Weltweit erstes Gebäude aus Carbonbeton

In Dresden wird momentan das erste Gebäude aus Carbonbeton gebaut. Der Beton ist mit einer Bewehrung aus Kohlenstofffasern nachhaltiger als herkömmlicher Stahlbeton.

Mitten in Dresden soll das neuartige Gebäude die Möglichkeiten des neuartigen Verbundwerkstoffs öffentlichkeitswirksam inszenieren. Stahlbeton steht in Hinblick auf den Klimawandel schon länger in der Kritik: viel zu dicke Betonschichten, die zum Schutz des Stahls benötigt werden und auch der verbrauchte Zement verursacht viel zu viel CO2. Die Technische Universität (TU Dresden) sieht deshalb eine überwiegende Nutzung von sogenanntem Carbonbeton als zukunftsfähige Lösung. Es handelt sich hierbei um einen Materialverbund aus einer nichtrostenden Kohlenstofffaser-Bewehrung und Hochleistungsbeton. So schreibt die TU Dresden, dass der Materialwechsel hin zu Carbonbeton den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß bei der Herstellung und Instandsetzung von Bauwerken um bis zur Hälfte reduzieren und wertvolle Ressourcen schonen könnte. Die Ergebnisse ihrer umfangreichen Carbonbeton-Forschungsoffensive will die TU Dresden nun einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Deshalb wird in der Landeshauptstadt Sachsens nun das weltweit erste Gebäude aus diesem Materialverbund entstehen. Bis Ende 2020 soll es fertiggestellt sein. Es entsteht ein 220 Quadratmeter großer Experimentalbau, der gleichzeitig als Versuchsstand dienen soll. Das Gebäude soll „Cube“ heißen und war ursprünglich in Form eines Würfels geplant. Nun werden zwei symmetrisch gegenüber angeordnete Twist-Elemente gleichzeitig den seitlichen sowie oberen Raumabschluss bilden und das außerordentliche Anwendungsspektrum der Carbonbetonweise veranschaulichen.

Initiative Wohnen will nicht mehr reden, sondern handeln

Ganze 24 Unternehmen trafen sich in Berlin, um eine Initiative zu gründen, die endlich das Ziel umsetzen soll, bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen.

„Wir wollen nicht mehr über den Klimawandel reden. Wir wollen handeln.“ – So lautet das Motto der Unternehmen der Wohnungswirtschaften, die sich am 28. Januar zur Gründung der Initiative Wohnen.2050 (IW2050) trafen. Initiiert wurde der bundesweite Zusammenschluss von der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt. Der Zusammenschluss hat ein klimapolitisches Bündnis zum Ziel, welches neben der strategischen Kooperation und einem fachlichen Abgleich insbesondere auch wirtschaftliche und finanzielle Belange zur Erreichung der Vorgaben im Blickfeld hat. Schon am Gründungstag vertraten die anwesenden Unternehmen immerhin rund 1.050.000 Wohneinheiten und sechs der zehn größten deutschen Wohnungs-Unternehmen innerhalb des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW). Eröffnet wurde die Veranstaltung von Alex Gedaschko, dem Präsidenten des GdW: „Für die Wohnungswirtschaft ist Klimaschutz eines der vordringlichsten Themen – und alle Beteiligten leisten seit langem einen kontinuierlichen Beitrag. Um das Zwei-Grad-Ziel und einen klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050 zu erreichen, gilt es den Einsatz noch einmal deutlich zu erhöhen. Die Situation erfordert nicht nur Engagement, sondern Transformation“, erklärte Gedaschko.

Know-how der gesamten Branche wird geteilt

Die Lösungen für vorher gesammelte Probleme werden mit dem gesammelten Know-how der Unternehmen erarbeitet und diskutiert. So sollen auch kleinere Unternehmen die Chance erhalten, sich einzubringen und ihren Standpunkt klarzumachen. „Wir stehen vor der wohl größten Jahrhundertaufgabe unserer Zeit. Deswegen war für uns klar, dass wir eine Brancheninitiative brauchen, um dieser Herausforderung gemeinsam und partnerschaftlich zu begegnen“, so Dr. Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt und Vorstand der IW2050, über das Klimaschutz-Engagement. Die vier Hauptziele der Initiative sind neben der einheitlichen Positionierung, um finanzielle Unterstützung für die Klimaziele im Wohnungsbereich einzuwerben unter anderem auch, das Wissen aller Mitglieder für alle zugänglich zu machen und so mit einem reduzierten Ressourcenaufwand zeitnah Lösungen zu entwickeln. Außerdem sollen die Vorreiterrolle und das Klimaschutzengagement der Branche öffentlich gemacht werden. Zu guter Letzt sollen die Mitarbeiter der teilnehmenden Unternehmen motiviert, befähigt und aktiviert werden, um zur Klimazielerreichung beizutragen. Auch soll das Thema den Kunden möglichst nahe gebracht werden.

Digitalisierungs-Revolution im Bau ist in vollem Gange

Eine Vielzahl an Veranstaltungen zur Digitalisierung und die Häufigkeit von digitalisierten Instrumenten in der Baubranche zeigen, dass die Digitalisierung angekommen ist.

Immer mehr Fachleute stimmen zu, dass die Digitalisierung Möglichkeiten und Chancen bietet: „Aus ‘Zukunftsmusik’ ist längst Branchenrealität geworden”, erklärt Florian Kaiser, Partner und Leiter des Geschäftsbereichs Bauzulieferindustrie, Dr. Wieselhuber & Partner. Innovative und digitale Ideen heben Leistungsangebote und Prozesse auf ein ganz neues Niveau. Kunden verlangen mittlerweile klare saubere Abbildungen, detaillierte Kenntnisse und die Verbindung mit einem effizienten Datenmodell. In vielen Baubetrieben ist das allerdings noch keine Realität. Geht es um traditionelle Geschäftsideen wie zum Beispiel die Rolle des Großhandels, werden wertvolle Chancen für eine Digitalisierung oftmals außer Acht gelassen. Neue Veranstaltungen, wie zum Beispiel die Startup-Messe TECH IN CONSTRUCTION in Berlin oder auch junge Kongresse wie die BIM-World oder das Construction Equipment Forum sensibilisieren für das Thema und geben einen umfangreichen Marktüberblick über die Innovationen der Baubranche. Die sehr gute Auftragslage bei den führenden Herstellern und Verarbeitern bieten nicht Chancen der Digitalisierung, sondern machen sie fast schon nötig, um hinterherzukommen. Kaiser mahnt, dass es in dieser Phase besonders wichtig ist, vorausschauend in die Zukunft zu blicken. Jeder solle unter dem Motto „integrale Planung/Digitalisierung“ seine traditionellen Verhaltensweisen überdenken. Im Februar dieses Jahres findet zum ersten Mal die neue Digitalmesse digitalBAU in Köln statt. Hier wird deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung in der Bau-Wertschöpfungskette keine Zukunftsmusik mehr ist. Sie ist längst zur Realität geworden. Den Zeitpunkt für die Messe findet Kaiser optimal, da einige Entscheider durch die vielversprechenden Ansätze „endlich aufgerüttelt“ und motiviert werden wurden, die eigene Zukunftsfähigkeit auszugestalten. So könnte der Bau in fünf bis zehn Jahren von sich selbst behaupten, dass er vollständig digital geworden sei.

Billig-Löhne aus dem Balkan bedrohen deutschen Bausektor

Als „staatliche Lohnkosten-Trickserei“ betitelt die IG Bau die Machenschaften Sloweniens, europäische Unternehmen zu begünstigen, die ihre Mitarbeiter ins Ausland schickten.

„Die Bauwirtschaft in Europa leidet unter einer Schieflage – mit gravierenden Auswirkungen für den deutschen Markt“, das kritisiert die IG Bauen-Agrar-Umwelt. Es handelt sich bei dem Problem um staatliche Lohn-Subvention. Eine „staatliche Lohnkosten-Trickserei – made by Slovenia“, so die Gewerkschaft. Unternehmen, die ihre Beschäftigten in andere EU-Staaten schickten, wurden von Slowenien begünstigt. Und das schafft unfaire Wettbewerbe. So sei das Entsenden von Mitarbeitern ins Ausland zwar legal, aber längst nicht die Praxis, mit der Slowenien seinen Betrieben dies „wirtschaftlich versüße“. „Wenn ein EU-Mitgliedsstaat seine Unternehmen von einem Großteil der Sozialabgaben befreit und damit die Lohnkosten erheblich senkt, um seinen Unternehmen in anderen EU-Ländern einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, dann ist das staatliche Lohn-Subvention“, ärgert sich der stellvertretende Bundesvorsitzende der IG BAU, Dietmar Schäfers. Genau das passiere gerade in Slowenien. „Und es hat spürbare Auswirkungen auf den Bausektor in Deutschland.“[/vc_row]

Unfairer Wettbewerb

Schaut man sich die konkreten Zahlen an, wird deutlich, welcher Schaden hier zustande kommt. So habe die Gewerkschaft ausgerechnet, dass sich der „staatliche Sozialrabatt“ der slowenischen Regierung auf knapp 1.035 Euro pro Bauarbeiter und Jahr im Lohn beläuft. „Das sind für eine durchschnittliche Baustelle mit vierzig Beschäftigten rund 41.400 Euro im Jahr“, erläutert Schäfers. Mit dem geltenden EU-Recht sei dieses „slowenische Geschäftsmodell staatlicher Baukostenregulierung“ nicht vereinbar. Auch habe das Ganze nichts mehr mit einem fairen Wettbewerb zwischen Unternehmen auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu tun. „Es ist nicht die Aufgabe der Regierung in Ljubljana, die Wettbewerbsbedingungen der Baubranche in anderen EU-Staaten zu diktieren“, so Schäfers. So sei es inakzeptabel, eigenen Unternehmen wirtschaftliche Vorteile durch staatlich gesteuerte Billig-Löhne zu verschaffen. Slowenien versuche hier, ein Geschäftsmodell zu etablieren. „Dem muss die EU einen Riegel vorschieben“, meint Schäfers.

4-Tage-Woche als Arbeitszeitenmodell im Baugewerbe

Ein Geilenkirchener Handwerksbetrieb setzt seit dem Sommer einen Traum vieler Arbeitnehmer um: eine 4-Tage-Arbeitswoche. Aber wie gut funktioniert dieses Modell?

Vier Tage arbeiten, drei Tage frei. Dieses alternative Arbeitszeitenmodell wurde bereits in vielen Branchen ausführlich diskutiert. In einer Branche wird das Modell seit Sommer allerdings tatsächlich umgesetzt: Die Arbeitnehmer des Unternehmens Fenster Knaut aus Geilenkirchen arbeiten seit einigen Monaten nur vier Tage in der Woche. Das bietet ihnen nicht nur ein langes Wochenende, sondern steigert die Motivation und sorgt montags für ausgeruhte und entspannte Mitarbeiter. Es bleibt mehr Zeit für die Familie und Termine können auf Freitage gelegt werden. Das Modell komme nicht nur bei den Mitarbeitern gut an, sondern sorgt auch bei den Kunden für zufriedene Gesichter. Denn die Mitarbeiter stehen somit von Montag bis Donnerstag insgesamt länger zur Verfügung und können den Einbau neuer Fenster dementsprechend schneller abschließen.

Seit der Gründung 2003 hat sich Fenster Knaut als Spezialist für hochwertige Fenster auf dem Markt etabliert. Geführt wird das Unternehmen von Meike und Stephan Knaut. Besonders wichtig ist ihnen die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter: „Motivierte, fachlich gut ausgebildete Mitarbeiter sind unser Kapital. Sie führen die Installationen der Fenster und Türen beim Kunden durch, sind seine Ansprechpartner bei Rückfragen und beraten Interessenten in der Ausstellung.“

Neue Maßnahmen gegen Fachkräftemangel

Nicht nur mit dem Arbeitszeitenmodell wollen die Knauts dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Gleichzeitig gebe man allen Bewerben eine Chance, sich im Unternehmen weiterzuentwickeln. Handwerksgesellen stehen dabei zwar im Fokus, aber auch Quereinsteiger sind gerne gesehen. Durch eine Zusammenarbeit auf internationalem Gebiet haben die Mitarbeiter zahlreiche Möglichkeiten zur Weiterbildung. So kann man sich bei Fenster Knaut beispielsweise auch zur Elektrofachkraft weiterentwickeln. Auch ohne Tischlerausbildung kann man sich zu einem diplomierten Fensterspezialisten ausbilden lassen. Solch unkonventionelle Maßnahmen wie eine 4-Tage-Arbeitswoche sind neue Wege, dem aktuellen Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Lange Wochenenden haben eine hohe Anziehungskraft auf potenzielle neue Mitarbeiter.

Milliarden-Verluste durch Schwarzarbeit

Zwar boomt die Baubranche und macht momentan guten Umsatz, das Ganze hat aber auch eine Schattenseite: Schwarzarbeit wird immer häufiger und verursacht riesige Schäden.

Nicht nur die Auftragseingänge sind in der Baubranche 2019 gestiegen, auch Schwarzarbeit verbreitet sich auf dem Bau immer weiter. So schätzt man den dadurch entstandenen Schaden in Berlin auf rund 98,5 Milliarden Euro. Um ganze 7,2 Milliarden Euro sind die Auftragseingänge deutschlandweit gestiegen. Umso auffälliger erscheint es der Fachgemeinschaft Bau (FG Bau), dass viele Betriebe bei den Sozialkassen angegeben haben, dass ihre Auslastung nur bei 25 Prozent lag. „Das ist ein Indiz dafür, dass man hier von schwarz geleisteten Arbeitsstunden ausgehen kann“, sagt Thomas Herrschelmann, Sprecher der FG Bau, gegenüber dem Tagesspiegel. Läge die Auslastung bei dieser enormen Auftragslage bei lediglich 25 Prozent, so hieße das, dass die Bauarbeiter nach wenigen Stunden nach Hause gehen. „Es gibt aber auf dem Bau keine Teilzeitarbeit“, erklärt Herrschelmann. In Berlin und Brandenburg sind in der FG Bau rund 900 Betriebe vertreten. Die Fachgemeinschaft geht davon aus, dass etliche Firmen davon ihre Mitarbeiter schwarz beschäftigen und somit Sozialbeiträge einsparen. Ein weiteres Indiz für Schwarzarbeit sei laut der FG Bau, dass viele Unternehmen nicht wie üblicherweise mindestens zur Hälfte aus Facharbeitern und zur anderen Hälfte aus geringer qualifizierten „Hilfsarbeitern“ bestehen. „Sobald die Quote von Facharbeitern bei weniger als 50 Prozent liegt, kann man davon ausgehen, dass Schwarzarbeit geleistet wird“, sagt der Sprecher.

Fast 100 Milliarden Euro Schaden

In den Jahren zwischen 2014 und 2018 soll in Berlin so durch Schwarzarbeit eine etwa 98,5 Milliarden Euro hohe Schadenssumme entstanden sein. „Wir gehen gegen Schwarzarbeit vor, denn wir wollen nicht, dass durch unlautere Mittel die ganze Branche in Verruf gerät“, sagt Herrschelmann. So gehe man das Problem bereits mit sogenannten „Baustellen-Läufern“ an. Diese sind praktisch als Detektive unterwegs und beobachten und recherchieren rund um bestimmte Baustellen. Ihre Ergebnisse geben sie an den Zoll weiter, der bei einem konkreten Verdacht weitere Schritte einleiten kann. „Unsere Baustellen-Läufer kennen die einschlägigen Orte, wo sich Schwarzarbeiter treffen, um dann für bestimmte Tätigkeiten eingesammelt und gezielt zu Baustellen gefahren werden.“ Eine konkrete Zahl, wie viel Schwarzarbeit es in Deutschland gibt, existiert nicht. Anhand von Kontrollen hätten die Zollfahnder allerdings bereits rund eine Milliarde Euro Schaden pro Jahr in Deutschland verhindert.

Wie man Solaranlagen mit Dachbegrünung kombiniert

Solarstrom und Begrünung erzeugen „grünen“ Strom beziehungsweise Sauerstoff und sind somit gut für das Klima. Beides lässt sich auf Dächern gut miteinander kombinieren.

Sind auf Dächern bereits Photovoltaikanlagen installiert, lassen diese oftmals keinen Platz mehr für Dachbegrünung. Dabei können Pflanzen auf dem Dach viel bewirken. So können begrünte Dächer die oberen Stockwerke im Sommer kühler halten und die Luftqualität verbessern. Nun fanden Forscher heraus, dass eine gewisse Bepflanzung sogar die Stromproduktion nahegelegener Photovoltaikanlagen erhöhen kann. Ein Jahr lang haben Forschende der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW auf einem Flachdach einer Seniorenresidenz in Winterthur gemessen, wie viel Strom beidseitig aktive, senkrechte Solarmodule erzeugen. Denn: Werden die Solarmodule senkrecht auf einem Dach angebracht, bleibt auf dem Boden Platz für eine Dachbegrünung. Demnach produzieren die nach Osten und Westen orientierten Doppelmodule fast genau so viel Strom wie die nach Süden gerichteten Module. Ein Vorteil senkrechter Module ist außerdem, dass sie morgens und abends den meisten Strom liefern – also dann, wenn auch am meisten benötigt wird. Somit könnten Bewohner des Gebäudes den Strom mehr selbst nutzen als ihn ins Netz einzuspeisen. Zudem könnte der zu Randzeiten erzeugte Strom womöglich künftig teurer verkauft werden.

Pflanzen können Stromerzeugung steigern

Die Forscher fanden im Rahmen ihrer Beobachtung heraus, dass eine Bepflanzung mit den richtigen Pflanzen sogar bei der Stromproduktion helfen kann. So steigern sogenannte silberlaubige Pflanzen, die rund um die Solarzellen zum Einsatz kommen, den Stromertrag um bis zu 17 Prozent! Und auch, wenn im Winter Schnee auf dem Dach liegt, beeinträchtigt das nicht die Stromproduktion der Photovoltaikanlagen. Ganz im Gegenteil: Der Schnee unterstützt die Produktion durch die Reflektion der Sonneneinstrahlung, die vom den senkrechten Modulen ebenfalls eingefangen werden kann. Der einzige Nachteil der sich unterscheidenden Anordnung der Zellen ist, dass sich auf gleicher Fläche weniger Module aufbringen lassen, als wenn man die Zellen nach Süden gerichtet und im 30 Grad Neigungswinkel installiert. Der Gesamtertrag pro Dachfläche fällt somit geringer aus. Für die Forscher stand also nicht die Maximierung des Ertrags, sondern eine kombinierte Nutzung im Vordergrund.

Auch Leiharbeiter bekommen fairen Lohn

Das Bundesarbeitsgericht hat einen Grundsatz beschlossen, der eine vergleichbare Bezahlung von Leiharbeitern vorgibt. Damit stärkt man die Rechte von Leiharbeitnehmern.

Bereits seit 2017 gibt es einen „Equal-Pay-Grundsatz“ („Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“) im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Nach diesem Ansatz müssen Leiharbeitnehmer nach einer Einarbeitungszeit von neun Monaten genauso viel verdienen wie ein Arbeitnehmer aus der Stammbelegschaft. Ein längeres Abweichen von dem Equal-Pay-Grundsatz ist nur dann möglich, wenn Branchenzuschlagstarifverträge der Zeitarbeitsbranche bestehen. Dann bekommen Leiharbeiter bereits nach einer Einarbeitungszeit von höchstens sechs Wochen stufenweise mehr Gehalt, bis sie nach maximal 15 Monaten genau so viel Geld bekommen, wie ihre Kollegen. Leiharbeiter haben dabei einen gesetzlichen Auskunftsanspruch zum Gehaltsniveau im Entleihunternehmen.

Arbeitnehmer erhielt über ein Jahr lang weniger Geld als seine Kollegen

Mit einem beispielhaften Fall ging ein Leihabeiter mit als Kläger vor Gericht. Er hatte zuvor als Leiharbeiter als Kraftfahrer in der Metalbranche gearbeitet. Sein Arbeitsvertrag enthielt beschlossene Tarifverträge zwischen der DGB-Tarifgemeinschaft und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (IGZ) mit einer dynamischen Bezugnahmeklausel. Zusätzlich enthielt der Vertrag Regelungen, die teilweise von diesen tariflichen Bestimmungen abwichen. Für seine Tätigkeit von April 2014 bis August 2015 erhielt er einen Stundenlohn von 11,25 Euro brutto und damit weniger als die Stammarbeitnehmer des Betriebs. Vor Gericht klagte er dann einen Ausgleich für die Lohndifferenz ein. Und er bekam Recht: So habe der Verleiher keine gültige zur Abweichung vom Gebot der Gleichbehandlung berechtigte Vereinbarung getroffen. „Diese setzt insbesondere nach Systematik und Zweck der Bestimmungen des AÜG eine vollständige Anwendung eines für die Arbeitnehmerüberlassung einschlägigen Tarifwerks voraus“, heißt es in einer Mitteilung des BAG zum aktuellen Urteil. Dahingegen enthalte der Arbeitsvertrag beider Parteien Abweichungen von den tariflichen Bestimmungen, die nicht ausschließlich zugunsten des Arbeitnehmers wirken.

Bezeichnung „Bachelor Professional“ in Stein gemeißelt

Lange diskutiert und auch kritisiert wurden die neuen Bezeichnungen für Abschlüsse in der Berufsbildung. „Bachelor Professional“ steht bald für den Handwerksmeister.

Der Bundesrat hat offiziell beschlossen: Absolventen einer Berufsbildung im Handwerk tragen ab Januar 2020 den Titel „Bachelor Professional“ oder „Master Professional“. Der Vorschlag kommt aus den Reihen der CDU – so möchte Bildungsministerin Anja Karliczek mit den neuen Namen die Berufsbildung stärken. Vor allem aus Hochschulen hatte es darauf zuletzt großen Widerstand gegeben. Befürchtet werden daraus resultierende Verwechslungen mit akademischen Abschlüssen. „Die Entscheidung des Bundesrats nehme ich mit Besorgnis zur Kenntnis“, sagte Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, nach dem Bundesratsvotum. Bereits wenige Tage vorher hatte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung seine Sorgen geäußert: „In der Berufsbildung hat die Praxis das Übergewicht, in der Hochschulbildung die Theorie. Das ist kein Qualitätsunterschied, aber man darf es nicht verwischen. Und das würde mit einem ‘Bachelor Professional’ passieren.“

Auch seitens der FDP kam dem beschlossenen Vorschlag Kritik entgegen. So betitelte der FDP-Bildungspolitiker Jens Brandenburg das Abstimmungsergebnis als „bedauerliches Einknicken der Bundesländer“. „Der Bundesrat hat die Chance vertan, die Fehlentscheidung akademischer Etiketten für die berufliche Bildung im Vermittlungsausschuss zu korrigieren“, sagte er. Karliczek dahingegen ist der Überzeugung, dass jeder, der Zweifel an der neuen Bezeichnung hat, auch Zweifel daran hätte, dass eine Meisterausbildung dem Bachelor gleichwertig ist. Der Hauptgrund für die Veränderung sei ja schließlich, dass die beiden Bildungsstände in ein bedeutsames Gleichgewicht gebracht werden.

Stabiler Hightech-Baustoff durch Destabilisierung?

Einem Forschungsteam ist es gelungen, ein stabiles Holzmaterial zu entwickeln, das sich beliebig verformen lässt und trotzdem dreimal stärker ist, als natürliches Holz.

Die Methode, um diese Stabilität zu erzeugen, ist dabei gleichermaßen verblüffend wie genial. Die Forscher entziehen dem Holz dabei nämlich genau den Teil, der ihm in der Natur seine hohe Stabilität verleiht: Lignin. Die Forschungsgruppe von Ingo Burger an der Empa in der Schweiz und der ETH in Zürich gingen mit ihrer Forschung der Frage nach, wie Holz noch mehr und noch besser im Bau genutzt werden könne. Eine Lösung dieser Frage käme vor allem dem Klimawandel zugute. Möglich wird die Verbesserung des Holzes durch eine „Delignifizierung“ und Verdichtung des Materials. Denn Holz besteht chemisch aus den drei Bestandteilen Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Das Lignin sorgt dafür, dass die langen Zellulosefibrillen im Holz stabilisiert werden und nicht knicken. Genau diesen Stoff entziehen die Forscher dem Holz allerdings. Was übrig bleibt? Weiße Zellulose, die sich im nassen Zustand in jede X-beliebige Form bringen lässt. Diese Verformbarkeit erreicht man durch Zugabe von Wasser, das sich in den Zellen verteilt, wo vorher das Lignin für Stabilität gesorgt hat. Wird das delignifizierte Holz anschließend wieder getrocknet, verhaken sich die Zellen ineinander und sorgen für eine erneut stabile Verbindung. Durch das Pressen danach wird das Material zusätzlich verdichtet und so laut der Empa rund dreimal steifer und zugfester als naturbelassenes Fichtenholz. Durch eine wasserabweisende Beschichtung könne außerdem verhindert werden, dass das Holzinnere wieder feucht wird und das Material somit die gewünschte Form beibehält. Da das Material das Potenzial für weitere Eigenschaftserweiterungen bietet, kommt es vor allem für Innovationen in der Automobilindustrie infrage.