jahre. So können die Investoren in den ersten vier Jahren insgesamt 28 Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten steuerlich abschreiben. Voraussetzung dafür ist, dass es sich nicht um eine Luxuswohnung handelt: Der Gesetzgeber gibt maximale Herstellungskosten von 3.000 Euro je Quadratmeter vor, die nicht überschritten werden dürfen. Das hat zum Ziel, dass der Bau bezahlbarer Mietwohnungen angeregt wird. Außerdem dürfen die neuen Wohnungen nicht als Ferienwohnungen vermietet werden, sie müssen also dauerhaft bewohnt sein.

Weitere langfristige Maßnahmen gefordert

„Die Sonderabschreibung ist überfällig gewesen“, kommentiert Pakleppa. In Teilen des Landes sei die Lage auf dem Wohnungsmarkt angespannt. Daher begrüße man solche Investitionsanreize. „Den mittelständischen Unternehmen der Bauwirtschaft, die rund 80 Prozent des Wohnungsbaus in Deutschland leisten, wird so die Ausweitung ihrer Kapazitäten erleichtert.“ Der ZDB fordert aber, spätestens nach Ablauf der befristeten Sonderabschreibung die lineare Abschreibung für Abnutzung zu erhöhen. „Die baupolitischen Herausforderungen gehören zu den großen Aufgaben dieser Dekade und müssen über langfristige Maßnahmen gestützt werden“, meint Pakleppa.

Kalksandstein als Träger für Wohnbau

Das Baumaterial Kalksandstein wird im mehrgeschossigen Wohnbau nach wie vor am häufigsten verwendet. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes.

Demnach kam der Baustoff insgesamt bei 34 Prozent der Wohngebäude mit mehr als drei Wohneinheiten zum Einsatz, 2017 lag der Anteil bei rund 33 Prozent. Rein auf den räumlichen Anteil der Steine bezogen, wuchs der Anteil auf über 38 Prozent, 2017 lag der Anteil bei 37 Prozent. „Diese Zahlen zeigen einmal mehr, dass Kalksandstein aus dem Wohnungsbau nicht wegzudenken ist“, freut sich Roland Meißner, Geschäftsführer Bundesverband Kalksandsteinindustrie. „Die Massivität des Kalksandsteins bringt hier unter anderem Vorteile im Schallschutz und der Tragfähigkeit. Die Wände können dadurch schlanker gehalten werden. Im Wohnungsbau ein klarer Vorteil.“

Nicht nur diesen Vorteil bietet der vielseitige Baustoff: Auch preislich siegt er gegenüber anderen Baustoffen. Laut Rechnung der Kalksandsteinindustrie kosteten mit Kalksandstein gebaute Wohnungen 2018 durchschnittlich 290 Euro pro Kubikmeter umbauten Raum. Damit bietet er gegenüber in Stahlbeton ausgeführten Wohnungsbauten einen Preisvorteil von 8,5 und gegenüber Holzbauten sogar einen Vorteil von 11,4 Prozent. Mauerwerksbauten aus Kalksandstein leisten somit einen sehr wichtigen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum – sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich. Das sind gute Rahmenbedingungen für jeden Bauherren. „Doch ohne die breite und nachhaltige Unterstützung aus der Politik geht es nicht“, sagt Meißner. „Die Baulandkommission hat in diese Richtung ein erstes positives Zeichen gesetzt. Sie empfiehlt Bund, Ländern und Kommunen eigene Liegenschaften vergünstigt für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums zur Verfügung zu stellen.“

EU-weite Regeln für Drohnen ab 2020

Drohnen sind längst nicht nur ein Spielzeug: Auch auf Baustellen werden die Multikopter eingesetzt. Ab 2020 gelten EU-weit neue Regeln, die jeder Besitzer beachten muss.

Bereits seit dem 7. April 2017 gibt es klare Regeln für den Betrieb von Drohnen. Dazu zählen zum Beispiel eine Kennzeichnungspflicht und bestimmte Betriebsverbote in sensiblen Bereichen wie an Einsatzorten der Polizei oder der Feuerwehr. Ab einem Gewicht von 2 Kilogramm müssen die Drohnenpiloten außerdem einen „Drohnenführerschein“ machen, auch besteht eine Versicherungspflicht. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat nun neue Bestimmungen veröffentlicht, die bis Juni 2020 in nationales Recht übergeführt werden müssen. Diese Bestimmungen sollen die Regeln für den Betrieb von Drohnen EU-weit vereinheitlichen. Auf 27 Seiten in insgesamt 23 Artikeln werden klare Regeln festgelegt, die nicht zuletzt wegen verschiedener Vorfälle der Störung vom Flugverkehr an Flughäfen aufgestellt wurden.

Was bedeutet das fürs Handwerk?

Die Nutzung von den unbemannten Fluggeräten hat sich längst auch auf das Handwerk ausgebreitet. Besonders Dachdecker, Metallbauer und Maurer nutzen sie, um Schäden an Bauwerken aus der Luft ausfindig zu machen, die nächsten Arbeitsschritte zu planen oder auch, um dem Kunden den aktuellen Stand des Bauvorhabens zu zeigen. Auch für die Drohnen-Besitzer aus dem Handwerk gilt daher, sich über die Neuerungen zu informieren. Denn schon jetzt gelten spezifische Voraussetzungen für die Nutzung. Die Deutsche Flugsicherung stellt diese noch bis zum Juni 2020 geltenden Regeln in einem Flyer  zusammen. Fest steht aber: Schärfer als die ohnehin bereits geltenden Richtlinien werden die neuen EU-weiten Regeln wohl nicht. In jedem Bereich sehen die Bestimmungen der EASA weniger strenge Voraussetzungen vor. Die maximal erlaubte Flughöhe ohne Sondererlaubnis erhöht sich von 100 auf 120 Meter und auch eine Kennzeichnungspflicht bleibt wie bisher gehabt erhalten. Das 27-seitige und ausführliche Dokument zu allen Details rund um die neuen Bestimmungen sind auf der Websitevon EUR-Lex abrufbar.

Stabiles Wachstum für elektronische Sicherheitstechnik

Auch 2018 hält ein stabiles Wachstum für den Markt für elektronische Sicherheitstechnik bereit. Der Umsatz liegt für das Jahr somit bei 4,4 Milliarden Euro.

Videoüberwachung, elektronische Alarmtechniken, Türsprechsysteme und Gefahrenmelder – das alles hat die Branche der elektronischen Sicherheitstechnik zu bieten. Um sich vor Einbrüchen, Bränden und anderen Gefahren zu schützen, sind solche Anlagen für viele Deutsche mittlerweile unverzichtbar. Das zeigen auch die Wachstumszahlen aus dem Jahr 2018: um 5,7 Prozent nahm der Umsatz im Vergleich zu 2017 in diesem Segment zu. Das sind etwa 4,4 Milliarden Euro Gesamtumsatz für das erfolgreiche Jahr. Die Branche setzt somit den ständig wachsenden Umsatz fort und zeigt einen stabilen Markt. Auch für die Folgejahre erwartet man einen fortgesetzten Aufschwung. Dennoch gibt es einige Herausforderungen im Geschäft: „Die Auswirkungen des Fachkräftemangels sind enorm. Es dauert oft zwölf bis 15 Monate, bis eine Stelle nachbesetzt wird – das ist doppelt so lange wie noch vor zwei oder drei Jahren“, konstatiert Norbert Schaaf, Vorstandsvorsitzender des BHE Bundesverband Sicherheitstechnik e.V.

Weitere wichtige Themen der näheren Zukunft seien außerdem die Vernetzung und Digitalisierung sowie die Cybersicherheit der eingesetzten Produkte, Systeme und Dienstleistungen. „Smart Home und Smart Building werden Realität. Im Dreieck aus Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit nimmt Cybersicherheit einen zentralen Platz ein. Digitale Technologien müssen sicher und vertrauenswürdig sein – darauf müssen sich die Nutzer verlassen können. Nur so können neue Dienste und Geschäftsmodelle entstehen, die sich am Markt behaupten“, so Uwe Bartmann, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Sicherheit.

Wachstum in allen Segmenten der Sicherheitstechnik

Zwar ist die Brandmeldetechnik nach wie vor das größte Segment der Sicherheitstechnik, aber auch alle anderen Segmente zeigen ein Wachstum. Die Brandmeldetechnik ist sehr von der Baukonjunktur abhängig, der Umsatz in diesem Bereich ist 2018 allerdings um mehr als sechs Prozent auf über zwei Milliarden Euro gestiegen. Nachdem jetzt bundesweit die Rauchwarnmelderpflicht für Privatwohnungen gilt, könnte in diesem Bereich ein Rückgang eintreten. Andererseits müssen in vielen Bundesländern bereits viele alte Rauchmelder ausgetauscht werden. Auch neue Technologien unter den Warnmeldern, wie zum Beispiel die Smart-Home-Fähigkeit, könnten für einen Aufschwung in der Zukunft sorgen. Mit einem Plus von sieben Prozent steigt der Umsatz für die Zutrittssteuerungssysteme 2018 auf 352 Millionen Euro. Auch die Videosicherheit macht mit einem Umsatz von 575 Millionen Euro gegenüber 2017 ein Plus von 6,5 Prozent. Ein etwas geringeres Wachstum gab es für den Bereich der Sprachalarmierungssysteme, diese machten 2018 einen Umsatz von 110 Millionen Euro und verzeichnen für das Jahr somit ein Plus von 3,8 Prozent. Überfall- und Einbruchmeldeanlagen machten mit 860 Millionen Euro 3,6 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr.

Smarte Ideen für zukünftige Elektromobilität gesucht

Innogy sucht im Rahmen des Ideenwettbewerbs „Elektromobilität“ kreative Antworten auf wichtige Fragen der Zukunft. Preisvergabe ist am 28. November in Dortmund.

Auf Fragen zur Elektromobilität, zur Energie- und Gebäudetechnik und zur Architektur und Informatik sucht innogy gestalterische, technische und auch wirtschaftliche Antworten. Die Fragen sind sehr zukunftsorientiert: Wie sieht das Haus der Zukunft mit smarter Ladeinfrastruktur als integralem Bestandteil aus? Oder auch: Was zeichnet APIs aus, die Elektroauto und Smart Home so verbinden, dass Energieversorgung, Wohnkomfort und Datenschutz gleichermaßen profitieren? Auf diese und noch mehr Fragen sollen kreative Studierende aus allen deutschsprachigen Universitäten, Fachhochschulen und Akademien sowie alle anderen Interessierten aus Bereichen wie zum Beispiel der Energie- und Gebäudetechnik oder der Immobilienwirtschaft kreative Antworten suchen. Innogy bittet dabei um fantasiereiche und ausgefallene Projekte. Die Einsendungen können sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfasst sein und müssen bis spätestens zum 25. Oktober 2019 eingereicht werden. Die drei besten Projekte werden ausgewählt und am 28. November ausgezeichnet. Für den ersten Platz gibt es 5.000 Euro Preisgeld, für den zweiten 3.000 und für den dritten Platz winken 2.000 Euro. Die prämierten Ideen werden außerdem in der Fachzeitschrift greenBUILDING präsentiert. Auf der Website des Projekts stehen alle offenen Fragen und Teilnahmebedingungen zum Nachlesen.

Einzug ist noch keine Abnahme

Zieht eine Bauherrin in den Neubau ein, ist das noch nicht als einwandfreie Abnahme zu verstehen. Das hat der Bundesgerichthof in einem aktuellen Fall entschieden.

Zieht die Bauherrin nach dem Neubau eines Gebäudes selbst ein, kann der Einzug in der Regel als stillschweigende Abnahme des Baus gelten. Fallen ihr allerdings Mängel auf und rügt sie diese, hat der Unternehmer noch keinen Anspruch auf Bezahlung. Auch, wenn die Bauherrin bereits im Neubau wohnt.

Ein Fall des Oberlandesgerichts München

Bereits im Januar 2016 entschied das Oberlandesgericht in solch einem Fall. Hier reichte ein Bauunternehmen eine Zahlungsklage gegen die Bauherrin ein. Gezahlt werden muss erst, wenn eine protokollierte Abnahme der Bauleistung erfolgt ist. Eine Abnahme bedeutet eine Zustimmung der Bauherrin, dass sie die Leistungen des Bauunternehmens als vertragsgerecht ansieht. Dazu war die Bauherrin allerdings nicht bereit und führte in einem Abnahmeprotokoll ganze 18 Mängel am Bauwerk auf, unter anderem einen Riss in der Außenfassade und fehlende Estricharbeiten im Keller. Wenig später bezog sie mit ihrer Familie das Haus. Der Bauunternehmer schickte nach dem Einzug eine Schlussrechnung in Höhe von 17.600 Euro, die die Bauherrin wegen genannter Mängel allerdings nicht zu zahlen bereit war. Also klagte der Auftragnehmer den restlichen Werklohn ein.

Die Entscheidung

Da der Auftragnehmer ohne klare Abnahme noch keinen Anspruch auf einen Werklohn hat, entschied das Gericht zugunsten der Bauherrin, die im Protokoll ganz deutlich gegen eine mängelfreie Abnahme der Bauleistung argumentiert habe. Dass sie vorher den Neubau aber schon bezogen hat, ändere an diesem Umstand nichts. Als stillschweigende Abnahme hätte der Einzug nur gegolten, wenn das Einfamilienhaus ohne wesentliche Mängel fertiggestellt worden wäre. Da die Bauherrin aber noch vor Einzug einige Mängel am Bau protokolliert hat, sei die Werklohnforderung des Auftragnehmers noch nicht fällig. Letztendlich könne das Bauunternehmen seinen restlichen Werklohn erst einfordern, wenn dieses die bemängelten Fehler am Bau beseitigt hat. Erst dann könne eine erneute Abnahme stattfinden.