Mehrjähriger Finanzrahmen der EU wird verhandelt

Mehreren Programmen wie InvestEU drohen massive Kürzungen. Das Handwerk hofft darauf, dass handwerksrelevante Förderprogramme fortgeführt werden.

Das EU-Parlament möchte nun mit dem Rat über den Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR 2021-2027) und das Wiederaufbauprogramm Next Generation EU zur Bewältigung der Krise verhandeln. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, lobt, dass das Europaparlament signalisiert, sich konstruktiv an der Ausgestaltung des künftigen EU-Haushalts zu beteiligen. „Noch nie war das Budget für den Siebenjahresplan so hoch, selten waren aber auch so viele Mitgliedstaaten so dringend darauf angewiesen.“ In den anstehenden Verhandlungen müssen die Mittel in Höhe von rund 1,8 Billionen Euro sorgfältig austariert und verteilt werden. Aus der Sicht des Handwerks sei es am wichtigsten, dass die Kontinuität der Programme innerhalb des neuen MFR gesichert ist. „Die Abgeordneten weisen zu Recht darauf hin, dass wichtigen Programmen wie InvestEU und Horizon Europe massive Kürzungen drohen. Hier muss auf jeden Fall nachverhandelt werden. Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass die Abgeordneten EU-Eigenmittel als die für sie einzig akzeptable Möglichkeit bezeichnen, die aufgenommenen Schulden zurückzuzahlen. Es kann nicht in erster Linie darum gehen, neue Einnahmequellen zu erschließen. Vor allem muss der Grundsatz respektiert werden, dass die Erhebung von Steuern Aufgabe der Mitgliedstaaten ist.“ Schwannecke begrüßt, dass das Parlament auf den engen Zeitplan aufmerksam mache und eine Einigung bis Oktober anmahnt.

Solarwirtschaft erlebt Boom

Die zu Jahresbeginn verbesserten Förderkonditionen für Solarwärme-Anlagen im Rahmen des neu aufgelegten Marktanreizprogramms (MAP) zeigen Wirkung.

Im ersten Halbjahr 2020 wurden insgesamt 26.991 Anträge gestellt, das sind mehr als 200 Prozent im Vergleich zum gesamten Jahr 2019. Im ersten Halbjahr 2019 wurden lediglich 8.700 Anträge gestellt. „Statt einer Corona-Delle erleben wir eine Investitionswelle. Die verstärkte Klimadebatte der letzten Jahre, deutlich verbesserte Fördersätze und die im kommenden Jahr erwartete Einführung eines jährlich steigenden CO₂-Prei­ses auf fossile Brennstoffe zeigen Wirkung“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Solarkollektor-Hersteller haben in den ersten sechs Monaten dieses Jahres ein Umsatzwachstum von rund elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erlebt. Besonders positive Zahlen wurden im Monat Juni geschrieben, in dem 40 Prozent mehr umgesetzt wurde als im Juni 2019. Auch die Geschäftslage hellt sich merklich auf. Seit 2005 wird vierteljährlich der BSW-Geschäftsklimaindex erhoben. Dieser kletterte nun auf den höchsten Stand seit mehr als 10 Jahren.

Förderprogramm wurde aufgestockt

Einer aktuellen Umfrage der Beratungsgesellschaft co2online zufolge beabsichtigen 43 Prozent der Befragten bei einer Gebäudeinvestition eine Heizungssanierung. Aus diesem Grund wird auch weiterhin mit einer guten Auslastung der Mitgliedsunternehmen gerechnet. Zudem hat sich der Bundesverband mit Erfolg dafür eingesetzt, dass die Haushaltsmittel für das MAP-Förderprogramm im Zuge des 2. Nachtragshaushalts um weitere 300 Millionen Euro aufgestockt wurden. 

Jetzt klimafreundliche Handwerksfahrzeuge anschaffen

Das Bundesverkehrsministerium fördert die Anschaffung von Elektro-Nutzfahrzeugen und der dafür notwendigen Ladeinfrastruktur mit 50 Millionen Euro.

Antragsberechtigt sind Handwerksunternehmen und handwerksähnliche Betriebe, die einen Eintrag in der Handwerksrolle oder im Gewerbeverzeichnis nachweisen können, sowie kleine und mittlere Unternehmen nach EU-Definition. Die jeweilige Kommune muss bestätigen, dass die Fahrzeugbeschaffung als Teil der Maßnahmen zur Umsetzung eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes oder eines vergleichbaren Konzeptes ist. Gefedert werden straßengebundene Elektrofahrzeuge der europäischen Fahrzeugklassen N1, N2 und N3, in erster Linie Neufahrzeuge und die zur Betreibung notwendige Ladeinfrastruktur. Zuschüsse alleinig für die Ladesäulen werden nicht vergeben. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss. Sie berechnet sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrausgaben im Vergleich zu der Beschaffung eines konventionell betriebenen Fahrzeuges, die zur Erreichung des Umweltzieles des Fördervorhabens erforderlich sind. Sollte in einem Fahrzeugbereich kein Serienfahrzeug verfügbar sein oder die Umrüstung auf einen elektrischen Antriebsstrang wirtschaftlicher sein, kann die Fahrzeugumrüstung im Einzelfall gefördert werden. Die Förderquote ist auf 40 Prozent festgelegt. Nach Abgabe einer KMU-Erklärung kann kleinen und mittleren Unternehmen ein KMU-Bonus gewährt werden, kleine Betriebe erhalten 20 Prozent, mittlere zehn Prozent. Die Vergabe der Fördermittel erfolgt in der Reihenfolge der Auftragseingänge, bis diese aufgebraucht sind. Anträge zur Förderung müssen bis zum 14. September sowohl elektronisch als auch postalisch eingegangen sein. Nur diejenigen Anträge, die fristgerecht und vollständig eingereicht wurden, werden berücksichtigt. Der Förderaufruf setzt eine schnelle Umsetzung der Vorhaben voraus. Der Bewilligungszeitraum ist auf zwölf Monate begrenzt. Für Nutzfahrzeuge der Klassen N2 und N3 sind 24 Monate vorgesehen.

Bleibt der Corona-Schock aus?

Seit dem deutschlandweiten Lockdown im März ist mittlerweile ein halbes Jahr vergangen. Die Corona-Pandemie hat verschiedene Teile der (deutschen) Wirtschaft unterschiedlich stark getroffen. Zwar ist die Bauwirtschaft bislang vergleichsweise eher schonend davongekommen, doch das Virus beeinflusst noch immer insbesondere die Planungen bevorstehender Projekte. Obwohl die Bauwirtschaft insgesamt zu den wenigen Branchen gehört, bei denen gravierende Folgen des Corona-Geschehens weitestgehend ausgeblieben sind, teilen führende Fachverbände die Einschätzung, dass immer noch die weiterhin nicht ganz unberechtigte Befürchtung einer nachgelagerten Krise im Raum steht.

Um ein aktuelles Stimmungsbild der Baubranche zu erhalten und für alle Beteiligten der Bauindustrie mehr Transparenz über geplante Projektrealisierungen zu schaffen, steht ibau in Kontakt mit einigen tausend Entscheiderinnen und Entscheidern der Bauindustrie. Die hieraus gewonnenen Erkenntnisse fassen wir regelmäßig in unserer Sentiment Analyse zusammen.

Ihre Mithilfe ist gefragt

Für die bevorstehende ibau Sentiment Analyse benötigen wir auch dieses Mal die Unterstützung von Experten wie Ihnen! Schildern Sie uns Ihre Eindrücke, damit wir allen Beteiligten der Bauindustrie eine realistische Einschätzung zu den Entwicklungen der Baubranche zur Verfügung stellen können. Denn besonders Originaltöne aus Fachkreisen bilden die wesentliche Grundlage um realitätsnah die Entwicklungen der Baubranche widerzuspiegeln. Selbstverständlich sind die Ergebnisse kostenfrei erhältlich.

Die aktuelle Stimmungslage

Unsere ibau Sentiment-Analyse im Juni hat ergeben, dass die Beteiligten der Bauindustrie gelernt haben, mit der Krise zu leben. Erkennbar wird dies anhand der Projektumsetzungstendenzen sowie im Handeln der Behörden, obgleich die durch die Corona-Krise aufgedeckten strukturellen Schwächen wie Fachkräftemangel oder mangelnde technische Ausstattung in den Behörden weiterhin existieren. Die Angaben zur Preisentwicklung deuten ebenfalls nicht darauf hin, dass die Baubranche kurzfristig auf eine handfeste Krise zusteuert.

Eine vorsichtige Einschätzung lässt die Annahme einer Normalisierung hinsichtlich der Mengen der neuen Projekte zu. Die bekannten Projekte verschieben sich wieder in Richtung der Realisierungsphasen. Es zeigt sich eine sinkende Tendenz bei Projekten in den auf die Zukunft geprägten Phasen Diskussion und Vorplanung. Diese positive Entwicklung lässt sich in allen überwiegend gewerblichen bzw. privaten Bereichen beobachten. Im Gegensatz dazu stieg der Anteil an längerfristigen Projekten im Bereich der öffentlichen Bauherren an.

Hier finden Sie die vollständigen Ergebnisse sowie unsere letzten ibau Sentiment Analysen:

JUNI: Lässt sich schon wieder eine positive Entwicklung erkennen?

MAI: Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

APRIL: Welche Herausforderungen treffen die Branche am stärksten?

MÄRZ: Wie sehr schadet Corona der Bauindustrie?

40.000 Euro Unterstützung für den Fenstertausch

on der Aufklärung über staatliche Förderungen für den Einbau oder Austausch von Dachfenstern kann auch das Handwerksunternehmen profitieren.

Aufgrund einer Erneuerung des Einkommensteuergesetzes (EstG) lassen sich Dachsanierungen seit diesem Jahr mit Hilfe von Steuerermäßigungen fördern. Voraussetzung für die Förderung sind Fenster mit einem Uw-Wert von maximal 1,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Insgesamt unterstützt der Staat Bauherren mit 20 Prozent der Kosten für Produkte und Handwerkerleistungen, beziehungsweise bis maximal 40.000 Euro. Diese Summe wird in der Steuererklärung über drei Jahre Laufzeit geltend gemacht. Alternativ können die Förderungen der KfW auch für Sanierungsarbeiten am Dach in Anspruch genommen werden. Energetische Sanierungen zu einem KfW-Effizienzhaus werden mit bis zu 48.000 Euro bezuschusst, Einzelmaßnahmen mit bis zu 10.000 Euro. Zudem vergibt die KfW über das Programm 152 Darlehen von bis zu 50.000 Euro zu einem jährlichen Zinssatz von 0,75 Prozent und zum Kredit gibt sie einen Tilgungszuschuss von 20 Prozent der Gesamtsumme. Durch regionale Maßnahmen kann die KfW-Förderung noch ergänzt und der größtmögliche Vorteil für den Endkunden herausgeholt werden. Aber auch für Handwerker lohnt es sich, die Kunden über Förderprogramme aufzuklären. Häufig sind diese Finanzspritzen Grund dafür, dass sich für eine hochwertigere und teurere Alternative entschieden wird. 

Maßnahmenpaket der Planungs- und Bauwirtschaft

Um die Umsetzung der im Konjunkturpaket definierten Ziele erreichen zu können, hat das „Berliner Verbändegespräch“ konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

Als Reaktion auf das Corona-Konkjunkturpaket von Bundestag und Bundesrat schlagen Mitglieder des „Berliner Verbändegesprächs“ (Verbände, Berufskammern und Vereine des Planens und Bauens) konkrete Maßnahmen vor, die eine schnelle und zielgerichtete Umsetzung konjunkturfördernder Aktivitäten zum Ziel haben.

Maßnahmen für den Klimaschutz

Angedacht wurden zwei neue KfW-Förderprogramme. Das erste zielt auf „CO2-optimiertes Bauen“ für Neubau- und Sanierungsvorhaben, bei denen klimagerechte und energieoptimierte Konstruktionsweisen helfen, CO2 einzusparen. Das zweite Programm, „Energieeffizient mit Zusatznutzen“, hat zum Ziel, Ausbauten zur Wohnwertsteigerung, wie etwa Dachausbauten oder -aufstockungen, im Zuge einer energetischen Sanierung zu unterstützen. Zudem sollen steuerliche Nachteile bei der energetischen Gebäudesanierung und bei der Energieerzeugung für Vermieter von Wohngebäuden beseitigt werden.

Maßnahmen für die öffentliche Infrastruktur und Daseinsvorsorge

Eine Maßnahme ist der Ausbau von Kommunalinvestitionsfonds, wie ein Schulsanierungsprogramm, und die Ausstattung mit zusätzlichen Mitteln. Für einen Ausbau der Ladesäuleninfrasturktur appellieren die Mitglieder für eine ganzheitliche Betrachtung der Verkehrsinfrastruktur. Auch haben Infrastrukturmaßnahmen, die den öffentlichen Nahverkehr, den Rad- und Fußverkehr betreffen, vorrangig behandelt zu werden. In diesem Zusammenhang wird auch eine Aufstockung und unmittelbarer Umsetzung des „Tausend Bahnhöfe“-Förderprogramms gefordert. Zudem soll ein neues Förderprogramm zur „Sanierung historischer Einsenbahnbrücken“ ins Leben gerufen werden. Ein weiteres neues Förderprogramm, „Lebendige Uferzonen“, soll ermöglichen, dass Ufer- und Hochwasserschutzzonen mit Blick auf ihre Nutzbarkeit als öffentliche Räume saniert und umgebaut werden.

Maßnahmen für die digitale Infrastruktur

Zum einem muss die Digitalisierungen der kommunalen Verwaltungen gefördert werden indem die notwendige Personalstruktur errichtet wird. Zudem ist wichtig, dass die Bildungsorte, vorrangig in den Zentren, digitaler werden. Ein weiterer Punkt sind klimafreundliche Quartierslösungen, die in den Fokus des Programms „Smart City“ gerückt werden sollten.

Maßnahmen zur Stabilisierung städtischer und ländlicher Funktionen

Für die Städte wird es als wichtig erachtet, durch den Aufbau neuer Fonds zum Erhalt lebendiger Innenstädte beizutragen. In ländlichen Regionen muss ein Fokus darauf gelegt werden, Stallumbauten zur Förderung des Tierwohls auch an baukulturelle Werte zu koppeln.

Das Baugewerbe zur Beratung des Gebäudeenergiegesetzes

Der ZDB fordert, dass die bisherige Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten einer verstärkten Förderung zu verzichten, beibehalten werden soll.

„Bereits jetzt weist etwa die Hälfte aller Neubauten einen besseren Effizienzstandard auf als gesetzlich gefordert. Mit den heutigen Anforderungen an Gebäude liegen wir jedoch an der Grenze des bezahlbaren Bauens und Wohnens. Bauherren, gerade jungen Baufamilien, ist durch die KfW-Förderung sowie das Baukindergeld Eigentumsbildung noch möglich. Daher lehnen wir eine weitere Verschärfung der Anforderungen an den Neubau zum jetzigen Zeitpunkt ab. Wir warten die Ergebnisse des späteren Monitorings ab“, erläutert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB) die Beratungen über das Gebäudeenergiegesetz.

Im Gebäudebereich wurden 2018 im Vergleich zu 1990 bereits mehr als 40 Prozent Einsparungen erzielt, was das Ziel für 2020 war. Das zeigen sektorspezifische Zahlen des Umweltbundesamtes vom März 2020. Auch neueste Zahlen vomBundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BUM) bestätigen diese Entwicklung. „Dennoch dürfen wir uns auf dem Erreichten nicht ausruhen“. Pakleppa schlussfolgert daraus, dass die bisher genutzte Strategie, auf hohe Anforderungen zugunsten der Förderung zu verzichten, gefruchtet habe, was nicht zuletzt auf die Förderinstrumente der KfW zurückzuführen sei.

Eine Anhebung der gesetzlichen Standards macht ein Eigenheim unbezahlbar

Eine gesetzliche Anhebung des Energieeffizienzstandard auf ein KfW-Effizienzhaus 55 würde zu Mehrkosten von 18.000 Euro bei einem Einfamilienhaus mit 120 Quadratmeter Wohnfläche führen, bei einem Energie-Einsparpotential von 14 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr. Die KfW fördert allerdings nur, wenn die gesetzlichen Standards übertroffen werden. Das würde zwangsläufig eine Erhöhung auf das KfW-Effizienzhaus 40 bedeuten. Dies würde Mehrkosten von 13.500 Euro bedeuten, bei einer Energieeinsparung von lediglich 4 Kwh/m2 und Jahr. „Diese Baukostensteigerung steht aber in keinem angemessenen Verhältnis mehr zum energetischen Einsparpotenzial“, erläuterte Pakleppa, da davon ausgegangen wird, dass die energetischen Einsparziele auch weiter erreicht werden.

Seit Januar gehen bei der KfW immer mehr Anträge zu den Förderprogrammen ein. Dabei geht es verstärkt um die energetische Modernisierung des Gebäudebestands. Mit der steuerlichen Förderung energetischer Sanierungen ist ein weiteres Instrument dazu gekommen. „Im Gebäudebestand liegt das weitaus größere Einsparpotenzial als im Neubau. Hier gilt es neben den vorhandenen Investitionsanreizen vor allem die Beratung der Hausbesitzer und Investoren von Wohn- und auch von Nichtwohngebäuden über die Vorteile steigender Energieeffizienz auszubauen. Hier leistet unser Verband mit den Energieberatern im Handwerk schon seit längerer Zeit eine hervorragende Arbeit“, so Pakleppa abschließend.

Prämien der BG Bau für den konstruktiven Arbeitsschutz

Es ereignen sich zahlreiche Unfälle auf Baustellen, viele davon enden tödlich. Um dem entgegen zu wirken, fördert die BG Bau präventive Maßnahmen.

Allein im Jahr 2017 verunglückten 103.755 Beschäftigte auf Baustellen, 88 davon tödlich. Der Schwerpunkt im Unfallgeschehen sind Sturz- und Absturzunfälle. Aus diesem Grund ergreift die BG Bau bereits seit mehreren Jahren wichtige präventive Maßnahmen, um das Unfallrisiko auf dem Bau zu reduzieren.

Kleinsthubarbeitsbühnen/Lifte

Lifte finden Anwendung in Arbeiten aller Art im Hochbau, Ausbau und in der Gebäudeunterhaltung. Sie stellen eine Alternative zu Leitern dar und sind für eine Person vorgesehen. Ergonomisch ist ein Lift äußerst vorteilhaft. Durch eine gesündere Körperhaltung werden die Gelenke und besonders der Rücken entlastet. Die IG Bau übernimmt pro Maßnahme 25 Prozent der Anschaffungskosten, maximal 1.500 Euro.

Bautreppen

Bautreppen dienen als temporäre Möglichkeit, um einzelne Geschossebenen zu überbrücken. Sie finden Einsatz in der Rohbau- und Ausbauphase bis zum Einbau der endgültigen Treppen. Das Begehen von Bautreppen ist im Vergleich zu Anlegeleitern sicherer und in ergonomischer Hinsicht weniger belastend. Auch kann Werkzeug und Material auf diesen leichter mitgeführt und bedarfsweise beidhändig transportiert werden. Die Anschaffung von Bautreppen wird mit einer Rückerstattung von bis zu 750 Euro unterstützt, beziehungsweise von 50 Prozent der Anschaffungskosten.

Weitere präventive Maßnahmen, die von der BG Bau unterstützt werden und weitergehende Informationen sind auf der Internetseite der BG Bau unter Service zu finden.

Baugewerbe will Verlängerung für Baukindergeld

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) fordert die Fortführung des bald auslaufenden Baukindergeldes. Die Förderung trage zur Verbesserung des Wohnungsbaus bei.

2018 hat die Bundesregierung ein Maßnahmenpaket zur Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum beschlossen. Eine dieser Maßnahmen war das Baukindergeld. Zum Ende des Jahres soll diese Förderung nun auslaufen. ZDB-Geschäftsführer Felix Pakleppa meint aber: „Die Erfolgsgeschichte Baukindergeld endet, bevor sie richtig begonnen hat. Die Förderung trägt bereits jetzt dazu bei, den Wohnungsbau zu fördern und somit die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entlasten.“ Allerdings werde durch die kurze Projektdauer eine tatsächliche Verbesserung der Situation verhindert. „Daher fordern wir eine Verstetigung der Förderkulisse über den 31. Dezember 2020 hinaus, um echte Impulse für den Wohnungsbau zu setzen.“

Nach Angaben des KfW ist die Nachfrage nach der Förderung groß: Zum 31. März des vergangenen Jahres lagen etwa 26.500 Anträge vor – zum 31. Dezember 2019 waren es knapp 129.000. Sollte die Bundesregierung die Förderung verlängern, rechnet der ZDB mit einer weiteren Zunahme der Nachfrage. Außerdem fordert Pakleppa, mehr Mittel in den sozialen Wohnungsbau zu investieren: „Mit der Grundgesetzänderung, durch die sich der Bund finanziell am sozialen Wohnungsbau beteiligen kann, sind die richtigen Weichen gestellt worden. Diese Chance muss nun genutzt werden. Auch über 2021 hinaus sollten entsprechende Finanzmittel für sozialgebundenen Wohnungsbau bereitgestellt werden, um für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen.“ So müssten vor allem investive Impulse dazu anregen, auch langfristig mehr bezahlbaren Wohnraum zu errichten. „Die Fortführung des Baukindergelds und des sozialen Wohnungsbaus können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten“, so Pakleppa.

Handwerk freut sich über mehr Geld für Weiterbildungen

Die Bundesregierung hat beschlossen, das Weiterbildungsstipendium aufzustocken. Der Generalsekretär des ZDH, Holger Schwannecke, sieht in der Aufstockung viele Vorteile.

Die Rede ist von einer Erhöhung der Förderung für die Höhere Berufsbildung von 7.200 auf 8.100 Euro. Bereits seit dem 1. Januar ist diese Erhöhung wirksam. „Insbesondere angehenden Meistern hilft diese finanzielle Unterstützung der Bundesregierung bei der Vorbereitung auf ihre Prüfung. Gerade vor dem Hintergrund, dass in den nächsten fünf Jahren mindestens rund 100.000 Betriebsnachfolgen anstehen, ist es wichtig, junge Menschen zu einer beruflichen Weiterbildung zu motivieren und finanzielle Barrieren, die sie davon abhalten könnten, möglichst auszuräumen“, so der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH).

Um noch mehr beruflich Hochqualifizierte zu erreichen, müsse das Weiterbildungsstipendium nach Ansicht von Schwannecke allerdings zeitnah grundständig weiterentwickelt werden. In einem ersten Schritt sollte laut ihm die Gruppe der Förderempfänger insgesamt ausgedehnt werden. „Die Zahl der Weiterbildungsstipendien auf derzeit jährlich 6.000 zu begrenzen, stellt eine Benachteiligung der beruflichen Bildung gegenüber den im akademischen Bereich geförderten Stipendienprogrammen dar. Das sollte dringend geändert werden, wenn man es ernst meint mit der Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung.“ Auch fordert Schwannecke die Ausdehnung der Altersgrenze von derzeit 24 auf 27 Jahre, „um die steigende Bedeutung des lebenslangen Lernens zu unterstreichen“. Die Bundesregierung müsse nun mutige Schritte gehen, um die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung Realität werden zu lassen.