Bauproduktion in NRW deutlich gewachsen

Die Produktion im Bauhauptgewerbe NRW ist im Januar um 18,6 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im Hochbau stieg sie um 12,2, im Tiefbau um 27,3 Prozent.

Wie das statistische Landesamt mitteilt, erzielte die öffentliche Hand im Hochbau den größten Zuwachs (+21,2 Prozent), auch der Wohnungsbau (+15,3 Prozent) und der gewerbliche und industrielle Hochbau (+8,2 Prozent) entwickelten sich positiv. Auch im Tiefbau entwickelten sich alle Sparten positiv: Im gewerblichen und industriellen Tiefbau (+30,5 Prozent), im Straßenbau (+29,9 Prozent) und im sonstigen öffentlichen Tiefbau (+20,2 Prozent) sind Anstiege der Bauleistung im zweistelligen Prozentbereich festzustellen.

Corona macht kreativ – und digital

Wenn persönliche Gespräche nicht mehr möglich sind, muss man umdenken: Bauwerk führt Kundengespräche per Video-Chat– gleichzeitig Herausforderung und Chance.

Bauwerk, einer der führenden Entwickler sowie Berater und Vermarkter hochwertiger und designorientierter Neubauprojekte in München, Berlin und Frankfurt, hat seine eigene Methode entwickelt, mit der Corona-Krise umzugehen: Immobilienberatung per Video-Chat oder Telefon. „Kundennähe schaffen, die Kommunikation aufrechterhalten und proaktiv sein – das ist momentan das Gebot der Stunde für unseren Immobilienvertrieb. Über die Möglichkeiten der Videoberatung halten wir den Kontakt zu Interessenten und Kunden und können die nötige Betreuungsintensität gewährleisten. Wir planen, die virtuelle Beratung im Zuge unserer Digitalisierungsstrategie weiter auszubauen“, so Jürgen Schorn, geschäftsführender Gesellschafter der Bauwerk Capital GmbH & Co. KG. Per Skype oder FaceTime werden Gespräche mit Kunden und Interessenten durchgeführt. Dabei stellen innovative Formen eine Herausforderung dar. Um den vollen Mehrwert aus den Beratungsmethoden auszuschöpfen und ein digitales Beratungserlebnis zu schaffen, werden beispielsweise Bewegtbilder oder Virtual Reality genutzt, um die Kunden visuell anzusprechen.

Klausel zum Umgang mit Bauablaufstörungen während Krise

Das Bundesbauministerium hat Hinweise zur Vergabe während der Corona-Krise veröffentlicht. Höhere Gewalt kann Grund sein, die Frist zu verlängern.

Baustellen des Bundes sollen mit dem entsprechenden Gesundheitsschutz, wenn möglich, weiterhin betrieben werden. Dies soll sich erst ändern, wenn behördliche Maßnahmen dazu zwingen, oder im Einzelfall ein sinnvolles Weiterbetreiben nicht möglich ist. Auch soll eine Klausel zum Umgang mit Bauablaufstörungen aufgenommen werden, durch die Fristverlängerungen für die Fertigstellung der Bauleistungen ermöglicht werden.

Wann kann die Frist verlängert werden?

Kann höhere Gewalt angenommen werden, verlängert sich die Frist um die Dauer der Behinderung, zuzüglich eines angemessenen Aufschlags für die Wiederaufnahme der Arbeit. Dabei reicht nur die Corona-Krise als Grund allerdings nicht aus. Es muss begründet und bewiesen werden, warum die Leistung nicht erbracht werden kann. Beispiele des Bauministeriums, um sich auf höhere Gewalt zu berufen, sind:

Der Großteil der Beschäftigten ist behördenseitig unter Quarantäne und Ersatz ist nicht auffindbar. Aufgrund der Reisebeschränkungen ist die Baustelle durch die Beschäftigten nicht erreichbar und Ersatz ist nicht möglich. Aber auch, wenn das Baumaterial nicht zu beschaffen ist, teicht das als Begründung aus. Kostensteigerungen sind nicht grundsätzlich unzumutbar. Auch auf Seiten der Auftraggeber kann höhere Gewalt eintreten. So kann zum Beispiel der Bauleiter in Quarantäne sein und die Arbeit ist nicht im Homeoffice zu meistern.

„Baustelle der Zukunft“ für Forschung bereitgestellt

Für den Zweck der Wirtschaft und Wissenschaft übergab die Universität RWTH Aachen eine 10.000 Quadratmeter große Fläche als Referenzbaustelle an ein europäisches Konsortium.

„Center Construction Robotics“ heißt das Center, in dem ein europäisches Konsortium die Referenzbaustelle als die „Baustelle der Zukunft“ mittels Digitalisierung nutzt und untersucht. Diese neue Referenzbaustelle gilt zunächst als temporäres Pilotprojekt und Reallabor. Sie macht es möglich, dass neue Bauprodukte und Bauprozesse, vernetzte Maschinen, Roboter, Softwarelösungen und Lehr-, Arbeits- und Kommunikationskonzepte unter realen Bedingungen erprobt werden können. Das Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Es ist weltweit einzigartig und soll wertvolle Erkenntnisse über die Bauprozesse der Zukunft liefern. Schon 3,2 Millionen Euro an Fördermitteln wurden bereits eigens für dieses Projekt bereitgestellt. „Die Bauwirtschaft hat als eine der Schlüsselbranchen in Deutschland eine große Bedeutung”, betont der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel. „Wir wollen sie dabei unterstützen, die Herausforderungen der Digitalisierung zu meistern“. Das Projekt sei außerdem mit dem Ziel ausgerichtet, die Bauqualität und Termintreue zu steigern. Gleichzeitig würden neue Modelle für das Bauen in der Zukunft entstehen.

Starke Partner für weitreichendes Netzwerk

Das Reallabor ist als Ausgangspunkt zum Aufbau eines weitreichenden Netzwerks für Forschungszwecke sowie Industrie- und Lehrkooperationen. Die hauptsächliche Einbeziehung von regionalen Partnern ermöglicht den Transfer der Forschungserkenntnisse und Lehrkonzepte in die Wirtschaft durch gezielte Entwicklungs- und Weiterbildungsprojekte. Im April 2020 beginnt der neue englischsprachige Master Construction & Robotics an der RWTH Aachen. Bachelorstudierende aus vier Fachrichtungen sind für diesen Master zugelassen. Maschinenbauer, Bauingenieure, Architekten und Informatiker können durch das Fair-Use-Prinzip die Referenzbaustelle für ihre Zwecke nutzen. „Uns ist wichtig, dass diese Baustelle als Transformationsort und ‚lebendes Reallabor‘ von möglichst vielen Einrichtungen genutzt werden kann“, beschreibt Professorin Sigrid Brell-Cokcan die Philosophie des Reallabors. Demnach sind sowohl Startups als auch öffentliche Einrichtungen, Privatpersonen und Forschungseinrichtungen der Bauindustrie eingeladen, die Einrichtung zu nutzen. Es besteht sogar die Möglichkeit, diese Baustelleneinrichtung kostenlos oder vergünstigt zu nutzen, sofern die Infrastruktur bereitgestellt und etwas in das Gemeinschaftsprojekt eingebracht wird. Außerdem steht sie auch als Basis für Studierendenprojekte zur Verfügung.

Gebäudedämmung aus Altpapier

Die Firma Climacell kann Cellulose-Dämmstoffe aus recyceltem und überprüftem Zeitungspapier herstellen. Bei der Herstellung wird mehr C02 eingespart als aufgewendet wird.

So hat es sich das Unternehmen zur Aufgabe gemacht, umweltfreundliche Materialien für ihre Produkte zu verwenden, um so das Klima zu schonen und CO2-Ausstöße zu senken. Cellulose soll für diese Zwecke mit am besten geeignet sein. Laut der VDI ZRE Publikation „Kurzanalyse Nr. 7, 2014“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit durchgeführt wurde, ist der Energiebedarf bei der Herstellung von losen Zellulosefasern im Vergleich zu anderen Dämmstoffen „mit Abstand am geringsten“. „Bezogen auf die Nutzungsdauer wird bei einer Dämmung aus Cellulose wesentlich mehr Energie eingespart als für Herstellung, Transport und Entsorgung eingesetzt wird“, sagt Marcel Bailey, Geschäftsführer von Climacell. Das Unternehmen produziert zudem bereits seit Längerem ausschließlich grünen Strom aus Wasserkraft.

Cellulose wird aus Altpapier hergestellt

Für die Produktion der Cellulose wird ausschließlich geprüftes Altpapier verwendet. Letztlich benutze man wiederverwendetes Holz. Laut Bailey halte man so die Belastung des Klimas und den Verbrauch von wertvollen Ressourcen im Vergleich zu synthetischen Werkstoffen vergleichsweise am geringsten. Zudem besitzt Cellulose in der Herstellung eine positive C02-Bilanz: „Es wird mehr CO2 eingespart als bei der Herstellung aufgewendet wird, denn während des Pflanzenwachstums wird der Atmosphäre CO2 entzogen, das über die gesamte Nutzungsdauer im Dämmstoff gespeichert bleibt“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens. Die Fasern lassen sich außerdem auch bei Rückbau oder Modernisierungsarbeiten einsetzen. Cellulose eignet sich nicht nur für die Dämmung von Innen- und Außenwänden, sondern auch für Dach und Boden. „Durch das Einblasen des losen Dämmstoffs ist ein fugenloses Dämmen möglich“, so Bailey. „Wärmebrücken durch Lücken oder Fugen können so erst gar nicht entstehen.“ Auch wirkt sich die vollständige Hohlraumfüllung positiv auf den Schallschutz aus. Das Material nimmt überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Der „Öko-Dämmstoff“ habe sich durch seine guten bauphysikalischen Eigenschaften bereits als feste Größe auf dem europäischen Markt etabliert. Der Allrounder empfehle sich für viele private und industrielle Einsatzzwecke, so der Hersteller.

Die wichtigsten rechtlichen Fragen zur Corona-Quarantäne

Um die Verbreitung des Virus zu verhindern wird oft Quarantäne angeordnet. Die Deutsche Anwaltsauskunft erklärt, was das rechtlich für die Betroffenen bedeutet.

Unabhängig davon, ob die Quarantäne im Krankhaus oder zu Hause ausgeführt werden soll: Das Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss und dem muss auch Folge geleistet werden. Wenn nicht, kann die Anordnung gerichtlich vollstreckt werden und Betroffene können von der Polizei abgeholt werden. Besteht die Gefahr, dass die Quarantäne-Station selbstständig verlassen wird, kann das Krankhaus den Betroffenen, mit einer richterlichen Anordnung, dort einschließen. Wer die Quarantäne zu Hause verlässt, kann mit einer Geld- oder Haftstrafe rechnen. Die Höhe der Geldstrafe ist abhängig vom Gehalt des Betroffenen.

Bekommt der Arbeitnehmer, der in Quarantäne ist, weiterhin sein Gehalt?

„Ist eine Person tatsächlich krank und wird krankgeschrieben, gelten die normalen Regeln für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall“, erklärt Rechtsanwältin Doris-Maria Schuster von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im deutschen Anwaltsverein (DAV). Sechs Wochen lang wird das Gehalt vom Arbeitsgeber fortgezahlt, danach hat der Erkrankte Anspruch auf Krankengeld. Diesen muss der Arbeitnehmer selbstständig beim zuständigen Gesundheitsamt geltend machen.

Ist die Quarantäne allerdings eine vorsorgliche Maßnahme, greift das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten (IfSG). Betroffene haben nach dem IfSG einen Anspruch auf eine Entschädigung in Höhe des Krankengeldes, das auch von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt würde. Das sind 70 Prozent des Bruttogehalts, aber höchstens 90 Prozent des Nettogehalts. Zusätzlich gilt eine Deckelung bei 109,38 Euro am Tag.

Wer kommt bei Selbstständigen für den Verdienstausfall auf?

Selbstständige und Freiberufler erhalten eine Entschädigung nach dem IfSG. Diese berechnet sich nach dem letzten Jahreseinkommen, das dem Finanzamt gemeldet ist. Aber auch hier ändert sich die Lage nach sechs Wochen: Nun beträgt die Entschädigung die Höhe des gesetzlichen Krankengeldes. Bei Verdacht einfach zu Hause bleiben geht allerdings nicht, sondern das Gesundheitsamt muss die Isolation angeordnet haben.

Betriebsschließung wegen des Corona-Virus: Bekommen die Arbeitnehmer weiterhin ihr Gehalt?

„Im Falle einer angeordneten Betriebsschließung müssen Beschäftigte im Homeoffice arbeiten, soweit das möglich ist.“, erklärt Rechtsanwalt Michael Eckert vom DAV. Sind die technischen Voraussetzungen allerdings nicht gegeben, oder die Tätigkeit erlaubt ein Homeoffice nicht, besteht weiterhin ein Anspruch auf den Lohn. „Ohne weiteres darf der Arbeitgeber Beschäftigte nicht zum Homeoffice verpflichten“, warnt Arbeitsrechtsexperte Eckert. Im Arbeitsvertrag ist der Arbeitsort in aller Regel festgelegt. Kommt das Homeoffice dort nicht vor, ist es dem Arbeitgeber nicht erlaubt, einseitig das Homeoffice anzuordnen.

Mit referenziellen Baugenehmigungen zu bezahlbarem Wohnraum?

Langes Warten auf Baugenehmigungen verzögert die Bautätigkeit. Die Stadt Gelsenkirchen setzt auf referenzielle Baugenehmigungen, um der Wohnungsnot entgegenzuwirken.

Durch die lange Bearbeitungsdauer von Bauaufträgen in den kommunalen Baubehörden entstehen nicht nur wirtschaftliche Folgen, auch das Ansehen der Bauwirtschaft wird geschmälert, besonders durch die steigende Wohnungsnot als Folge verzögerter Bautätigkeiten im Wohnungsbau. Um diesem Problem entgegenzuwirken, muss flexible Personalaufstockung in den Behörden ermöglicht und eine vereinfachte Genehmigungsstruktur geschaffen werden. Die Stadt Gelsenkirchen setzt im Kampf gegen die Wohnungsnot auf referenzielle Baugenehmigungen und seriellen Wohnungsbau. „Schnell, einfach, bürokratiearm: Das ist der Ansatz von referenziellen Baugenehmigungen”, so Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam mit VISTA Reihenhaus wurden in Gelsenkirchen 91 Reihenhäuser gebaut und dafür nur vier Baugenehmigungen benötigt.

Baubehörden entlasten

Durch referenzielle Baugenehmigungen können Bauverfahren deutlich beschleunigt und die Bürokratie nachhaltig abgebaut werden; Der serielle Wohnungsbau mit baugleichen Gebäuden ermöglicht eine schnellere Umsetzung, da die Bauaufsicht nur wenige Bauwerke prüfen muss. So war es der Stadt Gelsenkirchen möglich, dringend benötigten Wohnraum schnell bereit zu stellen, zudem kann dieser Wohnraum zu bezahlbaren Preisen angeboten werden. Auch die ohnehin schwache Personalsituation kommunaler Baubehörden wird entlastet. „Gelsenkirchen und VISTA Reihenhaus sind gemeinsam Vorreiter bei der Umsetzung dieses neuen Verfahrens“, freut sich Ina Scharrenbach. Serielles Bauen und anspruchsvolle Architektur schließen sich nicht aus. Damit serieller Wohnungsbau Akzeptanz findet, muss es das Ziel sein, „den städtebaulichen und gestalterischen Bezug zum Standort herzustellen”, sagt Barbara Ettinger-Brickmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer (BAK), wozu besonders der Raum zwischen den Gebäuden mit in das gestalterische Gesamtkonzept eingebunden werden muss.

CO2-Preissteigerungen entgegenwirken

Die ab 2021 jährlich steigenden CO2-Preise in Verbindung mit Öl- und Erdgas-Heizkosten werden teuer. Verbraucher können daraus aber auch einen Vorteil ziehen.

So können Solarthermie-Anlagen Abhilfe schaffen, wenn es um steigende Kosten geht. Die neuen Anlagen können mit nahezu jedem anderen Heizsystem kombiniert und auch nachgerüstet werden. Mehr als 2 Millionen Haushalte nutzen derzeit laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) Solarwärme zur Warmwasser- und Raumwärmebereitstellung. Seit Anfang des Jahres werden Vorhaben mit dieser Heiztechnik auch ordentlich vom Staat gefördert: Das Marktreizprogramm (MAP) unterstützt den Austausch mit Solarheizungen mit bis zu 45 Prozent. Das passiert entweder in Form eines Direktzuschusses, einer zinsgünstigen Kreditvariante oder auch durch steuerliche Förderung. Die Kosten für die Anschaffung und der Einbau einer Solarthermieanlage oder eines hybriden Heizsystems aus Gasbrennwertkessel und Solarkollektoren ließen sich dabei auf die Einkommenssteuer anrechnen. Mittels Steuererklärung kann man so 20 Prozent der Investitionssumme ganz einfach zurückerhalten. Zu den förderfähigen Kosten gehören dabei nicht nur die Kosten der Solaranlage und des passenden Wärmespeichers, sondern auch der Einbau und die Inbetriebnahme. Für den Abbau, die Entsorgung des Öltanks oder die Optimierung des Heizsystems durch den Einbau moderner Flächenheizkörper gelten ebenfalls neue Förderungsansätze. Zuschüsse für Solarheizungen müssen allerdings immer vor Auftragsvergabe beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) beantragt werden. Die für die Förderung über die Einkommenssteuer nötige Bescheinigung stellt der Solarthermie-Fachbetrieb über das Finanzamt aus.

Ingenieurunternehmen haben volle Auftragsbücher

Die neue Umfrage des Verbandes Beratender Ingenieure (VBI) zeigt: Die zum Verband gehörenden Ingenieurunternehmen starten mehr als optimistisch ins Jahr 2020.

So gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass der Auftragsboom in der Branche bei den unabhängigen Planungsbüros stoppt. Laut der Umfrage beurteilen aktuell 95 Prozent der beteiligten Büros ihre wirtschaftliche Lage als gut (59 Prozent) oder sehr gut (36 Prozent). Angesichts der anhaltend guten Konjunktur sind die Umsätze 2019 bei 41 Prozent der Umfrageteilnehmer gestiegen, bei 44 Prozent gleich geblieben und nur bei 16 Prozent rückläufig. Dennoch: Der Fachkräftemangel ist auch beim VBI angekommen. So beklagen drei Viertel der Umfrageteilnehmer die immer schwieriger werdende Suche nach qualifiziertem Personal. Ein Drittel der Unternehmen musste aus Mangel an geeigneten Bewerbern 2019 sogar ohne die geplanten Neueinstellungen auskommen. „Das ist ärgerlich und schädlich für die gesamte Baubranche. Von unseren Planungsleistungen hängt maßgeblich ab, wie schnell und nachhaltig der von der Politik angeschobene Investitionshochlauf gebaute bzw. sanierte Infrastruktur wird“, kommentiert VBI-Präsident Jörg Thiele. Daher müsse auch weiterhin viel Werbung für die Ingenieurstudiengänge gemacht werden. „Und wir unabhängigen Planungsunternehmen müssen uns mehr einfallen lassen, um den ‚Arbeitsplatz Ingenieurbüro‘ mit seinem attraktiven Mix aus virtueller Modellierung am PC und der Baustellenwirklichkeit bekannter zu machen“, ergänzt Herr Thiele. Interessant sind auch die Ergebnisse bezüglich der Frauenquote in der Branche. 17 Prozent der teilnehmenden Büros beschäftigen aktuell 50 und mehr weibliche Ingenieure. In weiteren 46 Prozent sind immerhin zwischen 20 und 40 Prozent der Planer weiblich. Insgesamt wurden bei der Umfrage 688 Ingenieurbüros befragt.

Baugewerbe will Verlängerung für Baukindergeld

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) fordert die Fortführung des bald auslaufenden Baukindergeldes. Die Förderung trage zur Verbesserung des Wohnungsbaus bei.

2018 hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum beschlossen. Eine dieser Maßnahmen war das Baukindergeld. Zum Ende des Jahres soll diese Förderung nun auslaufen. ZDB-Geschäftsführer Felix Pakleppa meint aber: „Die Erfolgsgeschichte Baukindergeld endet, bevor sie richtig begonnen hat. Die Förderung trägt bereits jetzt dazu bei, den Wohnungsbau zu fördern und somit die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entlasten.“ Allerdings werde durch die kurze Projektdauer eine tatsächliche Verbesserung der Situation verhindert. „Daher fordern wir eine Verstetigung der Förderkulisse über den 31. Dezember 2020 hinaus, um echte Impulse für den Wohnungsbau zu setzen.“

Nach Angaben des KfW ist die Nachfrage nach der Förderung groß: Zum 31. März des vergangenen Jahres lagen etwa 26.500 Anträge vor – zum 31. Dezember 2019 waren es knapp 129.000. Sollte die Bundesregierung die Förderung verlängern, rechnet der ZDB mit einer weiteren Zunahme der Nachfrage. Außerdem fordert Pakleppa, mehr Mittel in den sozialen Wohnungsbau zu investieren: „Mit der Grundgesetzänderung, durch die sich der Bund finanziell am sozialen Wohnungsbau beteiligen kann, sind die richtigen Weichen gestellt worden. Diese Chance muss nun genutzt werden. Auch über 2021 hinaus sollten entsprechende Finanzmittel für sozialgebundenen Wohnungsbau bereitgestellt werden, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.“ So müssten vor allem investive Impulse dazu anregen, auch langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum zu errichten. „Die Fortführung des Baukindergelds und des sozialen Wohnungsbaus können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten“, so Pakleppa.