Betrug mit gefälschten Handwerker-Rechnungen

In einer neuen Betrugsmasche fischen Betrüger echte Handwerker-Rechnungen aus Briefkästen und ändern Kontonummern.

„Ich musste selbst dreimal hinschauen, um die Manipulation an unserer Rechnung zu erkennen“, sagte der Inhaber eines familiengeführten Baubetriebs in Düsseldorf gegenüber dem Handwerksblatt. Er ist einer Masche zum Opfer gefallen, die seit einiger Zeit im Umlauf ist. Die Abzocker fangen Original-Rechnungen von Handwerkern im Briefkasten ab, fertigen eine haargenaue Kopie mit abgeänderten Kontodaten an und kassieren so die Überweisung für die handwerklichen Leistungen. So lief es auch im Fall des Düsseldorfer Betriebes, als er eine offene Rechnung anmahnte: „Der Kunde sagte, dass er gezahlt habe und über 8.000 Euro längst auf unserem Konto eingegangen sein müssten. Also habe ich mir von ihm die besagte Rechnung zuschicken lassen. Und siehe da: Die sah exakt so aus wie unsere, nur rechts unten war die Kontonummer gegen eine andere ausgetauscht! Wahrscheinlich haben die Betrüger das Original eingescannt und dann die falschen Kontodaten eingefügt“, mutmaßt der Firmenchef.

Das Geld kommt so gut wie nie wieder zurück

„Besonders niederträchtig an der Masche ist, dass der Betrug erst Wochen später auffällt“, sagt Martin Klisch, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer Trier, im Interview mit dem Handwerksblatt. Als jemand, der schon vielen Mitgliedsbetrieben durch diesen Betrug geholfen hat, weiß er: Ist das Geld erstmal auf einem fremden Konto gelandet, so kann der Überweisende dies fast nie wieder zurückholen. Laut Verbraucherberatung Rheinland hat die Bank dann keinen Zugriff mehr auf den Betrag. Ein Rücküberweisungsantrag verspricht wenig Erfolg, denn meistens haben die Betrüger ihr Konto bereits leergeräumt. Und Banken sind auch meist machtlos: „Banken haben keine Verpflichtung mehr, Kontoinhaber und Überweisungsempfänger abzugleichen“, betont Klisch.

Meist geht es um sehr hohe Geldsummen. So wurde ein Tischler aus dem Kreis Bernkastel-Wittlich um 30.000 Euro betrogen, ein Maler aus dem Kreis Trier-Saarburg um 4.500 Euro. In Luxemburg ist sogar der staatliche Wohnungsbaufonds auf diese Abzocke hereingefallen, 800.000 Euro flossen auf ein falsches Konto in Polen, berichtet Klisch.

Tipps für Betriebe und Kunden

Da unklar ist, wann und wie die Täter an die Briefe herankommen, können Betriebe und Kunden mit folgenden Tipps das Risiko, selbst Opfer der Betrugsmasche zu werden, ein wenig eindämmen. So sollten Kontodaten bereits im Vertrag aufgenommen werden. Neutrale Briefumschläge des Betriebs können den Inhalt des Briefs verschleiern, gleichzeitig sollten Betriebe die Rechnungen auch als E-Mail verschicken. Auch können die Rechnungen beim Kunden telefonisch angekündigt werden. Kunden sollten die Kontodaten in jedem Fall abgleichen und den Betrieb auffordern, die Rechnungen auch per E-Mail zu versenden und anzukündigen. Der Briefumschlag sollte immer auf Beschädigungen überprüft werden, bei Auffälligkeiten sollten Kunden immer den Rechnungssteller kontaktieren.

Jetzt klimafreundliche Handwerksfahrzeuge anschaffen

Das Bundesverkehrsministerium fördert die Anschaffung von Elektro-Nutzfahrzeugen und der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur mit 50 Millionen Euro.

Antragsberechtigt sind Handwerksunternehmen und handwerksähnliche Betriebe, die einen Eintrag in der Handwerksrolle oder im Gewerbeverzeichnis nachweisen können, sowie kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition. Die jeweilige Kommune muss bestätigen, dass die Fahrzeugbeschaffung als Teil der Maßnahmen zur Umsetzung eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes oder eines vergleichbaren Konzeptes ist. Gefedert werden straßengebundene Elektrofahrzeuge der europäischen Fahrzeugklassen N1, N2 und N3, in erster Linie Neufahrzeuge und die zur Betreibung notwendige Ladeinfrastruktur. Zuschüsse alleinig für die Ladesäulen werden nicht vergeben. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss. Sie berechnet sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrausgaben im Vergleich zu der Beschaffung eines konventionell betriebenen Fahrzeuges, die zur Erreichung des Umweltzieles des Fördervorhabens erforderlich sind. Sollte in einem Fahrzeugbereich kein Serienfahrzeug verfügbar sein oder die Umrüstung auf einen elektrischen Antriebsstrang wirtschaftlicher sein, kann die Fahrzeugumrüstung im Einzelfall gefördert werden. Die Förderquote ist auf 40 Prozent festgelegt. Nach Abgabe einer KMU-Erklärung kann kleinen und mittleren Unternehmen ein KMU-Bonus gewährt werden, kleine Betriebe erhalten 20 Prozent, mittlere zehn Prozent. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge der Auftragseingänge, bis diese aufgebraucht sind. Anträge zur Förderung müssen bis zum 14. September sowohl elektronisch als auch postalisch eingegangen sein. Nur diejenigen Anträge, die fristgerecht und vollständig eingereicht wurden, werden berücksichtigt. Der Förderaufruf setzt eine schnelle Umsetzung der Vorhaben voraus. Der Bewilligungszeitraum ist auf zwölf Monate begrenzt. Für Nutzfahrzeuge der Klassen N2 und N3 sind 24 Monate vorgesehen.

ChangeLab! – Durch Zusammenarbeit etwas bewirken

Der Chemiekonzern Wacker unterstützt das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei Aufbau einer Innovationsplattform für nachhaltiges Bauen.

Das Förderprojekt „ChangeLab! Wacker/KIT Innovation Platform for Pioneering Sustainble Construction“ hat zum Ziel, Akteure der verschiedenen Stufen der Bauwertschöpfungskette stärker mit der Forschung zu vernetzen. Dazu richtet es sich neben Studenten der KIT auch an Architekten, Ingenieure und Bauexperten, die sich über neue Ideen und Denkansätze in den Bereichen Materialentwicklung und kreislaufgerechte Konstruktion informieren und austauschen möchten. Durch Veranstaltungen soll der Austausch zur Bioökonomie im Bauwesen vorangebracht werden. Als nächstes vorgesehen ist das Symposium „grow.build.repeat“ für den 3. und 4. Dezember 2020 an der KIT-Fakultät für Architektur. Im Mittelpunkt steht bei dieser Veranstaltung das Innovationspotential von regenerativen Baumaterialien und deren Konstruktionsprinzipien im Bauwesen.

Ein Zeichen setzen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien

„Auch in Coronazeiten hat das Thema Nachhaltigkeit für uns einen sehr hohen Stellenwert“, betont Peter Summo, Leiter des Geschäftsbereichs Wacker Polymers. „Wir wollen bewusst ein Zeichen für die Entwicklung nachhaltiger Technologien im Bausektor setzen. Das Thema ist für uns von strategischer Bedeutung.“ Der Chemiekonzern beschäftigt sich bereits seit Jahren mit nachhaltigen Produkten, so nutzen sie beispielsweise biobasierte Essigsäure aus der Holzindustrie zur Herstellung von Bindemitteln für Innenwandfarbe. „Um solche nachhaltigen und innovativen Konzepte zu entwickeln, sind wir auch auf den Austausch mit den Fachleuten entlang der gesamten Wertschöpfungskette angewiesen“, betont Summo. „Die ChangeLab!-Plattform schafft für einen solchen Austausch zwischen allen Beteiligten ideale Bedingungen.”

Der Klimawandel muss ein zentrales Thema des alltäglichen Denkens werden

Projektpartner auf Seiten der KIT ist die Professur Nachhaltiges Bauen am Institut Entwerfen und Bautechnik der Architektur-Fakultät. Diese beschäftigt sich seit 2017 unter Leitung von Professor Dirk E. Hebel mit  nachhaltigen Materialressourcen und kreislaufbasierten Konstruktionsprinzipien in Forschung und Praxis. „Der Klimawandel und die Frage, wie wir in Zukunft mit immer knapper werdenden Ressourcen umgehen wollen, müssen zu zentralen Themen im alltäglichen Denken, Handeln und Bauen unserer Disziplin werden“, mahnt Prof. Hebel. „Dass wir Wacker für unsere ChangeLab!-Plattform gewinnen konnten, ist ein großer Gewinn für die Arbeit an unserer Fakultät und eine große Inspirationsquelle für alle, die sich mit der Zukunft des Bauens beschäftigen wollen“.

Auch nach 2025 ist der Einbau einer Ölheizung noch möglich

Das Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) hat die wichtigsten Bestimmungen des beschlossenen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zusammengefasst.

Unter anderem enthält dieses neue Bestimmungen für Häuser mit Ölheizung. So dürfen bestehende Ölheizungen weiter betrieben und modernisiert werden. „Es gibt kein Ölheizungsverbot, lediglich eine Zusammenführung bestehender und neuer Auflagen, die Eigentümer zu berücksichtigen haben“, erklärt IWO-Geschäftsführer Adrian Willig. Bis 2025 können bestehende Heizkessel auch ohne weitere Maßnahmen gegen moderne Öl-Brennwertgeräte ausgetauscht werden. Für Hausbesitzer in Baden-Württemberg gelten andere Regeln, nämlich die Vorgaben des landesspezifischen „Erneuerbare Wärmegesetzes” (EWärmeG). In Hamburg ist die Gültigkeit landeseigener Regelungen noch unklar.

Der Einsatz erneuerbarer Energien wird weiterhin gefördert

Nach 2025 dürfen Ölheizungen weiterhin eingebaut werden, insofern sie erneuerbare Energien wie Solarthermie- oder Photovoltaikanlagen mit einbinden. Wenn kein Gas- oder Fernwärmenetz vorhanden und keine erneuerbaren Energien anteilig eingebunden werden können, ist der Einbau einer Ölheizung alleine erlaubt. Wenn das Gebäude bereits mit erneuerbaren Energien versorgt wird, kann der Eigentümer jederzeit einen Kesseltausch durchführen. Der Einbau einer Öl-Hybridanlage wird auch weiterhin staatlich gefördert. 30 Prozent der Investitionskosten werden übernommen, wenn eine erneuerbare Komponente eingebaut wird. Auch gibt es immer wieder nichtstaatliche Förderaktionen, beispielsweise von Heizgeräteherstellern. Wenn keine Heizungsmodernisierung notwendig ist, können auch unabhängig davon erneuerbare Energien integriert werden.

Anlagen müssen nach 30 Jahren Laufzeit ausgetauscht werden

In Bezug auf die maximalen Betriebszeiten älterer Öl- und Gasheizungsanlagen gelten weiterhin die Bestimmungen der Energieeinsparungsverordnung (EnEV), sprich eine maximale Laufzeit von 30 Jahren. Bei Wohngebäuden mit maximal zwei Wohnungen, von denen eine am 1. Februar 2002 durch den Eigentümer selbst bewohnt wurde, greifen die Austauschpflichten für 30 Jahre alte Heizkessel nur im Falle eines Eigentümerwechsels. Heizgeräte mit Niedrigtemperatur- oder Brennwerttechnik sind auch von der Pflicht ausgenommen. Allerdings sollten Eigentümer, deren Heizung in die Jahre gekommen ist, aus Kosten- und Umweltgründen dennoch über eine Modernisierung nachdenken. 

Corona-Disziplin am Bau schwindet

Arbeitnehmer und –geber am Bau geraten wegen der Einhaltung der Hygienemaßnahmen aneinander. Der Weg zum Bau ist wieder zentraler Konfliktpunkt.

Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fasst die Nachlässigkeit am Bau zusammen: „Kein Händewaschen, kein Abstand, keine Atemschutzmaske. Viele Bauunternehmen ignorieren die Corona-Gefahr, indem sie zum alten Trott zurückkehren“, teilte der Vorsitzende Robert Feiger der Deutschen Presse-Agentur mit. So würde der Weg zur Baustelle wieder als Sammeltransport im Bulli durchgeführt und die Pausen im engen Bauwagen verbracht. Ein Arbeitgeber habe seinen Beschäftigten sogar untersagt, Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, der in erster Linie mittelständische Unternehmen vertritt, widerspricht. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Hygienevorschriften sei anhaltend hoch. Zentraler Streitpunkt, auch in dieser Frage, ist wieder einmal der Weg zur Baustelle. „Zu den Baustellen darf mit dem privaten Pkw angefahren werden und diese Kosten werden erstattet“, so die Arbeitgeberseite. Dieser Konfliktpunkt war auch entscheidend dafür, dass die Tarifverhandlungen am Bau nach drei Runden ergebnislos abgebrochen wurden.

Ein natürlicher Hitzeschutz

Wenn die Temperaturen wieder in schwindelerregende Höhen klettern, freuen sich die Bewohner von Häusern mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade (VHF).

Denn diese können hohe Temperaturen im Innenraum vermeiden, da sie der dahinterliegenden Wandkonstruktion Schatten spenden. Über den Hinterlüftungsquerschnitt wird ein Großteil der Wärme effektiv abgeführt und das ohne, dass der Architekt in seiner gestalterischen Freiheit eingeschränkt ist. Zukunftsorientiertes Bauen fordert Umweltbewusstsein, Langlebigkeit und Innovation. Eine VHF weist zahlreiche Vorteile in diesen Bereichen auf. So ist sie etwa langlebig, recyclingfähig samt sortenreiner Trennbarkeit der Materialien, sie hat geringe Lebenszykluskosten und bietet einen schadenfreien Schutz vor Wärme und Feuchte. Aus diesen Gründen gilt diese Konstruktion bereits als die beste Möglichkeit, sich auf die immer deutlicher werdenden klimatischen Bedingungen vorzubereiten. Unter anderem der „Österreichische Fachverband für vorgehängte hinterlüftete Fassaden“ setzt sich dafür ein, ihre thermische Effizienz bekannter zu machen.

Ein Podcast für das Handwerk

In dem Podcast „WirliebenHandwerk.digital“ interviewen Sebastian Bourne und Martin Urbanek Vordenker und begeistern Handwerker für Digitalisierung.

Angefangen hat das Ganze mit einer hitzigen Diskussion: „Bei meiner Suche nach Software bin ich auf openHandwerk gestoßen. Da mir aber einige Funktionen fehlten, habe ich mich beim Geschäftsführer Martin Urbanek beschwert, dass die Prozesse nicht zu Ende gedacht sind“, berichtet Sebastian Bourne, Prozessmanager bei LIOTA Bau & Verwaltungs GmbH aus Oberhausen. Daraus hat sich ein Austausch über Programme und Prozesse und schließlich eine Freundschaft entwickelt, von der jetzt die gesamte Handwerkerschaft profitieren kann. Bourne und Urbanek haben den Podcast „WirliebenHandwerk.digital“ ins Leben gerufen, mit dem die Digitalisierung im Handwerk vorangetrieben werden soll.

Die erste Folge war ein voller Erfolg

Die erste Folge wurde am 19. Juni veröffentlicht. Zu Gast war Christoph Krause, der sich als Servicerebell, Digitalstratege und Projektleiter des Kompetenzzentrums Digitales Handwerk in Koblenz einen Namen gemacht hat. Von nun an soll jeden Freitag ein weiterer Vordenker zu Wort kommen. „Sebastian und ich haben uns ein riesiges Netzwerk aufgebaut. Dazu zählen Handwerkskammern, Innungen, Fachverbände, aber auch Handel, Industrie, Start-ups und natürlich Handwerker“, zählt Martin Urbanek auf. Indem die Handwerker von vielen unterschiedlichen Leuten abwechslungsreiche Anregungen bekommen, erhoffen sich die Betreiber, die Angst vor der Digitalisierung nehmen zu können. Natürlich kann nicht jeder Tipp hilfreich sein und teilweise wird man in einer ganzen Folge nichts Passendes für sich finden, aber „im besten Fall entwickeln die Handwerker daraus eine eigene komplette Digitalstrategie oder sie picken sich einfach einzelne Bausteine heraus“, erklärt Martin Urbanek. Bisher sind mindestens 100 Folgen geplant. Aber wenn man die Resonanz aus den sozialen Medien betrachtet, wird es danach wahrscheinlich noch nicht vorbei sein. Bisher haben Urbanek und Bourne ausschließlich positive Rückmeldung bekommen. Alleine auf der Hosting-Plattform „podcaster.de“ seien wenige Tage nach der Premiere bereits 500 Hörer gezählt worden. Zusätzlich ist der Podcast auch auf Apple Podcast, Google Podcast, podcast.de, YouTube, Spotify und Deezer jederzeit abrufbar, egal, ob morgens um vier in der Backstube oder abends um sechs auf dem Rückweg von der Baustelle.

Immer mehr junge Frauen am Bau

„Die Zahl der Auszubildenden am Bau ist weiter im Aufwärtstrend. Das ist eine gute Nachricht in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Felix Pakleppa.

Der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe erklärt, dass die Zahl der Auszubildenden über alle Lehrjahre hinweg um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen sei, die Zahl der abgeschlossenen Lehrverträge liege mit 13.053 auf Vorjahresniveau. In den neuen Bundesländern stieg die Zahl der Auszubildenden um 9,2 Prozent auf 5.060, in den alten hingegen nur um zwei Prozent auf 31.254. Allerdings sind immer noch viele Lehrstellen unbesetzt, weshalb Pakleppa junge Menschen ermutigt, sich weiter zu bewerben. Er betont, dass die Bauwirtschaft beste Perspektiven und abwechslungsreiche wie sinnvolle Tätigkeiten biete. Zudem würden die Auszubildenden von einer hohen Ausbildungsvergütung profitieren, die Gesellen und Meister von guter Bezahlung und später von einer attraktiven tariflichen Zusatzrente. „Interessant ist auch, dass die Bauwirtschaft für junge Frauen zunehmend attraktiver wird: Der Anteil von Frauen, die sich für eine Ausbildung am Bau entschieden haben, liegt um ein Prozent höher als noch vor einem Jahr.“ Im ersten Lehrjahr ist der Frauenanteil um 2,5 Prozent gestiegen. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist weitestgehend stabil geblieben. Während sie in den alten Bundesländern leicht zurückgegangen ist, stieg sie in den neuen Bundesländern um 3,3 Prozent an.

Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

Desinfektionsmittel richtig verwenden

Experten der BG Bau informieren und beraten über die richtige, nicht gesundheitsschädliche Anwendung von Desinfektionsmitteln in Corona-Zeiten.

„Desinfektionsmittel können zur Eindämmung der Infektionsraten durch das Coronavirus beitragen. Doch ein übertriebener und unsachgemäßer Einsatz kann auch schädlich sein“, warnt Bernhard Arenz, Präventionsleiter der BG BAU. In Desinfektionsmittel befinden sich nicht ausschließlich Wirkstoffe, sondern auch Lösungsmittel, Tenside oder Duftstoffe. Diese können sich bei unsachgemäßer Verwendung unmittelbar auf die Gesundheit auswirken. Folgen sind unter anderem Kontaktallergien, Ekzeme, Atembeschwerden oder Augenleiden. Deswegen ist es notwendig, geeignete Schutz- und Arbeitsverfahren für den Umgang mit Desinfektionsmitteln festzulegen. Die neue Handlungshilfe „Hinweise zu Reinigung und Desinfektion von Oberflächen außerhalb von Gesundheitseinrichtungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“ hilft dabei.

Die ersten Schritte zum korrekten Gebrauch

Ein erster wichtiger Schritt ist es, nur dann zu desinfizieren, wenn dies auch wirklich sinnvoll ist und nicht aus bloßer Routine. Ohne Kontamination durch erkrankte Personen reicht die Reinigung von Oberflächen mit herkömmlichen Reinigungsmitteln. Ist nicht auf ein Desinfektionsmittel zu verzichten, sollte eines gewählt werden, das bei den zugelassenen Desinfektionsmitteln vom Robert-Koch-Institut (RKI), dem Industrieverband für Hygiene und Oberflächenschutz e.V. (IHO), dem Verbund für angewandte Hygiene e.V. (VAH) oder der Deutschen Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG) gelistet wird. Allgemein gilt: Wischen statt Sprühen. Denn beim Sprühen werden Aerosole aus Desinfektionsmitteln eingeatmet. Es ist wichtig, dass Unternehmen ihre Beschäftigten entsprechend informieren und unterweisen, Experten der BG Bau können dazu beraten. Das Dokument steht im Mediencenter der BG Bau kostenlos zum Download zur Verfügung.